{"id":6112,"date":"2013-11-15T21:08:43","date_gmt":"2013-11-15T20:08:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=6112"},"modified":"2013-11-15T21:10:36","modified_gmt":"2013-11-15T20:10:36","slug":"don-jon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/don-jon\/","title":{"rendered":"DON JON steht seinen Mann"},"content":{"rendered":"<p><em>DON JON &#8211; Bundesstart 14.11.2013<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/don-jon\/don-jon-1\/\" rel=\"attachment wp-att-6114\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6114 aligncenter\" alt=\"Don-Jon-1, Copyright Relativity Media \/ Ascot Elite Entertainment Group\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Don-Jon-1.jpg\" width=\"620\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Don-Jon-1.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Don-Jon-1-200x94.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Don-Jon-1-300x141.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit DON JON hat sich Joseph Gordon-Levitt einen sehr ambitionierten Film auf den Leib geschrieben, um seinen Regie-Einstand zu feiern. Die Geschichte um einen sehr gut aussehenden Mann, der trotz zahlreicher Partnerinnen von Internet-Pornos nicht loskommt, h\u00e4tte eine sehr weichgesp\u00fclte Kuschelromanze werden k\u00f6nnen, aber auch \u00fcberdramatisierter Arthouse-Stoff. Gordon-Levitt hat genau die Mitte getroffen, und einen Film geschrieben und umgesetzt, der durchweg am\u00fcsant ist, Ecken und Kanten nicht umgeht, aber auch die wahre Liebe herauf beschw\u00f6rt, bleibt dabei aber explizit genug, um die Sucht seiner Figur glaubhaft zu machen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Es dauert nicht lange und Jon, wegen seiner Verf\u00fchrungskunst von seinen Freunden Don Jon genannt, trifft auf seine Traumfrau Barbara. Die nimmt sich allerdings reichlich Zeit, bis sie Jon einmal ran l\u00e4sst. Ein exquisiter Grund noch h\u00e4ufiger mit dem Internet die Kleenex-Box zu beanspruchen. Zu seinem eigenen Entsetzen muss er sich auch nach der ersten Nacht mit Barbara aus dem Bett stehlen, um sich schnell noch einmal den wahren Kick verschaffen. Nat\u00fcrlich erwischt sie ihn dabei, und nur unter dem heiligen Versprechen, das nie wieder zu tun, l\u00e4sst sich Barbara beruhigen. Doch Jon findet andere Wege, seinem Laster zu fr\u00f6nen. Ausgerechnet in einer Kommilitonin der Abendschule findet er eine verst\u00e4ndnisvolle Seele.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach seinem fulminanten Start\u00a0 auf dem Sundance Filmfestival, hatte Joseph Gordon-Levitt ein bisschen nachbessern und diverse Hardcore-Schnipsel k\u00fcrzen, beziehungsweise verfremden m\u00fcssen. Aber die entsprechenden Sequenzen sind soweit intakt geblieben, dass unmissverst\u00e4ndlich klar wird, worum es geht. Zum besonderen Gag wird dabei der Mac-Anmeldeton, wenn es f\u00fcr Jon wieder um die &#8222;wahre&#8220; Sache geht. Es ist erstaunlich einf\u00fchlsam in Gordon-Levitts Inszenierung, dass seine Figuren niemals der L\u00e4cherlichkeit preis gegeben werden. Denn tats\u00e4chlich l\u00e4uft der Film mit dieser Thematik immer auf einem schmalen Grat, der auf der einen Seite ins unfreiwillig komische rutschen k\u00f6nnte, und auf der anderen Seite nur peinlich wirken w\u00fcrde. Nichts davon trifft auf DON JON zu. Seine Figuren sind echt, was nat\u00fcrlich auch auf den Regisseur Gordon-Levitt zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, aber ins besonderne auf die erstklassige Besetzung. Nat\u00fcrlich hat der Regisseur zuerst einmal sich selbst im Fokus, was bei einem Regie-Deb\u00fct fast schon Standard zu sein scheint, bei einer Figur wie Jon vielleicht sogar auch notwendig ist. Allerdings vernachl\u00e4ssigt er seine Mitspieler auch nicht. Und aus dem hervorragenden Ensemble hebt sich besonders Tony Danza hervor, dessen Spiel zweifellos die gr\u00f6\u00dfte Freude bereitet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Um die gewissen Routinen in Jons Leben zu unterstreichen, w\u00e4hlte Gordon-Levitt immer wieder die selben Szenen- und Schnittabl\u00e4ufe, mit den gleichen Kameraperspektiven. Lauren Zuckermans schnelle Schnitte in diesen Sequenzen, sorgen f\u00fcr ein gutes Tempo, welches den Film an keiner Stelle zum Stillstand kommen l\u00e4sst. Nur zu Beginn des letzten Drittels bekommen diese schnellen Routinen, wie Fahrt zu Kirche, Gottesdienst, Beichte, Weg ins Fitnessstudio, oder Aufklappen des Notebooks, Signalton, nackte Br\u00fcste, Kleenex in den Abfalleimer, leichte Abnutzungserscheinungen. Was einem das flaue Gef\u00fchl vermittelt, als w\u00fcrde der Film auf der Stelle treten. Doch davon erholt sich der Fluss des Films wieder schnell, wenn er eine wirklich \u00fcberraschende Wendung f\u00fcr Jons Leben bereith\u00e4lt. Und dieser Schritt ist einer k\u00fchnsten Entscheidungen, die Joseph Gordon-Levitt in seinem Werk getroffen hat, und wo er sich ganz stark von der \u00fcblichen Erwartungshaltung abkehrt. Verwirrend ist nur Kameramann Thomas Kloss&#8216; Entscheidung, bei tiefer gehenden Dialogpassagen die Kamera vom Stativ zu nehmen. Dies ist absolut nicht der Film, der mit verwackelten Bilder Authentizit\u00e4t schaffen muss.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein sehr ambitionierter Film, der sich mutig und ohne Scheu einem zeitgeistigen Ph\u00e4nomen annimmt, ohne sich wertend in irgendeine Richtung zu \u00e4u\u00dfern. Das im Abspann dann auch noch die im Film zu erkennende Porno-Seite Nennung findet, ist da nur konsequent. Ein unterhaltsames, teilweise richtig schr\u00e4ges Vergn\u00fcgen, bei dem sich vielleicht der eine wiederfindet, oder beim anderen am Ende misstrauische Fragen aufwirft. So ist das, wenn mit einem Tabu gebrochen wird. Und das tut DON JON, elegant, selbstsicher und ehrlich.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/don-jon\/don-jon-2\/\" rel=\"attachment wp-att-6115\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6115 aligncenter\" alt=\"Don-Jon-2, Copyright Relativity Media \/ Ascot Elite Entertainment Group\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Don-Jon-2.jpg\" width=\"620\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Don-Jon-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Don-Jon-2-200x123.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Don-Jon-2-300x185.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Scarlett Johansson, Julianne Moore, Tony Danza, Glenne Headly, Brie Larson, Rob Brown u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie &amp; Drehbuch: Joseph Gordon-Levitt<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Thomas Kloss<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Lauren Zuckerman<\/em><br \/>\n<em> Musik: Nathan Johnson<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Meghan C. Rogers<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 90 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Relativity Media \/ Ascot Elite Entertainment Group<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DON JON &#8211; Bundesstart 14.11.2013 Mit DON JON hat sich Joseph Gordon-Levitt einen sehr ambitionierten Film auf den Leib geschrieben, um seinen Regie-Einstand zu feiern. 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