{"id":29772,"date":"2026-05-07T05:05:08","date_gmt":"2026-05-07T03:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=29772"},"modified":"2026-04-18T19:08:37","modified_gmt":"2026-04-18T17:08:37","slug":"whistle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2026\/whistle\/","title":{"rendered":"WHISTLE"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29774\" rel=\"attachment wp-att-29774\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29774 \" title=\"Whistle - (c) LEONINE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-c-LEONINE.jpg\" alt=\"Whistle - (c) LEONINE\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-c-LEONINE.jpg 353w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-c-LEONINE-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-c-LEONINE-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 07.05.2026<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 06.02.2026 (US)<\/h3>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\">Beitrag der Fantasy Filmfest Nights,<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Cinecitta &#8211; N\u00fcrnberg 16.04.26, OmdU<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nichts bleibt dem Genrefreund erspart, um etwas Grusel zu bekommen. Dieses Mal ist es eine aztekische Totenpfeife. Das ist nicht so uns\u00e4glich wie das vom B\u00f6sen besessene Wasser in Bryce McGuires &#8222;Night Swim&#8220; &#8211; aber ebenso ungeschickt umgesetzt. Wenn sich Filmautoren Sorgen \u00fcber die Konkurrenz von ChatGPT und Konsorten machen, dann w\u00e4re &#8222;Whistle&#8220; ein guter Beitrag, ihnen diese Angst zu nehmen. Dies ist ein Film, der in jeder Minute seiner Laufzeit den Charme von Algorithmen verstr\u00f6mt. Doch wenn es nur so w\u00e4re. &#8222;Whistle&#8220; ist von Owen Egerton nach seiner eigenen Kurzgeschichte adaptiert, ohne einen Funken Originalit\u00e4t oder Selbstreflexion. Schlimm ist, dass Regisseur Corin Hardy noch viel weniger damit anzufangen wei\u00df. Wie auch in &#8222;Night Swim&#8220; zeigt sich hier, dass starke Schauspieler noch keine Garanten f\u00fcr einen auch nur ann\u00e4hernd guten Film sind.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es gibt einen sehr effektiven Einstieg &#8211; den braucht jeder ma\u00dfentaugliche Horror &#8211; um das angestammte Publikum auf kommende Sensationen einzustimmen. Im Nachhinein betrachtet ist dieser Einstieg allerdings nicht ganz stimmig zu dem, wie die Totenpfeife sonst funktioniert. Darum geht es, eine aztekische Totenpfeife. Und es geht um eine bunt gemischte Gruppe von Jugendlichen, die dem Fluch dieser Totenpfeife ausgesetzt sind. Neu in der Schule ist die mysteri\u00f6se Chrys, die \u00fcber ihren Cousin Rel sofort Anschluss zu der coolen Clique findet. Chrys ist die Abk\u00fcrzung von Chrysantheme. Warum, wird nicht erkl\u00e4rt &#8211; oder der Rezensent war vom Blick auf die Uhr abgelenkt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Chrys verguckt sich gleich in Ellie, welche die Gef\u00fchle erwidert. Das verspricht viel &#8211; die junge &#8218;Wolverine&#8216; Dafne Keen und eine &#8218;Yellowjacket&#8216; wie Sophie N\u00e9lisse. Doch wer auf spr\u00fchende Erotik hofft, oder zumindest bemerkenswertes Zusammenspiel, der ist hier falsch. Corin Hardy hat ein griffiges Ensemble, in dem jeder f\u00fcr sich eine starke und glaubw\u00fcrdige Verk\u00f6rperung seines Charakters zeigt. Doch in der Gruppe bringt der Regisseur diese Figuren einfach nicht zusammen, sie entwickeln nie eine nat\u00fcrliche Dynamik. Was den Kampf gegen das Schicksal ziemlich banal aussehen l\u00e4sst. Selbstverst\u00e4ndlich muss einer nach der anderen sterben, doch emotional mitrei\u00dfend wird das durch die inszenatorische Distanz der Figuren nicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wer immer dem Ton der Pfeife ausgesetzt ist, wird sehr bald sterben. Hier glauben sich die Macher mit einem originellen Einfall: Jedes Opfer stirbt auf die Art, wie es vom Schicksal gewollt sp\u00e4ter ohnehin gestorben w\u00e4re &#8211; nur jetzt eben fr\u00fcher. Sollte das stark an &#8222;Final Destination&#8220; erinnern, oder vielleicht an deren Epigonen &#8211; so originell ist der Einfall dann doch nicht. Jedem Opfer ist noch eine Vorsehung geg\u00f6nnt, damit Zuschauende auch erfahren, wie der Tod sp\u00e4ter ausgesehen h\u00e4tte. Bei einem w\u00e4re es in der Zukunft ein Autoshredder. Wenn der Fluch einsetzt geschieht das Shreddern ohne Maschine. Da zerlegt es den K\u00f6rper zentimeterweise buchst\u00e4blich in der Luft.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29776\" rel=\"attachment wp-att-29776\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29776 size-full\" title=\"(c) LEONINE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-2-c-LEONINE.jpg\" alt=\"Whistle 2 - (c) LEONINE\" width=\"640\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-2-c-LEONINE.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-2-c-LEONINE-300x166.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-2-c-LEONINE-200x111.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Einfallsreich sind die Macher schon, wenn es um bizarre Todesarten und einen hohen Ekelfaktor geht. Jemanden vom Truck \u00fcberfahren zu lassen, ohne einen Truck zu sehen, erfordert schon einiges an bizarrem Einfallsreichtum. Ebenso bizarr ist allerdings die Entscheidung, die visuellen und aufwendigen Glanzst\u00fccke des spektakul\u00e4ren Ablebens in die Mitte des Films zu setzen. Der menschliche Hauptantagonist hingegen, auf dem dramaturgisch alle Abscheu und Wut des Publikums fokussiert wird, kommt im finalen H\u00f6hepunkt fast schon bemitleidenswert bescheiden zu Tode.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Vieles an &#8222;Whistle&#8220; ist unbefriedigend. Am unbefriedigsten davon ist inszenatorische Einfallslosigkeit. Bei den Figuren spielt jeder f\u00fcr sich, sie bilden nie eine vertraute Gruppe. Und alle Spannungsmomente sind nach abgedroschenen uninteressanten Blaupausen gedreht. Nat\u00fcrlich gibt es wieder dunkle R\u00e4ume und unheilvolle G\u00e4nge ohne Licht, die es in der Normalit\u00e4t niemals geben w\u00fcrde &#8211; wie hier eine Schule nach Schulschluss. Und nat\u00fcrlich tun Menschen wieder Dinge, die niemand auf diese Weise tun w\u00fcrde, aber sonst keine Spannung aufk\u00e4me, oder derjenige nicht sterben k\u00f6nnte. In Ermangelung an eigenen Ideen, erstickt Hardy seinen Film mit Versatzst\u00fccken. Vielleicht hat er gedacht mit unabl\u00e4ssigem Imitieren dem Genrefreund etwas Gutes zu tun. Vielleicht hat er sich auch eingebildet die Phrasen neu dreschen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Corin Hardy l\u00e4sst in keiner Szene eine eigenst\u00e4ndige Marke erkennen. Zugegeben gibt es ungew\u00f6hnliche und mitrei\u00dfende Todesarten, aber die liegen eingebettet in einer Abfolge vorhersehbarer Story-Elemente. Selbst wenn die aztekische Totenpfeife etwas Neues ist, ist es das ganze Drumherum nicht. Es gibt eine Sequenz, in der Dafne Keen als Chrys versucht unverf\u00e4ngliche Worte f\u00fcr eine Textnachricht an Ellie zu finden. Dieses St\u00fcck allein ist ehrlich, unterhaltsam, nachvollziehbar, und zeigt was f\u00fcr eine anziehende Kraft zumindest eine Darstellerin entwickeln kann. Und man beginnt sich an dieser Stelle zu w\u00fcnschen, der Film w\u00fcrde als Teenie-Rom-Com weitergehen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29775\" rel=\"attachment wp-att-29775\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29775 size-full\" title=\"Whistle 1 - (c) LEONINE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-1-c-LEONINE.jpg\" alt=\"Whistle 1 - (c) LEONINE\" width=\"640\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-1-c-LEONINE.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-1-c-LEONINE-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whistle-1-c-LEONINE-200x97.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Darsteller: <strong>Dafne Keen, Sophie N\u00e9lisse, Sky Yang, Jhaleil Swaby, Ali Skovbye, Percy Hynes White, Michelle Fairley, Nick Frost<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Regie: <strong>Corin Hardy<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Drehbuch: <strong>Owen Egerton<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Kamera: <strong>Bj\u00f6rn Charpentier<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Bildschnitt: <strong>Nick Emerson<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Musik: <strong>Doomphonic<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Produktionsdesign: <strong>Jennifer Spence<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><strong><em>Kanada, Irland \/ 2025<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em><strong>100<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>LEONINE Distribution<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 07.05.2026 &#8211; Release 06.02.2026 (US) Beitrag der Fantasy Filmfest Nights, Cinecitta &#8211; N\u00fcrnberg 16.04.26, OmdU Nichts bleibt dem Genrefreund erspart, um etwas Grusel zu bekommen. 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