{"id":2920,"date":"2012-04-01T12:54:58","date_gmt":"2012-04-01T11:54:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=2920"},"modified":"2012-04-02T12:55:25","modified_gmt":"2012-04-02T11:55:25","slug":"kampf-der-titanen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/kampf-der-titanen\/","title":{"rendered":"KAMPF DER TITANEN"},"content":{"rendered":"<h5><span style=\"color: #800000;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.zauberspiegel-online.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=5142&amp;Itemid=9\">Diese Besprechung erschien bereits am 21. April 2010 im ZAUBERSPIEGEL<\/a><\/strong><\/span><\/h5>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-2921\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/kampf-der-titanen\/clash-of-titans-1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2921\" title=\"Clash-of-Titans-1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Clash-of-Titans-1.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Clash-of-Titans-1.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Clash-of-Titans-1-140x200.jpg 140w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Clash-of-Titans-1-210x300.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Wiederverwerten, ausschlachten, umgestalten, interpretieren. Es ist nicht der schnelle Dollar, den man in Hollywood mit einer Menge Filme sucht. Es ist eine Menge Dollars, die man mit einem schnellen Film machen kann. Wo Fahr-Attraktionen von Disney und Blatt-und-Bleistift-Spiele wie SCHIFFE VERSENKEN den Weg auf die Leinwand finden, musste die Odyssee der Einfallslosen zwangsl\u00e4ufig an KAMPF DER TITANEN vorbeif\u00fchren. <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Desmond Davies\u2019 Mythen- und Sandalenopus von 1981 scheint, vom augenblicklichen Status Quo der Unterhaltungsindustrie her gesehen, eines der wenigen vern\u00fcnftigen Opfer zu sein, denen ein Recycling gut stehen w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Mit naivem Charme und liebevoller Schlichtheit inszeniert, war dem KAMPF DER TITANEN schon bei seiner Premiere das Schicksal zuteil geworden, niemals zeitlos zu sein. Ray Harryhausens letzte Stop-Motion-Orgie ist in ihrem eigenen Standard perfekt. Die Technik selbst war im Entstehungsjahr 1979 schon so weit \u00fcberholt, dass ein kompletter Film damit nicht mehr glaubhaft funktionieren konnte. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In dieser Zeit war allerdings der tricktechnische Auf- und Umbruch an einer Schwelle, die es grunds\u00e4tzlich jedem Film schwer machte, der nicht \u00fcber gen\u00fcgend Finanzen verf\u00fcgte. Und die griechische Mythenwelt ist da kein leicht zu b\u00e4ndigender Titan f\u00fcr \u00fcberzeugende Trickarbeit. Aber Zeiten \u00e4ndern sich: Willkommen im 21. Jahrhundert!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Perseus, der Auserw\u00e4hlte. Von einer Fischer-Familie aufgenommen und aufgezogen, reift er zu einem stattlichen Mann. W\u00e4hrenddessen sorgt man sich im Olymp, denn der Glaube der Menschen an die G\u00f6tter schwindet. Und schlie\u00dflich n\u00e4hren sich die G\u00f6tter von den Gebeten der Menschen. Zeus, Herr \u00fcber den Himmel, ist dar\u00fcber betr\u00fcbt, liebt die Menschen aber zu sehr, als das er ihnen wirklich Leid angedeihen m\u00f6chte. Anders sein Bruder Hades, der Gott der Unterwelt. Er vernichtet augenblicklich eine Menschengruppe, welche sich von den G\u00f6ttern l\u00f6sen m\u00f6chte, indem sie eine Zeus-Statue zerst\u00f6rt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Bei dieser Attacke von Hades kommt aus reinem Zufall auch die Perseus\u2019 Familie ums Leben. Dieser verf\u00e4llt sofort in den Kanon, dass der Kampf gegen die G\u00f6tter umgehend beginnen m\u00fcsse. Dumm nur, dass sich herausstellt, dass Perseus der Sohn des Zeus und einer Sterblichen ist. Verbittert \u00fcber den sinnlosen Tod seiner Familie m\u00f6chte der Halbgott Perseus aber als Mensch k\u00e4mpfen und sterben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zehn Tage bleiben den von den G\u00f6ttern abgewandten Bewohnern von Argos, bis Hades die Stadt zerst\u00f6ren m\u00f6chte. Entweder opfert der K\u00f6nig seine Tochter Andromeda, oder die gesamte Stadt wird ausgel\u00f6scht, damit die Menschheit durch den Zorn der G\u00f6tter zu ihrem Glauben und den Gebeten zur\u00fcckfindet. Dazu w\u00fcrde Hades den Kraken freilassen, einen Titanen von unvorstellbarer Gr\u00f6\u00dfe mit dem reinen Instinkt zu zerst\u00f6ren. Vom Fischer zum Helden gewachsen, will Perseus mit einer Handvoll Soldaten an seiner Seite den Kampf gegen die G\u00f6tter aufnehmen und den Kraken aufhalten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Was hier die Autoren von Beverley Cross\u2018 Original-Drehbuch \u00fcbriggelassen haben, ist nicht mehr viel. Aber es sollte den Anspr\u00fcchen eines Effekte-verw\u00f6hnten Publikums Gen\u00fcge tun. Riesen-Skorpione, fliegende Pferde, der Krake, Ausfl\u00fcge in den Olymp und jede Menge digitale Landschaften. Es ist ein Film, der von Anfang an klar macht, dass er als pure Unterhaltung gedacht ist und nichts anderes tun wird, als einfach nur zu unterhalten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Leider inszeniert Louis Letterier derart staubtrocken, dass sich die geballte, stoische M\u00e4nnlichkeit sehr schnell abnutzt. Einige Schwertk\u00e4mpfe verlieren durch den frenetischen Schnitt jede Faszination. Beim Kampf gegen die Skorpione und im Tempel der Medusa verliert man zudem jede Orientierung. Es ist ein Fluch des aktuellen Kinos, mit extrem kurzen Schnittl\u00e4ngen Action vort\u00e4uschen zu wollen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Drei, vier Lacher gesteht sich diese Neuinszenierung zu, doch diese wirken eher zuf\u00e4llig. Einer hingegen richtet sich regelrecht gegen den Film selbst, als Perseus in der Waffenkammer die mechanische Eule des Original-Films aus einer Kiste zieht, die er einfach wieder zur\u00fccklegen soll. Auch wenn Eule Bubo nicht der Liebling der Fan-Gemeinde ist, kann man diese Form der Reminiszenz leicht als Arroganz gegen\u00fcber der Tricktechnik auffassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Tricktechnik beim neuen KAMPF ist in ihrem Standard einwandfrei, auch wenn sie sich nicht von anderen modernen Effekt-Abenteuern abhebt. Nur die gefl\u00fcgelten Pferde stechen in ihren Solofl\u00fcgen \u00fcberw\u00e4ltigend ins Auge. Daf\u00fcr entpuppt sich dieses Abenteuer als Sammelsurium aller m\u00f6glichen Erfolge aus modernen Kinohits. Wenn man Louis Letterier geistigen Diebstahl vorwerfen will, dann muss man ihm daf\u00fcr dennoch Respekt zollen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Die Optik ist ganz GLADIATOR, w\u00e4hrend die im \u00fcbertriebenen Ma\u00dfe eingesetzten Landschafts\u00fcberfl\u00fcge eindeutig zu HERR DER RINGE geh\u00f6ren. Daf\u00fcr zitiert Hans Zimmers Z\u00f6gling Ramin Djawadi in epischer Breite BATMAN BEGINS, und der Schnitt k\u00f6nnte eins zu eins aus der Michael-Bay-Schmiede kommen. Nur Martin Laing konnte sich beim Gesamtaussehen des Films nicht entscheiden, die einzelnen Sets \u00e4hneln sich viel zu sehr und die Stimmung zeigt keine Abwechslung. Peter Menzies h\u00e4tte als Oberhaupt der Kameraabteilung wesentlich mehr mit den verschiedenen Stadien der Handlung spielen k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Sam Worthington ist in Statur und Aussehen nat\u00fcrlich eine feine Wahl f\u00fcr den Halbgott Perseus. Auch wenn er darstellerisch nicht gefordert wird, hat er doch eine \u00fcberraschende Pr\u00e4senz. Ansonsten kann sich nur noch Mads Mikkelsen als undurchsichtiger Draco der Aufmerksamkeit des Publikums sicher sein. Aus der Art schlagen allerdings Liam Neeson und Ralph Fiennes in ihren Rollen als Zeus und Hades. Entweder hatten beide alte, schwerwiegende Schulden abzutragen, oder sie haben sich einen tierischen Spa\u00df aus ihren sogenannten Rollen gemacht. G\u00f6tter darzustellen oder zu inszenieren ist wahrlich nicht einfach, aber mit Namen dieser Gr\u00f6\u00dfe sollte man als Regisseur viel mehr anstellen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">KAMPF DER TITANEN war bereits in der Postproduktion, als der Erfolg von AVATAR \u00fcber der Filmwelt hereinbrach. Die \u00fcberzeugende 3D-Konvertierung von TOY STORY 1 &amp; 2 lie\u00df Warner Bros. nicht lange z\u00f6gern \u2013 die TITANEN sollten ebenfalls vom gro\u00dfen Kuchen naschen k\u00f6nnen. Dabei ging es weniger um den Look in 3D als solchen, sondern um den erh\u00f6hten Eintrittspreis, den 3D-Pr\u00e4sentationen mit sich bringen. Die von der Firma Prime Focus in 3D konvertierte Fassung von KAMPF DER TITANEN ist in keiner Hinsicht \u00fcberzeugend. Die Bilder vermitteln kein r\u00e4umliches Sehen, sondern zeigen nur zwei Ebenen, die sich in Hinter- und Vordergrund aufteilen. Zudem werden durch die Konvertierung in fast allen Szenen die R\u00e4nder von Kost\u00fcmen oder Frisuren verzerrt dargestellt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Zu Hause kann man dann die Wiederholung des Originals bewundern, das letzten Endes doch viel erfrischenderen Charme besitzt. Aber diese Halbg\u00f6tter streiten nicht, und beide Filme finden ihre Berechtigung. Die Neuverfilmung von KAMPF DER TITANEN funktioniert innerhalb ihrer eigenen Grenzen als \u00fcberaus gelungenes Mythen-Spektakel, \u00fcber das sich allenfalls Historiker und Mythologen aufregen k\u00f6nnen. Dieser Film wird kaum in den Olymp der Kinogeschichte aufsteigen, doch er h\u00e4lt sich selbst so straff inszeniert, dass Langeweile au\u00dfen vor bleibt und man sich f\u00fcr 106 Minuten sinnbefreit unterhalten lassen kann. Anspruch und Feingeist muss man woanders suchen, das macht der Film von Anfang an klar. Einfach nur Popcorn-Kino pur, die Schlusseinstellung unterstreicht das dick.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><strong><em>Clash of the Titans <\/em><\/strong><br \/>\n<em>Darsteller: <strong>Sam Worthington, Ralph Fiennes, Liam Neeson, Gemma Arterton, Jason Flemyng, Alexa Davalos, Mads Mikkelsen, Tine Stepelfeldt<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: <strong>Louis Letterier<\/strong> &#8211; Drehbuch: <strong>Travis Beacham, Matt Manfredi, Phil Hay<\/strong> nach dem Drehbuch von <strong>Beverley Cross<\/strong> \u2013 Bildgestaltung:<strong> Peter Menzies<\/strong> \u2013 Bildschnitt:<strong> Martin Wlash, Vincent Tabaillon<\/strong> \u2013 Musik: <strong>Ramin Djawadi<\/strong> \u2013 Produktionsdesign: <strong>Martin Laing<\/strong><\/em><br \/>\n<em>USA \/ 2010 \u2013 circa <strong>106<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Besprechung erschien bereits am 21. 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