{"id":5321,"date":"2013-05-31T23:58:51","date_gmt":"2013-05-31T22:58:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=5321"},"modified":"2013-06-01T11:54:55","modified_gmt":"2013-06-01T10:54:55","slug":"to-the-wonder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/to-the-wonder\/","title":{"rendered":"TO THE WONDER sehr wundersam"},"content":{"rendered":"<p><em>TO THE WONDER &#8211; Bundesstart 30.05.2013<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/to-the-wonder\/to-the-wonder-01\/\" rel=\"attachment wp-att-5323\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"To-The-Wonder-01,Copyright Lionsgate \/ Concorde Filmverleih\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/To-The-Wonder-01.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"449\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Nur ein Jahr nach TREE OF LIFE, einem autobiografisch angehauchten Film von Terrence Malick, schiebt der Ausnahmeregisseur schon TO THE WONDER nach. Die k\u00fcrzeste Zeitspanne zwischen zwei seiner bisher nur sechs Kinofilme, betrug bisher 5 Jahre. Zwischen DAYS OF HEAVEN und THIN RED LINE lagen sogar 20. Dieses eine Jahr k\u00f6nnte bedeuten, dass Malick nicht einfach etwas zu sagen hat, sondern etwas unbedingt loswerden wollte. Noch viel st\u00e4rker als TREE OF LIFE, ist TO THE WONDER vom pers\u00f6nlichen Schicksal des gleichzeitigen Autor und Regisseur gepr\u00e4gt. Die Pressemappe erkl\u00e4rt dies mit den Worten, es w\u00e4re ein Film \u00fcber die Liebe und das Gl\u00fcck, und die Verg\u00e4nglichkeit von Beiden. Die Liebe l\u00e4sst Franz\u00f6sin Marina dem Amerikaner Neil von Paris nach Oklahoma folgen. Doch das Gl\u00fcck ist nur von kurzer Dauer, und Marina kehrt zur\u00fcck nach Frankreich. Neil indes, findet in seiner Jugendliebe Jane sofort wieder eine Beziehung. Doch auch diese Verbindung scheitert. Schlie\u00dflich kommt Marina wieder zu Neil nach Oklahoma. Ob dieses Verh\u00e4ltnis nun von Dauer sein wird, oder letztlich ebenfalls zerbrechen muss, kann der Zuschauer sogar ganz f\u00fcr sich allein entscheiden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Man bezeichnet Terrence Malick gerne als Poeten, oder auch als Vision\u00e4r. Beides konnte man ihm bisher ohne Weiteres zugestehen. Bei TREE OF LIFE hat er sein Publikum durchaus verwirrt, st\u00e4rker als bei seinen Filmen vorher, doch seinen Ruf als eben dieser Poet und Vision\u00e4r durchaus gefestigt. Doch was er mit TO THE WONDER nachlegt, l\u00e4sst alle Deutungen, aber auch alle Kritikpunkte zu. Es ist ein Film, der alles ist, und doch wieder \u00fcberhaupt nichts. Wenn bei WONDER Dialoge zu h\u00f6ren sind, dann erkl\u00e4ren sie \u00fcberhaupt nichts, sondern vermitteln nur Emotionen. Es ist ein sehr sperriger Film, der sein Publikum findet, oder es abst\u00f6\u00dft. Die Konsequenz, mit der Malick ausschlie\u00dflich \u00fcber Bilder erz\u00e4hlt, ist \u00e4u\u00dferst radikal. Aber WONDER muss man dennoch nicht zwangsl\u00e4ufig als cineastisches Wunder bezeichnen, nur weil der Macher Terrence Malick hei\u00dft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr den Titel des Films gibt es nur eine fadenscheinige Erkl\u00e4rung, die thematisch nicht mehr viel mit dem eigentlichen Konsens zu tun hat. Die von Malick-Filmen bevorzugten Gegenlicht-Aufnahmen sind auf ein Maximum angehoben. Es gibt keine Nahaufnahmen, entgegen allen Regeln und Sehgewohnheiten schneidet der Film von Halbtotalen auf Halbtotalen. F\u00fcnf Cutter haben sich an WONDER ausgetobt. Blockbuster mit mehr als zwei Cuttern sind eigentlich schon zum Scheitern verurteilt. Zudem inszeniert der Regisseur seine Hauptfigur als teilnahmslosen Charakter. Er ist kaum im Fokus, wirkt abwesend und verweigert sich irgendwelchen emotionalen \u00c4u\u00dferungen. Ob Olga Kurylenko oder Rachel McAdams, sie tanzen unabl\u00e4ssig durchs Bild, drehen Pirouetten, hopsen auf Matratzen, dies sind ihre \u00c4u\u00dferungen von Wohlbefinden. Das alles hat etwas Surrealistisches. Das alles beobachtet Ben Affleck ohne Gem\u00fctsregung, sieht den Frauen nur anteilnahmslos zu, seine einzige Reaktion ist Desinteresse an von ihm verursachten, unangenehmen Situationen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">TO THE WONDER entzieht sich jeder vern\u00fcnftigen Analyse. Ihn als guten, revolution\u00e4ren\u00a0 Film zu bezeichnen w\u00e4re einfach. Aber es muss ebenso gestattet sein, einen K\u00fcnstler kritischen Bemerkungen unterziehen zu d\u00fcrfen. Die guten, k\u00fcnstlerischen, aber auch abstrakten Absichten von Terrence Malick kann man durchaus positiv bewerten. Das macht aus TO THE WONDER noch lange keinen guten Film. Nur weil sich Malick zu viel vorgenommen hat, sollte man sich nicht gen\u00f6tigt f\u00fchlen, diese Bem\u00fchungen als Meisterwerk zu feiern. W\u00fcrde man TO THE WONDER zu einem Experiment herabw\u00fcrdigen, w\u00e4re es nach wie vor ein annehmbares Ereignis. Aber TO THE WONDER ist eine kinematographische Erfahrung, die jeder individuell f\u00fcr sich selbst als kulturelles\u00a0 Ereignis einstufen muss. Da helfen keine intellektuell gef\u00e4rbten, salbungsvollen Worte. Aber auch keine subjektiven Schlammschlachten. TO THE WONDER ist kein Film der sich seinen Zuschauern offenbart, sondern dieses herausfordert. Und zu welcher Entscheidung \u00fcber den Unterhaltungswert des Films der Zuschauer auch kommen mag, es ist die individuell richtige Eingebung. Denn jeder objektiven Betrachtung entzieht sich Terrence Malicks Film vollkommen, weil er dieses, sein sechstes Werk, ebenso individuell und egozentrisch inszenierte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/to-the-wonder\/to-the-wonder-02\/\" rel=\"attachment wp-att-5324\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5324\" title=\"To-The-Wonder-02, Copyright  Lionsgate \/ Concorde Filmverleih\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/To-The-Wonder-02.jpg\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/To-The-Wonder-02.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/To-The-Wonder-02-200x113.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/To-The-Wonder-02-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Ben Affleck, Olga Kurylenko, Rachel McAdams, Javier Bardem, Tatiana Chiline, Romina Mondello u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie &amp; Drehbuch: Terrence Malick<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Emmanuel Lubezki<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: A.J. Edwards, Keith Fraase, Shane Hazen, Christopher Roldan, Mark Yoshikawa<\/em><br \/>\n<em> Musik: Hanan Townhend<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Jack Fisk<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2012<\/em><br \/>\n<em> zirka 112 Minuten<\/em><\/p>\n<h6>Bildquelle:\u00a0 \u00a0<strong>Lionsgate \/ Concorde Filmverleih<\/strong><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TO THE WONDER &#8211; Bundesstart 30.05.2013 Nur ein Jahr nach TREE OF LIFE, einem autobiografisch angehauchten Film von Terrence Malick, schiebt der Ausnahmeregisseur schon TO THE WONDER nach. 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