{"id":27110,"date":"2025-06-07T05:05:37","date_gmt":"2025-06-07T03:05:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=27110"},"modified":"2025-06-04T12:01:36","modified_gmt":"2025-06-04T10:01:36","slug":"the-ugly-stepsister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2025\/the-ugly-stepsister\/","title":{"rendered":"THE UGLY STEPSISTER"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=27112\" rel=\"attachment wp-att-27112\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-27112 \" title=\"(c) CAPELIGHT PICTURES\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-c-CAPELIGHT-PICTURES.jpg\" alt=\"Ugly Stepsister - (c) CAPELIGHT PICTURES\" width=\"256\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-c-CAPELIGHT-PICTURES.jpg 420w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-c-CAPELIGHT-PICTURES-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-c-CAPELIGHT-PICTURES-140x200.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px\" \/><\/a>a.k.a. <strong>THE UGLY STEPSISTER<\/strong><br \/>\n<strong>DEN STYKKE STES\u00d8STEREN<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Bundesstart 05.06.2025<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 07.03.2025 (NOR)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach f\u00fcnf Kurzfilmen hat sich die Norwegerin Emilie Blichfeldt zu ihrem Spielfilm-Deb\u00fct entschlossen. Die Premiere auf dem Sundance Film Festival erregte nicht einfach nur viel Aufmerksamkeit, sondern sorgte f\u00fcr noch viel mehr Gespr\u00e4chsstoff. Blichfeldt entdeckte Mitte der 1990er ihre Faszination f\u00fcr David Cronenberg. Das gibt ziemlich genau die Richtung an, wohin ihr filmischer Werdegang gehen sollte, und was das Publikum erwarten k\u00f6nnte. Das Publikum in Sundance, und sp\u00e4ter bei den Berliner Filmfestspielen, wusste nicht was sie erwarten w\u00fcrde. Aber nachfolgend wird es noch viele Zuschauende mehr geben, die von &#8222;The Ugly Stepsister&#8220; \u00fcberrascht werden. Und das nicht unbedingt nur auf angenehme Weise.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist keine Liebesheirat, die Rebekka mit ihren beiden T\u00f6chtern Elvira und Alma zur Verbindung mit dem adeligen Otto von Rosenhoff treibt. Doch bereits in der Hochzeitsnacht verstirbt Otto, und dessen Tochter Agnes verr\u00e4t der vertr\u00e4umten Elvira, dass die von Rosenhoffs ebenfalls kein Geld haben. Wer sich in ersten Minuten an die legend\u00e4ren tschechischen M\u00e4rchenfilme erinnert f\u00fchlt, liegt gar nicht so fern. Das Dekor des Films schwankt zwischen schlicht und altbacken. Marcel Zyskind verzichtet bei seinen Kamerabildern auf k\u00fcnstliches Licht, und ist in der Farbgestaltung sehr zur\u00fcckhaltend, genau wie bei den Kontrasten. Dazu gesellt sich eine Kameraf\u00fchrung, inklusive unzeitgem\u00e4\u00dfer Zoom-Einstellungen, die f\u00f6rmlich nach den 1970ern schreien.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine Heirat mit dem nach einer Gemahlin suchenden Prinz Julian w\u00fcrden die finanziellen Probleme l\u00f6sen. Rebekka m\u00f6chte das aber nicht der wesentlich h\u00fcbscheren Stieftochter Agnes \u00fcberlassen, sondern will die leibliche Elvira verheiraten. Dazu ist allerdings sehr viel an Elvira zu tun, damit diese die Aufmerksamkeit des Prinzen verdienen w\u00fcrde. Doch dazu ist die schwer verliebte Elvira nur allzu gern bereit, und nimmt die h\u00f6llischen Prozeduren auf sich, welche die qualvollen Sch\u00f6nheitsoperationen bringen. Alles, um Prinz Julian zu gefallen. Die &#8222;Aschenputtel&#8220;-Geschichte nach den Gebr\u00fcdern Grimm wie sie die letzten hundert Jahre erz\u00e4hlt wird, existiert hier nicht mehr. Der Film orientiert sich an den Erz\u00e4hlungen wie sie seit 1697 von Perrault bis hin zu Grimm und Bechstein variierten. Allerdings ohne die interpretierbaren symboltr\u00e4chtigen Elemente.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei Blichfeldt steht der Wahnsinn von Sch\u00f6nheitskult und Geldgier im Vordergrund &#8211; mit dem Wahnsinn von expliziter Bildsprache. Nat\u00fcrlich weckt die schroffe Direktheit von Emilie Blichfeldts Inszenierung direkte Assoziationen mit Carolie Fargeats &#8222;The Substance&#8220;, der in etwa zur gleichen Zeit gedreht wurde, aber den Vorteil einer viel fr\u00fcheren Ver\u00f6ffentlichung hatte. Und nat\u00fcrlich ist der Einfluss von Cronenbergs Body-Horror im wahrsten Sinne der Worte sp\u00fcrbar, denn Blichfeldt geht so weit, dass einem die Schocks durch Mark und Bein laufen. Das alles in einem Setting, das um ein vielfaches unangenehmer und verst\u00f6render ist als in Fargeats Film oder bei Cronenberg.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=27114\" rel=\"attachment wp-att-27114\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-27114 size-full\" title=\"\u00a9 Marcel Zyskind\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-b-\u00a9-Marcel-Zyskind.jpg\" alt=\"Ugly Stepsister b - \u00a9 Marcel Zyskind\" width=\"640\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-b-\u00a9-Marcel-Zyskind.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-b-\u00a9-Marcel-Zyskind-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-b-\u00a9-Marcel-Zyskind-200x120.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wer glaubt nach der Nasenkorrektur das Schlimmste \u00fcberstanden zu haben, wird bei der Operation der Augenwimpern auf die endg\u00fcltige Horrortauglichkeit gepr\u00fcft. Zu all dem berauscht ein konterkarierender Soundtrack von John Erik Kaada und Vilde Tuv, der mit un\u00fcberh\u00f6rbaren Anleihen bei Francis Lai und Tangerine Dream die Atmosph\u00e4re der Siebzigerjahre noch einmal verst\u00e4rkt. Doch letztendlich ist es Lea Myren, die als verkl\u00e4rte Elvira das gesamte Gef\u00fcge des Films zusammenh\u00e4lt. W\u00e4hrend Ana Dahl Torp und Thea Sofie Loch N\u00e6ss &#8211; Elviras Mutter und ihre Stiefschwester &#8211; au\u00dferhalb des skandinavischen Kinos zumindest schon einen Namen haben, war es von Blichfeldt sehr mutig, allerdings auch mehr als gerechtfertigt, Lea Myren eine Mammutaufgabe wie diese bew\u00e4ltigen zu lassen. Mit dem Charakter der Elvira steht und f\u00e4llt der Film, und Myrens fantastische Wechsel zwischen Sensibilit\u00e4t und Wahnsinn gehen sogar weiter als den Film nur in seiner eigenen Absicht zu tragen. Sie macht ihn trotz seiner Explizit\u00e4t ansehnlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist eine bestechende (kein Kalauer) Visitenkarte, die Emilie Blichfeldt auf die Leinwand gebracht hat. Vielleicht eine Spur zu \u00fcbereifrig in ihrer bildlichen Darstellung. Die prinzipiellen Themen von Dekadenz, gesellschaftlicher Gewichtung, und die Perversit\u00e4t von k\u00f6rperlichen Normen, r\u00fccken durch die Schocksequenzen immer wieder drastisch in den Hintergrund. Es macht &#8222;The Ugly Stepsister&#8220; nicht uninteressanter, er verliert immer nur ein klein wenig an Substanz. Dennoch macht es schon jetzt auf die eine oder andere Weise Lust auf Emilie Blichfeldts n\u00e4chstes Projekt. Vielleicht gibt es dann die weitgehend unbekannte, aber urspr\u00fcngliche Aufl\u00f6sung des M\u00e4rchens, in der die Stiefmutter in gl\u00fchenden Schuhen tanzen muss, bis sie tot umf\u00e4llt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=27113\" rel=\"attachment wp-att-27113\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-27113 size-full\" title=\"\u00a9 Marcel Zyskind\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-a-\u00a9-Marcel-Zyskind.jpg\" alt=\"Ugly Stepsister a - \u00a9 Marcel Zyskind\" width=\"640\" height=\"387\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-a-\u00a9-Marcel-Zyskind.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-a-\u00a9-Marcel-Zyskind-300x181.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Ugly-Stepsister-a-\u00a9-Marcel-Zyskind-200x121.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"padding-left: 80px;\"><span style=\"color: #636363;\">Darsteller: <strong>Lea Myren, Ana Dahl Torp, Thea Sofie Loch N\u00e6ss, Flo Fagerli, Isac Calmroth<\/strong> u.a.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #636363;\">Regie &amp; Drehbuch: <strong>Emilie Blichfeldt<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #636363;\">Kamera: <strong>Marcel Zyskind<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #636363;\">Bildschnitt: <strong>Olivia Neergaard-Holm<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #636363;\">Musik: <strong>John Erik Kaada, Vilde Tuv<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #636363;\">Produktionsdesign: <strong>Klaudia Klimka-Bartczak, Sabine Hviid<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #636363;\"><strong>Norwegen, D\u00e4nemark, Schweden, Polen, Rum\u00e4nien<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #636363;\"><strong>2025<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #636363;\"><strong>109<\/strong> Minuten<\/span><\/p>\n<h6>Bildrechte: <strong>CAPELIGHT PICTURES<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>a.k.a. 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