{"id":6095,"date":"2013-11-07T07:39:42","date_gmt":"2013-11-07T06:39:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=6095"},"modified":"2013-11-07T07:40:26","modified_gmt":"2013-11-07T06:40:26","slug":"youre-next","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/youre-next\/","title":{"rendered":"YOU&#8217;RE NEXT"},"content":{"rendered":"<p><em>YOU&#8217;RE NEXT &#8211; Bundesstart 07.11.2013<\/em><\/p>\n<h5>Die Besprechung bezieht sich auf die amerikanische Originalfassung im Rahmen des Fantasy Filmfest<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/youre-next\/youre-next-2-2\/\" rel=\"attachment wp-att-6098\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6098\" alt=\"Youre-Next-2, Copyright Lionsgate \/ Splendid Films\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Youre-Next-21.jpeg\" width=\"300\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Youre-Next-21.jpeg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Youre-Next-21-135x200.jpeg 135w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Youre-Next-21-202x300.jpeg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Noch bevor Simon Barrett an der Tastatur und Adam Wingard vom Regiestuhl aus, Horrorfreunde mit zwei Teilen V\/H\/S und dem ABC OF DEATH erfreuten, war da ein besserer, weit unterhaltsamerer Film von ihnen, der allerdings verk\u00fcmmernd auf Halde lag. YOU\u2019RE NEXT war bereits 2011 produziert, und fand lediglich auf dem Toronto International Film Fest und dem Fantastic Fest ein begeistertes Publikum. Lionsgate hatte zwar umgehend die Rechte erworben, lie\u00df sich aber trotz vehementer Nachfrage und einhergehenden Protesten zwei Jahre lang Zeit. Dabei waren die Macher mit A HORRIBLE WAY TO DIE bei Genre-Freunden schon vorher l\u00e4ngst bekannt geworden,\u00a0 so w\u00e4re YOU\u2019RE NEXT eigentlich schon damals eine sichere Sache gewesen. Daf\u00fcr ist die Freude nun umso gr\u00f6\u00dfer, dass dieses durchaus ansehnliche Blut-Fest nun endlich doch den Weg in die Multiplexe weltweit findet. Nicht weil er den Slasher-Film neu erfindet, aber sich weit vom Horror-Einerlei im Allgemeinen abhebt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Die Familie Davison versammelt sich im Landhaus f\u00fcr einen angedacht vergn\u00fcglichen Hochzeitstag der Eltern Paul und Aubrey. Von den f\u00fcnf P\u00e4rchen, zeigt sich lediglich Erin, die neue aber wesentlich j\u00fcngere Freundin von Sohn Crispian, sehr entspannt. Die Spannung zwischen den Familienmitgliedern ist unverkennbar, doch bevor kl\u00e4rende Wort eventuelle Probleme l\u00f6sen k\u00f6nnten, l\u00f6st sich vor dem Haus ein Pfeil aus einer Armbrust und t\u00f6tet den Ersten im Inneren. Drei mit Waffen und Tiermasken ausgestattete M\u00e4nner versuchen jeden im Haus zu dezimieren. In der allgemeinen Panik, bewahrt lediglich Erin stets einen klaren Kopf, und was f\u00fcr die Angreifer wie eine einfache Sache begann, wird zum blutigen Spie\u00dfrutenlauf auf beiden Seiten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Home-Invasion-Thriller, den man weniger originell mit Hausfriedensbruch \u00fcbersetzen m\u00fcsste, ist ein Sub-Genre mit unglaublich vielen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten. Der Psychothriller findet darin ebenso Platz, wie das einfach Drama, oder eben der \u00dcberbegriff Horror. Bemerkenswerte Beispiele in j\u00fcngster Zeit waren da die beiden FUNNY GAMES Varianten oder THE STRANGERS. Doch auch aus \u00e4lteren Kinojahren blieben Thriller wie DU LEBST NOCH 105 MINUTEN oder AN EINEM TAG WIE JEDER ANDERE im Ged\u00e4chtnis. Adam Wingard und Simon Barrett verstehen sich auf raffinierten Slasher, und konzipierten sie eben auch dementsprechend ihren Film in diese Richtung. Dabei finden sie genau den richtigen Ton und Rhythmus. Nach einem eher herk\u00f6mmlichen Epilog, der nur scheinbar unmotiviert eingef\u00fcgt wurde, geht es \u00fcber zu Familie Davison, die sich nach und nach im Landsitz einfindet. In diesem Rahmen kommt es tats\u00e4chlich zum einzigen Spannungsmoment, der wirklich unoriginell und \u00fcberstrapaziert ist, wenn sich dem angespannt suchenden Vater unvermittelt von hinten die Hand des Sohnes auf die Schulter legt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das der f\u00fcr den Zuschauer unbekannte, schwellende Konflikt der Familie nicht offen ausbricht, gibt der Handlung im Verlauf noch einmal extra spannende Momente. Nach einer geruhsamen, aber stimmungsvollen Einleitung, beginnt Wingard nach und nach das Tempo anzuheben. Immer brutaler, immer verworrener wird die Situation im Haus, und wer es nach drau\u00dfen schafft, wird nicht unbedingt Erfolg mit seinen Absichten haben. Der Film folgt einem kontinuierlichen Rhythmus, der nichts \u00fcbereilt, aber den Zuschauer auch nicht warten l\u00e4sst, sondern immer auf Spannung h\u00e4lt. Dazu gibt es im letzten Drittel eine nicht \u00fcberraschende, aber originelle Wende. Am Ende noch einmal eine \u00dcberraschung, die von Genre-Kennern vielleicht schon vorher durchschaut wird, die einem aber auch durch den stetigen Thrill entgangen sein k\u00f6nnte, und daf\u00fcr umso mehr blutige Freude bereitet. Wingard und Kameramann, sprich Bildgestalter Andrew Droz Palermo haben sich f\u00fcr leicht ents\u00e4ttigte Farben und eine eher weiche Ausleuchtung entschieden, die weniger Authentizit\u00e4t vermittelt, als vielmehr den Look von d\u00fcsteren Grusel-Filmen der 1970er und \u201380er, wie WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN, oder die WIEGE DES B\u00d6SEN Respekt zollt. Nat\u00fcrlich war das damals dem Farbspektrums des Filmmaterials geschuldet und nicht einer beabsichtigten Stimmung, und vergleichen kann man YOU\u2019RE NEXT ebenso wenig mit diesen Klassikern, aber als Reminiszenz funktioniert es atmosph\u00e4risch hervorragend.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein ganz gro\u00dfes Extra sind die relativ unbekannten Darsteller, bis vielleicht Barbara Crampton als Mutter Aubrey, die Genre-Affinen hier und da aufgefallen sein d\u00fcrfte. Die Australierin Sharni Vinson meistert ihre Rolle mit beharrlicher Glaubw\u00fcrdigkeit. Angst, Wut und Entschlossenheit bilden bei ihr eine flie\u00dfende Einheit, und passen sich nicht erst den jeweiligen Gegebenheiten an. Sie ist es auch, von der man unbedingt mehr sehen m\u00f6chte, so unbeirrt wie sie ihre Situationen meistert. Was sich in einem weiteren gro\u00dfen Plus des Films wiederspiegelt, das die mordl\u00fcsternen Maskentr\u00e4ger nicht als unempfindliche \u00dcbermenschen pr\u00e4sentiert. Was sich zuerst als ausweglose Gegebenheit pr\u00e4sentiert, wird, mit leicht gegen das Klischee geb\u00fcrsteten Charakterzeichnungen, zu einem blutigen Wettstreit welcher sich plausibel erkl\u00e4rt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Ensemble ist im Allgemeinen mit den unverbrauchten Gesichtern sehr gut gew\u00e4hlt. Zudem tr\u00fcbt es, wie bei \u00e4hnlich mit unbekannten Schauspielern besetzten Filmen, die Vorhersehbarkeit, welche Figur f\u00fcr den weiteren Verlauf noch wichtig sein k\u00f6nnte. Denn das ist was der Hardcore-Fan liebt, w\u00e4hrend des Films schon das Ende vorherzusagen. Da wird es dieser Fan mit YOU&#8217;RE NEXT nicht so einfach haben, daf\u00fcr seine zufriedenstellende Freude haben. Eigentlich ein Film ohne wirklichen Makel, mit nicht \u00fcbersteigerten, aber originellen Slasher-Effekten, und einer Frau, die bei Gefahr nat\u00fcrlich die Treppe im Haus hinauf rennt. Aber hier macht es einmal Sinn. Und das macht YOU&#8217;RE NEXT nicht nur f\u00fcr eingefleischte Fans schmackhaft, sondern unterh\u00e4lt das allgemeine Publikum\u00a0 gleicherma\u00dfen, nicht weil er den Slasher-Film neu erfunden hat, sondern sich k\u00fcnstlerisch und spannungstechnisch wohltuend vom Horror-Einerlei abhebt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/youre-next\/youre-next-1-3\/\" rel=\"attachment wp-att-6097\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6097\" alt=\"Youre-Next-1, Copyright Lionsgate \/ Splendid Films\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Youre-Next-12.jpeg\" width=\"620\" height=\"393\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Youre-Next-12.jpeg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Youre-Next-12-200x126.jpeg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Youre-Next-12-300x190.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Sharni Vinson, Nicholas Tucci, Wendy Glenn, AJ Bowen, Joe Swanberg, Margaret Laney, Amy Seimetz, Simon Barrett u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Adam Wingard<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Simon Barrett<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Andrew Droz Palermo<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Adam Wingard<\/em><br \/>\n<em> Musik: Mads Heldtberg, Jasper Justice Lee, Kyle McKinnon<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Thomas S. Hammock<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2011<\/em><br \/>\n<em> zirka 94 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Lionsgate \/ Splendid Films<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>YOU&#8217;RE NEXT &#8211; Bundesstart 07.11.2013 Die Besprechung bezieht sich auf die amerikanische Originalfassung im Rahmen des Fantasy Filmfest Noch bevor Simon Barrett an der Tastatur und Adam Wingard vom Regiestuhl aus, Horrorfreunde mit zwei Teilen V\/H\/S und dem ABC OF &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/youre-next\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[996,148,146,995],"class_list":["post-6095","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-im-kino-gesehen","tag-adam-wingard","tag-horror","tag-slasher","tag-youre-next"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6095","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6095"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6095\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6111,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6095\/revisions\/6111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6095"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6095"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6095"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}