{"id":30535,"date":"2026-08-03T05:05:28","date_gmt":"2026-08-03T03:05:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=30535"},"modified":"2026-07-21T22:29:15","modified_gmt":"2026-07-21T20:29:15","slug":"almodovar-bitteres-fest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2026\/almodovar-bitteres-fest\/","title":{"rendered":"Almod\u00f3var &#8211; BITTERES FEST"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=30537\" rel=\"attachment wp-att-30537\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30537 \" title=\"(c) STUDIOCANAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-c-STUDIOCANAL.jpg\" alt=\"Bitteres Fest - (c) STUDIOCANAL\" width=\"258\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-c-STUDIOCANAL.jpg 389w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-c-STUDIOCANAL-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-c-STUDIOCANAL-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/a><strong>AMARGA NAVIDAD<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Bundesstart 30.07.2026<\/strong><br \/>\n&#8211; First-Release 20.05.2026 (ESP)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Besprechung von Almod\u00f3vars &#8222;Leid und Herrlichkeit&#8220; auf dieser Seite begann mit den Worten: Vermarktet wird &#8222;Leid und Herrlichkeit&#8220; als fiktionale Autobiografie&#8230; &#8211; das l\u00e4sst nat\u00fcrlich einige Interpretationen zu. Bereits 1977 hat Autor Serge Doubrovsky den Begriff Autofiktion gepr\u00e4gt. Ein Begriff, der auf die meisten Filme von Pedro Almod\u00f3var zutrifft, aber seit &#8222;Leid und Herrlichkeit&#8220; besonders tiefe und auch offensichtliche Parallele zum Leben und der Karriere des spanischen Filmemachers zeigen. Wie viele seiner Drehb\u00fccher, beruht auch &#8222;Bitteres Fest&#8220; auf viele Jahre zur\u00fcckgreifende Entw\u00fcrfe. Seine Filme brauchen, und sind entsprechend komplex. In &#8222;Bitteres Fest&#8220; gibt es im Jahr 2004 die Regisseurin Elsa, die anstrebt ihren dritten Film zu schreiben. Parallel erz\u00e4hlt Almod\u00f3var die Geschichte des Regisseurs Ra\u00fal im Jahr 2025, der wieder einmal an einem Drehbuch schreibt. Wie beide Geschichten verflochten sind, ist wahrlich nicht schwer zu erahnen. Was den Film jedoch ausmacht, ist das was jede der beiden Geschichten zu erz\u00e4hlen hat.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es sind Geschichten \u00fcber Freundschaft, aber auch Verrat, um Selbstaufgabe und Selbstverwirklichung. Zum Schreiben flieht Elsa von Madrid in ihr Feriendomizil auf Lanzarote &#8211; zusammen mit ihrer Freundin Patricia, die wegen einer Trennung schmerzliche Zeiten durchlebt. In der Zeitebene 22 Jahre sp\u00e4ter, nimmt sich Ra\u00fals Managerin M\u00f3nica wegen eines Schicksalsschlages eine Auszeit. Parallel schreiben Elsa und Ra\u00fal an ihren Drehb\u00fcchern, doch in diesen B\u00fcchern vermischen sich immer mehr reale Begebenheiten mit den kreativen Fiktionen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Vertrauensbruch von Ra\u00fal im Jahr 2025 scheint weit weniger explizit und dramatisch. F\u00fcr M\u00f3nica ist er allerdings immens, als sie erf\u00e4hrt, dass der Regisseur ihr hartes Schicksal k\u00fcnstlerisch ausschlachten will. Wesentlich drastischer &#8211; und auch r\u00fccksichtsloser &#8211; ist Elsa 21 Jahre fr\u00fcher, wenn sie Patricias Ungl\u00fcck verarbeitet. Zu diesem Zeitpunkt haben wir als Zuschauende l\u00e4ngst verstanden, dass es sich bei Elsa um das semi-fiktive Alter-Ego von Ra\u00fal handelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In seiner Selbstreflexion beschreibt Ra\u00fal sein weibliches Pendant Elsa im Drehbuch k\u00e4lter und strikter als er sich im Heute selbst wahrnimmt. Rechtfertigung findet er in der eigenen Trag\u00f6die mit dem Tod der Mutter, \u00fcbersieht aber dabei v\u00f6llig, wie verletzend sein Drehbuch sein wird. Die Realit\u00e4t beginnt langsam die Fiktion zu \u00fcberlagern &#8211; Ra\u00fal ist mit seiner Einkehr noch lange nicht zu einem inneren Frieden gelangt. Ob diese Reise jemals befriedigend zu Ende geht, bleibt ungewiss, weil es eben in erster Linie die Geschichte des Filmemachers Pedro Almod\u00f3var ist. Der Filmemacher reflektiert in seinen Filmen sehr viel, aber mit 77 Jahren eben noch nicht alles.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=30538\" rel=\"attachment wp-att-30538\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30538 size-full\" title=\"(c) STUDIOCANAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-1-c-STUDIOCANAL.jpg\" alt=\"Bitteres Fest 1 - (c) STUDIOCANAL\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-1-c-STUDIOCANAL.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-1-c-STUDIOCANAL-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-1-c-STUDIOCANAL-200x113.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch &#8222;Bitteres Fest&#8220; ist kein simples Drama, welches sich mit schweren Dialogen besch\u00e4ftigt. Der Film erz\u00e4hlt sich mit vielen Metaphern, und vielen Ebenen, in denen es nicht nur dieses eine Problem gibt. Sorgen treffen auf Befindlichkeiten, und erzeugen neue Schwierigkeiten. Der Tod der Mutter, verletztes Vertrauen, empfindliche Beziehungen, der Tod, Identit\u00e4tskrisen. &#8222;Bitteres Fest&#8220; ist typischer Almod\u00f3var: Mit seinen menschlichen Komplexen, mit einer Auswahl seiner bevorzugten Darsteller, und der unersch\u00fctterlichen Leichtigkeit in der radikalen Direktheit seiner Figuren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das erste Mal im Team ist Pau Esteve Birba, der mit seiner Kamera eine klare Bildsprache findet. Kraftvolle Farben, starke Kontraste, und Einstellungen ohne Spielereien. Die Bilder sind weitgehend neutral, so das sich jede Kameraperspektive voll auf die Figuren fixiert. Das ist keineswegs langweilig, sondern l\u00e4sst wunderbar Zeit den Darstellern zu folgen und sie zu beobachten. Das ist nicht nur spannend und durchweg unterhaltsam \u2013 aber nicht allein wegen der fabelhaften B\u00e1rbara Lennie, die als Elsa gerade wegen ihres n\u00fcchternen Pragmatismus einfach mitrei\u00dfend ist. Sondern weil Elsa das eigentliche Alter-Ego des realen Regisseurs Almod\u00f3var ist, und eben nicht Ra\u00fal.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die wahre St\u00e4rke von Almod\u00f3var sind seine Frauen. &#8222;Alles \u00fcber meine Mutter&#8220;, &#8222;Volver&#8220;, &#8222;Parallele M\u00fctter&#8220;, etc. Er \u00fcbertr\u00e4gt seine pers\u00f6nlichen Erfahrungen, Schmerzen, Empfindungen, und auch Hingabe und Passion, die Liebe, den Hass, seine Leidenschaften sehr gerne auf Frauenrollen. Und er spielt dabei au\u00dfergew\u00f6hnlich stark mit Metaphern. In seinem offensten und direktesten autofiktionalen &#8222;Leid und Herrlichkeit&#8220; lie\u00df sich der queere Spanier noch von Antonio Banderas verk\u00f6rpern &#8211; metaphorisch. &#8222;Bitteres Fest&#8220; kann durchaus als Weiterf\u00fchrung davon gesehen werden, der in der Autofiktionalit\u00e4t sogar etwas weiter geht. Denn jetzt \u00fcbernimmt wieder eine Frau die Rolle des Filmemachers, in der einnehmenden Gestalt von B\u00e1rbara Lennie. Nicht das Almod\u00f3var damit etwas \u00fcber seine Sexualit\u00e4t aussagen will. Ganz im Gegenteil, er gibt seiner pers\u00f6nlichen Erfahrungswelt eine wundervolle Universalit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=30539\" rel=\"attachment wp-att-30539\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30539 size-full\" title=\"(c) STUDIOCANAL\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-2-c-STUDIOCANAL.jpg\" alt=\"Bitteres Fest 2 - (c) STUDIOCANAL\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-2-c-STUDIOCANAL.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-2-c-STUDIOCANAL-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Bitteres-Fest-2-c-STUDIOCANAL-200x113.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Darsteller: <strong>B\u00e1rbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana S\u00e1nchez-Gij\u00f3n, Victoria Lengo, Patrick Criado<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Regie &amp; Drehbuch:<strong> Pedro Almod\u00f3var<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Kamera: <strong>Pau Esteve Birba<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Bildschnitt:<strong> Teresa Font<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Musik: <strong>Alberto Iglesias<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Produktionsdesign: <strong>Antx\u00f3n G\u00f3mez<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><strong><em>Spanien \/ 2026<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em><strong>111<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>STUDIOCANAL<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AMARGA NAVIDAD &#8211; Bundesstart 30.07.2026 &#8211; First-Release 20.05.2026 (ESP) Die Besprechung von Almod\u00f3vars &#8222;Leid und Herrlichkeit&#8220; auf dieser Seite begann mit den Worten: Vermarktet wird &#8222;Leid und Herrlichkeit&#8220; als fiktionale Autobiografie&#8230; &#8211; das l\u00e4sst nat\u00fcrlich einige Interpretationen zu. 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