{"id":29174,"date":"2026-02-26T05:05:10","date_gmt":"2026-02-26T04:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=29174"},"modified":"2026-02-25T19:09:44","modified_gmt":"2026-02-25T18:09:44","slug":"marty-supreme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2026\/marty-supreme\/","title":{"rendered":"MARTY SUPREME"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29176\" rel=\"attachment wp-att-29176\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29176 \" title=\"(c) TOBIS FILM\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-c-TOBIS-FILM.jpg\" alt=\"Marty Supreme - (c) TOBIS FILM\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-c-TOBIS-FILM.jpg 424w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-c-TOBIS-FILM-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-c-TOBIS-FILM-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 26.02.2026<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 25.12.2025 (CAN)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Preview 23.2.26, Cineplex, F\u00fcrth<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eigentlich sind die Safdie-Br\u00fcder die j\u00fcngere Ausgabe der Coens. Sie machen ihre Filme gemeinsam. Und wie bei den Gebr\u00fcdern Coen, schien es auch in der Familie Safdie an der Zeit, einmal getrennte Weg zu versuchen. Benny Safdie hat das 2025 sehr erfolgreich mit &#8222;The Smashing Machine&#8220; getan. Die von Dwyane Johnson gespielte Biografie \u00fcber MMA-Legende Mark Kerr. Etwas sp\u00e4ter im Jahr legte Josh Safdie mit &#8222;Marty Supreme&#8220; nach. Auch eine Art Biografie, aber ohne irgendeinen biografischen Anspruch. Es geht ebenfalls um einen Sportler, der um seine verdiente Anerkennung ringt &#8211; aber nicht im Ringen. Marty ist Tischtennisspieler, und als Vorbild diente Champion und Sonderling Marty Reisman, ungebrochene Legende in der Tischtennis-Community. Um vorweg gleich falsche Vorstellungen zu zerstreuen &#8211; trotz geringf\u00fcgiger \u00c4hnlichkeiten, ist &#8222;Marty Supreme&#8220; keine Biografie.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">New York City, 1952: Der Schuhverk\u00e4ufer Marty Mauser will Profi im Tischtennis werden. Aber nicht einfach nur Profi, sondern der Champion. Und das in einer Zeit, als Tischtennis in Amerikas \u00f6ffentlicher Wahrnehmung noch nicht wirklich ernst genommen wird. Dem soziopathisch veranlagten Marty sind dabei alle Mittel recht. Bei den British Open verliert er gegen den Japaner Koto Endo. Von da an ist Martys einziges Ziel, nach Tokio zu kommen, und bei der World Championship Endo zu besiegen. Denn es gibt nur einen Champion, und das ist Marty Mauser &#8211; sagt Marty Mauser.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Zwischen all den oberen Zeilen einer d\u00fcrftigen Inhaltsangabe, hat Josh Safdie und sein Langzeit-Co-Autor Ronald Bronstein so viel hineingepackt, dass einem schwindelig werden kann. Marty schw\u00e4ngert seine Nachbarin, streitet aber ab, klaut Geld von seinem Manager, schl\u00e4ft mit der Frau seines Sponsors, entf\u00fchrt den Hund eines Mafioso, und l\u00e4sst sich f\u00fcr Geld \u00f6ffentlich erniedrigen. Und das ist nur ein Abriss dessen, was dieser Film in seinem atemlosen Tempo dem Publikum zumutet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Marty Supreme&#8220; ist ein Film wie auf Drogen. Es vergeht keine Minute, in der nichts passiert. Und wenn etwas passiert, ist es unangenehm. Darunter leiden alle &#8211; au\u00dfer Marty Mauser. Seine Absichten sind klar: Er braucht 1700 Dollar um nach Japan zu kommen. Doch wie Marty bei der Umsetzung seines Ziels betr\u00fcgt, stiehlt, l\u00fcgt und verletzt, ist einzigartig. Das Timoth\u00e9e Chamalet diese immense Aufmerksamkeit zuteilwird, ist gerechtfertigt und absolut verdient. Durch Chamalet wird Marty zu einem nicht greifbaren Charakter. Er schm\u00fcckt ihn mit beispielloser Selbstsicherheit und unfassbarer Arroganz, und er redet unentwegt, als h\u00e4tte er das Reden erfunden. Marty akzeptiert von niemanden ein Nein und hintergeht seine N\u00e4chsten zum eigenen Vorteil.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wenn Marty schmeichelt oder sich dem\u00fctigen l\u00e4sst, merkt man bei Chalamet, dass es ihm immer im das gro\u00dfe Ganze geht &#8211; World Championship in Tokio. Es ist nat\u00fcrlich auch dem Charisma von Chalamet zu verdanken, dass st\u00e4ndig das Gef\u00fchl vorherrscht, man m\u00fcsse f\u00fcr so eine Hauptfigur votieren. Tief im Herzen will man ihn gewinnen sehen, auch wenn er noch so verkommen und im Grunde verabscheuungsw\u00fcrdig ist. Er ist kein schelmischer, augenzwinkernder Ganove, sondern ein unberechenbarer Egozentriker. Timoth\u00e9e Chalamet ist die Rechtfertigung f\u00fcr eine Heldenfigur, wie sie es nicht geben d\u00fcrfte. Aber Safdie und Bronstein haben exzellent vorgebaut.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29178\" rel=\"attachment wp-att-29178\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29178 size-full\" title=\"(c) TOBIS FILM\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-2-c-TOBIS-FILM.jpg\" alt=\"Marty Supreme 2 - (c) TOBIS FILM\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-2-c-TOBIS-FILM.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-2-c-TOBIS-FILM-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-2-c-TOBIS-FILM-200x113.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Odessa A&#8217;zion und Gwyneth Paltrow &#8211; als selbstsichere Nachbarin Rachel Mizler und vergangene Leinwandlegende Kay Stone \u2013 sind keine gef\u00e4lligen Nebenrollen. Es sind starke, sehr eigenst\u00e4ndige Frauen. Bei ihnen dringt immer wieder durch, dass sie nicht Opfer von Martys Egoismus sind, sondern viel eher so etwas wie Mitleid f\u00fcr ihn empfinden. Zweifelsfrei ist Chalamet der Treibstoff f\u00fcr diese Rakete an Film, aber jede Rakete braucht funktionierendes Equipment. Dieses Equipment ist ein fabelhaftes Ensemble an Darstellern, und ein Regisseur der wei\u00df was er tut.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei Josh Safdie ist niemals v\u00f6llig klar, ob er wei\u00df was er tut. Immer erst wenn sich eine Sequenz aufgel\u00f6st hat. Und dann fragt man sich, warum man daran gezweifelt hat. Der Film l\u00e4uft nicht nur unentwegt auf Hochtouren, er ist auch ein gesamtheitlicher Anachronismus. Die Songs sind aus den Achtzigern von Tears for Fears, bis Alphaville, hin zu New Order. Die Kameraf\u00fchrung entstammt der erz\u00e4hlenden Bildsprache aus den Siebzigern. Die Hauptfigur entspricht dem Anti-Typen des angehenden neuen Hollywood der Sechziger. Und die Handlung spielt in den F\u00fcnfzigern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es funktioniert ausgezeichnet, und macht &#8222;Marty Supreme&#8220; tats\u00e4chlich in gewisser Weise zeitlos. Josh Safdie hat zusammen mit Co-Autor Ronald Bronstein auch den Bildschnitt gemacht. Eine wirklich &#8217;sichtlich&#8216; gute Entscheidung, bei der davon auszugehen ist, dass Sequenzen so montiert sind, wie es sich f\u00fcr die Autoren beim Schreiben angef\u00fchlt haben muss. Ebenso wei\u00df Kameralegende Darius Khondji genau wie und wo seine Bilder aufgenommen werden m\u00fcssen. Zum einen gibt es keinerlei Br\u00fcche in seinem Konzept. Zum anderen entwickelt er mit seinen Einstellungen eine verschmelzende Verbindung von den Emotionen der Figuren und der Dynamik der jeweiligen Szene.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Keine Frage, &#8222;Marty Supreme&#8220; ist kein gef\u00e4lliger Film. Auch wenn Josh Safdie inszeniert, als ob es auch eine Screwball-Kom\u00f6die sein k\u00f6nnte. Denn was immer Marty anstellt, wen immer er bel\u00fcgt, von wem er auch stiehlt, jede Action macht die Situation schlimmer, ergeben sich noch schlimmere Hindernisse und Gefahren. Doch f\u00fcr eine Screwball-Kom\u00f6die werden Menschen zu sehr verletzt, zu sehr betrogen. Dennoch kann niemand abstreiten, daf\u00fcr eine fesselnde Faszination zu entwickeln. Das macht zum einen Timoth\u00e9e Chalamet, zum anderen die aberwitzige Geschichte, zusammengehalten von einem sehr fokussierten Regisseur, mit einem hoch motivierten Team. &#8222;Marty Supreme&#8220; ist wirklich kein gef\u00e4lliger Film. Er ist ein mitrei\u00dfendes Gesamtkunstwerk.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29177\" rel=\"attachment wp-att-29177\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29177 size-full\" title=\"(c) TOBIS FILM\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-1-c-TOBIS-FILM.jpg\" alt=\"Marty Supreme 1 - (c) TOBIS FILM\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-1-c-TOBIS-FILM.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-1-c-TOBIS-FILM-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Marty-Supreme-1-c-TOBIS-FILM-200x113.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #616161;\"><em>Darsteller: <strong>Timoth\u00e9e Chalamet, Odessa A\u00b4zion, G\u00e9za R\u00f6hrig, Koto Kawaguchi, Gwyneth Paltrow, Tyler the Creator, Kevin O\u2019Leary, Fran Drescher<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #616161;\"><em>Regie:<strong> Josh Safdie<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em>Drehbuch &amp; Bildschnitt: <strong>Josh Safdie, Ronald Bronstein<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em>Kamera: <strong>Darius Khondji<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em>Musik: <strong>Daniel Lopatin<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em>Produktionsdesign:<strong> Jack Fisk<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><strong><em>Finnland, USA \/ 2025<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #616161;\"><em><strong>149<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>TOBIS FILM<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 26.02.2026 &#8211; Release 25.12.2025 (CAN) Preview 23.2.26, Cineplex, F\u00fcrth Eigentlich sind die Safdie-Br\u00fcder die j\u00fcngere Ausgabe der Coens. 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