{"id":5103,"date":"2013-04-17T13:47:35","date_gmt":"2013-04-17T12:47:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=5103"},"modified":"2013-04-17T13:48:20","modified_gmt":"2013-04-17T12:48:20","slug":"oblivion-sollte-man-nicht-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/oblivion-sollte-man-nicht-vergessen\/","title":{"rendered":"OBLIVION sollte man nicht vergessen"},"content":{"rendered":"<p><em>OBLIVION &#8211; Bundesstart 11.04.2013<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/oblivion-sollte-man-nicht-vergessen\/oblivion-01\/\" rel=\"attachment wp-att-5105\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5105\" title=\"Oblivion-01\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Oblivion-01.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Oblivion-01.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Oblivion-01-139x200.jpg 139w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Oblivion-01-208x300.jpg 208w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">OBLIVION ist der erste Film, der von Anfang an und komplett im Soundsystem von Dolby-Atmos abgemischt wurde. Und das h\u00f6rt man. Nicht das die Toneffekte besonders diffizil und raffiniert \u00fcber den Kinosaal gelegt wurden, ganz im Gegenteil. Der Ton bei OBLIVION funktioniert wie die gewaltige Bilderflut der durch und durch strukturierten Set-Designs. Joseph Kosinski hat unter Vorlage der von ihm mit verfassten Graphic-Novel, dem Science-Fiction-Genre nichts Neues hinzuf\u00fcgen k\u00f6nnen. Man muss ihm aber zugutehalten, dass der visuelle und akustische Bombast f\u00fcr vieles entsch\u00e4digt, was dem Film an Originalit\u00e4t verloren geht. Und das, obwohl sich das Drehbuch sp\u00fcrbar M\u00fche gibt mit scheinbaren \u00dcberraschungen und Wendungen die Geschichte immer wieder mit neuen Facetten anzureichern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Sechzig Jahre nach der Attacke von Au\u00dferirdischen, ist die Erde durch Beben und Tsunamis verw\u00fcstet, und durch Atomwaffen in vielen Teilen unbewohnbar geworden. Der k\u00fcmmerliche Rest von Menschheit lebt entweder auf einem der Saturnmonde, oder in der Raumstation Tet, welche die Erde umkreist. Victoria und Jack sind ein effizientes Team, das kann die Einsatzleitung auf Tet nicht oft genug wiederholen. Sie leben auf einem komfortablen \u00dcberwachungsturm auf der Erde, und halten die Schutzdrohnen in Ordnung, welche gigantische Deuteriumsspeicher vor versprengten Au\u00dferirdischen sch\u00fctzen. Nach Jahren entbehrungsreichem Dienstes, trennen Jack und Victoria nur noch zwei Wochen Dienst vor einem luxuri\u00f6sen Leben auf Saturnmond Titan. Doch dann st\u00fcrzt etwas vom Himmel, das Jack zum Umdenken zwingt, und Victoria gegen ihren Partner aufbringt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Science Fiction ist selten geworden im Mainstream-Kino, wegweisende Science Fiction gib es kaum noch. Dabei muss man sich von jenen Filmen l\u00f6sen, die mit starken Fantasy-Einschl\u00e4gen aus dem Hause Marvel kommen, oder erfolgreiches Spielzeug als Grundlage haben. Mit wegweisender Science Fiction hat sich Spielberg bei A.I. &#8211; ARTIFICIAL INTELLIGENCE versucht, danach mit MINORITY REPORT. Au\u00dfergew\u00f6hnliche Filme, durchaus, aber doch nicht mit dem kaum zu erkl\u00e4renden Etwas, das sie zu einem bahnbrechenden Werk machen w\u00fcrden. Danny Boyle hat es mit SUNSHINE ebenfalls versucht, verfing sich aber in einem Mischmasch von SOLARIS und EVENT HORIZON. Dann sorgte Neill Blomkamp mit DISTRICT 9 f\u00fcr gerechtfertigte Hoffnung am Genre-Himmel. Doch letztendlich war es Duncan Jones&#8216; minimalistisches Kammerspiel MOON, der sich exzellent darauf verstand, der Science Fiction wieder einmal ernsthaft philosophische Ans\u00e4tze angedeihen zu lassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">OBLIVION hat diese Ans\u00e4tze, gehaltvolle Science Fiction zu erz\u00e4hlen. Aber daf\u00fcr steht er sich immer wieder selbst im Weg. Was immer Joseph Kosinskis Motivation war mit Arvid Nelson OBLIVION als Comic-Buch zu verfassen, es kann als solches funktioniert haben. Film hingegen ist eine ganz andere Sache. Zu offensichtlich sind die Anleihen auf SILENT RUNNING oder PLANET DER AFFEN. Eine speziellere Anspielung auf letzteren Film schien unumg\u00e4nglich und ist auch als Zitat durchaus angenehm. Aber da ist noch einiges an MAD MAX, oder auch INDEPENDENCE DAY. \u00dcberhaupt sind da viel zu viele Anspielungen und Zitate, als das OBLIVION tats\u00e4chlich als wegweisende, oder zumindest eigenst\u00e4ndige Dystopie stehen k\u00f6nnte. Selbst die Verbindungen zur Neuverfilmung von SOLARIS sind erkennbar. Doch am gravierendsten sind allerdings die, vielleicht nicht unbedingt beabsichtigten, aber doch unverkennbaren \u00c4hnlichkeiten bei Duncan Jones&#8216; MOON.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Beabsichtigt, oder reiner Zufall? Gerade als Fan dieses Genres, d\u00fcrfte es schwer sein, sich nicht von den gro\u00dfen Werken beeinflussen zu lassen. Vielleicht lag gerade darin der Reiz in der Vorlage, welche Disney und Universal zu einem Wettbieten um die Rechte veranlasste. Unbeeinflusst zeigt sich OBLIVION also nicht, aber Joseph Kosinski gelingt dabei das fast unm\u00f6gliche Kunstst\u00fcck, daraus eine ganz eigene Identit\u00e4t f\u00fcr seinen Film zu generieren. Es kulminiert in einem bombastischen Spektakel, das kaum L\u00e4ngen hat und durchweg stimmig ist. Atemberaubende Set-Designs und die Bildgestaltung von Claudio Miranda sind der zentrale Punkt OBLIVIONs, und Joseph Kosinski f\u00fchrt sein kleines, aber feines Ensemble mit Bravour durch diese Settings. Tom Cruise erweist sich wieder einmal als der perfekte Darsteller f\u00fcr die ihn zugedachte Rolle. Mit \u00fcber f\u00fcnfzig, weist er seine wesentlichen j\u00fcngeren Hollywood-Kollegen in Darstellung und Physis mit Leichtigkeit in die Schranken. Einen wunderbaren Kontrast zu Cruise, bildet die eher unbekannte Andrea Riseborough. Es w\u00e4re interessanter geworden, h\u00e4tte man ihre Rolle mit der von Olga Kurylenko getauscht. Riseborough h\u00e4tte mit ihrem zarten Wesen einen ganz anderen, wesentlich ansprechenderen Akzent gesetzt, als Kurylenko mit ihrer allzu herausgestellten Weiblichkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">OBLIVION hat das Genre tats\u00e4chlich nicht neu erfunden, und er hat dem auch nichts Neues hinzuzuf\u00fcgen. Aber es ist ein Abenteuer mit h\u00f6chstem Unterhaltungswert. Eine gut durchdachte, leider wenig originelle Handlung, daf\u00fcr die genau richtigen Darsteller, und von der Leine gelassene Bild- und Tongestalter. Da muss die Science Fiction nicht unbedingt mit neuen philosophischen Ans\u00e4tzen zelebriert werden. Wenn einer wie Joseph Kosinski versteht wie man anspruchsvolles Spannungskino inszeniert, dann ist das schon wesentlich mehr, als man von vielen anderen Hollywoodfilmen bekommt. Und das anspruchsvolle Kopfkino kann man dann getrost Filmen wie Andrew Niccols GATTACA \u00fcberlassen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/oblivion-sollte-man-nicht-vergessen\/oblivion-02\/\" rel=\"attachment wp-att-5106\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5106\" title=\"Oblivion-02, Copyright Universal Pictures \/ Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Oblivion-02.jpg\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Oblivion-02.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Oblivion-02-200x140.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Oblivion-02-300x210.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: <strong>Tom Cruise, Olga Kurylenko, Andrea Riseborough, Morgan Freeman, Nikolaj Coster-Waldau, Melissa Leo, Zoe Bell<\/strong> u.v.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie:<strong> Joseph Kosinski<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: <strong>Joseph Kosinski, Karl Gajdusek, Michael Arndt,<\/strong> nach dem Comic-Book von<strong> Joseph Kosinski &amp; Arvid Nelson<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Kamera:<strong> Claudio Miranda<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: <strong>Richard Francis-Bruce<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Musik: <strong>Anthony Gonzalez, M.8.3<\/strong><\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign:<strong> Darren Gilford<\/strong><\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka <strong>126<\/strong> Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Universal Pictures \/ Universal Pictures International<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OBLIVION &#8211; Bundesstart 11.04.2013 OBLIVION ist der erste Film, der von Anfang an und komplett im Soundsystem von Dolby-Atmos abgemischt wurde. 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