{"id":6887,"date":"2014-03-29T13:24:42","date_gmt":"2014-03-29T12:24:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=6887"},"modified":"2014-03-29T13:25:09","modified_gmt":"2014-03-29T12:25:09","slug":"endless-love","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/endless-love\/","title":{"rendered":"ENDLESS LOVE als endloser Film"},"content":{"rendered":"<p><em>ENDLESS LOVE &#8211; Bundesstart 27.03.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=6876\" rel=\"attachment wp-att-6876\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6876\" title=\"Universal Pictures \/ Universal Pictures International\" alt=\"Endless-Love-1, Copyright Universal Pictures \/ Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Endless-Love-1.jpg\" width=\"300\" height=\"441\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Chick Flicks sind diese ganz gef\u00e4hrlich Art von Filmen, die M\u00e4nner wirklich das F\u00fcrchten lehren. Nicht grunds\u00e4tzlich, sondern weil man nie wei\u00df, was einem am Ende wirklich erwartet. Filme, die auf ein weibliches Publikum zugeschnitten sind, sich meist um Liebe und Romantik drehen, dass sind meistens die Zugest\u00e4ndnisse, um als Mann beim n\u00e4chsten Kinobesuch wieder guten Gewissens eine Marvel-Produktion auszuw\u00e4hlen. Popul\u00e4rste Beispiele, dass Chick Flicks auch Geschlechter \u00fcbergreifend ansprechen, d\u00fcrften PRETTY WOMAN oder SCHLAFLOS IN SEATTLE sein. Aber ENDLESS LOVE tentiert ganz eindeutig in eine ganz andere Richtung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die gut situierte, aber sehr scheue Jade und der unterprivilegierte, aber draufg\u00e4ngerische David lernen sich nach ihrem gemeinsamen High-School-Abschluss kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Unter Davids Einfluss bl\u00fcht das introvertierte M\u00e4dchen richtig auf, und gewinnt ihren ersten richtigen Freundeskreis unter Davids Bekannten. Jades Bruder Keith unterst\u00fctzt begeistert diese Beziehung, lediglich Vater Hugh Butterfield blickt argw\u00f6hnisch auf David herab. Auf die Einhaltung sozialer Standesunterschiede legt er als angesehener Kardiologe viel wert. Das David nach den Ferien nicht auf die Universit\u00e4t will, trotz hervorragender Noten, sondern lieber in der Autowerkstatt seines Vaters arbeiten m\u00f6chte, best\u00e4rkt Hugh Butterfield nur in seinem Ansinnen, dass David gar nicht der Richtige f\u00fcr seine Tochter sein kann. W\u00e4hrend dessen genie\u00dfen die Liebenden ihre Ferienzeit. Doch wie junge, \u00fcberm\u00fctige Menschen so sind, bringen sie sich schnell in eine unangenehme Situation. Das ist die Chance f\u00fcr Jades Vater, die beiden per Einstweiliger Verf\u00fcgung endg\u00fcltig voneinander fern zu halten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->H\u00f6rt man den Titel, dann denken nicht einmal die \u00e4lteren Kinog\u00e4nger an diesen einen Film, wo Brooke Shields einmal mitspielte. Geschweige denn, es w\u00fcrde ihnen der Name Franco Zeffirelli dazu einfallen. Was von fr\u00fcher geblieben ist, sind die einschmeichelnden T\u00f6ne von Diana Ross und Lionel Richie des gleichnamigen, mit einem Oscar nominierten Liedes. Zwei Generationen an Kinog\u00e4ngern sind seitdem verstrichen. Selbst nach so langer Zeit, bleibt die Frage offen, warum ausgerechnet dieser Film f\u00fcr ein neues Publikum neu interpretiert werden musste. Regisseurin und Autorin Shana Feste hat in einem Interview beteuert, dass ihr Film kein Remake von Franco Zeffirellis Kitsch-Parade sei, sondern eine neue Aufarbeitung der Buchvorlage von Scott Spencer. Ist\u00a0 schon die Filmfassung von 1981 in entscheidenden Punkten von der Vorlage abgewichen, hat Shana Festes nur noch sehr d\u00fcnne Eckpfeiler aus dem Buch \u00fcbernommen. Schlimmer noch, sie hat den eigentlichen Kern der Geschichte heraus genommen, und unbeachtet verworfen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Technisch kann sich der Film nichts vorwerfen. Die Kameraarbeit ist unverspielt, aber solide. Andrew Dunn ist einfach der klassischen Aufl\u00f6sung gefolgt. Maryann Brandon tut es im Schnitt gleich. Keine Eigenwilligkeiten, das Feld soll einfach auf die Geschichte und den Figuren konzentriert bleiben. Auch Shana Feste h\u00e4lt sich in ihrem Erz\u00e4hlrhythmus an die typische Drei-Akt-Struktur, mit nach dem Buch gesetzten Plot-Points, inklusive Minuten genauen Set-Up, Konfrontation und Aufl\u00f6sung. Das mag alles in Ordnung sein, den Zweck erf\u00fcllen, und sogar f\u00fcr eine griffige Bindung des Zuschauers sorgen, solange die Geschichte stimmen w\u00fcrde. Und hier hat Feste und ihr Film ein gewaltiges Problem, weil die Geschichte \u00fcberhaupt nicht stimmt. Junge gewinnt M\u00e4dchen, junge verliert M\u00e4dchen, Junge gewinnt M\u00e4dchen zur\u00fcck. So einfach kann es durchaus sein. Doch das Drehbuch gibt \u00fcberhaupt nichts her, woran man sich als Zuschauer emotional f\u00fchren lassen k\u00f6nnte. Schmachtende Blicke reichen wahrlich nicht aus, eine unzerst\u00f6rbare Liebe auf die Leinwand zu bringen. Es fehlen Substanz, und die ehrlichen Konflikte. Die Konflikte in der Handlung, zumindest wie Faste sie inszeniert, sind merklich um der Dramaturgie willen eingebaut, und entbehren jeder Glaubw\u00fcrdigkeit. Die Sache mit der Reparatur des Wagen von Jades toten Bruder, oder der gegenseitige Heldenakt von David und Vater Hugh im Showdown, sind nur zwei Beispiele, wie ungelenk Konflikte vorhersehbar angedeutet, vorbereitet und umgesetzt wurden. Wie schon zu Anfang der Szenen-Aufbau mit dem Maserati-Fahrer, der David und seinen Kumpel beim Parkservice so offensichtlich schlecht behandelt, dass die Konsequenz f\u00fcr den Wagen so nahe liegend ist, dass es jeder Beschreibung spottet. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Schlie\u00dflich gibt es eine prek\u00e4re Szene, die Ausgangspunkt f\u00fcr einen greifbaren Konflikt sein k\u00f6nnte. David wird unfreiwillig Zeuge, wie Jades Vater etwas wirklich Dummes tut. Doch diese Situation wird weder weiter verfolgt, noch irgendwie aufgel\u00f6st. Im Grunde fehlen in Festes Umsetzung genau diese dunklen Momente, mit denen Scott Spencer seine Auffassung von endloser Liebe untermauert hat. Eine eigentlich selbstzerst\u00f6rerische Liebe. Davids Vergangenheit, sein sp\u00e4terer Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt, wie Jade einen anderen heiratet, oder David den Rest seines Lebens mit unbedeutenden Aff\u00e4ren verbringt, sind die Merkmale ver Buchvorlage. In dieser Adaption wird die Bedeutung einer endlosen Liebe, die gleichbedeutend mit einer pathologischen Obsession sein k\u00f6nnte, auf eine weichgesp\u00fclte Unvernunft zweier Jugendlicher herunter gebrochen. Und das dazu in sehr inkonsequenter Umsetzung. So ist es ausgerechnet Jade, die am Ende des Films den Zuschauer in pathetischen Worten aufkl\u00e4rt, dass diese eine Liebe, die Liebe ist, f\u00fcr die man wirklich k\u00e4mpfen sollte. Aber gerade Jade ist es, die im vorangegangenen Verlauf \u00fcberhaupt nichts f\u00fcr diese Liebe tut. Schlimmer noch, sie tr\u00f6stet sich unger\u00fchrt mit einem neuen Freund.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Fehlt es der Inszenierung an Tiefe, Handlung und Dramaturgie, fehlen dem Film im Gesamten bindende Darsteller. Durchaus m\u00f6gen Gabriella Wilde und Alex Pettyfer ansehnliche Menschen sein, die optisch einem gewissen Ideal entsprechen. Aber beiden fehlt nicht nur die Pr\u00e4senz, als Charaktere den Zuschauer zu \u00fcberzeugen, sondern auch die Chemie, um als Gefangene ihrer gegenseitigen Gef\u00fchle zu \u00fcberzeugen. Lediglich Bruce Greenwood kann sich als wahnhaft besch\u00fctzender Hugh Butterfield behaupten, aber nat\u00fcrlich fehlt auch ihm eine solidere Basis in Handlung und Dramaturgie, um als glaubw\u00fcrdige Figur zu bestehen. Joely Richardson und Robert Patrick hingegen, werden als schm\u00fcckendes Beiwerk vertan, die weit unter ihren M\u00f6glichkeiten abgehandelt werden. Rhys Wakefield als Jades Bruder erweckt immer wieder den Eindruck, als w\u00fcrde da noch wesentlich mehr in ihm schlummern, dass eigentlich darstellerisch freigelassen werden m\u00f6chte. Aber so ist das mit Chick-Flicks, wo man nie wirklich wei\u00df, was man am Ende bekommt. Eine Geschichte kann noch so banal sein, letztendlich machen es die Zutaten und die Umsetzung. Gen\u00fcgend vorbildliche Beispiele gibt es, aber ENDLESS LOVE schie\u00dft weit an diesen Vorbildern vorbei. Dieser Film ist so schmerzlich auf eine einfache Formel reduziert, dass er selbst seinem jugendlichen Zielpublikum nicht gerecht werden kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=6877\" rel=\"attachment wp-att-6877\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6877\" title=\"Universal Pictures \/ Universal Pictures International\" alt=\"Endless-Love-3, Copyright Universal Pictures \/ Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Endless-Love-3.jpg\" width=\"620\" height=\"354\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Alex Pettyfer, Gabriella Wilde, Bruce Grennwood, Joely Richardson, Robert Patrick, Rhys Wakefield, Dayo Okeniyi, Emma Rigby, Anna Enger u.v.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Shana Feste<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Shana Feste, Joshua Safran, nach dem Buch von Scott Spencer<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Andrew Dunn<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Maryann Brandon<\/em><br \/>\n<em> Musik: Christophe Beck<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Clay A. Griffith<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> zirka 104 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Universal Pictures \/ Universal Pictures International<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ENDLESS LOVE &#8211; Bundesstart 27.03.2014 Chick Flicks sind diese ganz gef\u00e4hrlich Art von Filmen, die M\u00e4nner wirklich das F\u00fcrchten lehren. Nicht grunds\u00e4tzlich, sondern weil man nie wei\u00df, was einem am Ende wirklich erwartet. 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