{"id":3124,"date":"2012-05-07T17:48:05","date_gmt":"2012-05-07T16:48:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=3124"},"modified":"2012-05-07T17:49:02","modified_gmt":"2012-05-07T16:49:02","slug":"marvel-avengers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/marvel-avengers\/","title":{"rendered":"MARVELs THE AVENGERS"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"attachment wp-att-3126\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/marvel-avengers\/avengers-01\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3126\" title=\"Avengers-01\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Avengers-01.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Avengers-01.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Avengers-01-200x124.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Die Marvel-Studios sind am Ende ihrer Tr\u00e4ume angekommen. Bereits 1996 gr\u00fcndete Marvel sein hauseigenes Studio, das mit dem ersten Teil von IRON MAN schlie\u00dflich in der Kinowelt f\u00fcr Furore sorgte. Marvel hatte seinen ersten Erfolg mit einem komplett selbstst\u00e4ndig finanzierten Film. Man wollte den Hollywood bestimmenden Studios nicht mehr das Sagen und die finanzielle Ausbeute \u00fcberlassen, die sich mit SPIDER-MAN und X-MEN eine goldene Nase verdienten. Bisher durfte Marvel immer sch\u00f6n mitproduzieren, die allgemeinen Verwertungsrechte lagen allerdings bei Sony bzw. Cent-Fox. Der Weg war steinig und uneben. Die Neuauflage von HULK folgte und war nur leidlich \u00fcberzeugend, der zweite IRON MAN \u00fcberzeugte, bot aber nichts Neues. THOR war okay, CAPTAIN AMERICA hingegen ganz im Sinne der Fans und der Erfinder. Marvel war siegesbewusst auf dem richtigen Kurs, wenngleich es starke Vertriebspartner wie Universal und Paramount dazu ben\u00f6tigte, um die wertvolle Fracht in die Welt hinauszutragen. Der erste IRON MAN war einfach zu gut, um allzu schnell in seiner filmischen und unterhaltenden Qualit\u00e4t \u00fcbertroffen zu werden. Mittlerweile geh\u00f6rt Marvel zu Disney, und f\u00fcnf Superhelden-Filme nach IRON MAN macht THE AVENGERS in seiner Gr\u00f6\u00dfe, seiner Inszenierung und seinem Unterhaltungswert den Eindruck eines abschlie\u00dfenden Feuerwerks.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Es ist schwer, kritische Ans\u00e4tze bei AVENGERS zu finden, die wirklich als negative Bewertung gerechtfertigt w\u00e4ren. Vielleicht, dass f\u00fcr den Ersteinsteiger gewisse Informationen fehlen, diese letztendlich aber nicht signifikant sind. Was gibt es also zu sagen \u00fcber einen Film, der f\u00fcr sein Genre perfekt ist, wenn man die optisch vollkommen \u00fcberfl\u00fcssige 3-D-Konvertierung au\u00dfer Acht l\u00e4sst? \u201ePerfekt\u201c ist ein sehr vorsichtig zu gebrauchendes Wort, wenn man in einer objektiven Betrachtung nicht die Seriosit\u00e4t gef\u00e4hrden m\u00f6chte. Aber wie sollte man etwas anders ausdr\u00fccken wollen, wenn man endlich einmal einen Film erleben darf, der diese Eigenschaft auch verdient? Dabei h\u00e4tte so viel danebengehen k\u00f6nnen. In einem angemessenen Zeitraum sechs Superhelden unter einen Hut zu bringen, dabei noch eine Geschichte zu erz\u00e4hlen, dabei ausgewogen zu inszenieren, den dramatischen Momenten genauso viel Gewichtung zu verleihen wie den heiteren Augenblicken und dabei atemberaubende Action-Szenen zu offerieren, das ist perfekte Kinokunst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nerd-Gro\u00dfmeister Joss Whedon ist etwas gelungen, was allein durch die hohe Erwartungshaltung in dieser Form eigentlich nicht denkbar gewesen w\u00e4re. Nicht nur, dass es endlich einen Hulk gibt, in dem man auch dessen Darsteller erkennt, sondern mit Mark Ruffalo pl\u00f6tzlich einen Darsteller f\u00fcr Hulks Bruce Banner hat, der stimmig mit seinen beiden Identit\u00e4ten ist. Genial, wie immer wieder die verschiedenen Egos der Helden aufeinanderprallen und dabei jeder seinen Wesensz\u00fcgen verhaftet bleibt, wie in den Reibereien zwischen dem konservativen Steve Rogers\/Captain America und dem arroganten Lebemann Tony Stark\/Iron Man. Whedon l\u00e4sst in seinem selbst verfassten Drehbuch auch nicht die f\u00fcr Superhelden typischen selbstreflektierenden Zweifel und Sinnfragen aus. Aber zu keinem Zeitpunkt wirken diese stilleren Momente aufgesetzt, und sie drosseln auch nicht einen Augenblick das Tempo des Films. Hinzu gesellt sich ein Humor, der nicht zum Selbstzweck verkommt, sondern tats\u00e4chlich immer charakterbezogen funktioniert. Teilweise mit wirklichen Schenkelklopfern und oftmals so unvermittelt, dass einem jederzeit leicht das Popcorn in die falsche R\u00f6hre rutschen kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Kein Charakter muss zur\u00fcckstecken, keiner wird bevorzugt. Die Genialit\u00e4t steckt schon im Drehbuch, welches nicht einen der vielen Handlungspunkte nach dem anderen einfach nur abhakt, sondern die verschiedenen Str\u00e4nge wie bei einem perfekt geschmierten Getriebe immer wieder ineinandergreifen l\u00e4sst. Im Film wird das schlie\u00dflich im Showdown am deutlichsten, wo sich l\u00e4ngst ein perfekter Drehbuchschreiber zum genialen Regisseur gewandelt hat. Dieser Showdown ist ein Paradebeispiel, wie Actionsequenzen inszeniert sein m\u00fcssen. Trotz der infernalischen Zerst\u00f6rungsorgie flie\u00dft der Zuschauer gut beh\u00fctet von einem Helden zum n\u00e4chsten. Man sieht, was passiert, man sieht, wer etwas tut und was er tut. Whedon gibt jeder Figur genau das zu tun, wof\u00fcr ihre Kr\u00e4fte stehen. Er l\u00e4sst sie einzeln k\u00e4mpfen, f\u00fchrt die Gruppe wieder zusammen, gruppiert sie anderorts neu, und niemand macht etwas, was f\u00fcr seinen Charakter ungew\u00f6hnlich w\u00e4re. Vielleicht noch eine kritische Anmerkung, dass dieser Showdown auch k\u00fcrzer sein k\u00f6nnte. K\u00f6nnte er, aber so wie dieser inszeniert ist \u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Nicht der finanzielle Erfolg des Films ist entscheidend, nicht die Aufregung, das Gerede oder der Tumult. Man sollte den Begriff des Perfektionismus nicht \u00fcberstrapazieren, aber was Joss Whedons Umsetzung von THE AVENGERS angeht, definiert sich der Film \u00fcber sein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Technik und Dramaturgie, das die Normen nicht nur des Genre-Kinos, sondern des allgemeinen Mainstream-Konzepts sprengt. AVENGERS \u00fcberzeugt tats\u00e4chlich wie der kr\u00f6nende, nicht zu \u00fcberbietende Abschluss in Marvels filmischer Erfolgsgeschichte. Den Initiatoren und vor allem dem geneigten Publikum muss klar sein, dass es unwahrscheinlich ist, noch einmal einen Heldenfilm dieser Qualit\u00e4t erfahren zu d\u00fcrfen. Dabei befinden sich bereits f\u00fcnf weitere Kinoproduktionen mit IRON MAN 3, THOR 2, DEADPOOL, ANT-MAN und CAPTAIN AMERICA 2 in der Vorproduktion. Nicht Marvel und seinen Vertriebspartnern, sondern dem Publikum mag es verg\u00f6nnt sein, dass sich ein k\u00fcnstlerischer Erfolg von AVENGERS wiederholen mag. Es scheint allerdings unwahrscheinlich, denn MARVELs THE AVENGERS ist, man m\u00f6ge es bitte verzeihen, einfach zu perfekt.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_3127\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a rel=\"attachment wp-att-3127\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/marvel-avengers\/the-avengers\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3127\" class=\"size-full wp-image-3127\" title=\"The Avengers\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Avengers-02.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Avengers-02.jpg 600w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Avengers-02-200x103.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Avengers-02-300x155.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3127\" class=\"wp-caption-text\">Robert Downey Jr., Clark Gregg, Scarlett Johansson, Chris Hemsworth, Chris Evans, Sam Jackson, Jeremy Renner, Mark Ruffalo, Joss Whedon und Produzent Kevin Feige bei der Presentation des Ensembles auf der ComiCon 2010, festgehalten von Ronald S. Woan <\/p><\/div>\n<p style=\"padding-left: 60px; text-align: left;\"><em>Darsteller: <strong>Robert Downey Jr., Chris Evans, Mark Ruffalo, Chris Hemsworth, Scarlett Johannson, Jeremy Renner, Tom Hiddleston, Clark Gregg, Stellan Skarsgard, und Samuel L. Jackson und Gwyneth Paltrow<\/strong> u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: <strong>Joss Whedon<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: <strong>Zak Penn, Joss Whedon<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera: <strong>Seamus McGarvey<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Jeffrey Ford, Lisa Lassek<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik:<strong> Alan Silvestri<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: <strong>James Chinlund<\/strong><\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2012<\/em><br \/>\n<em> zirka <strong>143<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Ronald S. Woan \/ Marvel<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Marvel-Studios sind am Ende ihrer Tr\u00e4ume angekommen. 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