{"id":6543,"date":"2014-02-06T09:45:32","date_gmt":"2014-02-06T08:45:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=6543"},"modified":"2014-02-05T23:46:16","modified_gmt":"2014-02-05T22:46:16","slug":"dallas-buyers-club","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/dallas-buyers-club\/","title":{"rendered":"DALLAS BUYERS CLUB"},"content":{"rendered":"<p><em>DALLAS BUYERS CLUB &#8211; Bundesstart 06.02.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/dallas-buyers-club\/dallas-buyers-club-1\/\" rel=\"attachment wp-att-6544\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6544\" alt=\"Dallas-Buyers-Club-1, Copyright Focus Features \/ Ascot Elite\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Dallas-Buyers-Club-1.jpg\" width=\"300\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Dallas-Buyers-Club-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Dallas-Buyers-Club-1-144x200.jpg 144w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Dallas-Buyers-Club-1-217x300.jpg 217w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Als das erste Bild von Matthew McConaughey im Netz zu kursieren begann, wie er sich k\u00f6rperlich auf seine Rolle des Ron Woodroof vorbereitet hatte, konnte man das kaum glauben. War man schon von Christian Bales k\u00f6rperlichen Einsatz in MACHINIST erstaunt, zeigte man sich bei McConaughey entsetzt. Es waren 25 Kilo, die den Mann vom fantastisch gebauten Stripper in MAGIC MIKE, zum ausgezehrten AIDS-Kranken in DALLAS BUYERS CLUB machten. Es ist nicht einfach nur eine die Rolle unterst\u00fctzende Verwandlung, es ist f\u00fchlbarer Schmerz, der auf den Zuschauer \u00fcbertragen wird. Matthew McConaughey ist wahrlich kein sch\u00f6ner Anblick, aber ehrlich und zutiefst verst\u00f6rend. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Es ist eine Zeit, als man kaum etwas \u00fcber HIV wusste. Die Schwulenkrankheit. Nichts \u00fcber das sich Rodeo-Reiter Ron Woodroof Sorgen machen m\u00fcsste. Er trinkt nur \u00fcberm\u00e4\u00dfig, nimmt Drogen, und v\u00f6gelt alle, die bereit dazu sind. Bis zum ersten Zusammenbruch. Diagnose HIV, Woodroof ist bereits an AIDS erkrankt. Die \u00c4rzte sind erstaunt, dass er \u00fcberhaupt noch lebt. Es ist 1985, und der Lebemann hat maximal einen Monat zu leben. Doch Ron Woodroof akzeptiert weder Krankheit noch sein Ultimatum, mit den schei\u00df Schwuchteln hat er nichts am Hut.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ob man sich jetzt k\u00fcnstlerische Freiheiten gegen\u00fcber der wahren Person Ron Woodroof herausgenommen hat, oder auch nicht, das ist f\u00fcr diese Geschichte vollkommen irrelevant. Es ist eine kraftvolle, ehrliche und ersch\u00fctternde Erz\u00e4hlung. Aber Regisseur Jean-Marc Vall\u00e9e schafft immer wieder erfrischende Momente, die Hoffnung und Verst\u00e4ndnis zelebrieren. Zum Beispiel da, wie der homophobe Redneck Ron auf den ebenfalls an AIDS erkrankten transsexuellen Rayon trifft. Je direkter Ron seine Abneigung gegen\u00fcber Homosexuellen vertritt, desto burschikoser l\u00e4sst Rayon einfach nicht von dem nun einsamen Rodeo-Mann ab. Denn 1985 hat niemand mehr Freunde, der die Schwuchtel-Krankheit hat, besonders nicht im texanischen Hinterland. Doch es ist der unb\u00e4ndige Drang zu leben, der Ron weiter machen l\u00e4sst. Ein Wille, der ihn sogar dazu bringt, sich mit Rayon eine innigere Beziehung zuzugestehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das vielversprechende Medikament AZT zeigt bei Ron keinerlei Wirkung. Und als er feststellen muss, dass er nicht einmal mehr eine Erektion bekommt, wird er richtig aktiv. Er findet heraus, dass es in Mexiko Medikamente gibt, die in den Vereinigten Staaten nicht zugelassen sind, aber \u00fcberaus effektiv wirken. Wenngleich solche Arzneien lediglich einen Aufschub bedeuten, aber niemals eine Heilung. Mit einem juristischen Trick f\u00fcr den Selbstgebrauch kann Ron die Medikamente in die USA einschleusen. Da auch das Verschenken solcher Medikamente nicht unter Strafe steht, gr\u00fcndet Ron mit Rayon, nach dem Vorbild aus anderen St\u00e4dten, den Dallas Buyers Club. Die Mitgliedschaft kostet 400 Dollar, daf\u00fcr bekommen die Mitglieder die wirklich helfenden Medikamente geschenkt. Doch die Arzneimittelkontrollbeh\u00f6rde, welche mit der amerikanischen Pharmaindustrie eng zusammen arbeitet, hat ein unerbittliches Auge auf Woodroof gerichtet, der mit seinen aus dem Ausland beschafften Medikamenten an AIDS erkrankten Menschen wirklich helfen kann. Die Beh\u00f6rde schikaniert den Dallas Buyers Club mit Durchsuchungen, einstweiligen Verf\u00fcgungen und Beschlagnahmungen. Die Industrie m\u00f6chte eben unbedingt die Arznei AZT als einzig wirksames Mittel durchdr\u00fccken. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Geschichte von Ron Woodroof, und seine Beziehung zu Rayon ist eine st\u00e4ndige emotionale Achterbahnfahrt. Doch keine der Figuren verwandelt sich auf einmal in ein gel\u00e4utertes Wesen, oder vom Homophoben zum verst\u00e4ndnisvollen Helden. Und das ist einer der beeindruckendsten Aspekte in einer Geschichte auf wahren Begebenheiten, die sich dennoch ihre k\u00fcnstlerischen Freiheiten nimmt. In einer Sequenz scheint Ron mit Gott zu reden, vor seinem Gesicht flackern unscharf Kerzen. Was wie eine zu Herzen gehende Szene eines gereiften Mannes beginnt, entpuppt sich dann als der betrunkene Ron Woodroof in einem Striplokal. Obwohl die Figur eine charakterliche Weiterentwicklung erlebt, ist sein Tun in erster Linie stets auf sich selbst gerichtet. Er allein, als drogenabh\u00e4ngiger Underdog, hat festgestellt, dass es wirklich wirksamere Mittel als das gef\u00f6rderte AZT gibt. Und in seiner Halsstarrigkeit, will er auch allen beweisen, dass andere L\u00e4nder viel weiter in ihren Forschungen und Ergebnissen sind. Und das diverse Pflanzenextrakte mehr ausrichten, als k\u00fcnstlich generierte Arzneien. Wenn dutzende von Hilfesuchenden dem Dallas Buyers Club beitreten, dann ist er nicht der rettende Engel, sondern dann sind diese Menschen eine Best\u00e4tigung f\u00fcr seiner selbst. Und je mehr Kranken er damit helfen kann, so glaubt er zumindest, desto schneller m\u00fcsste die Arzneimittelkontrollbeh\u00f6rde FDA seinen Bem\u00fchungen Rechnung tragen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Jean-Marc Vall\u00e9e hat keine Erfolgsgeschichte inszeniert. Er h\u00e4lt eine ehrliche, teils schmerzhafte Erz\u00e4hlung f\u00fcr den Zuschauer bereit. Eine Film der fesselt und fasziniert, manchmal macht er auch w\u00fctend, aber zumeist beeindruckt er durch seine direkte unverspielte Art. Dabei l\u00e4sst der Regisseur seine Darsteller einfach von der Leine, und das Ergebnis ist eigentlich der Film selbst. Nat\u00fcrlich sind in erster Linie McConaughey und Leto die tragenden Elemente dieser tragischen, und doch Hoffnung machenden Geschichte. Eine Geschichte, die sich\u00a0 schon so oft in der Vorproduktion befand, um dann doch nicht gedreht zu werden. Und wie bei WALTER MITTY letztes Jahr, zeigt sich auch beim DALLAS BUYERS CLUB, dass sich das Warten auf die richtigen Kreativ-K\u00f6pfe wirklich gelohnt hat. Nach sechs Jahren Abstinenz hat sich daf\u00fcr sogar Jared Leto wieder auf die Leinwand begeben. Mit 15 Kilo weniger zu seinem Normalgewicht, aber als energetisches Schwergewicht, das dem einnehmenden Charakter von Matthew McConaughey in nichts nachsteht. Ein Drama, das so ungezwungen inszeniert ist, das es nicht nur schmerzt, wenn man mit den Figuren leidet, sondern man auch sehr viel positive Lebenseinstellungen f\u00fcr sich entdecken kann. Und dabei ist es vollkommen irrelevant, inwieweit die wahren Ereignisse von k\u00fcnstlerischen Freiheiten beschnitten wurden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left; padding-left: 30px;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/dallas-buyers-club\/amf_0798-211-of-292-nef\/\" rel=\"attachment wp-att-6545\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6545 aligncenter\" alt=\"Dallas-Buyers-Club-2, Copyright Dallas-Buyers-Club-1, Copyright Focus Features \/ Ascot Elite\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Dallas-Buyers-Club-2.jpg\" width=\"620\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Dallas-Buyers-Club-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Dallas-Buyers-Club-2-200x112.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Dallas-Buyers-Club-2-300x168.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><em><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left; padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner, Denis O&#8217;Hare, Steve Zahn, Michael O&#8217;Neill, Dallas Roberts, Griffin Dunne, Kevin Rankin u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Jean-Marc Vall\u00e9e<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Craig Borten, Melisa Wallack<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Yves B\u00e9langer<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Martin Pensa, Jean-Marc Vall\u00e9e<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: John Paino<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 117 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte:<strong> Focus Features \/ Ascot Elite<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DALLAS BUYERS CLUB &#8211; Bundesstart 06.02.2014 Als das erste Bild von Matthew McConaughey im Netz zu kursieren begann, wie er sich k\u00f6rperlich auf seine Rolle des Ron Woodroof vorbereitet hatte, konnte man das kaum glauben. 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