{"id":7652,"date":"2014-09-06T10:04:04","date_gmt":"2014-09-06T09:04:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=7652"},"modified":"2014-10-03T19:08:18","modified_gmt":"2014-10-03T18:08:18","slug":"fantasy-filmfest-2014-cold-in-july","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/fantasy-filmfest-2014-cold-in-july\/","title":{"rendered":"FANTASY FILMFEST 2014: Cold in July"},"content":{"rendered":"<p><em>COLD IN JULY &#8211; ab 30. Oktober 2014 in Gro\u00dfbritannien auf BluRay\/DVD<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/fff-2014-cold-in-july\/cold-in-july-1\/\" rel=\"attachment wp-att-7654\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-7654\" title=\"Copyright IFC Films \/ Wild Side Films\" alt=\"Cold-in-July-1, Copyright IFC Films \/ Wild Side Films\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cold-in-July-1.jpg\" width=\"240\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cold-in-July-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cold-in-July-1-156x200.jpg 156w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cold-in-July-1-234x300.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/fff-2014-wer\/ff14-posterklein\/\" rel=\"attachment wp-att-7645\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7645\" alt=\"FF14-Posterklein, Copyright Rosebud Entertainment\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FF14-Posterklein.jpg\" width=\"150\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FF14-Posterklein.jpg 150w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/FF14-Posterklein-142x200.jpg 142w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Ost Texas, 1989. Richard Dane ist ein unbescholtener Familienvater, der in seinem kleinen Gesch\u00e4ft Bilderrahmen fertigt. Das Idyll k\u00f6nnte nicht besser sein. Richard Dane sieht mit seiner Achtzigerjahre Frisur etwas l\u00e4cherlich aus, aber das taten damals fast alle, die sich auf diese Moden einlie\u00dfen. Richard Dane ist bestimmt kein harter Kerl, auch nicht der kernige Vertreter des l\u00e4ndlichen Texas. Und so f\u00e4llt es ihm auch schwer, mit zittrigen Fingern seine versteckte Waffe zu laden, als ihn seine Frau Ann eines Nachts wegen merkw\u00fcrdiger Ger\u00e4usche weckt. Wenige Sekunden sp\u00e4ter klebt fleische Masse an der Wohnzimmerwand der Danes, ein Einbrecher liegt tot auf dem Sofa. Auch wenn Regisseur Jim Mickle sehr blutig inszeniert, kostet er das nicht nach den M\u00f6glichkeiten aus. Der Schrecken ist eindeutig, und nimmt den Zuschauer auch so sofort gefangen. Michael C. Hall spielt diesen Richard Dane mit eiserner Pr\u00e4zision, wie er stets verunsichert durch das Szenario gezogen wird. Ein Typ, der einfach nur sein bisher ruhiges Leben weiterf\u00fchren m\u00f6chte. Diese Unsicherheit treibt ihn auch zur Beerdigung des von ihm erschossenen Freddy, wo Richard zuerst der einzige Teilnehmer zu sein scheint. Bis pl\u00f6tzlich Russel auftaucht, Vater des Toten, der mit seinen Rachegedanken nicht hinter dem Berg h\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Russel ist einer der vermeintlich bekannten Typen, die Texas im Volksmund ausmachen. Knapp genuschelte S\u00e4tze, scheinbar emotionslos, eine Erscheinung, die keinen Spa\u00df versteht. Es tut einfach gut, Sam Shepard endlich wieder einmal in einer ausf\u00fchrlicheren Rolle erleben zu k\u00f6nnen, in dessen Gesicht sich all seine Lebenserfahrung wiederspiegelt. Und der mit kaum einen Wort, so viel vermitteln kann. Sein Charakter, aber eben auch seine geniale Besetzung, bildet den Kern dieser Rache-Geschichte. Obwohl die Polizei alles tut, Richards Familie zu sch\u00fctzen, und Russel dingfest zu machen, ist der auf Rache eingestellte Vater seinen H\u00e4schern immer einen Schritt voraus. Sobald Sam Shepard in die Handlung einsteigt, wei\u00df der geneigte Zuschauer, wie der Hase laufen wird. Ein Mann, der sein Haus und seine Familie verteidigt hat, wird keine Ruhe finden, bis er in einem furiosen Showdown die Dinge selbst in Hand nimmt. Das ist die bekannte, die herk\u00f6mmliche Geschichte. Doch hier schl\u00e4gt der Hase andere Haken, denn den eigentlich unbescholtenen Richard Dane beschleichen Zweifel, wie ehrlich es die Polizei mit ihm tats\u00e4chlich meint, und ob nicht irgend etwas an dem eigentlich klaren Fall, doch faul ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Hier kommt Jim Bob ins Spiel, ein Privat-Detektiv und ein anderer Typ, der Texas ausmacht. Laut, direkt, kumpelhaft, mit viel Drang sich mitzuteilen, aber kompromisslos wenn es drauf ankommt. Und es kommt sehr oft darauf an, in dieser Handlung, die pl\u00f6tzlich alles andere als vorhersehbar wird. Als Joe Lansdale den Roman geschrieben hat, lange bevor sich Nick Damici und Jim Mickle ans Drehbuch setzten, muss er bereits\u00a0 Don Johnson als Jim Bob im Kopf gehabt haben. Er ist nach Shepard der zweite Clou, der den Film dominiert. Und man hat sofort das Gef\u00fchl, dass wirklich niemand anderes diese Rolle h\u00e4tte ausf\u00fcllen k\u00f6nnen. Der im Fernsehen verheizte Johnson, kann erneut beweisen, dass er durchaus f\u00fcr mehr zu haben w\u00e4re. Auch bei Johnson macht es tierische Freude, ihn wieder einmal in einer gr\u00f6\u00dferen Rolle erleben zu d\u00fcrfen. Zwischen ihm und Shepard, wirkt Michael C. Hall dann doch mitunter etwas blass. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Jim Mickle am Setting der Achtzigerjahre festhielt, obwohl es f\u00fcr die eigentliche Geschichte unerheblich ist, sorgt f\u00fcr ein stimmungsvolles Flair, welches gerade bei einem \u00e4lteren Publikum eine besondere Wirkung erzielt. Nicht nur der sperrige Videorekorder als Accessoire, sondern die Stimmung im Allgemeinen. Die Erinnerung an eine Zeit, in der nicht alles Over-the-top inszeniert sein musste, um funktionierende Spannungsmomente zu erreichen, und wo auch noch das Innenleben von Charakteren von Bedeutung war. In der Optik von Ryan Samuls Kameraf\u00fchrung, hat sich das Team stark an Dean Cundey orientiert, Stammkameramann von John Carpenter. Das Jeff Grace&#8216; Musik auch noch un\u00fcberh\u00f6rbare Anleihen bei Carpenters elektronischen Soundtracks nimmt, scheint in der ganzen Inszenierung dann doch Methode zu haben. Obwohl John Carpenter selbst nie einen Thriller dieser Art gemacht hat. Das bei COLD IN JULY dann noch die Opening-Credits im Schrifttyp Alberus MT gesetzt sind, wirkt wie ein Augenzwingern der Macher an die Genre-Fans. Carpenter hat diesen Schrifttyp bei fast all seinen Filmen f\u00fcr die Titel benutzt. Doch diese offensichtliche Verbeugung der Macher von COLD IN JULY, ist ein wunderbar nostalgischer Blick auf eine Zeit, wo Thriller noch mit menschlicher Tiefe und ohne exzessiven Blutrausch \u00fcberzeugten. Am Blutgehalt macht Jim Mickle zwar Zugest\u00e4ndnisse an das heutige Kino, aber es wird nicht relevant.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">COLD IN JULY ist ein extrem spannender Thriller, der einen wundern l\u00e4sst, warum kein deutscher Verleiher an einer Kinoauswertung interessiert war. Das schauspielerische Potential ist zum niederknien \u00fcberragend, Mickles Tempo in der Inszenierung auf den Punkt, und Ryan Samuls optische Spielereien eine sehr angenehme Bereicherung f\u00fcr den atmosph\u00e4rischen Verlauf. Zudem \u00fcberrascht die Handlung immer wieder mit nicht vorhersehbaren Wendungen. Er zeigt eine unbekannte Variante des Klischees eines urspr\u00fcnglichen Texas, und die typischen Vertreter eines Landstriches, der immer gerne als das wahre Amerika gesehen werden m\u00f6chte. Das COLD IN JULY diese Stereotypen aufgreift, sie aber dann doch leicht karikiert, ist eine weitere St\u00e4rke. Denn obwohl der Blick des Films auf seine Figuren kritisch bleibt, \u00fcberspitzt er sie nicht, und gibt sie zu keinem Zeitpunkt der L\u00e4cherlich preis. So d\u00fcrfen Thriller aussehen, wenn sie ihrer Bezeichnung gerecht werden wollen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/fff-2014-cold-in-july\/cold-in-july-2\/\" rel=\"attachment wp-att-7655\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7655\" title=\"Copyright IFC Films \/ Wild Side Films\" alt=\"Cold-in-July-2, Copyright IFC Films \/ Wild Side Films\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cold-in-July-2.jpg\" width=\"620\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cold-in-July-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cold-in-July-2-200x99.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Cold-in-July-2-300x148.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Michael C. Hall, Sam Shepard, Don Johnson, Vinessa Shaw, Wyatt Russell, Nick Damici, Happy Anderson u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Jim Mickle<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Nick Damici, Jim Mickle<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Ryan Samul<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: John Paul Horstmann, Jim Mickle<\/em><br \/>\n<em> Musik: Jeff Grace<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Russell Barnes<\/em><br \/>\n<em> Frankreich &#8211; USA \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 109 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>IFC Films \/ Wild Side Films<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>COLD IN JULY &#8211; ab 30. Oktober 2014 in Gro\u00dfbritannien auf BluRay\/DVD Ost Texas, 1989. Richard Dane ist ein unbescholtener Familienvater, der in seinem kleinen Gesch\u00e4ft Bilderrahmen fertigt. Das Idyll k\u00f6nnte nicht besser sein. 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