{"id":48,"date":"2009-11-01T00:00:10","date_gmt":"2009-10-31T23:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=48"},"modified":"2011-03-26T14:17:49","modified_gmt":"2011-03-26T13:17:49","slug":"ein-quantum-trost-%e2%80%93-quantum-of-solace","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2009\/ein-quantum-trost-%e2%80%93-quantum-of-solace\/","title":{"rendered":"Ein Quantum Trost \u2013 Quantum of Solace"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em><a rel=\"attachment wp-att-49\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=49\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-49\" title=\"Quantum Of Solace\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/QuantumOfSolace.jpg\" alt=\"\" width=\"128\" height=\"200\" \/><\/a><\/em><\/strong><strong><em> <\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Andreas:<\/em><\/strong> Als begnadeter und fast schon allwissender Cineast kann ich aus dem Stegreif sagen, was ein Bond-Film ist. Wir reden hier von Bond, James Bond. Und die alte Schindm\u00e4hre unter den Kinoreihen besticht durch eine einzigartige Formel, die man ohne nachzudenken herunterbeten kann: Der Teaser, mit einer flotten Action-Sequenz, die nichts oder nur selten etwas mit der eigentlichen Handlung des Films zu tun hat. Der animierte Titelvorspann, mit cooler Musik meist aktueller Interpreten. Ein charmanter B\u00f6sewicht, mit einem extrem fiesen Helfershelfer. Der Plan, sehr viel Schaden in der Welt anzurichten. Eine extrem sch\u00f6ne Frau, meist Gespielin des B\u00f6sewichts, die Bond irgendwann gegen Ende zu Hilfe kommt.<!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Held bestellt sich einen Wodka-Martini, gesch\u00fcttelt und nicht ger\u00fchrt. Der Showdown, bei dem nur Sekunden entscheiden. Der B\u00f6sewicht stirbt einen schrecklichen Tod und noch einmal kommt der Helfershelfer zum Einsatz, der einen noch schrecklicheren Tod erleidet. Der Abschluss garniert sich nat\u00fcrlich mit dem Geheimagenten, der die sch\u00f6ne Frau umarmen darf. Und was dann wirklich geschieht, hat man bisher, wenn ich mich recht entsinne, nur in \u201aMoonraker\u2018 gesehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><em>(Uwe  und Andrew treffen sich einmal die Woche zu einem Kinoabend und haben  dann die schlechte Angewohnheit, den gesehenen Film in der L\u00e4nge seiner  Laufzeit auch totzuquatschen. Diese Woche war ein lang erwarteter Film  an der Reihe, bei dem Uwe wie immer den nervt\u00f6tenden, \u00fcberkandidelten  Kritiker gab, w\u00e4hrend Andrew als beinharter, langj\u00e4hriger Fan mit seiner  Vorfreude vor Aufregung beinahe seinen Sitz bew\u00e4ssert h\u00e4tte.)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Uwe:<\/em><\/strong> Mit Daniel Craig ist alles anders geworden. Und das war f\u00fcr den Cineasten sehr spannend und auch spa\u00dfig. Wie er zu seinem Aston Martin kommt, wer ihm die Auswahl feiner Zwirne ans Herz gelegt hat, wie er sich seinen Doppelnull-Status erarbeitete, warum er Frauen eigentlich nur kaltherzig benutzt. Das war wirklich was Neues und aufsehenerregend. Aber jetzt? Wie soll das denn weitergehen? Ich k\u00f6nnte mit meinem zweifelsfrei grandiosen Verstand Referate dar\u00fcber halten, wollte aber doch einen Experten hinzuziehen. Und wer k\u00f6nnte besserer Experte sein, als ein eingefleischter Fan:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Andreas:<\/strong><\/em> \u201eGanz klar plant man mit Craig nicht einfach nur von Film zu Film, sondern m\u00f6chte eine Entwicklung haben. Ich gehe daher davon aus, dass der Film bewusst ein \u00dcbergangsfilm ist, als solcher konzipiert und gedreht. Nicht unbedingt der 2. Teil einer Trilogie, sondern vielmehr eine Evolutionsstation f\u00fcr Daniel Craig auf dem Weg zu seinem perfekten Bond. Man sucht sozusagen nach der besten Form und geht dazu extreme Wege. Produzent Michael Wilson macht hier im Grunde dasselbe, was er schon mit \u201aLizenz zum T\u00f6ten &#8211; Licence to kill\u2018 gemacht hat. Auch der 2. Film von Timothy Dalton war h\u00e4rter, humorloser, bond-ferner. Die direkte Entwicklung wurde damals leider unterbrochen. Mit \u201aGoldenEye\u2018 ging es dann wieder in gewohnte Richtung.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Uwe:<\/strong><\/em> Das war ja dann wohl eine Zeit, als die Marke James Bond weniger Gewicht hatte als der Name Pierce Brosnan. Alles war sch\u00f6n anzuschauen, aber es fehlte der besondere Kick. Ich erinnere mich, dass fr\u00fcher ein Bond-Film immer mit spektakul\u00e4ren Stunts auf sich aufmerksam machte. Bei \u201aIn t\u00f6dlicher Mission &#8211; For your eyes only\u2018 auf besonders tragische Weise. Mit Einzug des Computers wurden die letzten Filme vielleicht optisch spektakul\u00e4rer, aber uninteressanter. Mit \u201aCasino Royale\u2018 habe ich den Verdacht, dass man pl\u00f6tzlich einem Trend von harten, riskanten und ehrlichen Stunts hinterher rennt, den andere Filmreihen schon f\u00fcr sich entdeckt haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Andreas:<\/strong><\/em> \u201eMan nutzt aus, dass Craig noch jung genug ist, um einen reinen Actionfilm durchzustehen. Ruhigere Filme kann man mit ihm sp\u00e4ter immer noch drehen. Denn wenn man in die Action-Richtung gehen will, dann jetzt. Au\u00dferdem wird der Film sicherlich eine zweite Schicht haben. Es geht um ein Umweltthema. Und daher wurden die Action-Szenen bewusst nach den vier Elementen gew\u00e4hlt: Erde, Feuer, Wasser und Luft. Allein das finde ich schon erstaunlich. Bisher hie\u00df es nur: Wann hatten wir das letzte Mal eine Autoverfolgung? Jetzt gibt es sinnvollere Kriterien f\u00fcr die Auswahl. Das hebt den Film schon von vielen anderen Actionfilmen ab. Insofern sind zwei Dinge wichtig: Spielt der Film gen\u00fcgend ein? Wie wirkt er in der Retrospektive, wenn Craig vier oder f\u00fcnf Bond-Filme gedreht hat? Am Ende wird es die Organisation Quantum sein, die Craigs Bond-Filme zusammenh\u00e4lt und deren Bek\u00e4mpfung eine durchgehende Linie darstellt.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Uwe:<\/strong><\/em> Ich frage mich allerdings, was ein \u201aBond-Film\u2019 ist. Reicht es einfach, alle Klischees zusammenzuw\u00fcrfeln und dann einfach auf Film zu bannen? Diese f\u00fcr Bond typischen Faktoren werden angeblich in \u201aQoS\u2018 gar nicht ber\u00fccksichtigt. Ich habe Angst, dass ich einen sehr spannenden Film sehen werde, aufregend und technisch super gefertigt, aber ohne die Nachhaltigkeit, die jetzt wichtig w\u00e4re, um eine Unterscheidung zu anderen Action-Filmen herzustellen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Andreas:<\/em><\/strong> \u201eWir haben immer das Problem, dass eigentlich zwei Bond-Charakter bestehen: Der Bond der Filme und der Bond der B\u00fccher. Vieles, was man von den Filmen her gewohnt ist, ist in den B\u00fcchern entweder nicht vorhanden oder in anderer Auspr\u00e4gung. Der Bond der B\u00fccher hat eine ernstzunehmende Vorgeschichte, man wei\u00df etwas \u00fcber seine Eltern, was in den Filmen nie angesprochen wurde. Schon \u00f6fter wurde davon gesprochen, man wolle mit dem Film-Bond wieder mehr in Richtung Fleming. Was hei\u00dft das f\u00fcr den Kinog\u00e4nger? Erkennt er dann seinen Bond nicht wieder? Wird er dann austauschbarer? Ich glaube nicht. Aber das wei\u00df man eben auch noch nicht nach dem Anschauen des jetzigen Films. Da es der zweite Teil einer Mini-Reihe innerhalb der Bondfilme sein wird, die erst aufh\u00f6rt, wenn Craig aufh\u00f6rt. Man macht mit ihm eine Entwicklung durch, hin zu den Bestandteilen des Filmbonds, die man heute als Klischees kennt. Man wird versuchen, diese Klischees aus der Entwicklung heraus zu erkl\u00e4ren und ihnen einen neuen, realistischeren Sinn geben. Am markantesten handelt es sich dabei nat\u00fcrlich um Moneypenny und Q, die im Gegensatz zu M am meisten unter den Filmen gelitten haben, am Ende beinahe nur noch eine Karikatur ihrer selbst waren. M wurde bereits neu erfunden. Nachhaltig ist Quantum dann, wenn man sich nach dem Anschauen fragt, wie wohl der n\u00e4chste Film aussieht.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Uwe:<\/strong><\/em> Nach den ersten Eindr\u00fccken, die ich mir angelesen und angesehen habe, \u201ebef\u00fcrchte\u201c ich, sehr gut unterhalten zu werden. Aber es werden keine neuen Wege beschritten, geschweige denn die Laufbahn des James Bond in irgendwelche markante Bahnen gelenkt. Der zweite Teil einer Trilogie, vielleicht das zuk\u00fcnftige Konzept, hinterl\u00e4sst immer einen bitteren Nachgeschmack. Der kann nur verlieren, egal wie sauber er handwerklich gemacht ist. Was macht einen Bond grunds\u00e4tzlich aus, und wie s\u00e4he das f\u00fcr die Zukunft aus?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Andreas:<\/strong><\/em> \u201eIch erwarte einen etwas anderen Bond-Film, schnell, fast zu schnell, hart, ehrlich, mit einem beeindruckenden Hauptdarsteller. Ansonsten hat es Bond schwer. Wenn er sich entwickelt, geht er automatisch weg von vertrauten Elementen. Die reine Variation dieser Themen w\u00fcrde als Fortentwicklung noch nicht reichen. Ich erwarte einen Film, der mich als Fan testet, ob er nicht zu weit von der Formel weggegangen ist. Und von dem ich am Ende sagen werde, dass er vielleicht nicht der beste ist, dass er aber echt gut ist, verdammt unterhaltsam, und dass ich ihn mir immer wieder gern anschauen kann.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Die Filmbesprechung<br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: left;\"><em>Darsteller: Daniel Craig, Mathieu Amalric, Judi Dench, Olga Kurylenko, Giancarlo Giannini, Jeffrey Wright, Jesper Christensen u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: Marc Forster; Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade; Kamera: Roberto Schaefer; Bildschnitt: Matt Chesse, Richard Pearson; Musik: David Arnold; Stunt-Coordinator: Gary Powell<\/em><br \/>\n<em>ca. 106 min. \/ England \/ 2008<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Andreas:<\/strong><\/em><\/span> &#8222;Die Presse ist nicht immer gut mit dem neuen Bond umgegangen. Einige finden ihn atemlos und beeindruckend, andere bezeichnen ihn als verworren und zu schnell. Manche loben seine Charaktere, manche beschimpfen ihn als seelenlos. Einig ist sich die Presse vor allem aber in einem: Craig ist einsame Spitze! Ob er der beste Bond aller Zeiten ist, kann ich nicht beurteilen. Dazu bin ich zu jung, um zu wissen, wie man es in den 60er Jahren empfunden hat. Wie damals Sean Connery gewirkt hat. Ich vermute mal, sehr \u00e4hnlich wie Daniel Craig heute. Connery hat das Bond-Franchise ins Leben gerufen, Craig hat ihm neues Leben eingehaucht. Die Leistung beider ist vermutlich vergleichbar.&#8220; <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><em><strong>Uwe:<\/strong><\/em> Man muss zugeben, dass der zweiundzwanzigste Bond zu \u00fcberraschen versteht. Ohne Zweifel. Wenn man von Presse und ausf\u00fchrenden Organen im Vorfeld immer zu h\u00f6ren bekommt, wie viel anders der neue Film sein soll, dann ist es erfrischend und durchaus sehr beruhigend, trotz aller Unkenrufe einen Bond-Film in Leib und Seele zu sehen. Und er bedient sogar die Klischees, jene klassische Formel die sich \u00fcber zwanzig Filme zum Standard entwickelte. &#8218;Casino&#8216; z\u00e4hlt mit seinem \u201eNeuauflage&#8220;-Charakter ja nicht. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Andreas:<\/em><\/strong> \u201eDas hat mich am meisten an Quantum beeindruckt: Dass er es schafft, die Bond-Formel auf so subtile Weise zu beleben. Leider ist das so subtil, dass es die Presse nicht bemerkt. Sie sieht die vielen feinen Anspielungen nicht. Wenn es nicht um Wodka-Martinis und \u201eBond, James Bond\u201c-Rituale geht, ist sie ahnungslos. Und recherchieren ist heute anscheinend nicht mehr modern. Der Fan erfreut sich daran, dass beispielsweise \u201eDer Spion, der mich liebte\u201c zitiert wird, wenn Bond in Bregenz einen Gegenspieler vom Dach fallen l\u00e4sst. Und welchen Film zitiert er, wenn er Camille nach der Bootsfahrt bewusstlos weiterreicht? Man k\u00f6nnte ein Quiz daraus machen. Das Problem ist der \u201egew\u00f6hnliche\u201c Kinog\u00e4nger. Auch er sieht diese Dinge nicht. Marc Forster hat gesagt, dass er den Bond gedreht hat, den er immer schon sehen wollte. Aber will auch der gew\u00f6hnliche Kinog\u00e4nger ihn sehen?\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Uwe: <\/em><\/strong>Die stilistischen Einf\u00e4lle, mit denen Marc Forster seinen Film aufwertet, sind \u00fcberzeugend. Den ganzen Film \u00fcber hat man das Gef\u00fchl eines k\u00fcnstlerischen Flusses, der nicht im Geringsten k\u00fcnstlich herbeigef\u00fchrt wirkt. Mich \u00fcberzeugte der Establishing-Shot zu Filmbeginn, das Spiel mit den Tonebenen und Wahrnehmung, die sich bis zum Ende durchziehen. Aber schon mit dem Einstieg in die erste von f\u00fcnf gro\u00dfen Action-Sequenzen war klar, was man optisch zu erwarten hatte. Vollkommen frenetisch zerschnittene Stunt-Arbeiten, die dem Aufwand und der Gef\u00e4hrlichkeit der wirklichen Dreharbeiten \u00fcberhaupt nicht gerecht werden. Das wirkt wie zwei verschiedene Filme. In den Handlungs- und Dialogszenen hat Roberto Schaefer (Marc Forsters Standard-Kameramann) zusammen mit dem Regisseur eine so sch\u00f6ne Bildsprache gefunden, die durch jede Einlage mit Action wieder aufgehoben wird. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong><em>Andreas:<\/em><\/strong><\/span> &#8222;Die Leistung des Films ist es, Craig als Bond gut darzustellen. Dem ordnet sich letztendlich alles unter. Die Atmosph\u00e4re des Films will einen ruhelosen und realistischen Bond zeigen. Wenn dazu schnelle Schnitte n\u00f6tig sind, die man so extrem noch nicht von Bond kennt, dann sind sie eben n\u00f6tig. Wenn die schnellen Schnitte manchmal die exzellente Stuntarbeit \u00fcberlagern, dann ist das nun mal so. Der Zuschauer begleitet Bond schlie\u00dflich hautnah, da verliert man nun mal hin und wieder den \u00dcberblick. Bond verliert ihn ja manchmal auch. Hat es sich dann trotzdem gelohnt, alles real und sehr oft auch mit Daniel Craig zu drehen? Bestimmt. Auch wenn man vieles nicht deutlich sieht oder nur fl\u00fcchtig wahrnimmt, so hat man doch immer ein Gef\u00fchl von Authentizit\u00e4t. Das h\u00e4tte man anders nicht erreichen k\u00f6nnen. Craig ist wieder sehr beeindruckend in der Rolle, \u00fcbertrifft sogar noch ,Casino Royale&#8216;. Das ist das gr\u00f6\u00dfte Plus des Films, das macht ihn sehr attraktiv f\u00fcr das breite Publikum.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Uwe:<\/strong><\/em><\/span> Technisch gesehen, ist \u201aQoS\u2018 ein perfekter Film, da gibt es keinen Zweifel. Und pl\u00f6tzlich offenbart sich, womit keiner wirklich gerechnet hat, was dem Film in vielen Besprechungen sogar aberkannt wird. Er verf\u00fcgt \u00fcber diese geheimnisvolle Formel, die sich seit \u201aLiebesgr\u00fc\u00dfe aus Moskau \u2013 From Russia with Love\u2018\u2018 bew\u00e4hrt hat. Die Pretitle-Sequenz, das sch\u00f6ne M\u00e4dchen, der despotische B\u00f6sewicht, viele exotische Schaupl\u00e4tze, der Spr\u00fccheklopfer Bond, Verf\u00fchrung und Verrat, der spektakul\u00e4re Tod des Schurken\u2026 Und dennoch bleibt alles in der Schwebe. Felix Leiter: Freund oder Feind? Wen bel\u00fcgt er denn nun wirklich, Bond oder seinen FBI-Kollegen? Welchen Nutzen zieht er aus welchen Verbindungen? Das macht durchaus Spa\u00df und wissend, das die Macher um den n\u00e4chsten Film nicht herumkommen, k\u00f6nnen die Geheimnisse ruhig etwas liegen und reifen. Da ging eine Rechnung auf, bei der ich f\u00e4lschlicherweise vorher schon versucht habe, immer wieder nachzurechnen. Der Bond f\u00fcr das Einundzwanzigste Jahrhundert ist zweifellos existent und jetzt schon etabliert, wirkt aber vielfach wie ein Zugest\u00e4ndnis an die Bed\u00fcrfnisse des heutigen Kinos.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #800000;\"><em><strong>Andreas:<\/strong><\/em><\/span> &#8222;Wichtig ist, dass der Film seine eigene Atmosph\u00e4re findet. Und das tut er. Noch nie war soviel Action in einem Film, noch nie hat sie sich so gut eingef\u00fcgt in die Handlung. Wenn Roger Moore bei ,In t\u00f6dlicher Mission &#8211; For your eyes only&#8216; aus dem Bob-Kanal den H\u00e4schern entkommt und im n\u00e4chsten Augenblick schon von Eishockey-Spielern angegriffen wird, dann wirkt das aneinandergeklebt. Wenn Pierce Brosnan in ,Die Welt ist nicht genug &#8211; The world is not enough&#8216; mal eben von propeller-getriebenen Schneefahrzeugen attackiert wird, dann wirkt das sehr unmotiviert und geschieht nur der Action wegen. Nicht so bei ,Quantum&#8216;. Hier ist alles im Fluss. Hier h\u00f6ren die Actionszenen nicht einfach auf und sind sofort vergessen, hier \u201egl\u00fchen sie nach\u201c: Man sieht Bond nach diesen Szenen reflektierend und regenerierend Luft holen. So wie er es auch (dem aktuellen Bond-Girl) Camille r\u00e4t: Adrenalin ausgleichen, durchatmen. \u00dcberhaupt, wann hat Bond schon mal \u00fcber die Action geredet? Wann hatte man bei ihm das Gef\u00fchl, dass das Entkommen nicht uneingeschr\u00e4nkter Triumph ist, sondern dass ein gewonnener Kampf immer auch ein St\u00fcck Seele kostet? H\u00e4tte man die Action so klar und deutlich gezeigt wie in den bisherigen Filmen, w\u00e4re dieser Effekt nicht m\u00f6glich gewesen. Dann w\u00e4re da ein Bruch gewesen zwischen der Action und den realistischen Dialogszenen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong><em>Uwe:<\/em><\/strong><\/span> Mir hat die Idee gefallen, mit den Elementen Erde, Wind, Wasser und Feuer eine Einheit in der Abfolge der Handlung zu bringen. So richtig funktioniert hat das aber nicht, denn da steht immer noch die Pretitle-Sequenz als herrenloses, f\u00fcnftes Element. ,QoS&#8216; ist ja einer der wenigen Bond-Filme, bei denen die Action vor dem Titelvorspann in direktem Zusammenhang mit dem Rest des Filmes steht. Trotz allem ist &#8218;QoS&#8216; wider anderer Behauptungen ein sehr klassischer Bond, mit sehr viel eigenst\u00e4ndigem Charakter. Doch er scheint immer hinter etwas herzulaufen, das man nicht genau definieren kann. Der \u00fcberraschende Schluss und das Ende mit jenem sehr ber\u00fchmten Standard anderer Filme impliziert, dass die Entwicklung von Bond bereits abgeschlossen ist. Craigs kommender dritter Anlauf k\u00f6nnte also schon der Film sein, den unverbesserliche Bond-Liebhaber von Anfang an sehen wollten, aber im Nachhinein niemand vermisst hat. Dann wird es aber Zeit f\u00fcr &#8218;gesch\u00fcttelt, nicht ger\u00fchrt&#8216; und dass Q seinen Neustart erf\u00e4hrt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #800000;\"><strong><em>Andreas: <\/em><\/strong><\/span><span style=\"color: #000000;\"><em><strong> <\/strong><\/em> &#8222;Die Pretitle-Sequenz ist stets eigenst\u00e4ndig gewesen. Hier ist sie das Bindeglied zwischen ,Casino&#8216; und ,Quantum&#8216;. Daher ist sie auch nicht der 4-Elemente-Struktur des Films verpflichtet. Und dass die Verbindung mit dem Auto geschieht, bedeutet symbolisch, dass man so schnell wie m\u00f6glich in den neuen Film \u201ehineinf\u00e4hrt\u201c. Kaum hat man diese Szene hinter sich, ist man in der Foltersequenz und damit in der ersten echten Quantum-Sequenz. Ab hier stimmen dann die 4 Elemente. Den Schuss durch den Pistolenlauf ans Ende des Filmes zu setzen, schlie\u00dft f\u00fcr mich lediglich die Handlung um Vesper Lynd (Bonds Freundin in ,Casino&#8216;) ab. Die eigentliche Entwicklung des Bond-Charakters geht hoffentlich weiter, sonst wird es langweilig. Ob als n\u00e4chstes der Film folgt, den der unverbesserliche Bond-Liebhaber sehen will oder ob es vielmehr der Film ist, den der gew\u00f6hnliche Kinog\u00e4nger und die Presse sehen wollen, sei dahingestellt. Auf jeden Fall kann es ein in sich runder und abgeschlossener Film werden. Und das ist gut so.&#8220;<\/span><\/p>\n<h5 style=\"padding-left: 30px;\"><em>In Klammern gesetzte Worte wurden zum besseren Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Leser nachtr\u00e4glich in das E-Mail-Gespr\u00e4ch eingef\u00fcgt.<\/em><\/h5>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Bildquelle: Sony-MGM<\/span><em><br \/>\n<\/em><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andreas: Als begnadeter und fast schon allwissender Cineast kann ich aus dem Stegreif sagen, was ein Bond-Film ist. Wir reden hier von Bond, James Bond. 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