{"id":7132,"date":"2014-05-08T14:56:01","date_gmt":"2014-05-08T13:56:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=7132"},"modified":"2014-05-08T14:58:23","modified_gmt":"2014-05-08T13:58:23","slug":"zulu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/zulu\/","title":{"rendered":"ZULU"},"content":{"rendered":"<p><em>ZULU &#8211; Bundesstart 08.05.2014<\/em><\/p>\n<h5><span style=\"color: #000000;\">Die franz\u00f6siche BluRay-Fassung in englischer Sprache und Africaans ist Grundlage dieser Besprechung<em><\/em><\/span><em><br \/>\n<\/em><\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/zulu\/zulu-01\/\" rel=\"attachment wp-att-7137\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-7137\" title=\"Copyright Studio Hamburg Enterprises\" alt=\"Zulu-01, Copyright Studio Hamburg Enterprises\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Zulu-01.jpg\" width=\"346\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Zulu-01.jpg 640w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Zulu-01-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Zulu-01-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/a>Ali Sokhele musste im Kindesalter den grausamen Mord an seinem Vater beobachten, der Opfer konkurrierender Parteien in S\u00fcdafrika wurde. Jahrzehnte sind vergangen, die Apartheid ist l\u00e4ngst Geschichte, und Ali Chefermittler der Mordkommission in Cape Town. J\u00e9r\u00f4me Salle ist der arme Regisseur, der den hinrei\u00dfenden, aber wenig beachteten ANTHONY ZIMMER geschrieben und inszeniert hat, dessen Geschichte in der uns\u00e4glichen Depp und Jolie Verfilmung THE TOURIST noch einmal gegen jede Vernunft geb\u00fcrstet wurde. Zwischenzeitlich hat Salle mit zwei LARGO WINCH Filmen sich und dem Publikum einen Gefallen getan. Und vergessen ist das Debakel um den TOURIST, f\u00fcr welches er eigentlich nichts konnte. Und mit ZULU legt er erneut im Thriller-Genre nach, der ebenfalls den Schwerpunkt auf die psychologischen Tiefen seiner Charaktere legt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Was ZULU sofort als den etwas anderen Thriller ausmacht, ist sein Dreigespann an Ermittlern, wo sonst ein an pers\u00f6nlichen Problemen sorgsam aufeinander abgestimmtes Duo den Buddy-Movie bestimmt. Brian Epkeen ist dabei mit seinem Alkoholproblem und einer schwierigen Trennung der Risikofaktor im Team. Die Drei beginnen in einer Reihe von brutalen Morden zu ermitteln, die scheinbar mit einer neuen Droge in Zusammenhang stehen.\u00a0 Hier ist es der akkurate und besonnene Dan Fletcher, der den Zuschauer daran erinnern wird, dass in diesem Film alles m\u00f6glich sein kann. Und als die Ermittler tiefer in das Milieu vor dringen, wird schlie\u00dflich der stoische Ali von seiner Vergangenheit eingeholt. Die Apartheit mag abgeschafft sein, die Menschen dahinter sind allerdings noch flei\u00dfig am Werk.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit seinem Kreativ-Team aus LARGO WINCH II, setzt J\u00e9r\u00f4me Salle auch bei ZULU auf bew\u00e4hrte Partner. K\u00fcnstlerisch hebt sich ZULU allerdings nicht aus dem Genre hervor, wenngleich Denis Roudens Kamerabilder stets auf das Wesentliche bedacht sind, und mit keinen unn\u00f6tigen Gimmicks ablenken. Zudem konnte Stan Collet am Schneidetisch gl\u00fccklicherweise dem Drang widerstehen, mit eigenwilligen Schnittfolgen, das Geschehen voran zu treiben. Daf\u00fcr sorgt schon Salle mit seiner konzentrierten Regie, die nichts \u00fcberst\u00fcrzt, aber auch keinen Leerlauf zul\u00e4sst. Er gewichtet seine Charakterstudien gleich zu den wenigen aber effizienten Actionszenen und Thriller-Elementen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Alles in allem ist ZULU ein wirklich solider Krimi und Thriller, der mit gewissen Abstrichen \u00fcberzeugt. Orlando Bloom als Brian Epkeen ist in seiner abgewrackten Art sicherlich keine neu erfundene Figur, allerdings spielt er diese mit unaufdringlicher Zur\u00fcckhaltung, die den Zuschauer auch n\u00e4her an diesen Charakter l\u00e4sst. Lediglich die Beziehung zu seiner Ex-Frau, und wie sie in die Handlung involviert wird, entspricht einem eigentlich leicht zu umgehenden Klischee, welches nicht notwendig war. Forest Whitaker ist fast schon selbstredend eine Klasse f\u00fcr sich, der mit ganz wenig, so viel transportieren kann. Und f\u00fcr europ\u00e4ische Ohren funktioniert sein steter Wechsel von Englisch zu Africaans ganz hervorragend. Allerdings h\u00e4ngt auch an seinem Charakter ein stilistisch nicht ganz schl\u00fcssiges Handlungselement. In einer R\u00fcckblende, wird Alis Schicksal vom Anfang aufgel\u00f6st, und erkl\u00e4rt dabei seine eigentlichen Motivationen. Diese entscheidende Szene h\u00e4tte st\u00e4rker in den Kontext der laufenden Handlung eingewoben werden m\u00fcssen. In dieser Reihe sollte man allerdings auch Conrad Kemp als Dan Fletcher positiv erw\u00e4hnen, der einzige S\u00fcdafrikaner im Trio, der sich immerhin gegen zwei Zuschauerlieblinge durch zu setzen hat. Dies tut er unglaublich elegant, in dem er eben nicht gegen sie anspielt, sondern die korrekte Form seiner Figur als integralen Bestandteil des Trios einbindet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">ZULU im allgemeinen, erfindet weder Krimi, noch Thriller wirklich neu, aber er ist intensiv und schn\u00f6rkellos inszeniert. J\u00e9r\u00f4me Salle wusste einfach worauf es ankam und hat seine Gradwanderung zwischen psychologischen Studien und unvorhersehbarem Thriller ganz geschickt ausgewogen. Und hier liegt die eigentliche Gr\u00f6\u00dfe des Films, weil er sich einfach nicht in die Karten sehen l\u00e4sst, und erfolgreich, fast, alle Offensichtlichkeiten zu umgehen versteht. Das sich der Film auch noch an tats\u00e4chlichen Begebenheiten orientiert, die noch in den 1980er Jahren in S\u00fcdafrika statt gefunden haben, macht die Geschichte zus\u00e4tzlich brisant. Denn was zuerst wie ein ma\u00dfgeschneidertes Handlungselement aussieht, und den Showdown bestimmt, ist auch in Wahrheit eine weiteres bitteres St\u00fcck, unter welchem die mehrheitlich schwarze Bev\u00f6lkerung ebenfalls zu leiden hatte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/zulu\/zulu-02\/\" rel=\"attachment wp-att-7136\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-7136\" title=\"Copyright Studio Hamburg Enterprises\" alt=\"Zulu-02, Copyright Studio Hamburg Enterprises\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Zulu-02.jpg\" width=\"620\" height=\"270\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Forest Whitaker, Orlando Bloom, Conrad Kemp, Tanya von Graan, Natasha Loring, Roxanne Prentice, Patrick Lyster, Sven Ruygrok, Kelsey Egan u.v.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: J\u00e9r\u00f4me Salle<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: J\u00e9r\u00f4me Salle, Julien Rappeneau<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Denis Rouden<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Stan Collet<\/em><br \/>\n<em> Musik: Alexandre Desplat<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Laurent Ott<\/em><br \/>\n<em> Frankreich &#8211; S\u00fcdafrika \/ 2013<\/em><br \/>\n<em> zirka 110 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Studio Hamburg Enterprises<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ZULU &#8211; Bundesstart 08.05.2014 Die franz\u00f6siche BluRay-Fassung in englischer Sprache und Africaans ist Grundlage dieser Besprechung Ali Sokhele musste im Kindesalter den grausamen Mord an seinem Vater beobachten, der Opfer konkurrierender Parteien in S\u00fcdafrika wurde. 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