{"id":3565,"date":"2012-08-15T21:20:18","date_gmt":"2012-08-15T20:20:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=3565"},"modified":"2012-08-15T21:20:50","modified_gmt":"2012-08-15T20:20:50","slug":"we-need-to-talk-about-kevin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/we-need-to-talk-about-kevin\/","title":{"rendered":"WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN und seine M\u00e4ngel"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-3572\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/we-need-to-talk-about-kevin\/we-need-to-talk-about-kevin-01\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3572\" title=\"we-need-to-talk-about-kevin-01\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/we-need-to-talk-about-kevin-01.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/we-need-to-talk-about-kevin-01.jpg 150w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/we-need-to-talk-about-kevin-01-121x200.jpg 121w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Tilda Swinton spielt Eva, eine Mutter die in ihren Bem\u00fchungen scheitert eine Beziehung zu ihrem Sohn Kevin aufzubauen. Swinton spielt diese Rolle mit der von ihr zu erwartenden Eindringlichkeit. Jede Szene mit ihr ist mit starken Emotionen geladen. Sie erweist sich wieder einmal als dieses Ausnahmetalent, das mit Minimalismus so viel transportieren kann, wie es selbst bei Spitzenakteuren nur wenigen verg\u00f6nnt ist. M\u00fchelos pendelt sie zwischen Independent- und Mainstream-Kino ohne in ihrem Spiel \u00fcberspitzen zu m\u00fcssen, oder unterfordert zu wirken. Tilda Swinton ist ein sehenswertes Ph\u00e4nomen, welches WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN zu einer emotionalen Tour-de-Force werden l\u00e4sst. Die Erz\u00e4hlstruktur des Films unterst\u00fctzt Swinton dabei allerdings nicht, sondern steht ihr manchmal sogar im Weg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Regisseurin Ramsay und ihrem Co-Autor und Lebenspartner Rory Kinnear gelingt es nicht wirklich, den Film im richtigen Rahmen spannend zu gestalten. In dem Versuch Spannung zu erzeugen, die innere Zerrissenheit weiter und weiter aufzudecken, w\u00e4hrend die \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcsse Schritt f\u00fcr Schritt klarer werden, scheitert genau an diesem Anspruch. Erst ab der H\u00e4lfte seiner Laufzeit bekommt der Zuschauer eine vage Vorstellung von den Ereignissen, welche Eva Khatchadourians Leben so aus der Bahn geworfen hat. Und einem Thriller gleich, steht dieses ausl\u00f6sende Ereignis als schockierender H\u00f6hepunkt am Ende von WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN. Leider funktioniert das nicht. Als Zuschauer ist es fast schon von Vorteil, wenn man die Ausgangsgeschichte im Vorfeld kennt, um die emotionale Berg- und Talfahrt wahrhaftig sp\u00fcren zu k\u00f6nnen. Mit Ezra Miller, Jesper Newell und Rock Duer hat man visuell sehr identische Darsteller f\u00fcr den heranwachsenden Kevin gefunden. Doch w\u00e4hrend die Drei fantastisch spielen, ist der Charakter selbst zu drastisch angelegt, als das man die Liebe der Mutter nachvollziehen k\u00f6nnte. Der Soziopath Kevin ist ein hassenswerter Charakter, dem leider verwehrt wird gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige Unsicherheit beim Zuschauer hervorzurufen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Film erz\u00e4hlt sich in dem er st\u00e4ndig in der Zeit hin und her springt. Das allerdings gelingt Ramsay und Kinnear sehr gut, weil dadurch Ursachen und Wirkungen eine besondere Dynamik erhalten. Schuld, S\u00fchne, Vergebung. In Evas Leben ist dies ein st\u00e4ndiger Kreislauf, ein qu\u00e4lender Kreislauf, der den Zuschauer mitrei\u00dft und unabl\u00e4ssig die Frage herausfordert, was man selbst tun w\u00fcrde. Dabei f\u00e4llt die \u00fcbertriebene Symbolik derer sich der Film in gewissen Farben und Kameraspielereien bedient, kaum ins Gewicht. Was w\u00fcrde man selbst tun, als Mutter, als Au\u00dfenstehender, als Betroffener? Als Unbeteiligter kann man sich leicht ein Urteil \u00fcber Eva und ihrer Beziehung zu Kevin bilden, aber dem Film gelingt es den Zuschauer immer wieder in eine Ecke zu dr\u00e4ngen und den Zuschauer Stellung beziehen zu lassen. Das w\u00e4re mit einer gef\u00e4lligeren Struktur im Drehbuch, wo die eigentliche Aufl\u00f6sung fr\u00fcher deutlich werden sollte, zu einem fulminanten Filmerlebnis gesteigert worden. WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN ist aktueller denn je, aber nicht ganz der Film, der er h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-3571\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2012\/we-need-to-talk-about-kevin\/we-need-to-talk-about-kevin-02\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-3571\" title=\"we-need-to-talk-about-kevin-02\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/we-need-to-talk-about-kevin-02.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/we-need-to-talk-about-kevin-02.jpg 600w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/we-need-to-talk-about-kevin-02-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/we-need-to-talk-about-kevin-02-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><span style=\"color: #000000;\">Darsteller: <strong>Tilda Swinton, John C. Reilly, Ezra Miller, Jasper Newell, Rock Duer, Ashley Gerasimovich, Siobhan Fallon<\/strong> u.a.<\/span><\/em><br \/>\n<em> <span style=\"color: #000000;\">Regie:<strong> Lynne Ramsay<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em> <span style=\"color: #000000;\">Drehbuch: <strong>Lynne Ramsay, Rory Kinnear<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em> <span style=\"color: #000000;\">Kamera: <strong>Seamus McGarvey<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em> <span style=\"color: #000000;\">Bildschnitt: <strong>Joe Bini<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em> <span style=\"color: #000000;\">Musik:<strong> Jonny Greenwood<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em> <span style=\"color: #000000;\">Produktionsdesign:<strong> Judy Becker<\/strong><\/span><\/em><br \/>\n<em> <span style=\"color: #000000;\">Gro\u00dfbritannien-USA \/ 2011<\/span><\/em><br \/>\n<em> <span style=\"color: #000000;\">zirka<strong> 112<\/strong> Minuten<\/span><\/em><\/p>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Bildquelle: <strong>Oscilloscope Pictures\/BBC Films<\/strong><\/span><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tilda Swinton spielt Eva, eine Mutter die in ihren Bem\u00fchungen scheitert eine Beziehung zu ihrem Sohn Kevin aufzubauen. 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