{"id":26783,"date":"2025-04-26T05:05:04","date_gmt":"2025-04-26T03:05:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=26783"},"modified":"2025-04-14T18:46:32","modified_gmt":"2025-04-14T16:46:32","slug":"opus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2025\/opus\/","title":{"rendered":"OPUS"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26785\" rel=\"attachment wp-att-26785\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26785\" title=\"(c) A24\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-c-A24.jpg\" alt=\"Opus - (c) A24\" width=\"254\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-c-A24.jpg 753w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-c-A24-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-c-A24-712x1024.jpg 712w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-c-A24-139x200.jpg 139w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 17.04.2025<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 14.03.2025 (CAN)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine Influencerin, eine Paparazza, ein ehemals konkurrierender Musiker, eine TV-Moderatorin, und ein Musikjournalist. Sie sind eingeladen zur Sensation in der Musikwelt. Nach 30 Jahren im Untergrund will Alfred Moretti, der gr\u00f6\u00dfte Musiker aller Zeiten, ein neues Album vorstellen. \u00dcberraschenderweise, und unter gr\u00f6\u00dftem Missfallen ihrer Kollegen, erh\u00e4lt auch Ariel Ecton eine Einladung: eine angehende Journalistin, die aber vom Musikjournalisten als seine Assistentin klein gehalten wird. Wer wei\u00df, dass Autor und Regisseur Mark Anthony Green einst selbst Redakteur beim GQ M\u00e4nnermagazin war, w\u00fcrde damit rechnen, dass der als Horrorfilm angek\u00fcndigte &#8222;Opus&#8220; so etwas wie eine bitterb\u00f6se Abrechnung werden k\u00f6nnte. Denn keine Geringere als Ariel Ection ist die Hauptfigur &#8211; der kleinste Fisch im Becken. Und das in einer verhaltenen Art, wie man Hauptdarstellerin Ayo Edebiri in &#8222;The Bear&#8220; lieben gelernt hat.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das abgeschiedene Anwesen, zu dem die Auserw\u00e4hlten gebracht werden, macht sich aus wie der R\u00fcckzugsort einer Sekte. \u00dcberall gleich gekleidete Menschen in Blau, jeder wirkt gl\u00fccklich, und alle bet\u00e4tigen sich k\u00fcnstlerisch. Der 30 Jahre untergetauchte Alfred Moretti pr\u00e4sentiert sich im Aufzug der ehemaligen Glam-Rock Stars und als Herr \u00fcber alle Dinge. Die Geladenen sind absolut aus dem H\u00e4uschen. Nur unsere verunsicherte Heldin findet die gesamte Situation verd\u00e4chtig, und soll auf blutige Weise Recht behalten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Knackpunkt bei Filmen in denen es um fiktive Welthits geht, ist die fehlende Glaubw\u00fcrdigkeit und Plausibilit\u00e4t das die Musik tats\u00e4chlich Chart-Niveau haben k\u00f6nnte. Filmdeb\u00fctant Mark Anthony Green geht bei seinem Erstling die ganze Meile und l\u00e4sst Nile Rodgers und The-Dream drei Lieder produzieren. Nat\u00fcrlich von John Malkovich selbst als Alfred Moretti zum Besten gegeben. Rodgers und The-Dream sind sonst Produzenten von Daft Punk, Usher oder Beyonc\u00e9, haben also das richtige Gesp\u00fcr f\u00fcr angesagten Musikgeschmack. Und somit kann sich &#8222;Opus&#8220; durchaus r\u00fchmen, seiner fiktiven Musikikone tats\u00e4chlich real m\u00f6gliche Hits angedeihen zu lassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man w\u00fcrde sich w\u00fcnschen Green h\u00e4tte sich beim Ausarbeiten seines Satire-Horror-Mixes genauso ins Zeug gelegt wie bei der Musik. Lediglich Kameramann Tommy Maddox-Upshaw gelingen im ersten Akt noch einige raffinierte Einstellungen, die mit subtilen Irritationen die verr\u00fcckte Pr\u00e4misse unterstreichen. Nur das von der eigentlichen verr\u00fcckten Pr\u00e4misse nichts auf den Film selbst \u00fcberspringt. Personenkult, Journalismus, Sektenf\u00fchrer, ja &#8211; sogar ein bisschen Social-Media. Mark Anthony Green bringt viel an M\u00f6glichkeiten auf das Notenblatt, es wird aber einfach keine Melodie daraus.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26787\" rel=\"attachment wp-att-26787\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26787 size-full\" title=\"(c) A24\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-b-c-A24.jpg\" alt=\"Opus b - (c) A24\" width=\"640\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-b-c-A24.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-b-c-A24-300x162.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-b-c-A24-200x108.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit diesen Produzenten und einem Ensemble wie diesen, m\u00fcsste Green ausgelassen Amok laufen. Hier meldet sich die Satire, hier sp\u00fcrt man die Kom\u00f6die, und hier schreit es nach Horror. Auf nichts will sich der Regisseur wirklich festlegen, was er auch gar nicht m\u00fcsste. Man bekommt das Gef\u00fchl, als tr\u00e4fen hier Wes Anderson Jordan Peele aufeinander. Oder es \u00fcberkommen einem die obskuren Stimmungen von &#8222;The Menu&#8220; oder &#8222;Get Out&#8220;. Doch Green bleibt brav, anstatt voll aufzudrehen. Wenn der Gastgeber von den G\u00e4sten verlangt, dass sie sich vor dem Essen den Schambereich rasieren m\u00fcssen, ist das herrlich absurd &#8211; steht aber in keinerlei Kontext. Die blutigen Gewaltspitzen sind derart uninteressant umgesetzt, als wolle der Regisseur den Ekelfaktor umgehen, der aber wiederum im Kontext stehen w\u00fcrde. Green vertraut seinem eigenen Soff nicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Darsteller zeigen sich spielfreudig und scheinen ihre Rollen zu genie\u00dfen. Bis auf die beiden Hauptdarsteller sind sie allerdings vollkommen unterfordert. Juliette Lewis ist als \u00fcberhebliche Moderatorin hervorragend besetzt, bekommt aber \u00fcberhaupt nichts zu tun. Schlimmer noch, ihre Rolle wird absolut irrelevant. Daf\u00fcr kann Ayo Edebiri strahlen. Mit erstaunlicher Virtuosit\u00e4t entwickelt sie sich vom eingesch\u00fcchterten Lehrm\u00e4dchen, zur beflissenen Journalistin, zur schlagkr\u00e4ftigen Power-Frau. Zu den besten Szenen geh\u00f6rt zweifelsfrei der Monolog ihres Freundes am Anfang, der ihr erkl\u00e4rt warum sie mit ihrer tristen Mittelm\u00e4\u00dfigkeit keinen Erfolg als Autorin haben wird. Das sind Momente die das Potenzial von Green zeigen, auf das er aber leider nicht aufzubauen versteht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Satire viel zu brav, als Horror viel zu unspektakul\u00e4r, als soziopolitischer Kommentar viel zu gew\u00f6hnlich. Da rettet auch John Malkovich nicht viel, selbst wenn er &#8211; wie nicht anders zu erwarten &#8211; wieder absolut losgel\u00f6st voll aus sich herausgeht. Und selbst das wird zu einem Problem. F\u00fcr sich genommen sind Malkovich und Edebiri ein wahrer Genuss, aber in den gemeinsamen Szenen springt kein Funke \u00fcber. Green hat als Redakteur Erfahrungen mit dem Ego von Journalisten und den Gefahren des Personenkults gesammelt, daraus ein Drehbuch geschrieben und selbst Regie gef\u00fchrt. Doch au\u00dfer den zu erwartenden Plattit\u00fcden hat er erstaunlich wenig dar\u00fcber zu sagen. &#8222;Opus&#8220; hat von allem ein bisschen, dass macht aber noch keinen interessanten Film.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=26786\" rel=\"attachment wp-att-26786\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-26786 size-full\" title=\"(c) A24\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-a-c-A24.jpg\" alt=\"Opus a - (c) A24\" width=\"640\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-a-c-A24.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-a-c-A24-300x153.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Opus-a-c-A24-200x102.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Darsteller: <strong>Ayo Edebiri, John Malkovich, Murray Bartlett, Stephanie Suganami, Melissa Chambers, Juliette Lewis<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Regie &amp; Drehbuch: <strong>Mark Anthony Green<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Kamera:<strong> Tommy Maddox-Upshaw<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Bildschnitt: <strong>Ernie Gilbert<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Musik: <strong>Danny Bensi, Saunder Jurriaans<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Songs:<strong> Nile Rodgers, The-Dream<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em>Produktionsdesign:<strong> Robert Pyzocha<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><strong><em>USA \/ 2025<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #5e5e5e;\"><em><strong>104<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>A24<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 17.04.2025 &#8211; Release 14.03.2025 (CAN) Eine Influencerin, eine Paparazza, ein ehemals konkurrierender Musiker, eine TV-Moderatorin, und ein Musikjournalist. 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