{"id":5958,"date":"2013-10-04T18:50:36","date_gmt":"2013-10-04T17:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=5958"},"modified":"2013-10-04T18:50:36","modified_gmt":"2013-10-04T17:50:36","slug":"liberace-behind-the-candelabra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/liberace-behind-the-candelabra\/","title":{"rendered":"LIBERACE &#8211; zuviel von allem ist wundervoll"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>BEHIND THE CANDELABRA &#8211; Bundesstart 03.10.2013<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/liberace-behind-the-candelabra\/behind-the-candelabra-1\/\" rel=\"attachment wp-att-5963\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5963\" alt=\"Behind-the-Candelabra-1, Copyright HBO Films \/ DCM Film Distribution\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Behind-the-Candelabra-1.jpg\" width=\"300\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Behind-the-Candelabra-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Behind-the-Candelabra-1-157x200.jpg 157w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Behind-the-Candelabra-1-236x300.jpg 236w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Filme von Steven Soderbergh sind eigentlich kein Kassengift. Sie sind allerdings schwer kalkulierbare Projekte. Da gibt es den sperrigen CHE Zweiteiler, den besten Pandemie-Thriller mit CONTAGION, oder den luftig losgel\u00f6sten MAGIC MIKE. Filme die nicht im Geringsten zusammen passen, dann aber doch zusammengeh\u00f6ren, weil sie alle mit einer stringenten Motivation inszeniert sind. Mit der Liberace-Biografie verh\u00e4lt es sich nicht anders, und wird deswegen von allen gro\u00dfen Studios abgelehnt. Trotz Michael Douglas, trotz Matt Damon, und, man kommt nicht daran vorbei, trotz Steven Soderbergh. Alles viel zu schwul, lautete die offene, aber wenigstens ehrlich Absage. Viel zu schwul, hie\u00df es an allen T\u00fcren. Die Bigotterie und der Puritanismus im Gottes eigenem Land wird wieder einmal best\u00e4tigt. Ein Umdenken in der Fernsehlandschaft l\u00e4sst sich in Amerika am leichtesten beobachten. Das Bezahlfernsehen schafft, was Hollywood noch immer nicht begriffen hat. Schon seit Jahren findet ein Wandel statt, der das Kino als Leitmedium in der Unterhaltungsindustrie abl\u00f6sen kann, weil Fernsehsender ihr Publikum ernst nehmen. Und in diesem Zug hat das Bezahlvorbild HBO, Steven Soderbergh mit offenen Armen, und Sinn f\u00fcrs Gesch\u00e4ftliche empfangen. BEHIND THE CANDELABRA hei\u00dft die teilweise erschreckend offene Biografie, \u00fcber den Virtuosen am Klavier, aber auch den selbstverliebten Soziopathen hinter den Kulissen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Eigentlich ist es die Geschichte aus der Sicht des jungen Scott Thorson, der dem exaltierten Entertainer nach einer Show in Las Vegas begegnet. Mehrere Jahre verbringen Liberace und Scott in einer grellen Beziehung, bei der sich Scott in Reichtum und Ma\u00dflosigkeit wohl f\u00fchlt, Liberace auf der anderen Seite Scott als pers\u00f6nlichen Popanz benutzt. Die Beziehung verl\u00e4uft f\u00fcr beide perfekt, bis bei Auftritten, hinter der B\u00fchne immer wieder ein neues, ein j\u00fcngeres Gesicht auftaucht, das Scott seinen Platz streitig macht. Mit Erfolg. Scott wird vor die prunkvollen T\u00fcren gesetzt. Allerdings hat er sich so an das ausschweifende Leben gew\u00f6hnt, dass er beschlie\u00dft, seinen ehemaligen Liebhaber auf Schadenersatz zu verklagen.<\/span> <span style=\"color: #000000;\">Doch der Film ist keine harte Abrechnung, auch kein Vorf\u00fchren dieser schillernden Figur. Hier wird kein Schuldiger gesucht, niemand zum B\u00f6sen gemacht. Die Handlung h\u00e4lt stets die Waage zwischen Liberace und Scott, die gleicherma\u00dfen die Schuld an ihren Miseren tragen. Ein ausgewogener Blick auf beide Figuren, der sehr gut tut, und keine k\u00fcnstliche Kontroverse sucht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Soderbergh erz\u00e4hlt nicht nur in berauschenden Bildern, wo er die Welt des Liberace sp\u00fcrbar werden l\u00e4sst. Immer wieder wechseln die Stimmungen in den Aufnahmen, um die emotionale Ebene zu erweitern. So inszeniert er zum Beispiel Matt Damon als Scott stark in den Vordergrund und Douglas als Liberace in Entfernung als Hintergrund, wenn die Beziehung beginnt, erste Risse zu zeigen. Oder er setzt beide Darsteller auf eine optische Ebene, wenn sie intimer werden. Bei den Auftritten selbst wird der Entertainer stets aus der Distanz seines Publikums gezeigt. Eine Distanz, die verdeutlicht, wie fern die wahre Pers\u00f6nlichkeit des Klavier-K\u00fcnstlers seinen begeisterten Anh\u00e4ngern ist, wo der private Liberace nur den Schein vermittelt, vom einschmeichelnden Entertainer nicht getrennt werden zu k\u00f6nnen. Bei seinen 36 Regiearbeiten hat Soderbergh unter dem Pseudonym Peter Andrews 21 Mal selbst die Kamera gef\u00fchrt. Und es ist immer wieder eine Vergn\u00fcgen, diese Bilder auf sich wirken zu lassen, und mit ihnen den jeweiligen Film tiefer zu erkunden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">BEHIND THE CANDELABRA besticht aber auch in den Details, wie Liberaces B\u00fchnenkost\u00fcme, oder sein protziger Palast. In einer kurzen Szene sieht man in einer Totalen sogar einen kleinen Hundehaufen auf dem Marmor, die die Scho\u00dfh\u00fcndchen gerne einmal hinterlassen. Nicht wesentlich, aber eindringlicher auf seiner realen Ebene. Doch tats\u00e4chlich gewinnt der Film erst mit seinen beiden Darstellern, die nicht nur optisch eine \u00fcberw\u00e4ltigende \u00c4hnlichkeit zu ihren Figuren aufweisen, obwohl Douglas wesentlich j\u00fcnger ist, als Liberace zu dieser Zeit, und Damon hingegen viel \u00e4lter als der reale Scott. Ihre Darstellung hat etwas verspieltes, sehr unbek\u00fcmmert agieren sie selbst in den \u00fcberraschend freiz\u00fcgigen Szenen. Lediglich Michael Douglas\u2019 Imitation von Stimme und Diktion Liberaces, dieses leicht tuntige und stets anbiedernde, schl\u00e4gt manchmal etwas aufs Gem\u00fct, auch wenn sie dem Original perfekt nachempfunden sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sind einzelne Bereiche wie Kamera, Darsteller und Produktionsdesign erstklassig, ist BEHIND THE CANDELABRA im Ganzen kein Film der durchweg \u00fcberzeugt. Es hakt immer ein bisschen am Tempo, aber auch an der Handlung selbst, die ab und an auf der Stelle tritt. Zudem war es auch nicht unbedingt notwendig, den Film f\u00fcr die au\u00dferamerikanischen M\u00e4rkte ins Kino zu bringen. Denn es f\u00e4llt auf, dass er als TV-Film konzipiert wurde. Aber es ist eine sehr interessante Perspektive, die Soderbergh gefunden hat, nicht das Leben, aber den Charakter dieser schillernden Pers\u00f6nlichkeit zu beleuchten. Ein sehenswerter, unterhaltsamer und fantastisch gespielter Film, der allerdings ohne das Substantiv \u201eMuss\u201c l\u00e4uft.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/liberace-behind-the-candelabra\/behind-the-candelabra-2\/\" rel=\"attachment wp-att-5964\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5964\" alt=\"Behind-the-Candelabra-2, Copyright HBO Films \/ DCM Film Distribution\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Behind-the-Candelabra-2.jpg\" width=\"620\" height=\"412\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Behind-the-Candelabra-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Behind-the-Candelabra-2-200x132.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Behind-the-Candelabra-2-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Matt Damon, Michael Douglas, Scott Bakula, Dan Aykroyd, Debbie Reynolds, Rob Lowe u.v.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: Steven Soderbergh<\/em><br \/>\n<em>Drehbuch: Richard LaGravenese, nach dem Buch von Scott Thorson und Alex Thorleifson<\/em><br \/>\n<em>Kamera: Peter Andrews (Soderbergh)<\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: Mary Ann Bernard (Soderbergh)<\/em><br \/>\n<em>Musik: Marvin Hamlisch<\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign: Howard Cummings<\/em><br \/>\n<em>USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em>zirka 118 Minuten<\/em><\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\">Bildquelle: <strong>HBO Films \/ DCM Film Distribution<\/strong><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BEHIND THE CANDELABRA &#8211; Bundesstart 03.10.2013 Filme von Steven Soderbergh sind eigentlich kein Kassengift. 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