{"id":3021,"date":"2012-04-19T19:43:53","date_gmt":"2012-04-19T18:43:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=3021"},"modified":"2012-04-21T08:53:24","modified_gmt":"2012-04-21T07:53:24","slug":"my-week-with-marilyn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/my-week-with-marilyn\/","title":{"rendered":"MY WEEK WITH MARILYN"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\">Colin Clark stammt aus einer reichen Familie voller st<a rel=\"attachment wp-att-3036\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/my-week-with-marilyn\/my-week-with-marilyn-3\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3036\" title=\"My-Week-With-Marilyn-3\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-3.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-3.jpg 250w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-3-152x200.jpg 152w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-3-229x300.jpg 229w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a>rebsamer Karrieristen. Colin sieht in <\/span><span style=\"color: #000000;\">seinem Leben allerdings einen weit tieferen Sinn und beschlie\u00dft zu arbeiten. Es zieht ihn zum Film, und so reist er 1956 gen London, um Sir Laurence Olivier so lange zu bel\u00e4stigen, bis dieser ihm einen Job gibt. Olivier beginnt gerade die Dreharbeiten zu DER PRINZ UND DIE T\u00c4NZERIN, in dem er nicht nur spielt, sondern gleichzeitig seine erste Kom\u00f6die umsetzen m\u00f6chte. Als Assistent des Assistenten der Regie-Assistenz glaubt Colin Clark seinen Traum beim Film erf\u00fcllt. Bis die weibliche Hauptdarstellerin aus Amerika eintrifft und es fortan Colins Aufgabe sein wird, diese in Form und bei Laune zu halten. An seiner Aufgabe fast scheiternd, erlebt Colin seine Woche mit Marilyn.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Es ist eine mittlerweile sehr angenehme und sehr originelle Angewohnheit geworden, sich einer Ber\u00fchmtheit in Biografien nicht \u00fcber ihren gesamten Lebensweg anzun\u00e4hern, sondern \u00fcber ein signifikantes, zeitlich begrenztes Ereignis. Bei MY WEEK WITH MARILYN sind die Dreharbeiten zu PRINZ UND T\u00c4NZERIN dieses Ereignis. An diesem Punkt wird die namensgebende Monroe zur zentralen Figur, aber eigentlich ist es ein Film \u00fcber Colin Clark und seine wahren Erlebnisse bei der Produktion besagten Films. So stolpert der Film etwas unsicher zwischen den Charakteren hin und her, die durchweg brillanten Darsteller machen das aber schnell vergessen. Allerdings sind da noch viel mehr Figuren und Ebenen, als dass der Film diesen gerecht werden k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Man lernt Marilyn Monroe als versch\u00fcchterte, unausgeglichene Person kennen, die von einer Sekunde auf die andere zu dem unwiderstehlichen Vamp werden kann. Von dieser anderen Person, die sie scheinbar nicht sein m\u00f6chte, redet sie in der dritten Person. Colin Clark ist das Auge und das Ohr des Zuschauers. Auch der Zuschauer m\u00f6chte sie in den Arm nehmen, m\u00f6chte ihr nahe kommen, l\u00e4sst sich von ihr verf\u00fchren und berauschen. Und nie hat es dabei etwas Anr\u00fcchiges oder Sexuelles. Michelle Williams ist mit Leib und Seele eine Offenbarung. Nicht das Imitat in ihrem Spiel ist so bewundernswert, sondern dass Williams das Publikum davon zu \u00fcberzeugen versteht, die popul\u00e4re Ikone vergessen zu machen und sich einer bisher unbekannten Figur bewusst zu werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Doch eine Geschichte um die Monroe bedeutet eine Handlung mit viel Geschichte. Und diese Geschichte manifestiert sich mit vielen Namen. Da ist Laurence Olivier als kinokultureller Gegenpart zur Monroe. Colin meint in einer Szene \u2013 es ist zu poetisch, um wirklich gesagt worden zu sein, aber es ist zutreffend \u2013 Olivier sei ein Darsteller, aber kein Star, Marilyn hingegen sei keine wirkliche Darstellerin, aber ein Superstar. Jeder f\u00fcr sich verk\u00f6rpert eine gegens\u00e4tzliche Form innerhalb der Unterhaltungsindustrie. Zu dieser Gegens\u00e4tzlichkeit gesellt sich Paula, Frau des Gr\u00fcnders des Actors-Studio Lee Strasberg, die mit Marilyn w\u00e4hrend der Dreharbeiten trainieren soll. Olivier lehnte als renommierter Shakespeare-Interpret Strasbergs protegiertes Method-Acting stets ab. Die Monroe hingegen glaubt, nur durch das Verinnerlichen und das stete Suchen nach der Motivation des Charakters eine Figur glaubhaft verk\u00f6rpern zu k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der wahren Geschichte geschuldet, gesellen sich zu allem \u00dcberfluss noch die Schauspielerinnen Sybil Thorndike und Vivien Leigh zu Colin Clarks Abenteuer hinzu. Thorndike ist die abgebr\u00fchte B\u00fchnenlegende, die ihre Weisheiten aus reiner Lebenserfahrung bezieht. Leigh hingegen verk\u00f6rpert eines der ersten Opfer von Hollywoods mittlerweile typischem Jugendwahn. Leigh wurde f\u00fcr ihre Darstellung in der B\u00fchnenfassung von PRINZ UND T\u00c4NZERIN umjubelt, f\u00fcr die Filmfassung allerdings von der wesentlich j\u00fcngeren Marilyn ersetzt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"> <\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_3031\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a rel=\"attachment wp-att-3031\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/my-week-with-marilyn\/my-week-with-marilyn-1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3031\" class=\"size-full wp-image-3031\" title=\"My-Week-With-Marilyn-1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-1.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"466\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-1-128x200.jpg 128w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-1-193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3031\" class=\"wp-caption-text\">Die Monroe und Ehemann Arthur Miller (Dougray Scott) mit Colin Clark beim Stadtbummel.<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">MY WEEK WITH MARILYN ist nicht einfach nur ein Film, der Personen beschreibt und diese hinterfragt. Er ist von seinem Beginn an eine Studie \u00fcber die Zust\u00e4nde und Entwicklung in der Filmindustrie. Und so genial sich der Hintergrund zur Geschichte ausnimmt, steht er dem Kern des Films auch im Wege. Aus einer pers\u00f6nlichen Betrachtung der Person Marilyn Monroe kristallisiert sich ein stimmiges Puzzle aus filmhistorischen Einzelteilen. In einer Szene murmelt Vivien Leigh, hinrei\u00dfend von Julia Ormond dargestellt, dem Kameramann von PRINZ UND T\u00c4NZERIN ein paar schmeichelnde Worte zu. Es handelt sich dabei um Jack Cardiff, der Technicolor-Legende jenseits der Linsen. Auf der anderen Seite werden sich Film-Nerds und Erbsenz\u00e4hler die Frage stellen, warum das zu sichtende Material von PRINZ UND T\u00c4NZERIN so flach und ausgeblichen wirkt, obwohl doch damals in Technicolor gedreht wurde, und Farben und Kontrastumfang ebenso strahlen m\u00fcssten wie der eigentliche Film selbst. MARILYN-Kameramann Ben Smithard drehte eben auch auf 35-Millimeter-Technicolor.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Ist MY WEEK WITH MARILYN also ein misslungener Film? Das eben nicht.\u00a0 Er ist ein vielschichtiges, geschichtliches Abenteuer. Nur wird er eben seinem eigentlichen Ansinnen nicht gerecht. Doch mit erstklassigen, wirklich \u00fcberzeugenden Darstellern und einer federleichten Art der Inszenierung, bleibt MARILYN ein sehenswerter Film. Kein Film, wie er vielleicht ersonnen war, kein Film, der psychologische Neuigkeiten \u00fcber l\u00e4ngst bekannte Fakten stellt, und erst recht kein Streifen, der sich \u00fcber andere biografische Darstellungen hinwegzustellen vermag. Und doch hat er wegen seiner genialen Auswahl von Schauspielern und deren \u00fcberragenden Darstellungen eine einnehmende Anziehungskraft, die jede Rationalit\u00e4t vom Perfektionismus einer wahren Geschichte verwischt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dies ist die Geschichte von Colin Clark, einem aufstrebenden jungen Mann mit Visionen. Und es ist die Geschichte, die Einblick gew\u00e4hrt in das Seelenleben einer der bekanntesten Filmikonen der Welt. Aber am Ende ist es eine Geschichte, die Menschen bewegt und\u00a0 auch zu interessieren versteht. Und das betrifft die Monroe ebenso wie den filmhistorischen Hintergrund dieser Episode. Der Film \u00fcber die Monroe wird zu einem Film \u00fcber die Entwicklung in der Filmgeschichte. Es l\u00e4uft also nicht alles sehr rund, wie Simon Curtis den Film inszenierte, er scheinbar erdacht war, und letztendlich vom Zuschauer wahrgenommen wird. Was ihn aber doch so ansehnlich und auch unterhaltsam macht, ist das offensichtliche Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Zeit, f\u00fcr jede Figur, und f\u00fcr die historische Relevanz.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><a rel=\"attachment wp-att-3023\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/my-week-with-marilyn\/my-week-with-marilyn-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3023 alignleft\" title=\"My-Week-With-Marilyn-2\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-2.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-2.jpg 600w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-2-200x120.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/My-Week-With-Marilyn-2-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><em>Darsteller: <strong>Eddie Redmayne, Michelle Williams, Kenneth Branagh, Julia Ormond, Dominic Cooper, Toby Jones, Emma Watson, Judi Dench, Dougray Scott, Derek Jacobi, Zoe Wanamaker <\/strong>u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Simon Curtis<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch:<strong> Adrian Hodges<\/strong> nach dem Buch von <strong>Colin Clark<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera:<strong> Ben Smithhard<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Adam Recht<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik: <strong>Conrad Pope<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>Donal Woods<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Gro\u00dfbritannien \/ 2012<\/em><br \/>\n<em> zirka <strong>99<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong><span style=\"color: #000000;\">Ascot Filmverleih \/ Weinstein Company<\/span><\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Colin Clark stammt aus einer reichen Familie voller strebsamer Karrieristen. 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