{"id":2751,"date":"2012-03-06T17:49:30","date_gmt":"2012-03-06T16:49:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=2751"},"modified":"2012-03-06T17:58:04","modified_gmt":"2012-03-06T16:58:04","slug":"devil-inside","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/devil-inside\/","title":{"rendered":"THE DEVIL INSIDE kommt nicht heraus"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-2755\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/devil-inside\/bandit-5\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2755\" title=\"Bandit\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bandit4.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"132\" \/><\/a><a rel=\"attachment wp-att-2756\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/devil-inside\/devil-inside-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2756\" title=\"Devil-Inside\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Devil-Inside.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"133\" \/><\/a>Man darf nicht m\u00fcde werden zu betonen, dass der Found-Footage-Horror lange tot ist. Und auch die von sich selbst am \u00fcberzeugtesten Filmschaffenden sollten das endlich einmal verinnerlichen. Einem Film gegen\u00fcber polemisch zu werden, hilft weder dem Film noch einem interessierten Publikum. Polemik gibt lediglich eine undifferenzierte Meinung wieder. Eine objektive Besprechung hingegen kann aus einem allgemein schlechten Film noch den einen oder anderen positiven Punkt herausholen. So hat \u201eStar Wars\u201c die wohl umst\u00e4ndlichsten und manchmal haarstr\u00e4ubendsten Dialoge, und man k\u00f6nnte schreiben, dass dieser Film wegen dieser haneb\u00fcchenen Dialoge nicht auszuhalten ist. Aber jeder, der diese Zeilen liest, wei\u00df genau, welchen Einfluss die Geschichte auf das Publikum trotz allem hatte. Nat\u00fcrlich ist es sch\u00e4ndlich, in einem Vergleich zu \u201eDevil Inside\u201c ausgerechnet \u201eStar Wars\u201c heranzuziehen. Doch wer w\u00fcrde nicht lieber \u00fcber \u201eStar Wars\u201c reden, wenn er \u00fcber \u201eDevil Inside\u201c zu schreiben hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->\u00dcbrigends war es George Lucas\u2018 Busenfreund Francis Ford Coppola, der als erster die Vorz\u00fcge der digitalen Technik zu preisen wusste und eine gro\u00dfartige Zukunft f\u00fcr die Originalit\u00e4t des Kinos heraufbeschwor. Onkel Francis meinte, dass es finanziell jedem m\u00f6glich sei, sich fortan selbstzuverwirklichen. Das war vor fast drei\u00dfig Jahren, und so freigeistig wie ich meinen Freund FFC kenne, h\u00e4tte er auch die Anstrengungen von William Brent Bell gutgehei\u00dfen. Aber das d\u00fcrfte er nicht, weil alles irgendwo seine Grenzen haben muss. Als Cutter, Autor und Regisseur hat William Brent Bell diese Grenzen auf str\u00e4fliche Weise \u00fcberschritten. Der Teufel steckt hier nicht im Detail, sondern ist von allen guten Geistern verlassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Eine Dokumentation m\u00f6chte man vort\u00e4uschen, im Ernst? Wenn ich im Stil einer Dokumentation inszeniere, muss ich doch zumindest die grundlegenden handwerklichen Voraussetzungen kennen. Michael Schaefer hei\u00dft der Kameramann im Film, der laut Werbe-Website ein \u201epreisgekr\u00f6nter Dokumentarfilmer\u201c sein soll. In Wirklichkeit war Gonzalo Amat f\u00fcr die Kamerabilder verantwortlich, und er ist mit Abstand einer der unf\u00e4higsten Kameram\u00e4nner, die ein Publikum mit verwackelten Bildern penetrieren durften. Von der ersten bis zur letzten Filmminute erinnert nichts, aber auch gar nichts an das Format einer mit ernsten Absichten gedrehten Dokumentation. In Realit\u00e4t w\u00fcrde nicht einmal ein schlechter Kameramann w\u00e4hrend expliziter Aussagen einer Person von dieser irgendwohin schwenken und an der Brennweite spielen. Was der Film als Konzept verkaufen m\u00f6chte, ist handwerklicher Unsinn. Sicherlich haben die Macher an Realismus gedacht, wenn st\u00e4ndig die agierenden Personen aus dem Fokus verschwinden, man von ihnen wegschwenkt und das Bild am besten ganz nerv\u00f6s verwackelt. Es ist nicht real, es ist \u00e4rgerliche Ignoranz gegen\u00fcber der wirklichen Zunft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Warum will sich Isabella Rossi mit der Kamera beobachten lassen, wenn sie den zwanzig Jahre zur\u00fcckliegenden Ereignissen um ihre Mutter nachsp\u00fcrt? \u201eWeil ich f\u00fcr mich selbst Gewissheit haben muss.\u201c Ach wirklich? Zwei Priester, die sich filmen lassen, wenn sie einen nicht ganz legalen Exorzismus durchf\u00fchren m\u00f6chten. Im Ernst?\u00a0 Vier Kameraperspektiven im Krankenzimmer, wenn nur zwei Kameras anwesend sind. Muss das sein? Und \u00fcberhaupt, warum hat man alles, aber auch alles, was diesen Film so unheimlich und spannend und unheimlich spannend machen soll schon so oft gesehen? In den letzten 20 Minuten gibt es drei markante Handlungspunkte, die mit ein bisschen Verstand, etwas Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und ein wenig Filmverst\u00e4ndnis wirklich eine \u00fcberraschend effiziente Schockwirkung gehabt h\u00e4tten. Aber eine nicht vorhandene Inszenierung l\u00e4sst das \u00dcberraschungsmoment bereits am Beginn der Szene klar erkennen. Das k\u00f6nnte unfreiwillig komisch sein, aber bei den heutigen Eintrittspreisen ist es nur sehr \u00e4rgerlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Als Francis Coppola ein Pasta-Rezept in das Drehbuch von \u201eDer Pate\u201c einf\u00fcgte, hatte er dieses Rezept auch erst bei Mama recherchiert. Es gibt eben Filme, denen merkt man mit jedem Bild an, wie sehr daran gearbeitet wurde. Wo Bilder, Ton und Tempo aufeinander abgestimmt, wie Dialoge umgeschrieben und geschliffen wurden. William Brent Bell hat sich ganz offensichtlich und schwer zu \u00fcbersehen einfach nur hingesetzt und gedacht, dass ja alles nicht so schwer sein kann. Darunter m\u00fcssen die leiden, die nicht nur viel Geld ausgeben, sondern auch 83 Minuten ihrer Lebenszeit opfern. Das ist der wahre Horror. Die erste Schrifttafel gibt dem Zuschauer zu bedenken: \u201eDieser Film wird vom Vatikan nicht gebilligt.\u201c Kann ich denn so etwas glauben? Eine objektive Besprechung kann aus einem allgemein schlechten Film noch den einen oder anderen positiven Punkt herausholen. Ich habe diesen Punkt bei \u201eDevil Inside\u201c nicht gefunden.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: <strong>Fernanda Andrade, Simon Quarterman, Evan Helmuth, Ionut Grama, Suzan Crowley, Brian Johnson<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: <strong>William Brent Bell<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Drehbuch: <strong>William Brent Bell, Matthew Peterman<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Kamera: <strong>Gonzalo Amat<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: <strong>William Brent Bell, Tim Mirkovich<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Musik: <strong>Brett Detar, Ben Romans<\/strong><\/em><br \/>\n<em>USA \/ 2012<\/em><br \/>\n<em>zirka <strong>83<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man darf nicht m\u00fcde werden zu betonen, dass der Found-Footage-Horror lange tot ist. Und auch die von sich selbst am \u00fcberzeugtesten Filmschaffenden sollten das endlich einmal verinnerlichen. 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