{"id":5595,"date":"2013-08-06T21:01:56","date_gmt":"2013-08-06T20:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=5595"},"modified":"2013-08-08T13:38:06","modified_gmt":"2013-08-08T12:38:06","slug":"lone-ranger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/lone-ranger\/","title":{"rendered":"LONE RANGER"},"content":{"rendered":"<p><em>THE LONE RANGER &#8211; Bundesstart 08.08.2013<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/lone-ranger\/lone-ranger-01\/\" rel=\"attachment wp-att-5597\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-5597\" alt=\"Lone-Ranger-01, Copyright Walt Disney Studios Motion Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lone-Ranger-01.jpg\" width=\"298\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lone-Ranger-01.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lone-Ranger-01-143x200.jpg 143w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lone-Ranger-01-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 298px) 100vw, 298px\" \/><\/a>Disney kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, dass sie sich die Marvel-Studios unter den Nagel rei\u00dfen konnten. Denn was das Maus-Haus an Filmen unter dem eigenen Label auf den Markt bringt, bergen so ihre Schw\u00e4chen, was sich allein auf fehlende Zuschauen bezieht. Allein in den vergangenen 14 Monaten waren da die als finanzielle Sicherheiten angedachten JOHN CARTER und OZ THE GREAT AND POWERFUL, und zusammen fast 500 Millionen Dollar an Produktions- und Werbekosten verschlangen. Jetzt kommt THE LONE RANGER, dem man ebenfalls gesch\u00e4tzte 250 Millionen g\u00f6nnte. CARTER hat sein Geld nicht eingespielt, ein Fiasko. OZ holte zumindest das Doppelte seiner Kosten, blieb aber ganz weit hinter den Erwartungen. CARTER und OZ sind als Filme so konzipiert, dass sie ein Vielfaches ihres Wertes einspielen sollten, um den gesamten Apparat von Studio zu st\u00fctzen. So k\u00f6nnen auch riskantere Projekte umgesetzt werden, bei denen eine Zuschauer-Akzeptanz nicht einzusch\u00e4tzen ist. Ausgerechnet diese sogenannten sicheren Gewerke entpuppen sich als Dollargr\u00e4ber. Hier dachte man, den Zuschauer einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, und man lag falsch. Ein Dilemma \u00fcbrigens, das nicht nur die Disney-Studios betrifft, diese aber besonders hart. Und nun kommt auch noch der LONE RANGER, und vergaloppiert sich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Dies ist die Geschichte von Tonto, dessen indianische Herkunft von H\u00f6rspielen, zur Serie und Film immer wieder variiert. Es ist 1933, nicht ganz zuf\u00e4llig das Jahr, als der Lone Ranger das erste Mal im Radio zu h\u00f6ren war. Im Establishing Shot von San Francisco ist nat\u00fcrlich die im Bau befindliche Golden-Gate-Bridge zu sehen. \u00c4hnlich der Tower-Bridge in SHERLOCK HOLMES. Eines der typischen Merkmale f\u00fcr einen Film dieser Art. Hinzu kommt als Identifikationsfigur ein kleiner Junge, der sich von einem mit viel Make-up gealterten Tonto die wahre Geschichte von John Reid erz\u00e4hlen l\u00e4sst, der durch tragische Umst\u00e4nde zum Lone Ranger wurde.<\/span><\/p>\n<p>Die Beziehung von Tonto und dem rechtschaffenden John Reid ist anf\u00e4nglich von sehr viel gegenseitiger Abneigung gepr\u00e4gt, welche in einer ersten gro\u00dfen Action-Sequenz gipfelt. Diese funktioniert weitaus besser und ist bei weitem witziger, als die Trailer einem vormachen wollten. An diesem Punkt ist der Zuschauer \u00fcberzeugt, einen um L\u00e4ngen besseren Film zu sehen, als N\u00f6rgler und n\u00f6rgelnde Kritiker glauben machen wollten. Doch nach und nach zerf\u00e4llt der Film in viel zu langsam inszenierte und das Tempo brechende Teile. Mal wird \u00fcberfrachtetes Actionkino zelebriert, dann m\u00f6chte LONE RANGER knallharter Western sein. F\u00fcr den konstanten Wechsel von Ton und Stimmung beweist der Regisseur aber kein gl\u00fcckliches H\u00e4ndchen. Dabei entbehren Drehbuch und Regisseur nicht einer gewissen Besonderheit mit ihrem Witz. Das f\u00fchrt ebenfalls die anf\u00e4ngliche Hetzjagd auf den D\u00e4chern der Zug-Waggons vor. Und eine subtilere Art zeigt sich in der Puppe, die es aus einem Fenster weht. Es ist also alles vorhanden, was einen gelungenen Film ausmachen w\u00fcrde. Armie Hammer ist als Lone Ranger wandlungsreicher als man glauben m\u00f6chte, und Johnny Depp als Tonto viel weniger Aufguss von Captain Jack Sparrow als Sp\u00f6tter im Vorfeld ausposaunen mussten.<\/p>\n<p>Es gibt einige unn\u00f6tig brutale Szenen, die eindeutig gegen eine Freigabe ab zw\u00f6lf Jahre sprechen. Dazu geh\u00f6ren einige unsch\u00f6ne Todesarten, wie ein Mann der von Pferden \u00fcberrannt wird, oder der qualvolle Tod eines dem Lone Ranger nahestehenden Menschen. Etwas mehr Familienfreundlichkeit w\u00e4re hier angebracht gewesen, bei einem Film der sowieso nie vorgibt, mehr zu sein, als reines Popcorn-Kino. Nichtsdestotrotz wollte Regisseur Gore Verbinski einen Film machen, der fast 150 Minuten Laufzeit hat. Man mag sich nicht vorstellen, was eine vern\u00fcnftigere Laufzeit von 120 Minuten gebracht h\u00e4tte. Den alle Erfolgszutaten f\u00fcr einen gelungenen Blockbuster-Film sind vorhanden. Vielleicht h\u00e4tte Hans Zimmer Musik etwas mehr Thema und Lautst\u00e4rke vertragen, wie man es von einem sonst gewohnten Hans-Zimmer-Soundtrack gewohnt ist.<\/p>\n<p>Neben seinen perfekten, technischen Attributen, ist THE LONE RANGER einer der ganz wenigen Filme, die 3-D in einem dem Medium angemessenen Rahmen ausnutzen. Und das bedeutet, Bojan Bazelli benutzt den stereoskopischen Effekt, wie er in der puren Unterhaltung viel zu selten genutzt wird. Weder Kamera, noch Regie, geizen mit Effekten die dem Zuschauer alle m\u00f6glichen Dinge um die Ohren fliegen lassen. Da es Filmemacher au\u00dferhalb von Animationsfilmen nicht gelingt, 3-D als zus\u00e4tzliche Erz\u00e4hlebene zu integrieren, sollte man zumindest im reinen Effekte-Bereich mit den M\u00f6glichkeiten des Mediums offensiver umgehen. Und LONE RANGER, beziehungsweise Bojan Bazelli als Kameramann, versteht sehr gut die Effekte f\u00fcr den reinen Unterhaltungswert zu nutzen. Warum auch nicht. All die gro\u00dfen Hollywood-Produktionen, die 3-D als reine Erh\u00f6hung des Eintrittspreises nutzen, anstelle des zu erwartenden Spa\u00dffaktors, sollten einen genauen Blick auf LONE RANGER werfen.<\/p>\n<p>THE LONE RANGER zerf\u00e4llt in seiner H\u00e4lfte, weil die Regie weit mehr wollte, als es einzelne Szenen hergeben w\u00fcrden. Den knallharten Western kann Verbinski genauso inszenieren, wie die losgel\u00f6ste Farce. Das beides am Ende keine homogene Handlung findet, ist den unterschiedlichen Stimmungen der jeweiligen Absicht geschuldet. Das\u00a0 ist eine traurige Tatsache, die dem Rhythmus und dem Gehalt f\u00fcr den Film letztendlich schaden. Lediglich 3-D bringt THE LONE RANGER dorthin, wo er sich auch selbst wissen m\u00f6chte, zum reinen Spa\u00dfkino. Diese Spa\u00dfkino gelingt Verbinski in seiner Inszenierung anf\u00e4nglich ausgezeichnet, wird trotz weiterer guten Ideen und Sequenzen, im sp\u00e4teren Verlauf aber tr\u00f6ge und verliert seinen Schwung. Dennoch sollte LONE RANGER nicht der Ausfall sein, der ihm zu drohen scheint. Da hat die Industrie schon mit ganz anderen Platzpatronen das Publikum aufgeschreckt. Was Disney letztendlich hier falsch gemacht hat, sollten sie sich von ihren Experten erkl\u00e4ren lassen. Trotz offensichtlicher Schw\u00e4chen, wird der Misserfolg nicht wirklich verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/lone-ranger\/the-lone-ranger\/\" rel=\"attachment wp-att-5598\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5598\" alt=\"Lone-Ranger-02, Copyright Walt Disney Studios Motion Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lone-Ranger-02.jpg\" width=\"620\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lone-Ranger-02.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lone-Ranger-02-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Lone-Ranger-02-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller Johnny Depp, Armie Hammer, William Fichtner, Tom Wilkinson, Ruth Wilson, James Badge Dale, Bryant Price, Barry Pepper, Mason Cook, Helena Bonham Carter u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Gore Verbinski<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Justin Haythe, Ted Elliot, Terry Rossio<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Bojan Bazelli<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Craig Wood, James Haygood<\/em><br \/>\n<em> Musik: Hans Zimmer<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Jess Gonchor, Crash McCreery<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 149 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Walt Disney Studios Motion Pictures<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE LONE RANGER &#8211; Bundesstart 08.08.2013 Disney kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, dass sie sich die Marvel-Studios unter den Nagel rei\u00dfen konnten. 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