{"id":6663,"date":"2014-03-07T20:00:10","date_gmt":"2014-03-07T19:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=6663"},"modified":"2014-03-07T20:00:59","modified_gmt":"2014-03-07T19:00:59","slug":"saving-mr-banks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/saving-mr-banks\/","title":{"rendered":"SAVING MR. BANKS"},"content":{"rendered":"<p><em>SAVING MR. BANKS &#8211; Bundesstart 06.03.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/im-august-in-osage-county\/saving-mister-banks-1\/\" rel=\"attachment wp-att-6656\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6656\" title=\" Copyright Walt Disney Studios Motion Pictures\" alt=\"Saving-Mister-Banks-1, Copyright Walt Disney Studios Motion Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Saving-Mister-Banks-1.jpg\" width=\"300\" height=\"427\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Saving-Mister-Banks-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Saving-Mister-Banks-1-140x200.jpg 140w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Saving-Mister-Banks-1-210x300.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Erst als Kelly Marcel und Sue Smith ihr wunderbares Drehbuch SAVING MR. BANKS beendet hatten, wurden sie sich der eigentlichen Probleme bewusst. BBC-Films wollte den Film durchaus finanzieren, doch das Buch war so durchdacht, und so auf den Punkt, dass nicht einfach nur ein anderes Studio mit produzieren konnte. Die skurrile Geschichte um Walt Disneys Erwerb der Filmrechte an der Buchreihe Mary Poppins, w\u00fcrde einem anderen Studio Unsummen an Lizenzvergaben, Genehmigungen, und Rechtevergaben kosten. Nicht zu vergessen die Einspruchsrechte, die eine Produktion wie SAVING MR. BANKS behindern k\u00f6nnte. Schlie\u00dflich w\u00e4re ein rivalisierendes Studio dabei, nicht nur einfach den Namen Disney als Marke zu benutzen, sondern\u00a0 auch die reale Figur Walt Disney, Dreharbeiten in Disneyland, Merchandising-Produkte, Musik aus Disney-Filmen und Ausschnitte aus einem ihrer erfolgreichsten Musicals. Der Film konnte also nur mit einem Studio realisiert werden, welches der Produktion dann absurderweise noch gr\u00f6\u00dfere Stolpersteine in den Weg legen konnte. Letztendlich zeigte sich die Angst als unbegr\u00fcndet, und am Ende durfte Regisseur John Lee Hancock sogar andeuten, dass Mickeys Vater sogar starker Raucher war. Was umso erstaunlicher ist, weil es der \u00dcber-Person Walt Disney einen nur allzu menschlichen Anstrich gibt, der ihn auch als extrem ausgefuchsten Gesch\u00e4ftsmann zeigt. Und Kindern ein gutes Vorbild sein, dazu z\u00e4hlt wohl auch die Abstinenz von Tabak, geh\u00f6rt zweifellos zu der Taktik eines ausgefuchsten Gesch\u00e4ftsmannes. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Der Film h\u00e4lt wunderbar die Waage zwischen zwei in sich verwobener Erz\u00e4hlstr\u00e4nge. 1961 kommt Autorin Pamela L. Travern von London nach Los Angeles. Nach z\u00e4hem Ringen hat sie zugestimmt, die Rechte an den B\u00fcchern um Mary Poppins an Disney abzutreten. Nur unter den Bedingungen, keine Animation, kein Gesang, und bei der Ausarbeitung des Drehbuchs das Sagen zu haben. Nach zwanzig Jahren harter Ablehnung, sagt Walt unter diesen Bedienungen nat\u00fcrlich zu. Nichts ahnend, was man sich f\u00fcr eine verbohrte, ungn\u00e4dige Autorin ins Studio geholt hat. Doch Walt Disney hat bereits vor zwanzig Jahren seiner Tochter versprochen, f\u00fcr sie Mary Poppins auf die Leinwand zu bringen. Und das Versprechen eines Vaters, so beschw\u00f6rt er Pamela, die Miss Travern genannt werden will, muss gehalten werden, und wenn es Jahrzehnte dauert. Der Maus-Mann wei\u00df zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was f\u00fcr Geister die Mutter von Mary Poppins tats\u00e4chlich umtreiben. Und wie \u00e4hnlich ihre Absichten wirklich sind, obwohl die eine die Verfilmung gerne verhindern m\u00f6chte, und der andere den Film unbedingt machen will. Dieser Teil ist mit leichter Hand inszeniert, oftmals richtig komisch, aber niemals als wirkliche Kom\u00f6die ausgelegt. Was dem Film auch gut tut. Wie Emma Thompson dem Drehbuch- und Musikschreibern Jason Schwartzman, B.J. Novak und Bradley Whitford mit Belanglosigkeiten die H\u00f6lle hei\u00df macht, das hat ganz hohen Unterhaltungswert. Und Schwartzman, Novak, wie Whitford sind einfach umwerfend, wie sie mit der Halsstarrigkeit und dem sozialen Unverm\u00f6gen der britischen Autorin umgehen. Und Tom Hanks als geplagter, aber auch hintertriebener Disney, ist wieder einmal eine grandiose Nummer f\u00fcr sich. Kameramann John Schwartzman, Halbbruder des beteiligten Schauspielers Jason, hat f\u00fcr diesen Teil in 1961 eine sehr sch\u00f6ne Bildsprache gefunden. Die Szenen haben etwas sehr Verspieltes, und fordern mit ungew\u00f6hnlichen Einstellungen, und auch magischen Momenten, den Zuschauer auch einmal heraus.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In der parallel erz\u00e4hlten, zweiten Erz\u00e4hlung, zieht die kleine Ginty 1906 mit ihrer Familie ins australische Hinterland, wo ihr treusorgender Vater eine neue Stelle als Bankmanager einnimmt. Es wird nat\u00fcrlich sehr schnell verst\u00e4ndlich, um wenn es sich bei der noch so jungen und unschuldigen Ginty handelt. F\u00fcr das M\u00e4dchen ist die Welt in Ordnung, und sie sieht ihren Vater so, wie sie ihn eben als Kind wahrnimmt. Immer f\u00fcr die Kinder da, verspielt und albern. Doch das Idyll tr\u00fcgt, denn Travers Goff trinkt, zum Leidwesen und zur Verzweiflung seiner Frau Margaret. Im Laufe der Zeit wird Ginty immer mehr bewusst, dass was sie f\u00fcr gegeben hinnimmt, \u00fcberhaupt nicht in Ordnung ist. Die Abst\u00fcrze und Aussetzer von Travers werden heftiger und unkontrollierter, bis er schlie\u00dflich bettl\u00e4gerig wird und seinem Ende entgegen siecht. Zum Gl\u00fcck ereilt die f\u00fcnfk\u00f6pfige Familie Hilfe von Tante Ellie, die Haushalt und Disziplin in der Familie auf Vordermann bringt. Die Erscheinung von Tante Ellie wird sp\u00e4ter einmal markante \u00c4hnlichkeit mit einer fiktiven Romanfigur haben. Diese Ebene hat John Schwartzman in erdigen Farben gehalten, mit bodenst\u00e4ndigen Einstellungen. Selbst die Sequenzen, die Pamela L. Travers sp\u00e4ter beim Schreiben beeinflussen, stellt die Kamera nicht zu Schau. Wie ein Puzzle stehen sich beide Erz\u00e4hlstr\u00e4nge dann gegen\u00fcber, und der Zuschauer kann St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zusammensetzen, was f\u00fcr Ereignisse in der Vergangenheit, die Autorin in der Gegenwart zu welchen Entscheidungen treiben. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Viel fr\u00fcher als die Figur Walt Disney im Film, erahnt der Zuschauer die Zusammenh\u00e4nge von Pamelas unbarmherziger Halsstarrigkeit in Verbindung mit ihrer Jugend. Das ist der einzige Schwachpunkt an der sonst grandios erz\u00e4hlten Geschichte. Kelly Marcel und Sue Smith h\u00e4tten die Beziehung zum Filmtitel, und damit zum Kernthema der Handlung, weiter nach hinten setzen m\u00fcssen, um so noch einmal dem sonst schon gro\u00dfartigen Filmerlebnis eine besonders emotionale Wendung geben zu k\u00f6nnen. Denn nach und nach, wird aus der erst unsympathisch wirkenden, engstirnigen P.L. Travers, eine sehr verletzliche Frau, deren Motivation man letztendlich doch nachvollziehen kann. Nat\u00fcrlich hat sich das Buch Freiheiten gegen\u00fcber der tats\u00e4chlichen Begebenheiten genommen. Wer w\u00fcrde auch annehmen, dass es dramaturgische Konventionen anders m\u00f6glich machen w\u00fcrden. Doch wer sich eingehender mit der wahren Geschichte befasst, wird feststellen, wie \u00fcberraschend gering diese Ver\u00e4nderungen tats\u00e4chlich sind. Und selbst wenn es nicht der Wahrheit entspricht, m\u00fcsste diese genauso aussehen. Ein beeindruckender Film voller Energie und jeder Menge Gef\u00fchl, ohne die Grenze zum Kitsch zu \u00fcberschreiten. Und das mit einer Truppe an Darstellern, die sich scheinbar gegenseitig zum Besten\u00a0 angestachelt haben, und allein schon jeden gr\u00f6\u00dferen Missstand nichtig machen w\u00fcrden. Welcher selbst im Kleinen, schwer zu finden sein wird. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch ein gesondertes Lob muss man dem Produktionsdesign von Michael Corenblith geben, der mit Lauren Polizzi und Susan Benjamin ein Zeitkolorit gezeichnet hat, das einfach \u00fcberw\u00e4ltigt. Ganze Stra\u00dfenz\u00fcge in Los Angeles und London, das Chinese Theatre, und nat\u00fcrlich der Ausflug nach Disneyland, es atmet alles den ehrlichen Hauch von 1961. Selbst bei kleineren Anachronismen, und die sind f\u00fcr Nerds. Aber zu keinem Zeitpunkt hat man das Gef\u00fchl von Kulisse, oder den Einsatz Computer generierter Bilder. Ein Film so sch\u00f6n, dass er nur von Disney sein kann. Es hat sich dann doch als die richtige Entscheidung erwiesen, SAVING MR. BANKS mit dem einzig m\u00f6glichen Studio zu produzieren, mit dem man diesen Ausflug in eine vergangene Welt auch realistisch umsetzen kann. Mister Banks wurde gerettet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/im-august-in-osage-county\/saving-mister-banks-2\/\" rel=\"attachment wp-att-6657\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6657\" title=\"Walt Disney Studios Motion Pictures\" alt=\"Saving-Mister-Banks-2, Copyright Walt Disney Studios Motion Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Saving-Mister-Banks-2.jpg\" width=\"620\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Saving-Mister-Banks-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Saving-Mister-Banks-2-200x119.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Saving-Mister-Banks-2-300x179.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Tom Hanks, Emma Thompson, Paul Giamatti, Jason Schwartzman, Bradley Whitford, Colin Farrell, Annie Rose, Ruth Wilson, Kathy Baker, Rachel Griffiths u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: John Lee Hancock<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Kelly Marcel, Sue Smith<\/em><br \/>\n<em> Kamera: John Schartzman<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Mark Livolsi<\/em><br \/>\n<em> Musik: Thomas Newman<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Michael Corenblith<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 125 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Walt Disney Studios Motion Pictures<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SAVING MR. 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