{"id":5815,"date":"2013-09-05T07:46:12","date_gmt":"2013-09-05T06:46:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=5815"},"modified":"2013-09-05T07:47:10","modified_gmt":"2013-09-05T06:47:10","slug":"white-house-down","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/white-house-down\/","title":{"rendered":"WHITE HOUSE DOWN geht unter"},"content":{"rendered":"<p><em>WHITE HOUSE DOWN &#8211; Bundesstart 05.09.2013<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/white-house-down\/white-house-down-1\/\" rel=\"attachment wp-att-5818\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5818\" alt=\"White-House-Down-1, Copyright Columbia Pictures \/ Sony Pictures Releasing\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-1.jpg\" width=\"620\" height=\"272\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-1.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-1-200x87.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-1-300x131.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a> <span style=\"color: #000000;\">Die elfj\u00e4hrige Emily empf\u00e4ngt fr\u00fch morgens eine Textnachricht, dass der amerikanische Pr\u00e4sident auf dem R\u00fcckweg zum Wei\u00dfen Haus sei. Mit gl\u00fchenden Augen ersp\u00e4ht sie gleich darauf Marine One im r\u00f6tlichen Morgenlicht. Wir wissen bei einem Film von Roland Emmerich, in dem es um das Wei\u00dfe Haus geht, dass dieses M\u00e4dchen wichtig werden wird. Gleich darauf wird Pr\u00e4sident Sawyer einen Flugbefehl geben, der allen Protokollen widerspricht, aber dennoch umgesetzt wird, weil es eben ein Film von Roland Emmerich ist. Kurz darauf tritt James Woods ins Bild, ein scheinbar loyaler Mitarbeiter des Pr\u00e4sidenten. Es gibt zu diesem Zeitpunkt noch keinen kriminellen Drahtzieher des zu erwartenden Szenarios, und dann ist da James Woods. Das nimmt dann ein wenig von der Spannung, denn es ist ein Film von Roland Emmerich. Dann gibt es diesen Sicherheitspolizisten Cale, der sich erfolglos f\u00fcr den Secret Service bewirbt, um f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten zu arbeiten, aber f\u00fcr diesen Job ungeeignet scheint. Cale ist die Hauptfigur, was also wird passieren? Ach ja, Cale ist der entfremdete Vater von Emily, die mit ihrem Vater zuf\u00e4llig eine Touristentour durch das Wei\u00dfe Haus macht, als ganz unerwartet Terroristen denn Amtssitz st\u00fcrmen. Wer denkt, dass die junge Emily sp\u00e4ter noch eine Hilfe f\u00fcr die vielen Best ausgebildeten Sicherheitsleute sein wird, der muss wohl glauben, dies sei ein Film von Roland Emmerich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Deutsche Regisseure haben schon immer die f\u00fcr das amerikanische Publikum patriotischsten Filme gemacht. AIR FORCE ONE, IN THE LINE OF FIRE, und Emmerich zum Beispiel mit THE PATRIOT und vor allem INDEPENDENCE DAY. Was Emmerich allerdings mit WHITE HOUSE DOWN umgesetzt hat, dass spottet allen Beschreibungen von patriotischen Filme. Aber, denn es ist eben doch ein Film von Roland Emmerich, es spottet allen Formen und Klischees des reinen Popcorn-Kinos, welches der Baden-W\u00fcrttenberger in diesem Ausma\u00df letztendlich nicht unerheblich mit beeinflusst hat. Man darf nichts sagen, gegen sinnentleerte Unterhaltung mit puren Schauwerten. Dazu ist Kino auch erfunden und weiterentwickelt worden. Und Jahr f\u00fcr Jahr werden Filme auf den Markt geworfen, welche die Intelligenz eines interessierten Publikums absolut mit den F\u00fc\u00dfen treten. Aber sogenannte Tentpole-Filme, hoch budgetierte Prestige-Projekte sollten auf einer anderen Ebene funktionieren. Sie sollten den Unterhaltungswert hochhalten, ohne die Intelligenz des Publikums in Frage zu stellen. Sie m\u00fcssen auf einer puren Ebene von Erwartungshaltung und Erf\u00fcllung interagieren. Wie DAY AFTER TOMORROW, wo das Szenario genug Spekulationsfreiraum f\u00fcr das Publikum lie\u00df. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/white-house-down\/white-house-down-2\/\" rel=\"attachment wp-att-5819\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5819\" alt=\"White-House-Down-2, Copyright Columbia Pictures \/ Sony Pictures Releasing\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-2.jpg\" width=\"620\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-2-200x121.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-2-300x182.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/span><\/a>WHITE HOUSE DOWN dreht sich nicht um eine spekulative Naturkatastrophe, auch nicht um eine, nat\u00fcrlich, fiktive Alien-Bedrohung. Es geht um das Wei\u00dfe Haus, um das Fundament der freien Welt, das Sinnbild von Demokratie und Rechtschaffenheit. Vor allem geht es um das bestgesch\u00fctzte Anwesen der Welt, schon lange vor dem elften September. Nat\u00fcrlich muss auch hier nicht die Realit\u00e4t in unertr\u00e4glicher H\u00e4rte angewendet werden. Aber k\u00f6nnte man dem Zuschauer nicht dennoch das Gef\u00fchl vermitteln, dass man ihn ernst nimmt, oder zumindest nicht f\u00fcr vollkommen verbl\u00f6det h\u00e4lt. Die Eingangsminuten von WHITE HOUSE DOWN zeigen noch im von Musik geschw\u00e4ngerten Pathos, wie unvorstellbar aufwendig, aber auch effektiv die Sicherheitsvorkehrungen nicht nur um den Amtssitz, sondern in ganz Washington funktionieren. Und dann \u00fcbernehmen f\u00fcnf als Hausmeister verkleidete Terroristen mit handels\u00fcblichen Handfeuerwaffen das Wei\u00dfe Haus. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der \u00c4rger bleibt nicht aus, weil man so etwas von einem billigen Fernsehfilm nicht erwarten w\u00fcrde, in einer 130 Millionen Dollar Produktion allerdings vorgesetzt bekommt. Kein Grund ist zu dumm, um den Pr\u00e4sident nicht aus der Gewalt der Terroristen zu lassen. Wie in der gepanzerten Limousine, mit der das Staatsoberhaupt und sein Retter in voller Fahrt auf den Zaun zuhalten, und damit ganz schnell in Sicherheit w\u00e4ren. Aber w\u00e4hrend alle Sicherheitsvorkehrungen fehlschlagen, b\u00f6se Jungs drau\u00dfen zu halten, wird ganz schnell eine obskure Sicherheitsvorkehrung gefunden, durch die nichts und niemand das Gel\u00e4nde des Wei\u00dfen Hauses verlassen kann. Ehrlich? <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Kein Frage, Roland Emmerich hat das Tempo und die Aktion perfekt im Griff. Ohne Atempause geht es von einer tadellos inszenierten Actionsequenz in die n\u00e4chste, auch wenn diese nur der reinen Unterhaltung unterworfen sind, und zu keinem Zeitpunkt der Logik. In Zusammenarbeit mit dem Set-Design und der Ausstattung, konnte Emmerich auf einen nicht unerheblichen Charakter zur\u00fcckgreifen, der wirklich in allen Belangen \u00fcberzeugt. Es ist die Kulissen des Wei\u00dfen Haus selbst. Ja, Emmerich kann inszenieren, auch wenn dem letzte bisschen Realit\u00e4t in den Arsch getreten wurde. Und so hat er es geschafft, die mehr als zweihundert Zimmer des Pr\u00e4sidentenhauses zu einem fast organisch anmutenden Charakter mit eigener Identit\u00e4t zu machen, in dem die sich bek\u00e4mpfenden Figuren wie Geschw\u00fcre durch ein Labyrinth von resistenten Organen bem\u00fchen. Und erneut muss ein Ja gezollt werden, wenn es um den gelungenen Unterhaltungswert von Emmerichs Stil geht. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch wer viel Gutes in Roland Emmerichs Absichten sehen m\u00f6chte, dem lege man die Qualit\u00e4t der Visuellen Effekte nahe. Seit Anbeginn seiner Karriere, hat sich der nach Hollywood verwurzelte Emmerich seiner Urspr\u00fcnge in Baden-W\u00fcrttenberg bedient, und aufstrebenden Studenten aus der Ludwigsburger Filmakademie eine sehr eigenn\u00fctzige Chance im Bereich der Computer generierten Bilder geschaffen. Was bis zu INDEPENDENCE DAY aus dem Schwaben-L\u00e4ndle noch State-of-the-Art f\u00fcr den Hollywood-Standard bedeutete, erinnert bei WHITE HOUSE DOWN eher an ungelenken Finger\u00fcbungen f\u00fcr Akademie-Abg\u00e4nger. Ob Apache-Gegenangriffe, oder der Abschuss von Airforce One, aber auch die finale Bombardierung des Regierungssitzes zeigen die optische Qualit\u00e4t eines visuellen Fortschrittes von Computer generierten Bilder aus dem letzten Jahrtausend. Noch immer die qualitativ beste M\u00f6glichkeit einer Umsetzung von Computer-Effekten des letzten Jahrhunderts, aber in dreizehn Jahre hat sich in diesem Bereich doch mehr als genug getan.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Inszenierung passt, die Geschichte in keiner Weise. Als das Dreiergespann von allzu offensichtlich mit dem Computer erschaffenen Abfangj\u00e4gern am Ende auf das Wei\u00dfe Haus zuh\u00e4lt, um es in Schutt und Asche zu legen, kommt Emily mit einer geschwenkten Pr\u00e4sidenten-Standarte in den Garten des Wei\u00dfen Hauses gelaufen, um den Angriff abzuwehren. Das muss funktionieren, weil es ein amerikanisches M\u00e4dchen mit elf Jahren ist. Und das \u00fcberstimmt nat\u00fcrlich erwachsene Jetpiloten, die knallhart auf solche Situationen trainiert wurden. Es geht aber auch wirklich nichts \u00fcber eine geschwenkte Pr\u00e4sidenten-Standarte. Nicht nur, weil es ein Film von Roland Emmerich ist. Oder vielleicht doch? Man sollte in Betracht ziehen, dass dieser Film nicht das Geringste mit Emmerichs bisherigen Inszenierungen gemein hat, weil er unversch\u00e4mter, realit\u00e4tsferner, unreflektierter und unehrlicher mit den Erwartungen des Publikums spielt. Das gro\u00dfe Kino verdichtet sich zum Ego-Lauf eines von sich \u00fcberzeugten Filmemachers, der losgel\u00f6stes Popcorn-Kino nicht mehr wirklich versteht. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ebenfalls zum Anfang von WHITE HOUSE DOWN, fragt die Pr\u00e4sidentengattin ihren Mann, ob er denn noch seine alte Taschenuhr bei sich trage. Wenn Jamie Foxx, der brutal viel Barack Obama in seine Rolle einflie\u00dfen l\u00e4sst, darauf antwortet, das er besagte Taschenuhr direkt rechts neben seinem Herzen tr\u00e4gt, dann\u00a0 muss der cinephile Kinog\u00e4nger einfach fragen, ob diese Anspielung f\u00fcr den weiteren Verlauf der Handlung wichtig sein k\u00f6nnte. Herr Gott, es ist ein Film von Roland Emmerich. Nat\u00fcrlich wird diese Uhr, die direkt neben dem Herz des Pr\u00e4sidenten ruht, auch dessen Leben vor einer Kugel retten. Und wer sich an dieser Stelle \u00fcber Spoiler beschwert, der sollte, bitte sch\u00f6n, \u00d6fters ins Kino gehen. Oder zuk\u00fcnftige Filme von Roland Emmerich meiden.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/white-house-down\/white-house-down-3\/\" rel=\"attachment wp-att-5820\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5820\" alt=\"White-House-Down-3, Copyright Columbia Pictures \/ Sony Pictures Releasing\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-3.jpg\" width=\"620\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-3.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-3-200x117.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/White-House-Down-3-300x176.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Channing Tatum, Jamie Foxx, Joey King, Maggie Gyllenhaal, Jason Clarke, James Woods, Richard Jenkins, Nicolas Wright, Michael Murphy, Rachelle Lefevrw u.v.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Roland Emmerich<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: James Vanderbilt<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Anna Foster<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Adam Wolfe<\/em><br \/>\n<em> Musik: Harald Kloser, Thomas Wander<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Kirk M. Petruccelli<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\nz<em>irka 131 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Columbia Pictures \/ Sony Pictures Releasing<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WHITE HOUSE DOWN &#8211; Bundesstart 05.09.2013 Die elfj\u00e4hrige Emily empf\u00e4ngt fr\u00fch morgens eine Textnachricht, dass der amerikanische Pr\u00e4sident auf dem R\u00fcckweg zum Wei\u00dfen Haus sei. Mit gl\u00fchenden Augen ersp\u00e4ht sie gleich darauf Marine One im r\u00f6tlichen Morgenlicht. 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