{"id":5738,"date":"2013-08-29T11:00:07","date_gmt":"2013-08-29T10:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=5738"},"modified":"2013-08-29T19:21:46","modified_gmt":"2013-08-29T18:21:46","slug":"r-i-p-d","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/r-i-p-d\/","title":{"rendered":"R.I.P.D. schie\u00dft weit daneben"},"content":{"rendered":"<p><em>R.I.P.D. &#8211; Bundesstart 29.08.2013<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/r-i-p-d\/ripd-01\/\" rel=\"attachment wp-att-5741\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5741\" alt=\"RIPD-01, Copyright Universal Pictures \/ Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/RIPD-01.jpg\" width=\"620\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/RIPD-01.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/RIPD-01-200x82.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/RIPD-01-300x124.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Man muss Peter Lenkovs Graphic Novel nicht gelesen haben, um die Filmversion von R.I.P.D. richtig einordnen und bewerten zu k\u00f6nnen. Als Detective Nick Walker der Bostoner Polizei bei einem Einsatz ums Leben kommt, f\u00fchrt sein Seelenweg nicht geradewegs in den Himmel, oder gar in die H\u00f6lle, wof\u00fcr es auch ein paar Gr\u00fcnde geben k\u00f6nnte. Sein Zwischenstopp nennt sich das Rest in Peace Department, eine \u00fcberirdische Institution f\u00fcr ehemalige Gesetzesh\u00fcter, die Seelen jagen und eliminieren m\u00fcssen, die sich weigern den letzten Weg nach oben oder nach unten zu gehen, und lieber weiterhin in Menschenform auf Erden wandeln. Es klingt wie eine witzige Pr\u00e4misse, entpuppt sich allerdings als filmischer Overkill. Was immer R.I.P.D. anf\u00e4ngt, tut er stets mit einer Spur zu viel. Zu viel Emotionen, zu viel Klamauk, zu viel visuelle Effekte. Und bei allem sp\u00fcrt man, dass es nicht dem Film dient, sondern eine \u00fcberreizte Anbiederung an ein spa\u00dfhungriges Publikum ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><br \/>\n<!--more-->Es gibt einige \u00e4u\u00dferst witzige Momente, zum Beispiel wie die eigentlich toten Polizisten von den Menschen auf der Erde wahrgenommen werden. Oder Mary-Louise Parkers todernste Darstellung der R.I.P.D.-Direktorin, die sich mit trockenen Einzeilern Respekt verschafft. Und dann nat\u00fcrlich Jeff Bridges, ein von Damenkn\u00f6cheln besessener Wild-West-Marshall, bei dem immer wieder die harte Schale aufbricht. Bei Bridges wird erneut klar, dass er von Film zu Film, und mit fortschreitendem Alter, alles und jeden mit grandioser Leichtigkeit darstellen kann. Doch Bridges stiehlt keine Szenen, er l\u00e4sst sich so weit auf Ryan Reynolds ein, dass auch dieser eine \u00fcberzeugende Figur macht. Was bisher bei Reynolds nicht immer gegeben war. Auf der darstellerischen Seite kann R.I.P.D. also vollkommen \u00fcberzeugen. Doch f\u00fcr den ganzen Rest gilt immer noch, alles viel zu viel.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die tragische Beziehung zwischen Nick und seiner trauernden Frau, die verunstalteten Figuren der fl\u00fcchtenden Seelen, der unerm\u00fcdliche Einsatz Computer generierter Bilder, und nat\u00fcrlich die Pr\u00e4misse des nahenden Weltuntergangs. Das R.I.P.D. in der Hoffnung inszeniert wurde, eine neue Filmreihe ins Leben zu rufen, kann bei einer 130 Millionen Dollar Produktion nicht \u00fcberraschen. Dass das Drehbuch und Robert Schwentkes Inszenierung allerdings alles daran setzte, diesen ersten Teil gleich wie einen vollkommen \u00fcberzogenen dritten Teil aussehen zu lassen, strapaziert selbst abgebr\u00fchteste Popcorn-Verehrer. Doch damit ist es l\u00e4ngst nicht genug. Denn entlang des narrativen Weges beginnt sich der Zuschauer schnell zu fragen, ob das alles wirklich Sinn macht. Was bei einem jugendlichen Publikum f\u00fcr ausgelassenen Spa\u00df sorgt, kommt der gereifte Genre-Freund nicht umhin, die Grundgeschichte ganz schnell zu hinterfragen. Aber nicht nur dieses. Denn da ist ausgerechnet Kevin Bacon als bester Freund der Hauptfigur. Wie wird das wohl ausgehen? Es ist atemberaubend vorhersehbar, welchen Verlauf die Handlung nehmen, und auf was der Showdown hinauslaufen wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">R.I.P.D. hat einige gute Momente, Darsteller-Momente. Bridges und Parker sind gro\u00dfartig, selbst Reynolds macht eine weit bessere Figur, als man von ihm gewohnt ist. Auf der anderen Seite ist da Kevin Bacon, der zu hundert Prozent erf\u00fcllt, was das Klischee vorgibt, welches in der Filmgeschichte unz\u00e4hlige Male bem\u00fcht wurde.\u00a0 Es ist ein steter Wechsel von unbefriedigender Vorhersehbarkeit, \u00fcberzogenem Produktionsdesign und nicht ausgesch\u00f6pfter Originalit\u00e4t. Das R.I.P.D unentwegt den Eindruck einer abgewandelten, aber offensichtlich kopierten Form von MEN IN BLACK erweckt, wird den angedachten Spa\u00dffaktor nur noch weiter einschr\u00e4nken. Dieser Film ist gut gemeint, und will dies mit allen Versatzst\u00fccken erreichen. Er will dem Zuschauer alles geben, und gibt dabei viel zu viel. Er m\u00f6chte unbedingt auf Nummer sicher gehen, und verliert dabei jede Chance auf Originalit\u00e4t. Es gibt diese guten Szenen, die das eigentliche Potential hinter der Inszenierung offenbaren. Genutzt wurden diese M\u00f6glichkeiten nicht, und dadurch wurde R.I.P.D. beliebig. Schade um diese einzigartige Vorstellung eines grandiosen Jeff Bridges.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/r-i-p-d\/ripd-s2\/\" rel=\"attachment wp-att-5740\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5740\" alt=\"RIPD-2, Copyright Universal Pictures \/ Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/RIPD-\u00df2.jpg\" width=\"620\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/RIPD-\u00df2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/RIPD-\u00df2-200x96.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/RIPD-\u00df2-300x145.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Ryan Reynolds, Jeff Bridges, Kevin Bacon, Mary-Louise Parker, James Hong, Marisa Miller, Stephanie Szostak, Robert Knepper u.v.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Robert Schwentke<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Phil Harris, Matt Manfredi, nach dem Comic von Peter M. Lenkov<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Alwin H. K\u00fcchler<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Mark Helfrich<\/em><br \/>\n<em> Musik: Christophe Beck<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Alec Hammond<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 96 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Universal Pictures \/ Universal Pictures International<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R.I.P.D. &#8211; Bundesstart 29.08.2013 Man muss Peter Lenkovs Graphic Novel nicht gelesen haben, um die Filmversion von R.I.P.D. richtig einordnen und bewerten zu k\u00f6nnen. 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