{"id":30134,"date":"2026-06-08T05:05:04","date_gmt":"2026-06-08T03:05:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=30134"},"modified":"2026-06-07T20:17:47","modified_gmt":"2026-06-07T18:17:47","slug":"passenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2026\/passenger\/","title":{"rendered":"PASSENGER"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=30132\" rel=\"attachment wp-att-30132\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30132 \" title=\"Passenger - \u00a9 2026 Paramount Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-\u00a9-2026-Paramount-Pictures.jpg\" alt=\"Passenger - \u00a9 2026 Paramount Pictures\" width=\"257\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-\u00a9-2026-Paramount-Pictures.jpg 424w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-\u00a9-2026-Paramount-Pictures-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-\u00a9-2026-Paramount-Pictures-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 257px) 100vw, 257px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 28.05.2026<\/strong><br \/>\n&#8211; First-Release 20.05.2026 (BLG)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Andr\u00e9 \u00d8vredal mit seinem 2010er Hit &#8222;Troll Hunter&#8220; so viel Erfolg hatte, war nicht unbedingt seiner Inszenierung zu verdanken. Der Norweger kam einfach mit einer erfrischend neuen Idee f\u00fcr das Monstergenre. Das aber Andr\u00e9 \u00d8vredal mit &#8222;Passenger&#8220; weniger Gl\u00fcck hat, liegt allerdings an seiner Inszenierung. Weil sich der Norweger an einem uralten Konzept des Horrorfilms versucht. Idee und Drehbuch stammen von Zachary Donohue und T.W. Burgess, wobei die Sache mit der &#8218;Idee&#8216; dann schon wieder etwas schwammig wird. Wir haben alle Spielbergs &#8222;Duel&#8220; gesehen, oder &#8222;Jeepers Creepers&#8220;. Road-Movies bei denen unbedarfte Menschen aus unbekannten Gr\u00fcnden einem nicht enden wollenden Stra\u00dfenterror ausgesetzt sind. Und wir kennen den modernen Klassiker &#8222;It Follows&#8220;, in dem das B\u00f6se an Andere weitergegeben wird. Filmbeispiele dieser Art lassen sich bis in die Anf\u00e4nge des Kinos zur\u00fcckverfolgen. Diese Konzepte vereint, ergibt &#8222;Passenger&#8220;. Und Andr\u00e9 \u00d8vredal ist nicht sehr \u00fcberzeugend damit.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Maddie und Tyler geben ihren Wohlstand in New York auf. Sie m\u00f6chten mit einem selbst zum Wohnmobil umgebauten Lieferwagen \u00fcbers Land ziehen. Gespielt werden sie von Lou Llobell und Jacob Scipio, zwei sympathische und attraktive Darsteller, deren gro\u00dfer Kinodurchbruch mangels guter Filme noch aussteht. &#8222;Passenger&#8220; wird auch nicht dieser Durchbruch &#8211; dazu fehlt ihnen schlichtweg die Chemie, um dieses abenteuerlustige und vor allem schwer verliebte Paar glaubw\u00fcrdig zu machen. Gerade in einem Horrorstreifen, der im Kern lediglich auf zwei Personen ausgerichtet ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Maddie und Tyler sind bereits einige Wochen auf der Stra\u00dfe, als sie in einer Nacht an einem Unfall vorbeikommen, bei dem der Fahrer vor ihren Augen stirbt. Wir als Zuschauende wissen Bescheid, es ist Fahrer und Wagen, aus der Teaser-Sequence zu Anfang. Es braucht auch nicht viel um sich der Konsequenzen dieses blutigen Zwischenstopps bewusst zu werden. Fortan begleitet eine d\u00e4monische Entit\u00e4t das Paar, welche sie terrorisiert, und beide sterben lassen will, um zu den n\u00e4chsten Opfern zu wechseln. Maddie und Tyler suchen Hilfe bei anderen Nomaden entlang der Stra\u00dfe, und die sind tats\u00e4chlich mit dem Fluch des &#8218;Passagiers&#8216; vertraut.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es k\u00f6nnte ein wundervoll schauriges Kammerspiel auf offener Stra\u00dfe sein. Und der Film f\u00e4llt auch mit drei Sequenzen auf, die &#8211; sorgsamer inszeniert &#8211; wirklich ikonisch sein k\u00f6nnten. K\u00f6nnten. Das von einem Videobeamer projizierte Gesicht von Gregory Peck welches in das Gesicht des D\u00e4mons \u00fcbergeht hat einfach Kultpotential. Die unstete Inszenierung von \u00d8vredal hat dieses Potential nicht. In seinen Spannungssequenzen verliert der Regisseur immer vollst\u00e4ndig das Gef\u00fchl f\u00fcr einen stimmigen Zeitablauf. Vielleicht wollte er mit einer zeitlichen Dehnung den Spannungsbogen erh\u00f6hen. Das Gegenteil ist der Fall, und l\u00e4sst nur Zeit f\u00fcr mehr Fragen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=30131\" rel=\"attachment wp-att-30131\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30131 size-full\" title=\"Passenger 2 - \u00a9 2026 Paramount Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-2-\u00a9-2026-Paramount-Pictures.jpg\" alt=\"Passenger 2 - \u00a9 2026 Paramount Pictures\" width=\"640\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-2-\u00a9-2026-Paramount-Pictures.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-2-\u00a9-2026-Paramount-Pictures-300x126.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-2-\u00a9-2026-Paramount-Pictures-200x84.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Somit wirft auch der Showdown in seiner k\u00fcnstlich gezogenen L\u00e4nge die Frage auf, ob sich der Regisseur \u00fcber die R\u00e4umlichkeit seiner Drehorte \u00fcberhaupt bewusst war. Spannung ist nicht die St\u00e4rke von \u00d8vredal, was er daf\u00fcr mit aberwitzigen Jump-Scares versucht wett zu machen. Selten &#8211; oder noch nie &#8211; waren solche Schreckmomente mit so infernalisch \u00fcberreizten Toneffekten \u00fcberlegt. Und selten waren Jump-Scares derart unsinnig, und unmotiviert eingesetzt &#8211; noch dazu in diesem \u00dcberma\u00df. Das steht den wenigen, wirklich gut gesetzten Schocks in ihrer Effektivit\u00e4t gewaltig im Weg.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Kameraarbeit von Federico Verardi schwankt tats\u00e4chlich zwischen brillant, haupts\u00e4chlich in den n\u00e4chtlichen Fahrszenen, und \u00e4u\u00dferst selbstgef\u00e4llig in den Spannungsmomenten. Das sich Verardi in 360\u00b0-Schwenks verliebt hat, wird gleich in den ersten zehn Minuten deutlich. Solche Schwenks k\u00f6nnen durchaus im Spannungsaufbau sehr wirksam sein. Wenn aber gleich vier oder mehr dieser Rundumschwenks direkt hintereinander geschnitten werden, l\u00e4sst sich kein k\u00fcnstlerischer N\u00e4hrwert mehr erkennen. Woran der Film letztendlich krankt, sind genau solche, hier st\u00e4ndig unabh\u00e4ngig voneinander umgesetzten Elemente des Horrorfilms, die eigentlich inszenatorisch zusammengefasst sein m\u00fcssten, um effektiv zu funktionieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Passenger&#8220; ist einer dieser Filme, die jemand f\u00fcr das erste Date aussucht, bei denen die Aufmerksamkeitsspanne auch unterbrochen werden kann. Er ist auch gutes Vehikel, sich die Langeweile zu vertreiben. Andr\u00e9 \u00d8vredal hat keinen Film gemacht, der ein kundiges Genrepublikum zufriedenstellen wird. Immerhin ist dies ein Film mit Melissa Leo, allerdings l\u00e4sst die Geschichte ihre Figur der Nomadin Diana zur austauschbaren Stichwortgeberin verkommen. Und der Regisseur nutzt weder die klaustrophobische Enge des Wohnmobils, noch die einsame Weite des offenen Landes.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dazu gesellen sich st\u00e4ndig aufkommende Zuf\u00e4lligkeiten &#8211; wie unter anderem die Entdeckung der &#8218;Gaunerzinken&#8216; &#8211; die einfach nur B-Movie-Qualit\u00e4t haben, oder auch weniger. Einzig st\u00e4ndig eingestreute Zuf\u00e4lle bringen die Handlung voran. Die Einfallslosigkeit in der Kreation des von Joseph Lopez gespielten &#8218;Passagiers&#8216; ist auch nicht f\u00f6rderlich. Da hat Rudger Hauer in &#8222;The Hitcher&#8220; weit besser ausgesehen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=30133\" rel=\"attachment wp-att-30133\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30133 size-full\" title=\"Passenger 1 - \u00a9 2026 Paramount Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-1-\u00a9-2026-Paramount-Pictures.jpg\" alt=\"Passenger 1 - \u00a9 2026 Paramount Pictures\" width=\"640\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-1-\u00a9-2026-Paramount-Pictures.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-1-\u00a9-2026-Paramount-Pictures-300x126.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Passenger-1-\u00a9-2026-Paramount-Pictures-200x84.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Darsteller: <strong>Lou Llobell, Jacob Scipio, Melissa Leo, Joseph Lopez<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Regie: <strong>Andr\u00e9 \u00d8vredal<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Drehbuch: <strong>Zachary Donohue, T.W. Burgess<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Kamera: <strong>Federico Verardi<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Bildschnitt:<strong> Martin Bernfeld<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Musik:<strong> Christopher Young<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Produktionsdesign:<strong> Sean Haworth<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><strong><em>USA \/ 2026<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em><strong>94<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>PARAMOUNT PICTURES<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 28.05.2026 &#8211; First-Release 20.05.2026 (BLG) Das Andr\u00e9 \u00d8vredal mit seinem 2010er Hit &#8222;Troll Hunter&#8220; so viel Erfolg hatte, war nicht unbedingt seiner Inszenierung zu verdanken. 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