{"id":31209,"date":"2026-10-19T05:05:24","date_gmt":"2026-10-19T03:05:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=31209"},"modified":"2026-10-18T23:00:07","modified_gmt":"2026-10-18T21:00:07","slug":"whalefall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2026\/whalefall\/","title":{"rendered":"WHALEFALL"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=31211\" rel=\"attachment wp-att-31211\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-31211 \" title=\"(c) 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-c-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Whalefall - (c) 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"249\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-c-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 341w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-c-20th-CENTURY-STUDIOS-205x300.jpg 205w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-c-20th-CENTURY-STUDIOS-136x200.jpg 136w\" sizes=\"auto, (max-width: 249px) 100vw, 249px\" \/><\/a><strong>&#8211; Release 14.10.2026 <\/strong>(world)<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es gibt diesen Film, der warb mit der Schlagzeile &#8222;100% wissenschaftlich akkurat&#8220;, was nichts weiter als ein Werbegag war. Und da gibt es diesen Film, der ist tats\u00e4chlich wissenschaftlich 100% akkurat. Doch &#8222;Whalefall&#8220; wirbt nicht damit, weil es auch irrelevant f\u00fcr sein zentrales Thema w\u00e4re. Dennoch haben sich Romanautor Daniel Kraus und Regisseur Brian Duffield \u00fcber diverse Meeresbiologen und Walforscher abgesichert. Noch bevor der Roman ver\u00f6ffentlicht wurde, haben Kraus und Duffield zusammen das Drehbuch geschrieben. Es ist ein sehr geradliniges, ein sehr konventionell scheinendes Drehbuch. Vielleicht haben auch deshalb \u00fcbereilige Idealisten die Notwendigkeit versp\u00fcrt, in ihren Besprechungen zuerst einmal den Begriff &#8218;Whalefall&#8216; erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen. Warum das an dieser Stelle nicht passiert, nennt man neudeutsch Spoiler, denn es ist die existenzielle Aufl\u00f6sung dieses Films.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Jay hat ein sehr gespaltenes Verh\u00e4ltnis zu seinem Vater Mitt, ein todkranker Fischer, der sich trotz gro\u00dfartiger Familie dem Meer verschrieben hat. Anstatt in einem Krankenhaus dahin zu vegetieren, nimmt sich Mitt lieber selbst das Leben &#8211; auf See. Doch nun hat die Familie auch nichts zu beerdigen. In einer irrationalen Entscheidung will Jay nach den sterblichen \u00dcberresten seines Vaters tauchen. Dabei kommt er der Jagd eines Pottwals nach einem Tintenfisch in die Quere, und wird dabei vom Wal verschlungen. Mit nur 60 Minuten Sauerstoff muss Jay einen Ausweg finden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Erneut erlebt man Austin Abrams in einem nur vermeintlich obligaten Mainstream-Horror, nach &#8222;Weapons&#8220; und &#8222;Resident Evil&#8220;. Streng genommen w\u00e4re &#8222;Whalefall&#8220; kein Horror, aber gefangen im Verdauungstrakt eines Pottwals ist nun einmal blankes Entsetzen. Austin Abrams \u00fcberzeugt auch hier, trotz seiner 30 Lebensjahre, mit einer unschuldig scheinenden Jugendlichkeit. Dadurch wird die unscheinbare Heldenfiguren nur ansprechender. Das Abrams hier weit intensiver um sein Leben k\u00e4mpfen muss als in &#8222;Resident Evil&#8220;, macht ihn zu einer greifbaren Identifikationsfigur.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Brian Duffields Film funktioniert aber nicht allein durch die sp\u00fcrbaren physischen Anstrengungen und dem nat\u00fcrlichen Spiel seines Hauptdarstellers. Ein Film wie &#8222;Whalefall&#8220; funktioniert in erster Linie durch die absolute und kompromisslose Hingabe an die Idee. Ein Film wie dieser, mit einer Handlung wie dieser, ist zuerst einmal pures Trash-Kino. Doch Duffield l\u00e4sst sich davon nicht beirren, im Gegenteil, mit jeder Minute ist seine Kompromisslosigkeit auf der Leinwand zu sehen und erleben. Fokussiert auf den Terror, den \u00dcberlebenswillen, die spirituelle Erfahrung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Austin Abrams ist als Jay in jeder Szene pr\u00e4sent, mit Ausnahme der Au\u00dfenaufnahmen des Pottwals. Doch selbst als der Wal von anderen Tieren bedr\u00e4ngt wird, kann Jay im Inneren jede Bewegung sp\u00fcren. Ein atemberaubendes Set-Design macht den Verdauungstrakt f\u00fcr die Zuschauenden real und f\u00fcr Jay zur Todesfalle. Ein sich st\u00e4ndig bewegendes Organ, das sich dehnt und wieder zusammenzieht &#8211; und einmal Jay auch in den zweiten Magen mit der Verdauungss\u00e4ure dr\u00fcckt. Es ist ein schwindelerregendes Fest \u2013 wahrlich nicht nur f\u00fcr Klaustrophobiker. Unterbrochen werden die diversen Stufen des Terrors von R\u00fcckblenden mit Jay und seinem Vater Mitt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=31212\" rel=\"attachment wp-att-31212\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-31212 size-full\" title=\"(c) 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-a-c-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Whalefall a - (c) 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"640\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-a-c-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-a-c-20th-CENTURY-STUDIOS-300x161.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-a-c-20th-CENTURY-STUDIOS-200x108.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auch diese R\u00fcckblenden \u00fcberraschen in ihren Ausf\u00fchrungen. Es sind keine Weisheiten, oder zusammenhanglose Streitgespr\u00e4che. Mitt erkl\u00e4rt mit derber Stimme eines Fischers das Meer und die Welt darin, dennoch wird in diesen Szenen die Beziehung zwischen Vater und Sohn sehr pr\u00e4zise aufgedeckt. Es sind Erinnerungen die Jay in seiner mehr als misslichen Lage helfen, und Erinnerungen, die dem Publikum viel \u00fcber die beiden erz\u00e4hlen. So beh\u00e4lt die Inszenierung ihr sehr straffes Tempo.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Von dem Moment an, wenn Jay mit seinem Tauchanzug ins Wasser steigt, machen Kamera und das beunruhigende Ton-Design deutlich, dass das Wasser nicht das Element des Menschen ist. Immerzu ist der Herzschlag des Pottwals zu h\u00f6ren. Die Ger\u00e4usche unter Wasser und auch im Inneren des Wals m\u00f6gen reale Tonebenen abbilden, klingen aber nicht wie von dieser Welt. Adam Mortons Kamera verzichtet unter Wasser auf m\u00f6gliche Hochglanz-Fotografie. Die Bilder bleiben entweder unbestimmt bedrohlich oder werden zu surrealen Spielen von Licht und Schatten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Magen bleibt die Kamera fast schon unangenehm nah an Jay. Egal mit wie viel Trash-Charakter sich die Geschichte anfangs pr\u00e4sentiert, nach und nach wird selbst das Unwahrscheinliche irrelevant. Brian Duffield macht keine Zugest\u00e4ndnisse an gegebene M\u00f6glichkeiten, den Film gef\u00e4lliger oder gar mit mehr Elementen noch weiter zu erh\u00f6hen. Duffield versetzt die Zuschauenden in Jays erschreckend absurde Situation, da wird die Glaubw\u00fcrdigkeit der Geschichte schlichtweg egal. Wir sind bereits mittendrin und so nah an Jay dran, als w\u00fcrden wir diese Erfahrung selbst machen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Brian Duffield erreicht mit seinem Film etwas, dass uns zutiefst erschreckt und bewegt. Er geht eine gerade Linie, allen Verf\u00fchrungen zum Trotz, mehr sein zu k\u00f6nnen &#8211; verr\u00fcckter, kreischender, blutiger. Doch am Ende stellen wir erstaunt fest, dass es keine abgefahrene Horrorgeschichte ist &#8211; wobei Thriller angebrachter w\u00e4re. Erst verschmelzen wir mit der Erz\u00e4hlung, dann mit Jay, und schlie\u00dflich wir und Jay mit dem Wal, wenn Mitts Stimme aus den R\u00fcckblenden im Hier und Jetzt aus dem Wal selbst kommt. Dann wird eine unwahrscheinliche Geschichte pl\u00f6tzlich auf surreale Weise real.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nichts was wir hier sehen ist bisher passiert, aber es k\u00f6nnte genau so geschehen. Doch diese Erkenntnis ist zum Ende hin schon lange nicht mehr relevant. Mitt erkl\u00e4rt dann seinem Sohn was Whalefall bedeutet, und dieser Thriller wandelt sich zu einem poetischen Metapher f\u00fcr das Leben. Das ist weder kitschig, noch unangebracht. Brian Duffield \u00fcberzeugt mit seiner bizarren Pr\u00e4misse, weil er trotz allem nichts anderes gemacht hat, als einen atemberaubenden, furchteinfl\u00f6\u00dfenden, und verr\u00fcckt verdrehten Thriller &#8211; der weit \u00fcber den Bootsrand hinausschaut.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=31213\" rel=\"attachment wp-att-31213\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-31213 size-full\" title=\"(c) 20th CENTURY STUDIOS\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-b-c-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg\" alt=\"Whalefall b - (c) 20th CENTURY STUDIOS\" width=\"640\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-b-c-20th-CENTURY-STUDIOS.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-b-c-20th-CENTURY-STUDIOS-300x162.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Whalefall-b-c-20th-CENTURY-STUDIOS-200x108.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Darsteller: <strong>Austin Abrams, Josh Brolin, Elisabeth Shue, Jane Levy, John Ortiz, Emily Rudd<\/strong> u.a.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #3535bd;\"><em>Regie &amp; Drehbuch:<strong> Brian Duffield<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>nach dem Roman von <strong>Daniel Kraus<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Kamera: <strong>Aaron Morton<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Bildschnitt: <strong>Pietro Scalia<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Musik: <strong>Joseph Trapanese<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em>Produktionsdesign: <strong>Ramsey Avery<\/strong><\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><strong><em>Neuseeland, Kanada, USA \/ 2026<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #3535bd;\"><em><strong>106<\/strong> Minuten<\/em><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h6>Bildrechte: <strong>20th CENTURY STUDIOS<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Release 14.10.2026 (world) Es gibt diesen Film, der warb mit der Schlagzeile &#8222;100% wissenschaftlich akkurat&#8220;, was nichts weiter als ein Werbegag war. 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