{"id":5607,"date":"2013-08-10T10:15:38","date_gmt":"2013-08-10T09:15:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=5607"},"modified":"2014-01-30T17:52:49","modified_gmt":"2014-01-30T16:52:49","slug":"42-harrison-ford","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/42-harrison-ford\/","title":{"rendered":"42 ein Home Run"},"content":{"rendered":"<p><em>42 &#8211; Bundesstart 08.08.2013<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/42-harrison-ford\/42-01\/\" rel=\"attachment wp-att-5609\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5609\" alt=\"42-01, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/42-01.jpg\" width=\"300\" height=\"485\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/42-01.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/42-01-123x200.jpg 123w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/42-01-185x300.jpg 185w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Die Nummer 42 auf den Trikots des Major League Baseballs wurde in den Neunzigern in den Ruhestand versetzt. Nur am 15. April jeden Jahres, tragen alle Baseballspieler der amerikanischen Ober-Liga auf dem Trikot die Nummer 42. Keine kuriose Eigenwilligkeit, sondern der tiefe Respekt der Spieler vor einem Mann, der die Liga nicht nur ver\u00e4nderte, sondern auch begann, die Wahrnehmung gegen\u00fcber den Schwarzen bei der wei\u00dfen Bev\u00f6lkerung in Frage zu stellen. Es war der 15. April 1947, und Jackie Robinson beginnt als erster schwarzer Baseballspieler in den Arenen der ausschlie\u00dflich von Wei\u00dfen besetzten Major League eine beispiellose Karriere. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Verantwortlich f\u00fcr diesen Versuch von Ver\u00e4nderungen in einem bornierten System war Branch Rickey, der damalige Manager der Brooklyn Dodgers. Zuerst macht es den Anschein, als w\u00fcrde Branch Rickey nur eine finanzielle L\u00fccke in der Major League schlie\u00dfen zu wollen, n\u00e4mlich mit einem afroamerikanischen Spieler, auch wesentlich mehr afroamerikanische Zuschauer in die Stadien zu locken. Sp\u00e4ter erf\u00e4hrt der Zuschauer die wahren Hintergr\u00fcnde. Doch Rickey verteidigt sich nicht mit einer Rassismus-Debatte, in erster Linie will er Jackie Robinson als Sportler. Doch Robinson ist einer, der sich immer auflehnt, der keinem Streit, keiner herabw\u00fcrdigenden Bemerkung aus dem Weg geht. Das macht ihn gleichzeitig zum Risikofaktor, denn wie man sp\u00e4ter erleben wird, ist es sehr schwer verdaulich, was sich Jackie Robinson von den Zuschauerr\u00e4ngen, oder Spielern anderer Mannschaften anh\u00f6ren muss. Zum Kampf auf dem Spielfeld gesellt sich der Kampf gegen die gesellschaftliche Bosheit.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Mit 42 ist Brian Helgeland ein anr\u00fchrender Film gelungen, der eine harmonische Mischung von Sportfilm und Geschichtsdrama bildet. Auch wenn die Auseinandersetzung mit dem Rassismus die Handlung bestimmt, bilden die Spiele selbst eine gute Br\u00fccke f\u00fcr die in der Bev\u00f6lkerung immer gr\u00f6\u00dfer werdende Akzeptanz gegen\u00fcber Robinson.\u00a0 Doch Helgeland kann es vermeiden, das sich platter Pathos in die Handlung einschleicht, der hinter jeder Szene zu lauern vermag. Sicherlich gibt es Szenen die zu Herz gehen, und Schmerz wie Triumpf zelebrieren. Aber all das bleibt in einem geschmackvollen Rahmen, und macht die Geschichte noch glaubw\u00fcrdiger. Wovor Helgeland allerdings nicht zur\u00fcckschreckt, das ist der offen ausgelebte Rassismus, der oftmals erschreckt, aber vielmehr verst\u00f6rt. Und er erzeugt Wut. 42 wird zu einem Film, der weniger gegen die Diskriminierung appelliert, sondern mehr ein Gesellschaftsbild regeneriert. Ein h\u00e4ssliches, ein sehr fragw\u00fcrdiges Bild. Es gibt eine sehr kurze Szene, in dem \u00e4ltere M\u00e4nner von den R\u00e4ngen unsch\u00f6ne Bemerkungen gegen Robinson auf das Spielfeld br\u00fcllen. Ein kleiner Junge blickt erst verst\u00e4ndnislos um sich, und begreift nicht was da vor sich geht, weil es scheinbar dazu geh\u00f6rt, stimmt der Kleine schlie\u00dflich in die Beleidigungen der Erwachsenen mit ein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Aber genauso ist 42 ein spannender Diskurs \u00fcber einen Mann der, gerade weil er gegen seine Gewohnheiten handelt, \u00fcber sich hinausw\u00e4chst und ein anderes Bild von einem Schwarzen zeigt, als es die wei\u00dfe Bev\u00f6lkerung gerne in ihrer Voreingenommenheit best\u00e4tigt gesehen h\u00e4tte. Chadwick Boseman spielt diesen angefeindeten Mann mit einer \u00fcberzeugenden Leichtigkeit und einnehmender Eleganz, die keine gro\u00dfe Gesten ben\u00f6tigt und auch auf \u00fcberfrachtete Dialoge verzichten kann. Aber auch Harrison Ford versteht zu \u00fcberraschen, der Branch Rickey entgegen seiner gewohnten Manierismen, mit fast comichafter Verschmitztheit darstellt, ohne dabei ins L\u00e4cherliche abzugleiten. Die rastlose Energie von Boseman und die stoische Gem\u00fctlichkeit Fords, erzeugen eine sich gegenseitig aufbauende Dynamik. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auch wenn sich 42 in seinen technischen Aspekten einwandfrei gibt, ist es doch die makellose Inszenierung mit der Brian Helgeland seinen erst vierten Spielfilm zu einem kinematografischen H\u00f6hepunkt macht. Eine starke Geschichte, die ehrlich und ohne Kompromisse erz\u00e4hlt ist. Was sich zuerst wie eine f\u00fcr Hollywood typische Erfolgsgeschichte ausnimmt, entpuppt sich als nervenaufreibender Diskurs durch eine gerne verharmloste \u00dcbergangszeit in Amerikas Vergangenheit. Jackie Robinson begann seine Karriere in den wei\u00dfen Stadien 1947, und erst mehr als zwanzig Jahre sp\u00e4ter fallen die letzten Gesetze, mit denen Schwarze aus der amerikanischen Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Ein latenter Rassismus allerdings, ist noch immer nicht ausger\u00e4umt. 42 ist ein uramerikanischer Film mit einer f\u00fcr Amerika eigenen Geschichte. Somit wird es der Film es auf dem europ\u00e4ischen Markt schwer haben. Aber es ist leicht diese Thematik als amerikanisches Problem abzutun, obwohl es nach wie vor ein weltumspannendes, aber gerne totgeschwiegenes Ph\u00e4nomen ist. Doch weit dar\u00fcber hinaus bleibt 42 ein Film, der seine Aufmerksamkeit verdient hat. Nicht nur durch seine erstklassige, filmische Umsetzung, sondern wegen seiner gerne ignorierten, aber stets aktuellen Geschichte.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/42-harrison-ford\/42-03\/\" rel=\"attachment wp-att-5610\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5610\" alt=\"42-03, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/42-03.jpg\" width=\"620\" height=\"343\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/42-03.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/42-03-200x110.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/42-03-300x165.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Chadwick Boseman, Harrison Ford, Nicole Behane, Christopher Meloni, Ryan Merriman, Lucas Black, Andre Holland u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie &amp; Drehbuch: Brian Helgeland<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Don Burgess<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Peter McNulty, Kevin Stitt<\/em><br \/>\n<em> Musik: Mark Isham<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Richard Hoover<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 128 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Warner Bros.<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>42 &#8211; Bundesstart 08.08.2013 Die Nummer 42 auf den Trikots des Major League Baseballs wurde in den Neunzigern in den Ruhestand versetzt. Nur am 15. April jeden Jahres, tragen alle Baseballspieler der amerikanischen Ober-Liga auf dem Trikot die Nummer 42. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/42-harrison-ford\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[960,959,171,244,717],"class_list":["post-5607","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-im-kino-gesehen","tag-960","tag-chad-bosewick","tag-drama","tag-harrison-ford","tag-sportfilm"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5607","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5607"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5607\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6518,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5607\/revisions\/6518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5607"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5607"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5607"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}