{"id":2930,"date":"2012-04-17T21:45:03","date_gmt":"2012-04-17T20:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=2930"},"modified":"2012-04-25T19:00:39","modified_gmt":"2012-04-25T18:00:39","slug":"chronicle-wozu-bist-du-fahig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/chronicle-wozu-bist-du-fahig\/","title":{"rendered":"CHRONICLE"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-2932\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/chronicle-wozu-bist-du-fahig\/ffn12-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2932\" title=\"FFN12-2\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FFN12-2.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"177\" \/><\/a><a rel=\"attachment wp-att-2933\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/chronicle-wozu-bist-du-fahig\/chronicle-01\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2933\" title=\"chronicle-01\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/chronicle-01.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"541\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #808080;\">Starttermin 19.04.2012<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Es immer so eine Sache, wenn man ein erkl\u00e4rtes Feindbild hat. Dann und wann muss man einfach einen Schritt zur\u00fccktreten und leise um Entschuldigung winseln. Das Josh Tranks Film CHRONICLE im Stil eines Found-Footage-Thrillers gedreht wurde, lie\u00df Schlimmes ahnen und beschwor selbstverst\u00e4ndlich unverz\u00fcglich die altbekannten Vorurteile herauf. Doch die Macher waren schlau und setzten einiges daran, von Anfang an gegen das Vorurteil anzufilmen. Zum einen lassen sie die die Kamera haltenden Protagonisten wissen, was sie tun, und nicht st\u00e4ndig panisch durch die Gegend hetzen, und schlie\u00dflich nutzen sie eine aus der Handlung heraus entstandene Situation, um sogar sehr Steady-Cam-gleiche Bilder zu generieren. Pl\u00f6tzlich und unerwartet kann dann ein Film doch Spa\u00df machen. Wenn man nur etwas intensiver am eigentlichen Ziel der Geschichte gearbeitet h\u00e4tte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Beim Found-Footage ist es ja der gro\u00dfartige Trick, dass man sich aus einem unausgegorenen Ende herausmogeln kann, indem man so tut, als w\u00e4re das gefundene Filmmaterial genau hier aus gewesen. Und so mogelt sich auch CHRONICLE durch eine Handlung, die am Ende keinem genauen Ziel gefolgt ist. Dabei k\u00f6nnte die Geschichte schon mehr hergeben, wenn man eine schl\u00fcssigere Aufl\u00f6sung anvisiert h\u00e4tte. Andrew, Matt und Steve sind nicht gerade beste Freunde, bilden aber eine Zweckgemeinschaft, als alle drei sich nach der Erkundung einer H\u00f6hle mit telekinetischen F\u00e4higkeiten bef\u00e4higt sehen. Was und woher das blau-leuchtende Etwas in der H\u00f6hle ist und kommt, spielt im weiteren Verlauf weniger eine Rolle, als das Unverm\u00f6gen der Jungs, mit diesen Kr\u00e4ften etwas Sinnvolles anfangen zu k\u00f6nnen. Hier verweigert man sich des obligatorischen Heldenliedes \u00fcber eine moralische Verantwortung, die solche Kr\u00e4fte mit sich bringen. Das trifft \u00fcberraschenderweise wesentlich effektiver den Zeitgeist als politisch korrekte Sozialpredigten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Andrew war bisher der Geschundene in der Schule gewesen, der, den man absichtlich anrempelt, schubst oder in die M\u00fclltonne steckt. Was ihn dazu brachte, immer eine Kamera mitzuf\u00fchren, um sein geg\u00e4ngeltes und zu Hause auch tristes Leben zu dokumentieren. Die Mutter liegt im Sterben und der Vater trinkt, ob seiner Machtlosigkeit, etwas f\u00fcr Mutter und Jungen zu tun. Hier bekommt CHRONICLE eine tiefere, emotionale Basis, die glaubw\u00fcrdig umgesetzt ist. Es ist abzusehen, dass die Dinge au\u00dfer Kontrolle geraten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">CHRONICLE ist ein erstaunlich guter Film, wenn man bedenkt, wie viele Fallen auf einem Weg dieser Art Mix aus Jugenddrama, \u00fcbernat\u00fcrlichem Thriller und Actionfilm lauern. Noch dazu in dem leider nicht mehr wegzudenkenden Sub-Genre, in dem Figuren ihren Film selbst drehen. Aber der Aufbau der Geschichte ist z\u00fcgig und plausibel, die jeweiligen Motivationen der Charaktere nachvollziehbar und logisch. Richtige Actionsequenzen sind eher rar, daf\u00fcr sehr realistisch und bodenst\u00e4ndig umgesetzt. Daf\u00fcr legt der Film mehr Gewichtung auf den Spa\u00df, den die Jungs mit ihren F\u00e4higkeiten haben. Was leicht zu einer Effekt-Orgie hinrei\u00dfen l\u00e4sst, umgehen die Macher gelassen. Stattdessen hat man sich darauf konzentriert, die Spezial-Effekte nach dem Stand der Dinge aussehen zu lassen und den Ball eher flach zu halten, als zu klotzen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">DeHaan, Russell und Jordan sind ohne Zweifel stark besetzt. Sie h\u00e4tten den Film viel weiter getragen und noch eindringlicher wirken lassen, w\u00e4re das Buch bereit gewesen, den geradlinigen Kurs eines durchschnittlichen Teenager-Films zu verlassen. CHRONICLE hat nicht dieses unausgegorene Ende, mit dem sich andere Filme aus dem Sub-Genre gerne ins Aus schie\u00dfen, weil es ja so bequem ist, alles auf die selbstdrehenden Figuren zu schieben. Aber im Spiel, im Aufbau und an der Umsetzung von CHRONICLE sieht man, dass er sich ohnehin von herk\u00f6mmlichen Vertretern \u00e4hnlich gelagerter Filme deutlich abhebt. Und mit etwas mehr Augenmerk auf den letzten Akt k\u00f6nnte man bei Josh Tranks CHRONICLE von etwas wirklich Besonderem reden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Was bleibt, ist ein angenehm unaufdringlicher Film, der wei\u00df, worauf es ankommt, sich auf seine St\u00e4rken besinnt und einfach Spa\u00df macht. Aber er zeigt auch, dass man mit der Kameraarbeit verantwortungsvoll umgehen kann. Denn der Found-Footage-Thriller hat sich l\u00e4ngst selbst \u00fcberholt. Wie wunderbar Kameramann Matthew Jensen in CHRONICLE diese Situation umsetzt, h\u00e4lt umso schmerzlicher vor Augen, wie primitiv viele andere Filme in dieser Beziehung gemacht waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-2936\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/chronicle-wozu-bist-du-fahig\/chronicle-02\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2936 alignnone\" title=\"chronicle-02\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/chronicle-02.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/chronicle-02.jpg 600w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/chronicle-02-200x112.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/chronicle-02-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/span><em><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: <strong>Dane DeHaan, Alex Russell, Michael B. Jordan, Michael Kelly, Ashley Hinshaw<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Josh Trank<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: <strong>Max Landis<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Matthew Jensen<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Elliot Greenberg<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>Stephen Altman<\/strong><\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2011<\/em><br \/>\n<em> zirka <strong>84<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Twentieth Century Fox Film Coperation<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Starttermin 19.04.2012 Es immer so eine Sache, wenn man ein erkl\u00e4rtes Feindbild hat. Dann und wann muss man einfach einen Schritt zur\u00fccktreten und leise um Entschuldigung winseln. 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