{"id":31017,"date":"2026-10-15T05:05:36","date_gmt":"2026-10-15T03:05:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=31017"},"modified":"2026-10-14T13:45:04","modified_gmt":"2026-10-14T11:45:04","slug":"das-ding-mit-federn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2026\/das-ding-mit-federn\/","title":{"rendered":"DAS DING MIT FEDERN"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><\/h3>\n<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=31013\" rel=\"attachment wp-att-31013\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-31013 \" title=\"(c) PLAION\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-c-PLAION.jpg\" alt=\"Thing with Feathers - (c) PLAION\" width=\"270\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-c-PLAION.jpg 389w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-c-PLAION-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-c-PLAION-141x200.jpg 141w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/a><strong>THE THING WITH FEATHERS<\/strong><br \/>\n<strong>&#8211; Bundesstart 15.10.2026<\/strong><br \/>\n&#8211; Release 31.10.2025 (ESP)<\/h3>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #3535bd;\">Preview, Cinecitta N\u00fcrnberg, 05.10.2026<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es wird eine ewige Streitfrage bleiben: Die Sinnhaftigkeit und Sorgfalt von Adaptionen &#8211; in beide Richtungen des jeweiligen Mediums. Jede plausible Rechtfertigung findet ihr verst\u00e4ndliches Gegenargument. Die zusammengefassten Stimmen f\u00fcr Max Porters Deb\u00fctroman &#8222;Trauer ist das Ding mit Federn&#8220; beschreiben diesen als unkonventionell, zutiefst traurig, urkomisch, ehrlich und poetisch. Bis auf die Attribute von urkomisch und poetisch findet sich der Rest durchaus in Dylan Southerns filmischer Adaption wieder. Die Nichtleser werden beim Sichten dieses Films eine Vorstellung davon bekommen, was den Erfolg des Romans ausmacht. Leider wird dabei auch allzu deutlich, warum der Film das nicht schafft.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Mutter ist verstorben. Zur\u00fcck bleiben der Vater, mittleren Alters, und die zwei jungen S\u00f6hne. Unendlich Trauer bef\u00e4llt den Vater, w\u00e4hrend die S\u00f6hne scheinbar besser damit klar kommen &#8211; aber eben nur scheinbar. Da nistet sich eine mannsgro\u00dfe Kr\u00e4he im Haus mit ein, die den Vater mit zynischen Spr\u00fcchen wegen seiner Trauer verspottet. Die Kr\u00e4he provoziert den Vater auch zu physischen K\u00e4mpfen. Der Vater glaubt dabei nur an ein eingebildetes Schreckgespenst, dennoch inspiriert die Kr\u00e4he den Autoren von Graphic Novels auch zu einer neuen Geschichte. Der Film teilt sich &#8211; wie das Buch &#8211; in Kapitel auf, welches aus der Sicht der jeweils titelgebende Figur erz\u00e4hlt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Vater, die Kr\u00e4he, die S\u00f6hne, der D\u00e4mon. Unausgewogen kommen die einzelnen Gedankenwelten zur Sprache &#8211; die Figuren erkl\u00e4ren sich, oder die jeweils anderen. Das Regisseur Southern die Kr\u00e4he und deren Szenen wie einen zweitklassigen Horrorfilm inszeniert, macht das eigentliche Szenario immer wieder unzug\u00e4nglich. Die schmerzhafte Trauer des Vaters gleicht viel mehr einem Fiebertraum. Und diese Szenen sind optisch und schnitttechnisch auch ganz klar von den realen Alltagsszenen abgetrennt. Ein empathisches Gef\u00fchl f\u00fcr die Hinterbliebenen will sich da nicht einstellen. Es werden viel mehr die n\u00e4chsten Schreckmomente und Gruselszenen erwartet.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=31014\" rel=\"attachment wp-att-31014\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-31014 size-full\" title=\"(c) PLAION\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-1-c-PLAION.jpg\" alt=\"Thing with Feathers 1 - (c) PLAION\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-1-c-PLAION.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-1-c-PLAION-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-1-c-PLAION-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eigentlich hat der Film ohnehin keine neuen oder anders gearteten Aspekte zum Thema von Tod, Verlust, und Trauer beizutragen. All die einhergehenden Gef\u00fchle, Gem\u00fctszust\u00e4nde, Beileidsbekundungen, oder Bew\u00e4ltigungsversuche sind hinl\u00e4nglich bekannt, und wurden anderorts schon wesentlich intensiver, ehrlicher und vor allem immersiver erz\u00e4hlt. Auch wenn Benedict Cumberbatch in der Rolle des verwirrten und seelisch gequ\u00e4lten Vaters zu Hochform aufl\u00e4uft. Unweigerlich werden Erinnerungen an Cumberbatchs Auftritt in der Miniserie &#8222;Eric&#8220; geweckt. Wenngleich &#8222;Eric&#8220; inhaltlich und inszenatorisch vollkommen anders belegt ist, kommt da der geistig-\u00fcberforderte-Vater-mit-Fantasy-Figur anspruchsvoller und interessanter an.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das die drei Hinterbliebenen keine Namen tragen, oder das Gesicht der Verstorbenen nie zu erkennen ist, soll sicherlich eine Ausdrucksweise von Allgemeing\u00fcltigkeit f\u00fcr Verlust und Trauer darstellen. Doch tats\u00e4chlich entfremdet diese Entscheidung nur noch mehr von den Hauptfiguren, deren Schicksal ohnehin nur in emotionalen Versatzst\u00fccken erz\u00e4hlt wird. Selbstredend: Welche Variationen sollte es auch zu diesem Thema noch geben? Doch genau da wird es ist eben zu einer Frage von kreativer Umsetzung, oder vielleicht einer komplexen Allegorie. Doch darin h\u00e4lt sich die inszenatorische Kreativit\u00e4t &#8211; trotz einer mannsgro\u00dfen Kr\u00e4he &#8211; tats\u00e4chlich in Grenzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Aus technischer Sicht ist der Film gut umgesetzt. Sofern, dass die offensichtlich aus Kost\u00fcm bestehende Kr\u00e4he nicht also solche ins Gewicht f\u00e4llt oder irritiert. Gespielt wird sie von Eric Lampeart, mit starkem k\u00f6rperlichem Einsatz, und von David Thewlis gesprochen. Eine Schande, dass hier die Synchronisation wahrscheinlich noch einiges verschlimmern wird. Ein zus\u00e4tzlicher Aspekt, warum der Film nicht funktioniert wird, wie er sollte. Als psychologischer Horrorfilm w\u00e4re &#8222;Das Ding mit Federn&#8220; sicherlich anssprechender geworden. Doch das h\u00e4tte absolut dem Ursprungsmaterial widersprochen. Letztendlich hat sich Dylan Southern seinen Film selbst vermiest, weil er sich f\u00fcr keine klare Richtung entscheiden konnte. Der Film &#8222;Das Ding mit Federn&#8220; ist leider einer der Filme, welcher die unliebsame Diskussion \u00fcber Sinn und Sorgfalt von Adaptionen intensiv am Laufen h\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=31015\" rel=\"attachment wp-att-31015\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-31015 size-full\" title=\"(c) PLAION\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-2-c-PLAION.jpg\" alt=\"Thing with Feathers 2 - (c) PLAION\" width=\"640\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-2-c-PLAION.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-2-c-PLAION-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Thing-with-Feathers-2-c-PLAION-200x133.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Darsteller:<strong> Benedict Cumberbatch, Richard Boxall, Henry Boxall, Vinette Robinson, Sam Spruell <\/strong>und als Kr\u00e4he<strong> Eric Lampeart <\/strong>&amp;<strong> David Thewlis<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Regie &amp; Drehbuch: <strong>Dylan Southern<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>nach dem Roman von <strong>Max Porter<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Kamera: <strong>Ben Fordesman<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Bildschnitt: <strong>George Cragg<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Musik:<strong> Zebedee Budworth<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Produktionsdesign:<strong> Suzie Davies<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><strong><em>Gro\u00dfbritannien \/ 2025<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em><strong>98<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>PLAION PICTURES<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE THING WITH FEATHERS &#8211; Bundesstart 15.10.2026 &#8211; Release 31.10.2025 (ESP) Preview, Cinecitta N\u00fcrnberg, 05.10.2026 Es wird eine ewige Streitfrage bleiben: Die Sinnhaftigkeit und Sorgfalt von Adaptionen &#8211; in beide Richtungen des jeweiligen Mediums. 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