{"id":6492,"date":"2014-02-01T09:00:09","date_gmt":"2014-02-01T08:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=6492"},"modified":"2014-01-31T00:08:56","modified_gmt":"2014-01-30T23:08:56","slug":"mandela-der-lange-weg-zur-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/mandela-der-lange-weg-zur-freiheit\/","title":{"rendered":"MANDELA &#8211; Der lange Weg zur Freiheit"},"content":{"rendered":"<p><em>MANDELA &#8211; LONG WALK TO FREEDOM &#8211; Bundesstart 30.01.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/mandela-der-lange-weg-zur-freiheit\/mandela-lwtf-1\/\" rel=\"attachment wp-att-6493\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6493\" alt=\"Mandela-lwtf-1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mandela-lwtf-1.jpg\" width=\"620\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mandela-lwtf-1.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mandela-lwtf-1-200x68.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mandela-lwtf-1-300x102.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">B\u00f6se Zungen behaupten, sieht man sich die unqualifizierten Bemerkungen in einigen Foren des Internets an, man habe mit dem Verleih von MANDELA abgewartet, um nach seinem Ableben vom Tode Nelson Mandelas zu profitieren. Das ist nat\u00fcrlich haneb\u00fcchener Unsinn. Weltpremiere feierte DER LANGE WEG ZUR FREIHEIT bereits im September 2013, und die tragische Nachricht vom Dahinscheiden des Freiheitsk\u00e4mpfers ereilte seine zwei T\u00f6chter erst w\u00e4hrend der Londoner Premiere im Dezember. Es ist eine traurige Geschichte, wenn traurige Gestalten mit so h\u00e4sslichen \u00c4u\u00dferungen ungerechtfertigte Stimmung machen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Justin Chadwick inszeniert die Geschichte dieser Ausnahmefigur des Widerstandes, frei nach den Worten des gro\u00dfen Madiba selbst, welches William Nicholson in Drehbuchform brachte. Madiba ist der Name des Clan, aus dem Nelson Mandela entsprungen war. Und hier beginnt auch die filmische Aufarbeitung des zuk\u00fcnftigen Friedensnobelpreistr\u00e4gers. Vom Initiationsritus zur Mannwerdung, \u00fcber seine Anwaltschaft, hin zur Mitgliedschaft beim African National Congress, die \u00dcbernahme als deren Anf\u00fchrer, und \u00fcber seine 28 Jahre Haft als Gefangener des Apartheidsystems, hin zum ersten schwarzen Pr\u00e4sident S\u00fcdafrikas.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Viel Makel gesteht Justin Chadwick diesem Mann nicht zu, wahrscheinlich weil die Vorlage auch von Mandela selbst verfasst war. Seine Zeit als Schweren\u00f6ter, l\u00e4sst der Regisseur damit begr\u00fcndet, dass er dadurch erst seine langj\u00e4hrige Weggef\u00e4hrtin und Mitstreiterin Winnie kennen lernen konnte. Die terroristischen Anschl\u00e4ge sind notwendige Aktionen, gegen ein menschenunw\u00fcrdiges Regime. Etwas Selbstreflexion h\u00e4tte durchaus mit einflie\u00dfen k\u00f6nnen. Denn gerade ein charismatisches Schwergewicht wie Idris Elba, h\u00e4tte dem Charakter durchaus wesentlich mehr Tiefe verleihen k\u00f6nnen, die \u00fcber das bekannte Ma\u00df hinaus gegangen w\u00e4re. Elba ist ein echter Magnet, der den Zuschauer mitzieht, und nicht gewillt ist, diesen los zu lassen. Gerade weil er nicht um jeden Preis Gestik und Mimik Mandelas nachspielt, sondern diese nur oberfl\u00e4chlich mitspielen l\u00e4sst, um mit seiner eigenen Charakteristik zu \u00fcberzeugen. Nur in der ersten H\u00e4lfte des letzten Drittels versteckt man Elbas Gesicht unter einer unn\u00f6tig grauenhaften Maske, der etwas L\u00e4cherliches anhaftet. Zum Gl\u00fcck f\u00fcr den Zuschauer und der Wirkung des Films, l\u00f6st sich das Makeup-Problem zum Finale hin wieder. Mit gleicher Energie, bringt sich Naomie Harris als Winnie in den Film ein. Die Chemie zu ihrem Filmpartner ist stimmig, und diese wird am deutlichsten, wenn ihr beider Leben auseinandertriftet. Hier gen\u00fcgen kleine Gesten und kurze Blicke, um zu zeigen, dass auch ihre einst gro\u00dfe Liebe ein Opfer im Kampf f\u00fcr die Freiheit geworden ist. \u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es ist nat\u00fcrlich gegeben, dass man ein Drehbuch in seinen Linien aufbricht, und die Geschichte beh\u00e4lt, w\u00e4hrend man seine Struktur in eine vollkommen andere Erz\u00e4hlform bringt. Bei MANDELA LONG WALK TO FREEDOM hat man das Gef\u00fchl, das Gegenteil w\u00e4re der Fall gewesen. Der Film geht einen derart geradlinigen Weg, dass ihm jegliche \u00dcberraschung fehlt. Und ihm w\u00fcrde auch jede Art von Spannung verloren gehen, w\u00e4ren die eigentlich bekannten Ereignisse trotz allem nicht so dramatisch. Chadwick arbeitete haupts\u00e4chlich f\u00fcrs Fernsehen, und genau diesen Eindruck vermittelt er dem Zuschauer auch mit der Struktur von MANDELA, die sich von einem Kapitel zum n\u00e4chsten hangelt. \u00c4hnlich von Werbeblock zu Werbeblock. Da man es vermieden hat, die einzelnen Lebensabschnitte und Vorkommnisse ineinander zu verschr\u00e4nken, geht oftmals die Motivation des charismatischen Anf\u00fchrers verloren. Nat\u00fcrlich wollte Nelson Mandela das Ende der Apartheid, doch was ermutigte ihn dazu, sein Leben daf\u00fcr zu riskieren, auch f\u00fcr die, die sich lieber dem System ergaben. War Mandela vor seiner Inhaftierung ein f\u00fcr die Sache \u00fcberzeugter Bombenleger, zeigte er sich wieder in Freiheit, als Friedensaktivist. Der Zuschauer sieht die erb\u00e4rmlichen und unmenschlichen Umst\u00e4nde zum Beispiel auf Robben Island, aber man erf\u00e4hrt seine Wandlung erst, wenn sie vollzogen ist. Von einem Lebensabschnitt zum n\u00e4chsten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">MANDELA LONG WAY TO FREEDOM bleibt deswegen kein uninteressanter Film, doch man sp\u00fcrt, wie Komplex nicht nur das Leben dieses Mannes war, sondern der Umgang mit der Apartheid im Allgemeinen ist. Umfasste eine Biografie im Kino sonst das komplette Leben einer Person, war man in j\u00fcngsten Jahren dazu \u00fcbergegangen, das Leben und den Charakter einer entsprechenden Pers\u00f6nlichkeit, an einem einpr\u00e4gsamen Lebensabschnitt der jeweiligen Figur festzumachen. Herausragendes Beispiel hierf\u00fcr war Stephen Frears&#8216; THE QUEEN. Aber auch das Leben Mandelas durfte bereits in diesen Genuss kommen. GOODBYE BAFANA konzentrierte sich nur auf die Beziehung zwischen Mandela und seinem W\u00e4rter auf Robben Island. Bei MANDELA UND DE KLERK war der Blick lediglich auf die Verhandlungen zwischen Pr\u00e4sident de Klerk und seinen Nachfolger gerichtet. Schlie\u00dflich beleuchtete INVICTUS eindringlich Mandelas Bem\u00fchungen, mit dem nationalen Rugby-Team das Land zu einen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man kann nicht sagen, dass die Bem\u00fchungen von Autor Nicholson und Regisseur Chadwick keinen bl\u00fchenden Baum hervorgebracht h\u00e4tten, allein an Fr\u00fcchten fehlt es ihm. Aber der Schatten des Baumes f\u00e4llt zur\u00fcck auf die Komplexit\u00e4t nicht nur im des Leben dieses Mannes, sondern der Welt, in der er leben musste. Da kann vieles nur angerissen bleiben, vieles bleibt au\u00dfer Acht. Daf\u00fcr erlebt man mit Idris Elba einen sehr lebendigen Nelson Mandela, der ein bisschen tiefer blicken l\u00e4sst, als man diese Pers\u00f6nlichkeit von den Nachrichten her kennen lernen konnte. Und gerade dieses kurze Erhaschen von kleinen Teilen der Gef\u00fchlswelt des ehemaligen Pr\u00e4sidenten S\u00fcdafrikas, l\u00e4sst einen nach mehr verlangen. Ein eindrucksvoll umfangreiches Zeitdokument, reduziert sich damit selbst auf eine gelungene, aber gew\u00f6hnliche Biografie.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/mandela-der-lange-weg-zur-freiheit\/mandela-lwtf-2\/\" rel=\"attachment wp-att-6494\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6494\" alt=\"Mandela-lwtf-2, Copyright Weinstein Company \/ Senator Film\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mandela-lwtf-2.jpg\" width=\"620\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mandela-lwtf-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mandela-lwtf-2-200x123.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Mandela-lwtf-2-300x185.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Darsteller: Idris Elba, Naomie Harris, Tony Kgoroge, Jamie Bartlett, Lindiwe Matshikiza, Terry Pheto, Deon Lotz u.v.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Justin Chadwick<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: William Nicholson, nach Mandelas Autobiografie<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Lol Crawley<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Rick Russell<\/em><br \/>\n<em> Musik: Alex Heffes<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Johnny Breedt<\/em><br \/>\n<em> Gro\u00dfbritannien &#8211; S\u00fcdafrika \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 146 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Weinstein Company \/ Senator Film<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MANDELA &#8211; LONG WALK TO FREEDOM &#8211; Bundesstart 30.01.2014 B\u00f6se Zungen behaupten, sieht man sich die unqualifizierten Bemerkungen in einigen Foren des Internets an, man habe mit dem Verleih von MANDELA abgewartet, um nach seinem Ableben vom Tode Nelson Mandelas &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/mandela-der-lange-weg-zur-freiheit\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[287,1119,171,1120,1118],"class_list":["post-6492","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-im-kino-gesehen","tag-autobiografie","tag-der-lange-weg-zur-freiheit","tag-drama","tag-idris-elba","tag-mandela-long-way-to-freedom"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6492"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6492\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6526,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6492\/revisions\/6526"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}