{"id":6120,"date":"2013-11-13T21:40:18","date_gmt":"2013-11-13T20:40:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=6120"},"modified":"2013-11-15T16:58:41","modified_gmt":"2013-11-15T15:58:41","slug":"escape-plan-ohne-wirklichen-plan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/escape-plan-ohne-wirklichen-plan\/","title":{"rendered":"ESCAPE PLAN ohne wirklichen Plan"},"content":{"rendered":"<p><em>ESCAPE PLAN &#8211; Bundesstart 14.11.2013<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=6116\" rel=\"attachment wp-att-6116\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6116\" alt=\"Escape-Plan-1, Copyright Concorde Filmverleih \/ Summit Entertainment\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Escape-Plan-1.jpg\" width=\"620\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Escape-Plan-1.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Escape-Plan-1-200x86.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Escape-Plan-1-300x130.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Es war ein Wunschkind seit Mitte der Neunzehnhundertachtziger. Die vorget\u00e4uschte Rivalit\u00e4t zwischen den Heroen, die das Action-Genre zu dieser Zeit fast alleine bestritten, war kein Hinderungsgrund f\u00fcr Stallone und Schwarzenegger, immer wieder Pl\u00e4ne f\u00fcr ein gemeinsames Projekt zu schmieden. Es h\u00e4tte der Film der Filme werden k\u00f6nnen, was grobe Geschichten und sinnbefreiter Aktionen angegangen w\u00e4re. Aber st\u00e4ndig hakte es am Drehbuch selbst, und auch an Terminproblemen. Schlie\u00dflich kam endg\u00fcltig die Politik dazwischen. Erst Schwarzeneggers Gastauftritt bei Stallones EXPENDABLES lie\u00df das gemeinsame Projekt wieder ans Tageslicht kommen. Und fast drei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter ist es dann tats\u00e4chlich soweit. Und Antoine Fuqua h\u00e4tte Regie f\u00fchren sollen, es h\u00e4tte wahrscheinlich sogar Stallones eigene Hommage an die Achtziger mit EXPENDABLES \u00fcbertroffen. Doch die Regie \u00fcbernahm Mikael H\u00e5fstr\u00f6m. Der Schwede hat sich im Regiestuhl Respekt verschafft, aber wirklich aufgefallen war er nur mit seinem Drehbuch f\u00fcr die au\u00dferordentliche Kom\u00f6die KOOPS. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Ray Breslin ist Sicherheitsberater der besonderen Art. Er l\u00e4sst sich inkognito in Gef\u00e4ngnisse einsperren, und kundschaftet dann ihre Sicherheitsl\u00fccken aus, nat\u00fcrlich mit einem folgenden, stilvollen Ausbruch. Sein Folgeauftrag ist allerdings sehr mysteri\u00f6s. Es soll sich um eine privat gef\u00fchrte Hochsicherheitsanlage handeln, in der unliebsame Gestalten f\u00fcr immer ohne Spur verschwinden. Nat\u00fcrlich hat Breslins Chef Clark sofort Einw\u00e4nde, zu ungenau sind die Angaben, ein Kontakt w\u00e4re zur Zentrale auch nicht m\u00f6glich. Doch Ray Breslin ist selbstredend der harte Typ, der sich fragt, was schon passieren sollte. In dieser ersten halben Stunde macht die Handlung schon einige eklatante Fehler, die tats\u00e4chlich ein Kopfkind der Achtziger sein k\u00f6nnten, aber heute kaum noch tragbar sind. Schon der Auftritt der omin\u00f6sen Vertreterin dieser Hochsicherheitsanlage ist derart von alter Schule, dass sich kein verantwortungsvoller Mensch darauf einlassen w\u00fcrde. Jeder Satz und jede Erwiderung schreien f\u00f6rmlich nach &#8222;wie bl\u00f6d seit ihr eigentlich, euch darauf einzulassen?&#8220;. Und dann stellt sich unweigerlich die Frage, was f\u00fcr einen Sinn so eine Anlage macht, in der Menschen f\u00fcr immer verschwinden sollen, wo nicht einmal Angeh\u00f6rige ihnen nachsp\u00fcren k\u00f6nnen? Selbst Guantanamo ist \u00f6ffentlich bekannt, und rechtsfrei. Sollten solche Problemf\u00e4lle nicht mit Kopfschuss und W\u00fcstensand erledigt werden?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In der Einrichtung angekommen, mit gl\u00e4sernen Zellen und durch Masken verh\u00fcllten W\u00e4rtern, macht Breslin die Bekanntschaft mit Emil Rottmayer. Ein Gefangener, der nur festgehalten wird, weil er den Aufenthaltsort eines Mannes kennt, der f\u00fcr dubiose Kreise eine wichtige Rolle spielt. Breslin weiht Rottmayer in die Kunst von Beobachtungsgabe und praktischen Denkens ein, die mit einem erfolgreichen Ausbruch einhergehen. Dabei wird Ray Breslin pl\u00f6tzlich und unerwartet klar, das doch nicht alles mit rechten Dingen zugeht. In Rottmayer glaubt er den richtigen Partner zu haben, einen Ausbruch angehen zu k\u00f6nnen. Im weiteren Verlauf der Handlung macht es sich der Film nicht leichter. Rottmayers und Breslins st\u00e4ndiges Austesten der W\u00e4chter und provokantes Verhalten, um ihren Plan voranzutreiben, scheint sich irgendwo im Kreis zu drehen. Mikael H\u00e5fstr\u00f6m inszeniert nicht sehr spannend und auch nicht sehr abwechslungsreich. Obwohl Rottmayer unter st\u00e4ndiger Beobachtung des Gef\u00e4ngnisdirektors steht, erregen ihre \u00fcberdrehten Aktionen keinen Verdacht auf das Offensichtliche. Was passiert, passiert um der Sache willen. Und das ist f\u00fcr gehobene Anspr\u00fcche an das Action-Kino kein guter Ausgangspunkt. Selbst, oder gerade als Reminiszenz an die guten sinnbefreiten Tage der Achtziger.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch erst im letzten Drittel verfl\u00fcchtigt sich ein interessantes Konzept, zu einem endg\u00fcltig hoffnungslosen Fall. In der ersten halben Stunde konnte der Zuschauer nicht nur eine perfekte Flucht beobachten, sie wurde ihm in aller Ausf\u00fchrlichkeit und mit jedem Respekt an Logik erkl\u00e4rt. Da werden nat\u00fcrlich Erwartungen gesch\u00fcrt, die weder Drehbuch, und die Inszenierung im weiteren Verlauf schon gar nicht, erf\u00fcllen. Noch schlimmer, die Macher vertrauen ihrem Stoff nicht und wechseln in den letzten Runden auf eine vollkommen andere Fahrbahn. Die Namen sind Stallone und Schwarzenegger, und in diesem Sinne \u00e4ndert sich die Pr\u00e4misse des Films in den letzten zwanzig Minuten in reines Action-Spektakel, welches allerdings in keiner Relation zur vorangegangenen Handlung steht. Dem gesamten Konzept einer Wiedervereinigung von Action-Ikonen, steht ein falsch strukturiertes Ger\u00fcst entgegen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Inszenierung geht also vollkommen an ihren M\u00f6glichkeiten vorbei. Aber da ist noch Jim Caviezel, der einmal ein \u00fcberzeugender Jesus war, und hier nur abgehalfterte Plattit\u00fcden verk\u00f6rpern darf. Schlimmer trifft es Vinnie Jones, der als oberster W\u00e4rter nur eine fiese Visage zeigen darf, aber keinen eigenst\u00e4ndigen Beitrag zu leisten versteht. Letztendlich bleibt ein Film, der soviel zu versprechen verstand, und dann doch in eine nicht gut durchdachte Geschichte abrutschte. Nat\u00fcrlich sind Stallone und Schwarzenegger die Zugpferde, die soviel von Inszenierungsschw\u00e4chen und Logikfehlern zu nehmen verstehen. Aber gerade bei diesem Prestigeobjekt sind die Schw\u00e4chen leider zu sehr ausgepr\u00e4gt. Witziges Detail in der englischen Sprachfassung ist Schwarzenegger, dessen Agent ihm nach Jahrzehnten endlich wieder erlaubt hat deutsch zu reden. In dieser bewussten Szenen schreit und w\u00fctetet der \u00d6sterreicher zwar grammatikalisch korrekt, allerdings mit derart amerikanischen Akzent, das es nur schwer verst\u00e4ndlich bleibt. Sprachlich ist Schwarzenegger also nirgendwo mehr richtig zuhause. ESCAPE PLAN ist ein halbseidener Thriller, der eigentlich viel mehr Actionfilm sein m\u00f6chte, und sich scheinbar auf nichts von beiden einigen konnte. Schade ist, dass man w\u00e4hrend des Handlungsverlaufs immer wieder merkt, wie viel\u00a0 M\u00f6glichkeiten in dem Projekt tats\u00e4chlich offen standen, die ungenutzt verstrichen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=6117\" rel=\"attachment wp-att-6117\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6117\" alt=\"Escape-Plan-2, Copyright Concorde Filmverleih \/ Summit Entertainment\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Escape-Plan-2.jpg\" width=\"620\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Escape-Plan-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Escape-Plan-2-200x128.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Escape-Plan-2-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Jim Caviezel, Faran Tahir, Amy Ryan, Vincent D&#8217;Onofrio, Vinnie Jones, Sam Neill u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Mikael H\u00e5fstr\u00f6m<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Miles Chapman, Arnell Jesko<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Brendan Galvin<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Elliot Greenberg<\/em><br \/>\n<em> Musik: Alex Heffes<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Barry Chusid<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 115 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildquelle: <strong>Concorde Filmverleih \/ Summit Entertainment<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ESCAPE PLAN &#8211; Bundesstart 14.11.2013 Es war ein Wunschkind seit Mitte der Neunzehnhundertachtziger. Die vorget\u00e4uschte Rivalit\u00e4t zwischen den Heroen, die das Action-Genre zu dieser Zeit fast alleine bestritten, war kein Hinderungsgrund f\u00fcr Stallone und Schwarzenegger, immer wieder Pl\u00e4ne f\u00fcr ein &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/escape-plan-ohne-wirklichen-plan\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[282,629,1055,1050,625,336],"class_list":["post-6120","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-im-kino-gesehen","tag-action","tag-arnold-schwarzenegger","tag-escape-plan","tag-jim-caviezel","tag-sylvester-stallone","tag-thriller"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6120","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6120"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6120\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6149,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6120\/revisions\/6149"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6120"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6120"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6120"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}