{"id":7190,"date":"2014-05-16T19:11:53","date_gmt":"2014-05-16T18:11:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=7190"},"modified":"2014-05-16T19:41:51","modified_gmt":"2014-05-16T18:41:51","slug":"godzilla","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/godzilla\/","title":{"rendered":"GODZILLA 3D"},"content":{"rendered":"<p><em>GODZILLA &#8211; Bundesstart 15.05.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=7186\" rel=\"attachment wp-att-7186\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7186\" title=\"Copyright Warner Bros.\" alt=\"Godzilla-03, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-01.jpg\" width=\"300\" height=\"429\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-01.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-01-139x200.jpg 139w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-01-209x300.jpg 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Er ist zweifellos das beliebteste Monster der Kinogeschichte. Frankensteins Kreatur vielleicht das Bekannteste, Dracula kein wirkliches Monster, und King Kong ist wohl einfach zu brav. Aber bei wem wird wohl um so lauter gejubelt, je mehr bei seiner Randale zu Bruch geht? Godzilla. Eine Ikone, die zur selben Zeit in Japan das Licht des Projektors erblickte, als die Amerikaner mit FORMICULA\u00a0 ebenfalls ihre Angst vor der unz\u00e4hmbaren Macht der Kernspaltung bekundeten. 1954 war das Misstrauen gegen diese scheinbar unberechenbare Kraft der Zerst\u00f6rung, im liberalen Amerika gewaltig angestiegen. F\u00fcr den Japaner allerdings, waren die M\u00f6glichkeiten der Bombe bereits realer Bestandteil der Geschichte. Als wirkliches Opfer, lag f\u00fcr Japan seit neun Jahren nichts mehr Unberechenbares in dieser technologischen Entwicklung. War GODZILLA trotz allem als reine Unterhaltung konzipiert, war die Thematisierung der Atomkraft eine verbissene Botschaft. Das Trauma von Hiroshima und Nagasaki forderte dies heraus. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><\/span><span style=\"color: #000000;\">Die nachfolgenden 28 Inkarnationen der vermeintlichen Echse konnten nie wieder diese Intensit\u00e4t in ihren Anliegen aufbringen. Im Gegenteil, mit Au\u00dferirdischen und Kung-Fu beherrschenden Monstern, wurde die Reihe immer alberner, doch auch immer beliebter. Godzilla, eine Namensmischung der japanischen Bezeichnungen von Gorilla und Wal, wie er erstmals beschrieben wurde, mutierte zum japanischen Nationalheld aller Altersgruppen, w\u00e4hrend er in Amerika zur Matinee-Sensation noch nicht pubertierender Jungs wurde. 1998 dachte Roland Emmerich, er k\u00f6nnte die Zerst\u00f6rungsorgie auf Hollywood-Verh\u00e4ltnisse \u00fcbertragen, und scheiterte an seinem eigenen Ehrgeiz.\u00a0 2010 hat dann Erfinder und Rechteinhaber Toho ihre Ikone endg\u00fcltig verkauft. 2004 war mit FINAL WARS der letzte japanische Godzilla in die Kinos gekommen, im alten Gewand mit Gummi-Kost\u00fcm und \u00fcberdrehter Handlung. Die Zeit hatte das Konzept l\u00e4ngst \u00fcberholt, der Spa\u00dffaktor war noch gegeben, die Umsetzung allerdings nicht mehr gerechtfertigt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Max Borenstein und Dave Callaham haben eine Geschichte ersonnen, die dem Geist der urspr\u00fcnglichen Geschichte Respekt zollt. Befreit von jeder Ironie, oder augenzwinkernden Feinsinn, haben es die Ideengeber dieser Neuauflage geschafft, die Echse, welche in Wirklichkeit keine ist, in das moderne Kino des 21. Jahrhunderts zu transportieren. \u00dcber den Humor in GODZILLAs Version von 2014 kann man nur sagen, dass er fehlt, aber nicht wirklich vermisst wird. Gareth Edwards inszeniert seine Fassung eines Monsterfilms, mit thematisch aktuellen Einfl\u00fcssen, tats\u00e4chlich bierernst, doch gerade Roland Emmerich hat gezeigt, was ein flapsiger, nicht ernster Ton in der Inszenierung anrichten kann. Thematisch, darstellerisch und in der Inszenierung hat Edwards seine Gewichtung genau richtig gelegt, um schon im Voraus weniger gut gesinnten Quertreibern weitestgehend den Wind aus den Segeln zu nehmen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=7188\" rel=\"attachment wp-att-7188\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7188\" title=\"Copyright Warner Bros.\" alt=\"GODZILLA-02, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-03.jpg\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-03.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-03-200x132.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Gareth Edwards hat mit MONSTERS eine extravagante Visitenkarte hinterlegt, die lediglich zwei M\u00f6glichkeiten offen lie\u00df. Er w\u00fcrde dem Budget nicht standhalten, oder den ultimativen Reboot inszenieren. Ultimativ ist der Film nicht geworden, aber weit besser als ein Reboot. Man kann Edwards Vision als direkte Fortsetzung der Erstausgabe von 1954 ansehen. Buch und Regie wollten, was ihnen in weiten Teilen auch gelingt, gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Realismus. Wie real ein Film mit einer Urzeit-Kreatur sein kann, muss dahin gestellt bleiben. Aber schon mit den Charakterzeichnungen bewegen sich die Darsteller auf h\u00f6herem Niveau. Nicht nur der manische Joe Brody von Bryan Cranston ist eine durchweg glaubw\u00fcrdige Figur, auch Aaron Taylor-Johnson \u00fcberzeugt als Sohnemann Ford, der im Wechselbad der Gef\u00fchle mit seinem Vater ringt, aber gleichzeitig als Soldat dem Monster Einhalt gebieten muss. Taylor-Johnson \u00fcberrascht zudem als gereifter Erwachsener, der dem KICK-ASS-Nerd schneller als erwartet entwachsen ist, und nicht nur optisch einen wirklichen Soldaten abgibt, dem man seine harte Seite genauso abkauft, wie seine Gef\u00fchlsregungen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Den perfekten Br\u00fcckenschlag von der japanischen Reihe zur amerikanischen Wiederbelebung, gelingt den Machern in der ersten Stunde, wo die Handlung vorerst in Japan verweilt, wo Joe Brody als technischer Leiter eines Atomkraftwerkes arbeitet. In der zweiten Handlungslinie gesellt sich Japans filmischer Top-Export Ken Watanabe als Doktor Serizawa dazu, der den Spuren eigenartiger unterirdischer Aktivit\u00e4ten nachgeht. Es ist nicht zu viel verraten, wenn man sagt, dass das Schicksal beide Linien zusammen f\u00fchren wird. Hier funktioniert GODZILLAs Neuauflage auch als ernsthafte Auseinandersetzung mit tagesaktuellen Themen. Da ist nicht nur der Super-GAU eines Kraftwerkes, oder ein verheerender Tsunami, sondern auch die erbarmungslose Arroganz des Menschen gegen\u00fcber der Umwelt. Denn der Film wagt die Frage zu stellen, ob die Figur Godzilla tats\u00e4chlich das Monster ist, oder am Ende ein Regulativ in der Natur. Diese Ans\u00e4tze gab es schon zu Toho-Zeiten, wenn verz\u00fcckte Menschen tr\u00e4nenreich und winkend die vermeintliche Echse verabschieden, obwohl Tokio im Hintergrund in Schutt und Asche liegt. Edwards GODZILLA macht dies weit feinsinniger und eleganter, l\u00e4sst aber die verst\u00f6rte Menschheit ebenfalls nachdenklich zur\u00fcck, wie dieser Schrecken ganzer St\u00e4dte einzusch\u00e4tzen ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Kritiker werden zweifellos bem\u00e4ngeln, dass bei einem Godzilla-Film tiefergehende Charakterzeichnungen und Handlungsstr\u00e4nge so wenig gebraucht werden, wie das Monster auf freiem Land. Aber dieser Film durfte gar nicht werden, was schon mit FINAL WARS beendet worden war. Ma\u00dfgeblich sind es Autor Max Borenstein und Regisseur Gareth Edwards, die Godzilla endg\u00fcltig und gelungen ins neue Jahrtausend holten. Ohne die hohe Kunst der alten Hollywood-Schule zu verraten. Borenstein zauberte eine geschickte Handlung, die nicht typischer f\u00fcr Mainstream-Unterhaltung sein k\u00f6nnte. So werden die Hauptfiguren durch trickreiche Verkettungen stets auf Tuchf\u00fchlung mit dem Monster gebracht, oder ins Zentrum der Gefahr gestellt. Wie Brody schlie\u00dflich mit Serizawa zusammen gebracht wird, warum Ford wider Erwarten die Jagd nach dem Urvieh begleitet, oder dass sich der Showdown dann auch in einer amerikanischen Metropole austoben darf, und wie Fords Frau zus\u00e4tzlich durch das zerst\u00f6rerische Treiben in Gefahr ger\u00e4t. Das sind altbekannte Muster, die Borenstein hier aber sehr geschickt nutzt, indem er diese im Grunde eher fragw\u00fcrdigen Zuf\u00e4lle als Charaktereigenschaft bereits gegeben hat, oder lange im Voraus einf\u00fchrt wurden und damit sehr plausibel werden. Der dramatische Effekt mit der Geburtstagsgirlande ist daf\u00fcr ein sehr gutes Beispiel, die gleich in den ersten f\u00fcnf Minuten eine kaum relevante Rolle zu spielen scheint, nach vierzig Minuten allerdings das Verh\u00e4ltnis von Vater und Sohn festigen wird. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">GODZILLA ist insoweit ein Film mit hohem Anspruch, dass er klassisch bekannten Erz\u00e4hlstrukturen mit modern eigenwilligem Inszenierungsstil koppelt, und somit die Erwartungshaltung des Publikums ausreizt, aber auch zu erf\u00fcllen versteht. Dazu geh\u00f6rt auch, dass Seamus McGarvey seine Kamera immer wieder bei den menschlichen Charakteren l\u00e4sst, w\u00e4hrend das eigentliche Spektakel eher als Hintergrund dient, oder nur aus der Sicht der Protagonisten zu erahnen ist. Doch selbst in diesen, nicht wenigen Momenten, verliert der Film zu keiner Zeit seinen Bombast. Im Gegenteil, Sequenzen, wo nur Godzillas Schwanzspitze durch die zerst\u00f6rte Szenerie huscht, oder man nur seinen gezackten R\u00fccken zu erkennen glaubt, gewinnt die Atmosph\u00e4re an Intensit\u00e4t. Es gibt zwei, drei kurze Szenen, bei denen die Tricktechnik nur allzu leicht zu erkennen ist, allerdings ist der gesamte Rest ein Bravourst\u00fcck wie CGI genutzt werden kann. Und an visuellen Effekten geizt der Film ganz und gar nicht. Nat\u00fcrlich gibt es auch Bilder, die dem Mann im Latex-Kost\u00fcm zu Ehren gereichen, wenn in totalen Bildeinstellungen ganze Hochh\u00e4user vernichtet werden. Aber selbst bei diesen Verneigungen vor dem Original, werden die Effekte f\u00fcr den Zuschauer zu unglaublich realistische Abbildungen der eigentlich unm\u00f6glichen Szenarien. GODZILLA ist ein \u00fcberw\u00e4ltigendes Ereignis, das umgehend die Frage aufwirft, wie man gegen\u00fcber dieses Bombastes bei einer Fortsetzung mitziehen will. Aber eine Fortsetzung muss her. Und die selbstredend mit dem gleichen Team, und dessen ungebrochener Hingabe etwas Besonderes zu schaffen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=7187\" rel=\"attachment wp-att-7187\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7187 aligncenter\" title=\"Copyright Warner Bros.\" alt=\"Godzilla-01, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-02.jpg\" width=\"620\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-02.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-02-200x82.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Godzilla-02-300x123.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Aaron Taylor-Johnson, Ken Watanabe Bryan Cranston, Elizabeth Olsen, Carson Bolde, Juliette Binoche, David Straithairn, Richard T. Jones u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Gareth Edwards<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Max Borenstein<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Seamus McGarvey<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Bob Ducsay<\/em><br \/>\n<em> Musik: Alexandre Desplat<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Owen Paterson<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 123 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Warner Bros.<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GODZILLA &#8211; Bundesstart 15.05.2014 Er ist zweifellos das beliebteste Monster der Kinogeschichte. Frankensteins Kreatur vielleicht das Bekannteste, Dracula kein wirkliches Monster, und King Kong ist wohl einfach zu brav. 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