{"id":27140,"date":"2025-05-26T05:05:11","date_gmt":"2025-05-26T03:05:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=27140"},"modified":"2025-05-23T23:55:51","modified_gmt":"2025-05-23T21:55:51","slug":"monsieur-aznavour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2025\/monsieur-aznavour\/","title":{"rendered":"MONSIEUR AZNAVOUR"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=27142\" rel=\"attachment wp-att-27142\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-27142 \" title=\"(c) WELTKINO Filmverleih\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-c-WELTKINO-Filmverleih.jpg\" alt=\"Monsieur Aznavour - (c) WELTKINO Filmverleih\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-c-WELTKINO-Filmverleih.jpg 389w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-c-WELTKINO-Filmverleih-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-c-WELTKINO-Filmverleih-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 22.05.2025<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 23.10.2024 (FR)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Shahnur Aznavourian wurde 1924 in Frankreich als Sohn armenischer Einwanderer geboren. Erst 1982 lie\u00df der Chansonnier seinen K\u00fcnstlernamen Aznavour zu seinem offiziellen Namen \u00e4ndern. Dazwischen liegt ein bewegtes K\u00fcnstlerleben. Ein K\u00fcnstlerleben wie es im Buche steht &#8211; jenem Regelwerk f\u00fcr standardisierte K\u00fcnstlerbiografien. Im Narrativ unterscheidet sich Mehdi Idir und Grand Corps Malades Film nicht von &#8222;Respect&#8220; \u00fcber Aretha Franklin, oder j\u00fcngst die Bob Dylan-Biografie &#8222;A Complete Unknown&#8220;. Aus unwirklichen Verh\u00e4ltnissen heraus zur Legende, gespickt mit den \u00fcblichen Widrigkeiten und Abst\u00fcrzen. Diese filmischen Blaupausen schm\u00e4lern aber auf keinen Fall die Leistungen der jeweiligen K\u00fcnstler im realen Leben. Gerade Aznavour geh\u00f6rt durch diese widrigen Umst\u00e4nde seiner Herkunft oder die ihm entgegengebrachte Ablehnung aus der Musikwelt zu einem der eindrucksvollsten K\u00fcnstlergestalten. Dies interessant zu erz\u00e4hlen w\u00e4re nur eine Frage der filmischen und dramaturgischen Umsetzung.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nur m\u00fchsam kann sich der junge Charles Aznavour in der Pariser K\u00fcnstlerwelt behaupten. Seine Schwester A\u00efda und er lieben die Musik und versuchen damit Geld zu verdienen, auch um ihren \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen zu entkommen. Doch gerade f\u00fcr Charles ist durch seine geringe Stimmqualit\u00e4t der Weg schwer. Aber er kann schreiben. Texte flie\u00dfen nur so aus ihm heraus. Mit dem Musiker und Pianisten Pierre Roche findet er jemanden auf gleicher Wellenl\u00e4nge, der die passenden Melodien komponiert, und die Chansons anspruchsvoller und zug\u00e4nglicher macht, weil sie Charles&#8216; Texte besonders hervorheben. Dann wird Edith Piaf auf ihn aufmerksam, die ihm aber f\u00fcr einen m\u00f6glichen Erfolg so viel abverlangt, das es Familie und Freundschaften auf Spiel setzt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Monsieur Aznavour&#8220; ist ganz hervorragend fotografiert. Brecht Goyvaerts Kamera taucht jede Epoche in ihre eigene Farb- und Lichtstimmung. Von der kraftlosen Farbpalette aus dem Armenviertel von Paris, bis hin zu den starken Kontrasten in der Hochphase von Aznavours Schaffen. Bei den Auftritten hebt Goyvaerts nicht etwa das berauschte Publikum oder den einhergehenden Erfolg hervor. Mit akzentuierten Lichtstimmungen und fokussierten Bildern von B\u00fchne, Licht, Schatten und S\u00e4nger versinnbildlicht Goyvaerts Kamera die Leidenschaft von Aznavours Texten. Hier gelingt es dem Film eine gute, weil emotionale Bindung zwischen dem Charme der Chansons und dem Kinopublikum zu schaffen. Aber eine durchg\u00e4ngig erweiterte Bildebene gelingt dem Film nicht, der sonst in seiner Optik mehr zweckm\u00e4\u00dfig als k\u00fcnstlerisch gestaltet ist.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=27144\" rel=\"attachment wp-att-27144\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-27144 size-full\" title=\"(c) WELTKINO Filmverleih\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-b-c-WELTKINO-Filmverleih.jpg\" alt=\"Monsieur Aznavour b - (c) WELTKINO Filmverleih\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-b-c-WELTKINO-Filmverleih.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-b-c-WELTKINO-Filmverleih-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-b-c-WELTKINO-Filmverleih-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Visuell hat der &#8222;Monsieur Aznavour&#8220; ein ganz anderes Problem. Tahar Rahim versteht es sehr authentisch den Chansonnier Aznavour in Sprache, k\u00f6rperlichen Ausdruck, und sogar im Gesang wiederzugeben. Seine prothetische Maske tut es allerdings nicht. In nur ganz wenigen Einstellungen ist Rahims Maske \u00fcberzeugend. Die Notwendigkeit der fazialen \u00c4hnlichkeit ist ohnehin fragw\u00fcrdig. In diesem Film lenkt es nur ab, weil die Maske manchmal sogar innerhalb einer Szene verschiedene Eindr\u00fccke gibt. In manchen Bildern ist es Aznavour, dann wieder einfach Rahim selbst, meist erkennt man die k\u00fcnstliche Nasenprothese, das Make-up scheint st\u00e4ndig zu wechseln. Tahar Rahim ist in der Rolle \u00fcberzeugend genug, um sehr leicht auf die unwirkliche Anpassung durch Make-up verzichten zu k\u00f6nnen. So aber sorgt es f\u00fcr abtr\u00e4gliche Verwirrung. Noch dazu wenn die Filmemacher dem grotesken Trend nachgeben, den Film mit Originalaufnahmen des realen Charles Aznavour zu beenden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Schlimmer als der Hauptdarsteller, wird allerdings Marie-Julie Baup als Edith Piaf verunglimpft. Baups Nasenprothese erinnert unfreiwillig komisch an Steve Martins Charakter in &#8222;Roxanne&#8220;, aber keineswegs an den &#8218;Spatz von Paris&#8216;. Baup kann noch so viel Unterricht genommen haben und der Piaf stimmlich noch so nahe kommen, da ist immer diese &#8211; mit Verlaub &#8211; entstellende Nase. Sollte sich das Regie- und Autoren-Duo Mehdi Idir und Grand Corps Malade etwas dabei gedacht haben, haben sie es sich nicht zum Vorteil des Films gedacht. Dabei achten sie doch sehr penibel darauf, dem S\u00e4nger, seinem Leben, dem Mythos, und seiner aufw\u00fchlenden Hingabe gerecht zu werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Objektiv oder kritisch ist das nicht immer, oder eher selten. Aznavour pers\u00f6nlich hat sich noch zu Lebzeiten f\u00fcr Idir und Malade als seine Biografen ausgesprochen. Sein Schwiegersohn Jean-Rachid Kallouche ist der Produzent. Selbst ohne dieses Wissen entsteht der Eindruck, dass &#8222;Monsieur Aznavour&#8220; nur an der Legende interessiert ist, und weniger am Menschen. Es wird thematisiert, das Charles Kind und Frau aus egoistischen Gr\u00fcnden zur\u00fcckl\u00e4sst, die emotionalen Auswirkungen auf beiden Seiten bleiben aber ausgespart. Es wird thematisiert, das Charles seinen f\u00fcr den Erfolg mitverantwortlichen Partner Pierre Roche vor den Kopf st\u00f6\u00dft und sich ohne Skrupel von ihm trennt, aber sp\u00e4ter tut der Film so, als w\u00e4re das ganz nat\u00fcrlich gewesen. Es sind immer wieder solche ungekl\u00e4rten Fragw\u00fcrdigkeiten, die dem Film einen faden Geschmack geben. Die Macher wollen den Mythos festigen, sie wollen niemanden weh tun. Das ist soweit in Ordnung, da &#8222;Monsieur Aznavour&#8220; zumindest einen ergreifenden R\u00fcckblick auf die Karriere und vor allem den vielen dargebrachten Chansons bietet. Das ist soweit nicht in Ordnung, weil gerade die Liedtexte von Aznavour so intensiv aus dem Vollen des Lebens, des Liebens, und der Leidenschaft sch\u00f6pfen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=27143\" rel=\"attachment wp-att-27143\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-27143 size-full\" title=\"(c) WELTKINO Filmverleih\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-a-c-WELTKINO-Filmverleih.jpg\" alt=\"Monsieur Aznavour a - (c) WELTKINO Filmverleih\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-a-c-WELTKINO-Filmverleih.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-a-c-WELTKINO-Filmverleih-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Monsieur-Aznavour-a-c-WELTKINO-Filmverleih-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"padding-left: 80px;\">Darsteller: <strong>Tahar Rahim, Bastien Bouillon, Marie-Julie Baup, Camille Moutawakil, Ella Pellegrini, Lionel B\u00e9caud<\/strong> u.a.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 80px;\">Regie &amp; Drehbuch:<strong> Mehdi Idir, Grand Corps Malade<\/strong><br \/>\nKamera: <strong>Brecht Goyvaerts<\/strong><br \/>\nBildschnitt: <strong>Ludovic Foucher, Laure Gardette<\/strong><br \/>\nMusik: <strong>Rostom Khachikian<\/strong><br \/>\nProduktionsdesign:<strong> St\u00e9phane Rosenbaum<\/strong><br \/>\n<strong>Frankreich \/ 2024<\/strong><br \/>\n<strong>133<\/strong> Minuten<\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>WELTKINO Filmverleih<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 22.05.2025 &#8211; Release 23.10.2024 (FR) Shahnur Aznavourian wurde 1924 in Frankreich als Sohn armenischer Einwanderer geboren. 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