{"id":30186,"date":"2026-06-20T05:05:58","date_gmt":"2026-06-20T03:05:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=30186"},"modified":"2026-06-19T22:37:29","modified_gmt":"2026-06-19T20:37:29","slug":"backrooms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2026\/backrooms\/","title":{"rendered":"BACKROOMS"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=30188\" rel=\"attachment wp-att-30188\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30188 \" title=\"Backrooms - (c) A24\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-c-A24.jpg\" alt=\"Backrooms - (c) A24\" width=\"247\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-c-A24.jpg 372w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-c-A24-203x300.jpg 203w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-c-A24-135x200.jpg 135w\" sizes=\"auto, (max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a><strong>&#8211; Bundesstart 18.06.2026<\/strong><br \/>\n&#8211; First-Release 27.05.2026 (MEX)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wer mit dem Konzept der &#8218;Backrooms&#8216; vertraut ist, und die YouTube-Serie des unversch\u00e4mt jungen Kane Parsons verfolgt hat, f\u00fcr die d\u00fcrfte die Kino-Adaption &#8222;Backrooms&#8220; wenig \u00dcberraschendes bieten. Nur neue Perspektiven &#8211; wie in jeder Folge der Web-Serie eben auch. Und diese Perspektiven machen das Kinodeb\u00fct des 21-j\u00e4hrigen Parsons\u00a0 unheimlich und verst\u00f6rend. Das Konzept und das Design der Backrooms ist allerdings keine Erfindung des jungen Filmemachers, sondern geht auf ein einzelnes Bild zur\u00fcck, das auf 4chan gepostet wurde &#8211; und schnell zur eigenen Welt mutierte. F\u00fcr Freunde der Web-Serie ist es eine gruselige Neuauflage, f\u00fcr Neueinsteiger wird &#8222;Backrooms&#8220; zur Grenzerfahrung. Und im Kino sogar mit einer Art Handlungsger\u00fcst &#8211; die Geschichte des gescheiterten Ladenbesitzers Clark. Seine Frau hat den funktionierenden Alkoholiker vor die T\u00fcr gesetzt, und jetzt lebt er in seinem eigenen Laden, der allem Anschein nach Restposten der unansehnlichsten M\u00f6belst\u00fccke verkauft.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Kane Parsons nimmt sich Zeit, seine Geschichte zu erz\u00e4hlen. Das verlangt zuerst etwas Geduld, wird aber gut von seinen immer sehenswerten Darstellern aufgefangen. Chiwetel Ejiofor als launischer und uneinsichtiger Clark, der eigentlich wenig Mitleid verdient, dass er vor die T\u00fcr gesetzt wurde. Und &#8222;Der schlimmste Mensch der Welt&#8220;-Renate Reinsve als Clarks Therapeutin, eine traurige Frau, der ihre Einsamkeit ins Gesicht gemei\u00dfelt scheint. Clark findet im Tiefgescho\u00df seines Ladens in einer eigentlich stabilen Wand einen &#8218;unm\u00f6glichen&#8216; Zugang zu einem unendlichen Labyrinth von leeren R\u00e4umen. Pl\u00f6tzlich macht sich auch die ausgedehnte Exposition der Figuren bezahlt, und damit ihre Motivation und ihr Verhalten in den furchterregenden R\u00e4umen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">An popkulturellen Einfl\u00fcssen f\u00e4llt einem zuerst &#8222;Severance&#8220; ein: Die endlosen Korridore, die leeren oder minimal belegten daf\u00fcr ausladenden R\u00e4ume, und das st\u00e4ndige Summen der Leuchtstoffr\u00f6hren. Am Ende entwickelt sich der Film aber wie die letzte Kopfgeburt von David Lynch &#8211; im positiven Sinne. Dabei setzt das Gef\u00fchl jener Erfahrungen ein, dass erste Mal Lovecrafts &#8218;Berge des Wahnsinns&#8216; zu lesen. Letztendlich l\u00e4sst sich nur dar\u00fcber spekulieren, ob Kane Parsons sich \u00fcberhaupt von anderen Quellen als einem 4chan-Post inspirieren lie\u00df. Sein Kameramann Jeremy Cox hat jedenfalls Gro\u00dfartiges geleistet, die Backrooms mit ihren schwefelgelben W\u00e4nden aus der Ego-Perspektive zu erkunden &#8211; und mit ihnen das einhergehende Grauen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch die Schreckensatmosph\u00e4re weckt weitere Erinnerungen an ein m\u00f6gliches Vorbild, n\u00e4mlich &#8222;Blair Witch Project&#8220;. Dazu ist &#8222;Backrooms&#8220; auch der erste Film seit eben jenem Horror-Klassiker, der verwackeltes VHS-Material vern\u00fcnftig und glaubw\u00fcrdig verwendet. Und er will dieses auch nicht als &#8218;Found-Footage&#8216; verkaufen. Doch die Frage, was &#8222;Backrooms&#8220; will, bleibt offen. Kane Parsons will keine Antworten liefern, und bleibt dem Dogma von Spekulation und Interpretation jenes urspr\u00fcnglichen 4chan-Bildes treu. Und diese Ungewissheit macht &#8222;Backrooms&#8220; so gruselig.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Unter anderem &#8211; denn hier ist kein Horrorfilm, der mit dem Offensichtlichem oder Greifbaren spielt. Es ist jene Ungewissheit, es ist das Unbekannte und Unsichtbare. Die Einsamkeit in den R\u00e4umen, und jene Schwelle der R\u00e4ume selbst, die ihnen den Namen geben. \u00dcbergangsr\u00e4ume, die in ihrer leeren Einsamkeit keinen Sinn ergeben. Die Verlorenheit, die Orientierungslosigkeit, und diese unbekannten, durch Mark und Bein gehenden Ger\u00e4usche. Ja, der Film hat auch Jump-Scares &#8211; wenige, aber so perfekt gesetzt, dass sich hier altgediente Regisseure ein Vorbild nehmen sollten.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=30189\" rel=\"attachment wp-att-30189\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30189 size-full\" title=\"Backrooms 1 - (c) A24\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-1-c-A24.jpg\" alt=\"Backrooms 1 - (c) A24\" width=\"640\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-1-c-A24.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-1-c-A24-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-1-c-A24-200x112.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Horror funktioniert dann am besten, wenn der Film die Kamera in langen Einstellungen die Atmosph\u00e4re der R\u00e4ume wirken l\u00e4sst. Manchmal finden sich seltsam geformte M\u00f6belst\u00fccke darin. In anderen finden sich Zeichnungen an der Wand. Dann gibt es R\u00e4ume in denen sich Berge von Bekleidung t\u00fcrmen. Es ist ein konstantes R\u00e4tsel, das sich mit Unbehagen und unterschwelligem Terror f\u00fcllt. Die pure Angst vor dem was man nicht sieht, aber glaubt zu h\u00f6ren. Und dann das nervenzehrende Summen der Leuchtstoffr\u00f6hren. Die Set-Designs unter F\u00fchrung von Danny Vermette sind grandios unheimlich. Bei jedem Betreten des unheilvollen Labyrinths &#8211; so sinniert Clark an einer Stelle &#8211; l\u00e4sst man einen Teil von sich zur\u00fcck. Jedes Mal eine negative Eigenschaft mehr. Und dann richten sich die R\u00e4ume gegen einen selbst.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das ist eine Erkenntnis die Clark aus seiner Erfahrung sch\u00f6pft. Wir als au\u00dfenstehende Betrachtende bleiben auf uns gestellt. Wir k\u00f6nnen weiter \u00fcber die schaurigen Backrooms eigene R\u00fcckschl\u00fcsse ziehen und spekulieren, so wie wir \u00fcber Kane Parsons spekulieren k\u00f6nnen. Ist er wirklich das Genie, wie wir ihn gerne wegen seines radikalen Konzeptes sehen w\u00fcrden. Warner-Chef Michel De Luca beschreibt Parsons als einer jener Talente, die im direkten Dialog mit ihrem Publikum st\u00fcnden. V<\/span><span style=\"color: #000000;\">ielleicht ist der Regisseur aber am Ende doch nur ein unbeholfener Video-K\u00fcnstler, dem schlichtweg das Gesp\u00fcr fehlt, eine in sich geschlossene und greifbare Geschichte zu konzipieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein Gl\u00fccksritter von YouTube, der sich auf der Faszination eines Internet-Ph\u00e4nomens ausruht? Ein Ph\u00e4nomen &#8211; welches durch andere Menschen initiiert &#8211; Parsons Web-Serie vorangegangen war. Denn inhaltlich hat &#8222;Backrooms&#8220; tats\u00e4chlich kaum etwas zu bieten, auch wenn Ejofor und Reinsve die Stimmung und die Angst ihrer Figuren sehr gut \u00fcbertragen. Doch solche Zweifel wollen am Ende doch nicht so leicht stehen bleiben &#8211; denn daf\u00fcr spielt der Film verst\u00f6rend gut mit unserer Fantasie, und richtet sich mit nervenaufreibender Intensit\u00e4t an unsere \u00c4ngste. Auf welchem Level, oder in welchem Raum auch immer man sich diesem Film ann\u00e4hert oder davon abgesto\u00dfen wird, es bleibt die eigenwilligste Kinoerfahrung in diesem Jahr.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=30190\" rel=\"attachment wp-att-30190\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30190 size-full\" title=\"Backrooms 2 - (c) A24\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-2-c-A24.jpg\" alt=\"Backrooms 2 - (c) A24\" width=\"640\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-2-c-A24.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-2-c-A24-300x165.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Backrooms-2-c-A24-200x110.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Darsteller: <strong>Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve, Finn Bennett, Lukita Maxwell <\/strong>und<strong> Mark Duplass<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Regie: <strong>Kane Parsons<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Drehbuch: <strong>Kane Parsons, Will Soodik<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Kamera: <strong>Jeremy Cox<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Bildschnitt: <strong>Greg Ng<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Musik:<strong> Kane Parsons, Edo Van Breemen<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Produktionsdesign:<strong> Danny Vermette<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><strong><em>Kanada, USA \/ 2026<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em><strong>110<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>A24<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Bundesstart 18.06.2026 &#8211; First-Release 27.05.2026 (MEX) Wer mit dem Konzept der &#8218;Backrooms&#8216; vertraut ist, und die YouTube-Serie des unversch\u00e4mt jungen Kane Parsons verfolgt hat, f\u00fcr die d\u00fcrfte die Kino-Adaption &#8222;Backrooms&#8220; wenig \u00dcberraschendes bieten. 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