{"id":6404,"date":"2014-01-16T11:59:50","date_gmt":"2014-01-16T10:59:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=6404"},"modified":"2014-01-16T12:00:39","modified_gmt":"2014-01-16T11:00:39","slug":"12-years-a-slave","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/12-years-a-slave\/","title":{"rendered":"12 YEARS A SLAVE"},"content":{"rendered":"<p><em>12 YEARS A SLAVE &#8211; Bundesstart 16.01.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/zwei-vom-alten-schlag-grudge-match\/12-years-a-slave-1\/\" rel=\"attachment wp-att-6397\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6397\" alt=\"12-years-a-slave-1, CopyrightFox Searchlight Pictures \/ TOBIS Film\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/12-years-a-slave-1.jpg\" width=\"300\" height=\"455\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/12-years-a-slave-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/12-years-a-slave-1-131x200.jpg 131w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/12-years-a-slave-1-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">&#8222;Ich will nicht \u00fcberleben. Ich will leben.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<span style=\"color: #000000;\"> Man m\u00fcsste glauben, schon alles \u00fcber Sklaverei gesehen zu haben. LINCOLN hatte einiges zu sagen, und selbst DJANGO UNCHAINED konnte etwas beitragen, und das war erst in den letzten Jahren. Irgendwann muss ein Thema eigentlich durch sein, wenn es keine neuen Aspekte mehr zu beleuchten gibt. Doch diese dritte Langfilm-Arbeit von Regisseur Steve McQueen hat noch viele unbeleuchtete Aspekte. Es ist die wahre Geschichte von Solomon Northup, der mit Frau und zwei Kindern als freier Mann in Saratoga \/ New York lebt. Solomon ist Schwarzer mit ausgezeichneter Bildung, gut verdienender Musiker, und ein angesehenes Mitglied sogar in der wei\u00dfen Gesellschaft. Es ist 1841, und die Northups f\u00fchren ein wohlhabendes Leben. Bis Solomon von zwei Variet\u00e9-K\u00fcnstler angeheuert wird, die er nach Washington f\u00fcr ein paar Auftritte begleiten soll. Doch Solomon reist noch viel weiter, n\u00e4mlich nach Georgia, wo er als Sklave auf den Markt gebracht wird. Er wei\u00df, dass ein Flucht unm\u00f6glich ist, und sollten H\u00e4ndler und Sklavenbesitzer herausfinden, dass Solomon lesen und schreiben kann, wird er schnell ein toter Sklave sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Gegen Ende des Films, als Solomon nicht mehr wei\u00df, ob er aufgeben, oder die Hoffnung wahren soll, da bleibt die Kamera ganz lange auf dem Gesicht von Chiwetel Ejiofor. Langsam sieht er sich um, und sein Blick wandert direkt in die Kamera. Es ist eine sehr wagemutige Einstellung, die den Zuschauer herausfordert. Regisseur McQueen setzt nicht auf Emotionen, daf\u00fcr f\u00fchrt er den Zuschauer direkt mit der Figur zusammen. Es ist sowieso erstaunlich, wie der Film sich gerade bei diesem Thema dagegen str\u00e4ubt, mit den Gef\u00fchlen zu spielen. Sehr n\u00fcchtern, fast analytisch beobachtet Sean Bobbitt mit seiner Kamera das Leiden dieser starken Figur. Bobbitt hat mit McQueen schon HUNGER und SHAME gedreht, und zusammen einen k\u00fchl anmutenden Stil entwickelt, der auch bei 12 YEARS A SLAVE eine unangenehme Realit\u00e4t schafft. F\u00fcr die Wirkung des Films, nat\u00fcrlich im positiven Sinne gemeint.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch das wirklich Besondere an der Umsetzung dieser Geschichte, ist der Charakter selbst. Chiwetel Ejiofor spielt diese Figur mit unglaublicher Intensit\u00e4t, aber doch mit dieser Spur notwendiger Zur\u00fcckhaltung, die mehr die Geschichte in den Vordergrund r\u00fcckt. So funktioniert 12 YEARS A SLAVE auf zwei Ebenen. Da ist zum einen Solomon Northup, ein Mann der sich nicht brechen l\u00e4sst, der zu kultiviert und gebildet ist, als das er seine Situation nicht richtig einzusch\u00e4tzen w\u00fcsste. Und zum anderen die Sklaverei mit ihren gesellschaftlichen Einfl\u00fcssen. Auch wenn die Familie Northup im Norden des Landes anerkannte Mitglieder der Gesellschaft sind, st\u00f6rt sich genau diese Gesellschaft nicht daran, dass im S\u00fcden Sklaverei vollkommen legitim ist. Anhand der Charakter von Benedict Cumberbatch und Brad Pitt, wird auch das Dilemma verdeutlich, unter welchem gesellschaftlichen Druck selbst gem\u00e4\u00dfigte Nutznie\u00dfer der Sklaverei oder deren Gegner standen. Interessant ist auch, wie sehr ein als minderwertiger Mensch eingestufter Sklave durchaus respektiert wurde, wenn er als Eigentum eines anderen erkannt wurde. In einer aufw\u00fchlenden Szene, muss Solomon an einem Lynchmob vorbei, der gerade einen Schwarzen h\u00e4ngt. Ohne Repressalien l\u00e4sst ihn der Mob einfach vorbei, als diese seinen Freigangschein sehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ob Steve McQueen wirklich diesen wichtigen Film gemacht hat, dem man ihn nachzusagen gedenkt, ist allerdings fragw\u00fcrdig. Es ist ohne Zweifel ein spannender, sehr einnehmender Film, der \u00fcberzeugt. Und tats\u00e4chlich beleuchtet er das Schicksal von Sklaven und die einhergehenden gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse weit vielschichtiger als Filme dieser Art es gew\u00f6hnlich tun. Aber letztendlich ist 12 YEARS A SLAVE eine sicherlich notwendige Aufarbeitung von historischem Interesse, ohne allerdings den heute noch vorhandenen Rassismus zu ber\u00fchren. Und vom k\u00fcnstlerischem Standpunkt aus, k\u00f6nnte ein Bild auf das dunkle Kapitel der Sklaverei in der Vergangenheit, auch eine Reflexion \u00fcber den aktuellen Zustand von Rassenproblemen sein. Denn wenn Amerika vorgibt, wie auch der Rest der Welt, die Rassenfrage l\u00e4ngst im Griff zu haben, ist das nur ein Bild nach au\u00dfen. 12 YEARS A SLAVE ist aber auch ein guter Ansto\u00df zur Erinnerung, dass man sich nie wirklich ernsthaft und tiefergehend mit dem Thema Sklaverei auseinandergesetzt hat. Allerdings h\u00e4tte er auch Denkzettel daf\u00fcr sein k\u00f6nnen, dass gerade in Amerika die Rassenfrage noch lange nicht beendet ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Egal welchen gesellschaftlich relevanten Blick man auf 12 YEARS A SLAVE wirft, er ist trotz allem ein sehr wichtiger Blick. Und ein Blick, auf einen sehr herausragenden Charakter in Gestalt von Solomon Northup, die es einfach zu selten im Kino gibt. So intensiv wie Steve McQueen an das Thema geht, wird es lange keinen Film geben, der es versteht sich so vielschichtig und eindringlich mit diesem Thema auseinanderzusetzten. 12 YEARS A SLAVE ist ein einnehmender, sehr anspruchsvoller, dabei zur\u00fcckgenommener Thriller, der genau sein Potenzial einzusch\u00e4tzen versteht. McQueen wei\u00df, wie er die emotionalen Daumenschrauben ansetzen muss, in dem er paradoxerweise immer etwas distanziert bleibt. Wenn Solomon einen ganzen Tag am Baum h\u00e4ngt, und sich selbst nur mit den Zehenspitzen vom strangulieren bewahrt, das Leben auf der Farm um ihn herum allerdings wie gewohnt weiter l\u00e4uft, dann brennt sich das beim Zuschauer ein. Eines der vielen Bilder, die 12 YEARS A SLAVE au\u00dfergew\u00f6hnlich und bedeutend machen.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/zwei-vom-alten-schlag-grudge-match\/12-years-a-slave-2\/\" rel=\"attachment wp-att-6398\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6398\" alt=\"12-years-a-slave-2, Copyright Fox Searchlight Pictures \/ TOBIS Film\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/12-years-a-slave-2.jpg\" width=\"620\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/12-years-a-slave-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/12-years-a-slave-2-200x122.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/12-years-a-slave-2-300x183.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Paul Dano, Garret Dillahunt, Paul Giamatti, Scoot McNairy, Lupita Nyong&#8217;o und Brad Pitt u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Steve McQueen<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: James Ridley<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Sean Bobbitt<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Joe Walker<\/em><br \/>\n<em> Musik: Hans Zimmer<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Adam Stockhausen<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 134 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: Fox Searchlight Pictures \/ TOBIS Film<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12 YEARS A SLAVE &#8211; Bundesstart 16.01.2014 &#8222;Ich will nicht \u00fcberleben. Ich will leben.&#8220; Man m\u00fcsste glauben, schon alles \u00fcber Sklaverei gesehen zu haben. LINCOLN hatte einiges zu sagen, und selbst DJANGO UNCHAINED konnte etwas beitragen, und das war erst &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/12-years-a-slave\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[1107,1108,171,506,1109],"class_list":["post-6404","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-im-kino-gesehen","tag-12-years-a-slave","tag-chiwetel-ejiofor","tag-drama","tag-michael-fassbender","tag-steve-mcquenn"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6404"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6447,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6404\/revisions\/6447"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}