{"id":5660,"date":"2013-08-22T08:00:27","date_gmt":"2013-08-22T07:00:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=5660"},"modified":"2014-01-30T17:47:10","modified_gmt":"2014-01-30T16:47:10","slug":"pain-gain-michael-bay","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/pain-gain-michael-bay\/","title":{"rendered":"PAIN &#038; GAIN, eine echte Anabolikabombe"},"content":{"rendered":"<p><em>PAIN &amp; GAIN &#8211; Bundesstart 22.08.2013<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/pain-gain-michael-bay\/pain-gain-01\/\" rel=\"attachment wp-att-5663\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5663\" alt=\"Pain-Gain-01, Copyright Paramount Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pain-Gain-01.jpg\" width=\"300\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pain-Gain-01.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pain-Gain-01-138x200.jpg 138w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pain-Gain-01-207x300.jpg 207w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ohne Flei\u00df, kein Preis. Die eigentlich korrekte \u00dcbersetzung des Originaltitels, trifft eher Michael Bays Bem\u00fchungen, tats\u00e4chlich eine wahre Geschichte erz\u00e4hlen zu wollen. Zuerst scheint PAIN &amp; GAIN eine dieser realit\u00e4tsfremden Unterhaltungsphantasien zu sein, mit denen Bay ein erwartungsvolles Publikum mit der verf\u00fchrerischen Kunst moderner Stilmittel zu \u00fcberw\u00e4ltigen versteht. \u00dcbermenschliche Helden, aufreizende Frauen, skrupellose Gangster, viel Neonfarben, und jede Menge Kamera-Spielereien. Das Erfolgsrezept von Michael Bay. Nur, dass er diesmal mit verdrehten Rollenklischees arbeiten musste. Denn die Skrupellosen sind dieses mal die Helden, und das \u00dcbermenschliche geht aus dem mutma\u00dflichen Gangster hervor. Einfach hat es sich Michael Bay in seinen Filmen mit den Figuren nie gemacht. Sie waren immer grenzwertige Charaktere, irgendwo zwischen Gut und B\u00f6se, aber stets ehrenwert. Menschen die einem Comic \u00e4hnlichen Universum entsprungen zu sein schienen. Doch hier hat sich Michael Bay einer besonderen Herausforderung gestellt, weil PAIN &amp; GAIN einer wahren Begebenheit zugrunde liegt. Und wer nun glaubt, dass Christopher Markus und Stephen McFeely ihr Drehbuch zugunsten des Popcorn-Kinos sehr freiz\u00fcgig gestalten haben, der irrt gewaltig. Dies ist eine wahre Geschichte, und der Mann, der Bruce Willis auf einen Asteroiden geschickt hat, und gigantische Autobots auf die Welt loslie\u00df, hat diese wahre Geschichte erstaunlich nah an der Realit\u00e4t inszeniert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Schmerz und Ausbeute, Pain &amp; Gain. Das ist Daniel Lugos Blick auf die Welt. Nur in einem perfekten K\u00f6rper kann das Leben lebenswert sein. Dicke Menschen verachtet er, weil sie ihren K\u00f6rper nicht respektieren. Mehr als 5% K\u00f6rperfett, und schon l\u00e4uft die Welt aus dem Ruder. Daniel Lugo ist aber auch Teil des lebenden Organismus der sich Amerika nennt. Er versteht sich als der Muskel, der die Fettzellen verbrennen lassen will. Warum also, soll er am Rande des Existenzminimums leben, wenn andere zu viel von allem haben? Zu Daniel Lugos Verst\u00e4ndnis geh\u00f6rt es, dass man sich nimmt, was man nicht von selbst bekommt. Der K\u00f6rper muss hart trainiert, und ausgewogen ern\u00e4hrt werden. So versteht Lugo sich selbst, und seinen Blick auf Amerika.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als Trainer hat Daniel Lugo die heruntergekommene Body-Builder-Bude Sun Gym zu einem florierenden Gesch\u00e4ft gemacht. Die Sch\u00f6nen und Reichen haben sich eingefunden, die ihren Trainer Lugo als Kumpel ansehen, aber nicht wirklich als einen von Ihnen. Seinem Kollegen Adrian Doorbal geht es nicht anders, Erfolg im Job bedeutet noch lange nicht den finanziellen Segen, den man im wirklichen Leben br\u00e4uchte. Als noch der abgebrannte aber extrem durchtrainierte Paul Doyle im Studio auftaucht, scheint sich ein perfektes Trio gefunden zu haben. Sie entf\u00fchren den Gesch\u00e4ftsmann Victor Kershaw, ein Kunde des Studios, der Lugo viele private Dinge anvertraut hat, und selbst nicht immer den Weg des Gerechten ging. Die Entf\u00fchrer wollen Kershaw dazu bringen, ihnen nach und nach Besitz und Konten zu \u00fcberschreiben. Aber der Kolumbianer\u00a0 Kershaw ist extra aus seinem Land abgehauen, um solchen Dingen wie Entf\u00fchrung und Erpressung zu entgehen und verweigert schon aus Prinzip jede Art von Kooperation. So bleibt dem Trio nur ein Ausweg, den Daniel Lugo scheinbar sehr gerne geht, exzessive Folter um das Ziel von Gl\u00fcck und Reichtum zu erreichen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es gab selbstverst\u00e4ndlich einen Aufschrei der Entr\u00fcstung, als ausgerechnet Michael Bay die Geschichte dieser im Grunde kranken Gangster verfilmte. Man d\u00fcrfe aus grausamen, r\u00fccksichtslosen Menschen, die ohne Skrupel folterten und mordeten, keine sympathischen Hollywood-Loser machen, lautete der Vorwurf. Soweit waren die Argumente durchaus angebracht. Aber Michael Bay ist ein \u00fcberaus schwieriger Spagat gelungen, indem er Lugo und seine Bande anfangs zwar als liebenswerte Verlierer einf\u00fchrt, sie aber sehr schnell als die manischen Idioten darstellt, die sie in Wirklichkeit auch waren. Nat\u00fcrlich kommt man bei einer Produktion dieser Art nicht umhin, den Hauptdarstellern gewisse Sympathiewerte zuzugestehen, daf\u00fcr hat das Drehbuch ihnen ein nicht minder r\u00fccksichts- und skrupelloses Opfer entgegengestellt, das Tony Shaloub mit grandioser Spielfreude erf\u00fcllt.\u00a0 Doch Wahlberg, Johnson und Mackie bleiben mit ihren Rollen keineswegs zur\u00fcck, wenn sie gleichzeitig r\u00fccksichtslose Gangster und \u00fcberforderte Trottel verk\u00f6rpern. In der \u00fcberdrehten Geschichte bleiben sie dennoch authentisch. Es d\u00fcrfte sogar Dwayne Johnsons bisher tiefgr\u00fcndigste Darstellung in seiner Karriere sein. Und dann darf man nat\u00fcrlich die k\u00f6rperlichen Attribute f\u00fcr diese Figuren nicht vergessen, die Wahlberg und Mackie, Johnson schon von Haus auf, mit eisernem Training vor den Dreharbeiten ausbauten, um ihre Charaktere mit der notwendigen, physischen Identifikation zu unterst\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Aber es bleibt ein Film von Michael Bay ohne Kompromisse. \u00dcbers\u00e4ttigte Farben, Bilder extremer Entschleunigung, ausgepr\u00e4gte Kameraperspektiven. In Optik und \u00c4sthetik k\u00f6nnte PAIN &amp; GAIN fast BAD BOYS 3 sein, nur mit vertauschten Rollenklischees. Ein kraftvoller Thriller, dem es nicht an schwarzhumorigen Sequenzen mangelt, eingepackt in Bays visuellen Markenzeichen. Da kann es schnell passieren, dass die Ereignisse auf der Leinwand als \u00fcberspitzte Farce missverstanden werden. Tats\u00e4chlich gibt sich der Film in manchen Teilen als Farce, aber das ist weniger \u00fcberspitzt, als man annehmen m\u00f6chte. Mitten im Film, w\u00e4hrend einer absurden Verfolgungsjagd erscheint pl\u00f6tzlich auf der Leinwand der Untertitel: &#8222;Noch immer nach einer wahren Begebenheit&#8220;. Und das ist keineswegs \u00fcbertrieben. <a href=\"http:\/\/www.miaminewtimes.com\/1999-12-23\/news\/pain-gain\/\">Wer Pete Collins&#8216; Artikel PAIN &amp; GAIN auf der Hompage von &#8218;Miami New Times&#8216; nachlie\u00dft, der wird sich wundern, wie sehr sich Markus und Freely im tieferen Sinne eines glaubw\u00fcrdigeren Drehbuchs zur\u00fcckgenommen haben<\/a>. So misslingt die Entf\u00fchrung von Victor Kershaw im Film in drei slapstick-artigen, aber exzellent umgesetzten Sequenzen, bevor die Lugo-Bande seiner beim vierten Versuch habhaft wird. In Wirklichkeit ben\u00f6tigten die vermeintlichen Entf\u00fchrer ganze acht st\u00fcmperhafte Anl\u00e4ufe. Markus und Freely d\u00fcnnten weite Teile der Geschichte aus, f\u00fchrten verschiedene Charaktere zu einer Figur zusammen, und nahmen nur die notwendigsten dramaturgischen Ver\u00e4nderungen vor. Lediglich die Namen von drei Personen der wahren Ereignisse wurden f\u00fcr das Drehbuch \u00fcbernommen. Doch die Geschichte selbst blieb in ihren Grundz\u00fcgen bis zu ihrem bitteren Ende erhalten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ausgerechnet Michael Bay, Meister der \u00dcberspitzung, Sch\u00f6pfer \u00fcberbordeder Phantasien, hat einen der ganz wenigen Filme geschaffen, bei dem die Schlagzeile einer wahren Geschichte, tats\u00e4chlich die wahre Geschichte wiedergibt. Ohne das der Regisseur auf seine vom Publikum gesch\u00e4tzten Eskapaden verzichten musste. Im Gegenteil, es tut dem Film merklich gut, dass ausgerechnet diese wahre Begebenheit in diesem extrovertierten Stil von Tempo, Farben und Kameraperspektiven umgesetzt wurde. Es gibt dem ernsten Hintergrund der Ereignisse, den unbedingt notwendigen Charakter von absurder Anmut. Das dabei ein exzellenter Thriller mit Action-Einfluss herausgekommen ist, der hervorragend unterh\u00e4lt, ist nicht nur einem tadellosen Drehbuch zu verdanken. Es sind Michael Bays Bem\u00fchungen eine wahre Geschichte erz\u00e4hlen zu wollen, ohne sich selbst zur\u00fcck nehmen zu m\u00fcssen. Diese besondere Herausforderung hat er zum Gefallen seines Publikums fantastisch bew\u00e4ltigt. Ohne Flei\u00df eben kein Preis.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/pain-gain-michael-bay\/pain-gain-02\/\" rel=\"attachment wp-att-5664\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5664\" alt=\"Pain-Gain-02, Copyright Paramount Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pain-Gain-02.jpg\" width=\"620\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pain-Gain-02.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pain-Gain-02-200x117.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Pain-Gain-02-300x175.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Mark Wahlberg, Dwayne Johnson, Anthony Mackie, Tony Shaloub, Ed Harris, Rob Corddry, Bar Paly, Rebel Wilson, Emily Rutherfurd, Ken Jeong u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Michael Bay<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely, nach dem Artikel von Pete Collins<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Ben Sresin<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Tom Muldoon, Joel Negro<\/em><br \/>\n<em> Produktiosdesign: Jeffrey Beecroft<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 129 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Paramount Pictures<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>PAIN &amp; GAIN &#8211; Bundesstart 22.08.2013 Ohne Flei\u00df, kein Preis. 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