{"id":6183,"date":"2013-11-24T01:48:57","date_gmt":"2013-11-24T00:48:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=6183"},"modified":"2013-11-24T01:50:08","modified_gmt":"2013-11-24T00:50:08","slug":"malavita-the-family","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/malavita-the-family\/","title":{"rendered":"THE FAMILY"},"content":{"rendered":"<p><em>MALAVITA &#8211; THE FAMILY &#8211; Bundesstart 21.11.2013<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/malavita-the-family\/malavita-1\/\" rel=\"attachment wp-att-6185\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6185\" alt=\"Malavita-1, Copyright Universum Film \/ Relativity Media\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Malavita-1.jpg\" width=\"300\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Malavita-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Malavita-1-156x200.jpg 156w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Malavita-1-234x300.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Luc Besson, die ehemals gro\u00dfe Hoffnung des europ\u00e4ischen Films, hat sich im Regiestuhl etwas rar gemacht. Mit dem RAUSCH DER TIEFE bis hin zu LEON, DER PROFI hat er unvermittelt wieder Bedeutung ins Kino jenseits der amerikanischen Mainstream gebracht. Erste Abnutzungserscheinungen zeigten sich mit einem \u00fcberbordeten F\u00dcNFTEN ELEMENT, der gut angenommen wurde und zu einem Genre-Hit mutierte. Doch damit war ein produktiver und k\u00fcnstlerischer Zenit \u00fcberschritten, der sich erst mit einer unertr\u00e4glichen JOHANNA VON ORLEANS offenbarte. Auf was sich Besson seitdem zu beschr\u00e4nken schien, waren Drehb\u00fccher f\u00fcr \u00fcberdrehte, aber kaum anspruchsvolle Actionfilme. THE LADY, \u00fcber B\u00fcrgerrechtsaktivistin Aung San Suu Kyi, brachte wieder etwas Reputation in seine Regiek\u00fcnste. Und jetzt hat er, wieder nach einem eigenen Drehbuch, MALAVITA inszeniert. Ein kurioser Titel, der von Land zu Land nach Lust und Laune benutzt, oder ignoriert wird. Mit dem eigentlichen Untertitel THE FAMILY wird es einfacher, aber letztendlich tr\u00e4gt auch diese Produktion nicht dazu bei, die k\u00fcnstlerische Gr\u00f6\u00dfe Bessons wieder zu erlangen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Die Blake Familie hie\u00df vor ihrem Zeugenschutzprogramm Manzoni, und ist aus dem heimischen Brooklyn nach Frankreich umgesiedelt worden. Einer der besseren Witze kommt demnach auch aus dem Mund der von Michelle Pfeiffer verk\u00f6rperten Mutter Manzoni, die ihren Sohn ermahnt, &#8222;h\u00f6r&#8216; endlich auf fucking zu sagen, wir sind nicht mehr in Brooklyn&#8220;. Eine geraume Zeit denkt der Zuschauer, dass die Manzonis frisch von \u00dcbersee eingeflogen wurde. Ein formaler Irrtum, der f\u00fcr einige Verwirrung sorgt, weil sich dadurch gewisse Umst\u00e4nde nicht weiter erkl\u00e4ren lassen. Wie zum Beispiel, was es mit einer bestimmten Leiche auf sich hat, oder wie die amerikanischen Kinder in einer franz\u00f6sischen Schule zurecht kommen. Erst sp\u00e4ter erf\u00e4hrt das Publikum, dass die ehemalige Mafia-Familie sch\u00f6n \u00d6fters innerhalb Frankreichs umgesiedelt wurde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was wirklich sehr gut funktioniert, ist die Interaktionen der Darsteller. Pfeiffer und De Niro als Eltern, und Agron und D&#8217;Leon als sich gegenseitig sch\u00e4tzende und sch\u00fctzende Geschwister, da stimmt Harmonie und Chemie. Und es macht wirklich Spa\u00df, diesen Anti-Helden zuzusehen. Alte Gewohnheiten sterben nur schwer. Mutter sprengt den Lebensmittelladen eines \u00fcberheblichen H\u00e4ndlers, die Tochter verm\u00f6belt aufs brutalste die Schul-Matadore, der Sohn \u00fcbt sich in Erpressung und Manipulation, der Vater hingegen m\u00f6chte einfach nur klares Wasser aus den Leitungen seines neuen Heimes, und da muss er sich durch einige Ebenen von st\u00e4dtischen Hierarchien arbeiten. Das macht nat\u00fcrlich alles viel Spa\u00df. Da werden Tr\u00e4ume und Wunschvorstellungen demonstriert, aber auch umgesetzt, die jedem Zuschauer schon einmal zu Gedanken standen. \u00c4hnlich Michael Douglas&#8216; herrlichem Amoklauf in der ersten H\u00e4lfte von FALLING DOWN.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch dem wunderbaren Ensemble, steht eine unstete Handlung gegen\u00fcber, in der Autor und Regisseur Besson einfach zu viel wollte. Mafia-Film, Action, Drama, Kom\u00f6die, Satire, eine Menge schwarze Kom\u00f6die, und selbstreferierendes Filmzitat. Luc Besson schuf mit Koautor Michael Caleo eine Geschichte die alles auf einmal wollte, und nichts von all dem zufriedenstellend umsetzen konnten. Und genau daran scheitert THE FAMILY, oder MALAVITA, wie man eben will. Das dieses, Anfangs bestimmt ambitioniert wirkende Projekt, scheitert, ist den Absichten der Macher zu unterstellen, die alles wollten, ohne sich der Auswirkungen bewusst zu sein. Eine gute Kom\u00f6die muss lange keine gelungen Satire sein, und ein guter Action-Plot garantiert auch kein \u00fcberzeugendes Drama. Und eine schwatze Kom\u00f6die, hat ihre ganz speziellen Anforderungen. Aber Luc Besson wollte alles auf einmal. Und es hat gerade deswegen hat funktioniert. Sp\u00e4testens bei der der Vorf\u00fchrung von GOODFELLAS bei einem Diskussionsabend im lokalen Debattierclub, treibt der Film seine wohlwollend gemeinte Absichten auf die Spitze. Der Charakter von Robert De Niro, sieht sich einen realen Film des realen Robert De Niro an, und das ist einfach zu viel des Guten, und geht vollkommen vorbei an dem, was den Kern des Films ausmacht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Luc Besson konnte sich nicht entscheiden, ob er Kom\u00f6die, Satire, oder Actionfilm machen wollte, und glaubte mit einer gesunden Mischung aus Allem seiner Absicht Rechnung zu tragen. Das tat Luc Besson nicht. Die ehemalige Hoffnung des europ\u00e4ischen Films, wollte zu viel und erreichte damit nicht die H\u00e4lfte davon. Allein die Darsteller h\u00e4tten retten k\u00f6nnen, was dem Film an inszenatorischer Leistung fehlen k\u00f6nnte. Aber der Regisseur glaubte sich \u00fcber die Regularien des Unterhaltungsfilms hinwegsetzen zu k\u00f6nnen. Und dann entlarvt ihn eben das Publikum. Man darf als Filmemacher niemals glauben, schlauer als sein Publikum zu sein. So wird THE FAMILY zu einem Spa\u00df, der nicht wirklich \u00fcberzeugt, weil seine Absichten einfach zu offensichtlich waren. Die Pr\u00e4misse kann\u00a0 nicht halten, was das Ansinnen von Regisseur und Autor verspricht. THE FAMILY ist von allem etwas, und bei nichts wirklich \u00fcberzeugend. Und es liegt nicht an dem fantastischem Ensemble, und auch nicht an den tadellosen technischen Aspekten. Es liegt an den k\u00fcnstlerischen Anspr\u00fcchen, die so haneb\u00fcchen durcheinander gew\u00fcrfelt wurden, dass MALAVITA keinen unterhaltsamen Konsens mehr zu bilden versteht.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2013\/malavita-the-family\/malavita-2\/\" rel=\"attachment wp-att-6186\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6186\" alt=\"Malavita-2, Copyright Universum Film \/ Relativity Media\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Malavita-2.jpg\" width=\"620\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Malavita-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Malavita-2-200x112.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Malavita-2-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Robert De Niro, Michelle Pfeiffer, Dianna Agron, John D&#8217;Leon, Tommy Lee Jones, Jimmy Palumbo, Domenick Lombardozzi u.v.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Luc Besson<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Luc Besson, Michael Caleo<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Thierry Arbogast<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Julien Rey<\/em><br \/>\n<em> Musik: Evgueni Galperine, Sacha Galperine<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Hugues Tissander<\/em><br \/>\n<em> Frankreich &#8211; USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 111 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Universum Film \/ Relativity Media<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MALAVITA &#8211; THE FAMILY &#8211; Bundesstart 21.11.2013 Luc Besson, die ehemals gro\u00dfe Hoffnung des europ\u00e4ischen Films, hat sich im Regiestuhl etwas rar gemacht. 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