{"id":5547,"date":"2013-07-23T19:08:46","date_gmt":"2013-07-23T18:08:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=5547"},"modified":"2013-07-24T18:56:12","modified_gmt":"2013-07-24T17:56:12","slug":"pacific-rim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/pacific-rim\/","title":{"rendered":"PACIFIC RIM"},"content":{"rendered":"<p><em>PACIFIC RIM &#8211; Bundesstart 18.07.2013<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/pacific-rim\/pacific-rim-01\/\" rel=\"attachment wp-att-5550\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5550\" alt=\"Pacific-Rim-01, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pacific-Rim-01.jpg\" width=\"620\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pacific-Rim-01.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pacific-Rim-01-200x70.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pacific-Rim-01-300x105.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Hier kommt alles, was das Kinderherz erw\u00fcnscht. Aber hier kommt auch alles, was das Cineastenherz verdammt. Guillermo del Toro hat sich einen Traum seiner Kindheit erf\u00fcllt, und daf\u00fcr anstelle von durchgehenden Ovationen, lediglich gemischte Reaktionen provoziert. Zum\u00a0 einen ist PACIFIC RIM die perfekte Erf\u00fcllung aller destruktiven Jugendtr\u00e4ume, zum anderen ein Schlag in das Gesicht intellektueller Regief\u00fchrung. Gigantische Monster gelangen durch ein interdimensionales Portal von einer fremden Welt, \u00fcber den Riss in einem pazifischen Kontinentaldrift, auf irdische Oberfl\u00e4chen. Anfangs waren die &#8222;Jaeger&#8220; das Allheilmittel gegen die au\u00dferirdische Bedrohung, Die &#8222;Jaeger&#8220; sind ein Verband von gigantischen Robotern, die wegen ihrer immensen Gr\u00f6\u00dfe, von gleich zwei Piloten gesteuert werden m\u00fcssen. Aber die Kaiju, die au\u00dferirdischen Monster, lernen dazu, und passen sich an. Die &#8222;Jaeger&#8220; werden zu einer \u00fcberfl\u00fcssigen, weil durchschaubaren Abwehr f\u00fcr die irdische Welt. Die Piloten der &#8222;Jaeger&#8220; m\u00fcssen sich also erneut das Privileg der ersten Garde erk\u00e4mpfen m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Del Toro hat eine feine Schar an Darstellern versammelt, allen voran den charismatischen Idris Alba, um aus einer plumpen Handlung, eine sympathische Geschichte zu gewinnen. Charlie Hunnam als ehemaliger und wieder eingesetzter Jaeger-Pilot Becket, wird dieses mal einem angemessen breiteren Publikum vorgestellt. An der Spitze von Hollywoods Jung-Talenten muss er sich noch beweisen, aber er hat eine einnehmende Pers\u00f6nlichkeit, die er mit dem richtigen Film bestimmt zu nutzen verstehen wird. Neben ihm \u00fcberrascht eine sehr zur\u00fcckgenommene, aber faszinierende Rinko Kikuchi. Auch sie wird sich in Zukunft eines breiteren Publikums sicher sein. Wie fast nicht anders zu erwarten, hat auch Guillermos alter Filmfreund Ron Perlman eine kurze, aber f\u00fcr ihn typisch auffallende Rolle. Als Gewissenstr\u00e4ger und Kopf der Jaeger-Truppe bekommt Idris Alba zu wenig zu tun, brilliert aber wie gewohnt mit stoischer Autorit\u00e4t. F\u00fcr einen Film wie er Hollywood typischer nicht sein k\u00f6nnte, sind die Figur klar gezeichnet, besitzen aber genug Eigenleben und Tiefe, um das Publikum auch zwischen den Kampfszenen bei der Stange zu halten und sehr gut zu unterhalten. Besonders die Nebenrollen der von Charlie Day und Burn Gorman gespielten Doktoren sind hervorragend ersonnene Charaktere.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Auch wenn sich die Darsteller \u00fcber die Klischees hinweg retten k\u00f6nnen und den Film tats\u00e4chlich zu tragen verstehen, so ist der geneigte Zuschauer bestimmt nicht wegen des Schauspielkinos gekommen. Er m\u00f6chte riesige Roboter sehen, die sich mit riesigen Au\u00dferirdischen pr\u00fcgeln. Und der Zuschauer bekommt auch sehr viele riesige Roboter, die sich mit sehr vielen riesigen Au\u00dferirdischen pr\u00fcgeln. Der Film setzt sofort ein, dass man glauben m\u00f6chte schon einen Teil verpasst zu haben. Das Tempo bleibt dabei ausgewogen. Auch wenn es im Auftakt gleich in die Vollen geht, hat del Toro immer noch genug Reserven, um die Gigantomie weiter zu steigern. Zwischendrin gibt es immer wieder Charakterszenen die gefallen, aber der Film verliert das gro\u00dfe Ganze f\u00fcr keine Sekunde aus den Augen. Niemanden darf daran st\u00f6ren, dass unentwegt die Gesetze der Physik vollkommen aufgehoben werden. Oder hinterfragen, ob es nicht einfachere Mittel gegen die Kaiju geben w\u00fcrde. Das ist alles richtig, aber Guillermo del Toro wollte nie einen Film machen der logisch zu erkl\u00e4ren oder technisch korrekt ist, als er das Buch von Co-Autor Travis Beacham das erste Mal las.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dennoch bleibt ein sehr interessanter Aspekt, den der Film umschlie\u00dft, und das ist das sogenannte Drifting. Weil ein Pilot alleine keinen Jaeger steuern kann, gibt es immer zwei in der Kanzel. Doch die zwei unterschiedlichen Menschen m\u00fcssen aufeinander abgeglichen werden, damit alle ihre Bewegungen synchron ablaufen. Dazu werden die Piloten \u00fcber eine neurale Verbindung vernetzt. Was bedeutet, das jeder Pilot gleichzeitig im Geiste seines Co-Piloten verweilt. Das sind sehr verf\u00fchrerische Gedankenspiele, denn was w\u00fcrde es wirklich bedeuten, wenn man sich einem anderen Menschen vollkommen \u00f6ffnen m\u00fcsste, bis ins kleinste, intimste Detail. Das Drifting erlaubt keine Grenzen, und es gibt keine Geheimnisse. Wenn man sich \u00fcberlegt, wieviel ein Mensch wirklich von sich selbst gegen\u00fcber anderen preis gibt, dann bietet dieser Gesichtspunkt in der Handlung tats\u00e4chlich einiges zum Nachdenken. Aber erst nachher. Nachdem der letzte Kaiju eins auf den Kopf bekommen hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der Film ist nat\u00fcrlich in allen technischen Belangen erste G\u00fcte. Er zeigt was er zeigen will, und das ist gigantisch. Nicht nur in seiner technischen Finesse, sondern auch mit seinen Robotern und Monstern. Del Toro widmet diesen Film dem Stop-Motion-Spezialisten und Filmemacher Ray Harryhausen, sowie dem Gozilla-Regisseur Ishiro Honda. Von einer wirklichen Verbeugung vor den beiden Gr\u00f6\u00dfen ist allerdings in PACIFIC RIM kaum etwas zu sp\u00fcren. Er ist einfach zu gro\u00df, zu perfekt, weil er seinem Publikum dann doch den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Unterhaltungsfaktor bieten will, und dies letztendlich auch tut. So bleibt ihm auch verwehrt, einer dieser legend\u00e4ren Matinee-Filme zu sein, die in fr\u00fcheren Jahren mit billige Unterhaltung, Heerscharen von Jugendlichen in Entz\u00fcckung versetzt haben. Nein, PACIFIC RIM hat an anderer Stelle ein weit schwerwiegenderes Problem, und das d\u00fcrfte den DVD-Markt betreffen. Die epischen Ausma\u00dfe der Kampf-Sequenzen, und der k\u00e4mpfenden Kontrahenten, werden sehr viel im wesentlich kleineren Format verlieren.\u00a0 Kaum ein Film in den letzten Jahren war derart an eine gro\u00dfe Leinwand gebunden. Nur hier k\u00f6nnen die Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse ihre wirkliche Wirkung entfalten, allein schon wegen der wahnsinnigen Vielfalt von Details.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Sie hei\u00dfen Gipsy Danger, Cherno Alpha, Crimson Typhoon oder Striker Eureka. Und mit ihnen kommt eine Menge Spa\u00df ins Kino, selbst wenn man die Matinee vers\u00e4umt hat und erst sp\u00e4ter am Abend ins Kino kommt. Popcorn-Kino vom Feinsten was Guillermo del Toro hier als Traum-Projekt umgesetzt hat. F\u00fcr mehr als zwei Stunden muss man alles vergessen, was del Toro bisher gemacht hat, denn nichts davon findet sich in PACIFIC RIM wieder. Spa\u00df wollte er, und mit merklich viel Spa\u00df hat er diesen umgesetzt. Das er nicht den billigen Charme alter Monsterfilme besitzt, spielt dabei \u00fcberhaupt keine Rolle. Denn trotz allem ist PACIFIC RIM genau der Monsterfilm geworden, der junge und junggebliebene Herzen in Verz\u00fcckung versetzt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/pacific-rim\/pacific-rim-02\/\" rel=\"attachment wp-att-5549\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5549\" alt=\"Pacific-Rim-02, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pacific-Rim-02.jpg\" width=\"620\" height=\"312\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pacific-Rim-02.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pacific-Rim-02-200x100.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pacific-Rim-02-300x150.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Charlie Hunnam, Idris Alba, Rinko Kikuchi, Charlie Day, Burn Gorman, Ron Perlman, Rob Kazinsky, Max Martini, Clifton Collins Jr., u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Guillermo del Toro<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Travis Beacham, Guillermo del Toro<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Guillermo Navarro<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: John Gilroy, Peter Amundson<\/em><br \/>\n<em> Musik: Ramin Djawadi<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Andrew Neskoromny, Carol Spier<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 131 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Warner Bros.<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PACIFIC RIM &#8211; Bundesstart 18.07.2013 Hier kommt alles, was das Kinderherz erw\u00fcnscht. 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