{"id":29903,"date":"2026-04-27T05:05:07","date_gmt":"2026-04-27T03:05:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=29903"},"modified":"2026-04-25T13:10:33","modified_gmt":"2026-04-25T11:10:33","slug":"michael","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2026\/michael\/","title":{"rendered":"MICHAEL"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29905\" rel=\"attachment wp-att-29905\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29905 \" title=\"Michael - (c) LIONSGATE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-c-LIONSGATE.jpg\" alt=\"Michael - (c) LIONSGATE\" width=\"290\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-c-LIONSGATE.jpg 398w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-c-LIONSGATE-239x300.jpg 239w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-c-LIONSGATE-159x200.jpg 159w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><\/a><strong>&#8211; Worldrelease 22.04.2026<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Training Day&#8220;, &#8222;King Arthur&#8220;, &#8222;Equalizer&#8220; 1 bis 3, &#8222;Southpaw&#8220;, &#8222;Magnificent Seven&#8220;, nur ein paar zu nennen, um die Qualit\u00e4ten von Regisseur und Produzent Antoine Fuqua hervorzuheben. Ganz zu schweigen von den \u00fcber 40 Musik Videos unter anderem f\u00fcr Toni Braxton, Prince oder Stevie Wonder, die er noch vor seinem ersten Spielfilm realisierte. Mit all dem Bombast, dem Drama, der Leistung und eben auch den Kontroversen im Leben des Michael Joseph Jackson, h\u00f6rt sich ein Biopic \u00fcber den King of Pop exakt nach einem Projekt f\u00fcr Antoine Fuqua an. 2023 begann Fuquas Arbeit an dem Film, nach dem ein Jahr zuvor verfassten Drehbuch von John Logan. Doch was dabei herausgekommen ist, tr\u00e4gt mit jeder Faser die Handschrift der beteiligten Jackson Familie, und kaum den Anspruch einer ehrlichen Biografie. &#8222;Michael&#8220; ist bestenfalls ein sch\u00f6n anzuschauendes Best-of von Songs des Ausnahmek\u00fcnstlers. Doch der Film ist niemals eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem wahren Leben von Jackson.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der strukturelle Aufbau folgt der abgenutzten Formel der meisten Musik-Biografien, nur das hier die obligatorischen Tiefschl\u00e4ge ausgelassen werden. Vielleicht hatte Michael Jackson diese ja auch nicht, wer wei\u00df, aber daf\u00fcr gibt es Biografien. Und damit bei\u00dft sich die Schlange in den Schwanz. Fuqua beginnt seinen Film 1966 in Gary Indiana, wenn Stahlarbeiter und Gitarrist Joseph Jackson seine f\u00fcnf S\u00f6hne im beengten Eigenheim zu den &#8222;Jackson 5&#8220; heranzieht. Der Film endet mit dem Beginn der &#8218;Bad&#8216;-Tour 1987, und einer perfekten Rekonstruktion von Jacksons Auftritt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">So viel wird dabei angesprochen, und so viel bleibt dabei unbeantwortet. Technisch kann man dem Film nichts vorwerfen &#8211; bis auf den Schnitt ist er tadellos. Einer der vier Cutter, oder vielleicht auch alle zusammen, nehmen immer wieder besondere Momente in der Montage vorweg. So gibt es beim Auftritt bei den MTV-Awards klare Anzeichen, dass die Welt jeden Moment das erste Mal den Moonwalk zu sehen bekommt. Aber das ist schon wieder Erbsenz\u00e4hlerei gegen\u00fcber dem, was der Film nicht erz\u00e4hlt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Jede Szene baut sich wie eine Exposition auf &#8211; und in jeder dieser Szenen bekommt man das Gef\u00fchl, dass der essenzielle Teil noch folgen m\u00fcsste. So st\u00fcrmt Jackson einmal in sein Arbeitsstudio, beginnt im Takt zu schnippen, \u00fcberfliegt aufgeregt seine Notizen mit m\u00f6glichen Texten. Es baut sich eine Erwartungshaltung auf, welcher Song hier am entstehen sein k\u00f6nnte. Doch anstatt hier die Inspiration und Arbeitsweise des Songschreibers zu demonstrieren, geht die n\u00e4chste Szene zu einem ganz anderen Thema \u00fcber. Und das ist eine \u00e4rgerliche Struktur ohne fixierten H\u00f6hepunkt, die Antoine Fuqua in den ganzen 127 Minuten konsequent durchh\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29907\" rel=\"attachment wp-att-29907\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29907 size-full\" title=\"(c) LIONSGATE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-2-c-LIONSGATE.jpg\" alt=\"Michael 2 - (c) LIONSGATE\" width=\"640\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-2-c-LIONSGATE.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-2-c-LIONSGATE-300x159.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-2-c-LIONSGATE-200x106.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der immense Einfluss von Jackson auf den Musiksender MTV degeneriert zur Fu\u00dfnote. Und obwohl der Film-Song &#8218;Ben&#8216; zu h\u00f6ren ist, bleibt au\u00dfen vor, dass das Lied den Schreibern einen Oscar gewonnen hat. <\/span><span style=\"color: #000000;\">Es gibt eine l\u00e4ngere Sequenz zu den Aufnahmen des &#8222;Thriller&#8220;-Videos, in der geht es lediglich um den richtigen Bildausschnitt f\u00fcr eine Tanzchoreografie geht. F\u00fcr unbedarfte Zuschauende bleibt es eine weniger bedeutende Etappe im Leben des K\u00fcnstlers. Der eigentliche kulturelle Stellenwert dieses legend\u00e4ren Videos bleibt Fans und Musikkennern vorbehalten. John Landis als Regisseur des Videos bleibt au\u00dfen vor. Eben die Konsequenz von Exposition.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film l\u00e4sst gerade einmal das gute Verh\u00e4ltnis von Michael zu seiner Mutter Katherine durchscheinen. Der Zusammenhalt innerhalb der gesamten Familie wird nicht behandelt. Es gibt nicht einmal eine Szene, in der sich Michael in irgendeiner Form mit seinen Geschwistern auseinandersetzt. Michael Jacksons chirurgische Eingriffe werden gezeigt, aber nie erkl\u00e4rt. Einmal ist Michael zu sehen, wie er sich schminkt, seine angebliche Vitiligo kommt aber nicht zur Sprache. Und so geht es weiter und weiter&#8230; Ganz zu schweigen, dass der &#8218;King of Pop&#8216; irgendwelche Momente mit anderen K\u00fcnstlern bekommt. H\u00f6chstens Quincy Jones, der dann aber auch nur so kurz wie m\u00f6glich abgehandelt wird &#8211; als w\u00e4re es Exposition f\u00fcr etwas Gr\u00f6\u00dferes.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film findet immer wieder Ans\u00e4tze, dass Verh\u00e4ltnis zwischen Sohn und Vater anzudeuten. Der Regisseur verweigert dem Film aber eine dramaturgisch angemessene Abhandlung dieser Beziehung, und setzt stattdessen auf eine Atmosph\u00e4re von Wohlf\u00fchlkino. Die Tyrannei und Unterdr\u00fcckung durch Vater Joseph bildet aber einen blassen roten Faden, aus dessen toxischen Klauen sich Michael schlie\u00dflich am Ende der Victory-Tour 1984 endg\u00fcltig befreien konnte. Geschichtlich und zeitlich auch ein perfekter Punkt, den Film abzuschlie\u00dfen. Somit laufen die Macher nicht Gefahr, dass Josephs Repressionen mit den Missbrauchsvorw\u00fcrfen gegen Michael kollidieren. Letztere waren wohl\u00a0 in den ersten Entw\u00fcrfen enthalten, mussten aber angeblich aus juristischen Gr\u00fcnden gestrichen werden. Das f\u00fchrte zu massiven Umschreibungen und Nachdrehs, die von Jacksons Nachlassverwaltern getragen wurden.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29916\" rel=\"attachment wp-att-29916\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29916 size-full\" title=\"(c) LIONSGATE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-3-c-LIONSGATE.jpg\" alt=\"Michael 3 - (c) LIONSGATE\" width=\"640\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-3-c-LIONSGATE.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-3-c-LIONSGATE-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-3-c-LIONSGATE-200x120.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nein, &#8222;Michael&#8220; ist kein wirklich guter Film. Es ist ein Film vieler verpasster Chancen. Und es ist ein Film, den niemand von Antoine Fuqua erwartet h\u00e4tte. Jaafar Jackson, Neffe des &#8218;King of Pop&#8216;, ist als Michael grandios. Dabei sind die Auftritte und Choreografien tats\u00e4chlich noch nicht das Beste in Jaafars Darstellung. Es ist nat\u00fcrlich die verbl\u00fcffende \u00c4hnlichkeit. Und Kameramann Dion Beebe findet dazu immer wieder Einstellungen und Lichtstimmungen, um Teile des Gesichts so zu kaschieren, dass sich Jaafars Gesichtsz\u00fcge noch mehr denen seine Onkels angleichen. Doch es ist Jaafars Imitation der Stimme &#8211; sorry, deutsche Synchronschauer &#8211; die wahre G\u00e4nsehaut erzeugt. Aber Fuqua l\u00e4sst Jaafar nie Jackson als den kreativen Songschreiber auftreten, was ihm eigentlich seinen unermesslichen Erfolg brachte. Und das ist wirklich bedauerlich f\u00fcr einen Film, in dem andere Figuren fast nur Statistenstatus haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Coleman Domingo geb\u00fchrt tiefer Respekt, eine finstere Rolle wie die des habgierigen und tyrannischen Vaters derart hassenswert spielen zu k\u00f6nnen. Dabei ist Domingo nicht einfach b\u00f6se, der Schauspieler l\u00e4sst durchaus auch in die Gedanken des Vaters blicken. Wenn seine B\u00f6sartigkeit in Verunsicherung umschl\u00e4gt, wenn er Gegenwind bekommt. Joseph Jackson ist ein schrecklicher Mensch, weil man ihn l\u00e4sst. Er ist aber auch ein schrecklicher Mensch, weil er selber nichts kann, und auf andere angewiesen ist. Domingos Darstellung ist eine Besonderheit, die in diesem Film untergeht. Daf\u00fcr gibt es einen Bubbles, der mit menschlicher Mimik gerendert ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr Michael Jackson war sein Schimpanse Bubbles ein essenzieller Teil des Lebens. Es ist aber auch verst\u00e4ndlich, dass f\u00fcr Dreharbeiten keine realen Menschenaffen mehr engagiert werden. Bubbles ist im Computer auch absolut perfekt gestaltet, aber wer ist denn bittesch\u00f6n daf\u00fcr verantwortlich, diesem Affen menschliche Mimik und Charakteristika zu geben? Es wird eines der aberwitzig vielen R\u00e4tsel bleiben, die Antoine Fuqua mit &#8222;Michael&#8220; auf die Leinwand losgelassen hat. Und es gibt keine weiteren Aspekte \u00fcber Michael Jackson, die \u00fcber das allgemein Bekannte hinausgehen. Ein grandioses Ausma\u00df von ungenutzten Chancen. Nur ein aufgeblasenes Best-of.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=29906\" rel=\"attachment wp-att-29906\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-29906 size-full\" title=\"(c) LIONSGATE\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-1-c-LIONSGATE.jpg\" alt=\"Michael 1 - (c) LIONSGATE\" width=\"640\" height=\"325\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-1-c-LIONSGATE.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-1-c-LIONSGATE-300x152.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Michael-1-c-LIONSGATE-200x102.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Darsteller:<strong> Jaafar Jackson, Colman Domingo, Nia Long, Kendrick Sampson, Miles Teller<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Regie: <strong>Antoine Fuqua<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Drehbuch:<strong> John Logan<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Kamera: <strong>Dion Beebe<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Bildschnitt: <strong>Conrad Buff IV, Tom Cross, John Ottman, Harry Yoon<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Musik: <strong>Lior Rosner<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Produktionsdesign:<strong> Barbara Ling<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><strong><em>Gro\u00dfbritannien, USA \/ 2026<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em><strong>127<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>LIONSGATE<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Worldrelease 22.04.2026 &#8222;Training Day&#8220;, &#8222;King Arthur&#8220;, &#8222;Equalizer&#8220; 1 bis 3, &#8222;Southpaw&#8220;, &#8222;Magnificent Seven&#8220;, nur ein paar zu nennen, um die Qualit\u00e4ten von Regisseur und Produzent Antoine Fuqua hervorzuheben. 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