{"id":7903,"date":"2014-10-17T23:00:55","date_gmt":"2014-10-17T22:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=7903"},"modified":"2014-10-17T22:04:05","modified_gmt":"2014-10-17T21:04:05","slug":"denzel-washington-the-equalizer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/denzel-washington-the-equalizer\/","title":{"rendered":"Denzel Washington THE EQUALIZER"},"content":{"rendered":"<p><em>THE EQUALIZER &#8211; Bundesstart 09.10.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/denzel-washington-the-equalizer\/equalizer-1\/\" rel=\"attachment wp-att-7907\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7907\" title=\"Copyright Sony Pictures Releasing\" alt=\"Equalizer-1, Copyright Sony Pictures Releasing\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Equalizer-1.jpg\" width=\"300\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Equalizer-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Equalizer-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Equalizer-1-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Erst waren 2005 die Weinstein Br\u00fcder. 2010 kamen die Rechte zu Esacape Artists. Dann war da Paul Haggis, mit Russell Crowe in der Hauptrolle. Nach deren Ausstieg war Denzel Washington sehr interessiert. Regisseur Nicolas Winding Refn stieg aber nach Vertragsunstimmigkeiten w\u00e4hrend der Dreharbeiten aus. Denzel Washington blieb, und es kam Antoine Fuqua. Der Mann, der mit TRAINING DAY das Vehikel f\u00fcr Washingtons zweiten Oscar inszenierte. Als Produzent, wird der Schauspieler auf die Wahl des Regisseurs vielleicht ein klein wenig Einfluss gehabt haben. Obwohl auffallend ist, dass beide seit dem riesigen, und verdienten Erfolg von TRAINING DAY, f\u00fcr eine erneute Zusammenarbeit dreizehn Jahre vergingen lie\u00dfen. Erneut ein wunderbares Beispiel, was alles mit einem Filmprojekt passieren kann, und unweigerlich das was-w\u00e4re-wenn heraufbeschw\u00f6rt. Aber auch erneut ein Beispiel, dass es in Hollywood oftmals unergr\u00fcndliche Wege gibt, die alles zum Besten weisen. Denn dieses Remake der gleichnamigen TV-Serie ist nicht makellos, aber bereitet einem geneigten Publikum genau jenes Vergn\u00fcgen, auf welches es zu hoffen wagte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Muss es eigentlich sein, dass man aus Mangel an Ideen, die ganzen ausgedienten Geschichten erneut durch die Produktionsm\u00fchlen schiebt? Grunds\u00e4tzlich, nein, muss es nicht. Jede Originalgeschichte ist besser, als ideenloses Wiederaufbereiten. Was allerdings Richard Wenk mit dem Drehbuch, und Antoine Fuqua mit seiner Inszenierung bieten, kann nur an Eckpunkten etwas mit der Serienvorlage zu tun haben. Denn als Endprodukt ist THE EQUALIZER weder Remake, noch Geldschneiderei. THE EQUALIZER ist ein sehr eigenes, sehr pers\u00f6nliches Werk von Fuqua und Washington. Es ist ihr ureigenster Film geworden, der mit jeder Minute die Energie dieses Duos atmet. Wie Washington bescheiden, fast hilflos wirkend, seinen Routinen nachgeht, da sp\u00fcrt man in seiner Pr\u00e4senz, das er bei allem was kommen mag, das Richtige tun wird. Selbst seine liebsten Mitarbeiter, wirkliche Freunde hat er nicht, nennen ihn einfach Mister McCall. Er ist korrekt, ruhig, kann un\u00fcbertrieben humorvoll sein, sehr hilfsbereit ist er, und eigentlich mag ihn jeder. Sp\u00e4ter werden wir lernen, das Mister McCall an Zwangsneurosen leidet. Seine Wohnung ist auf das Notwendigste eingerichtet, sein Geschirr wird sofort gesp\u00fclt, den Teebeutel f\u00fcr den t\u00e4glichen Besuch im Stammlokal bringt er sorgf\u00e4ltig eingewickelt selber mit. Das er eine Frau hatte, erfahren wir, aber \u00fcber ihr Schicksal kann man nur spekulieren. Mit Mister McCall verk\u00f6rpert Washington seinen bisher am wenigsten ausgearbeiteten Charakter. Der Schauspieler selbst kam dabei auf die Idee der Zwangsst\u00f6rung, und recherchierte bei Betroffenen. Washington damit auf der Leinwand zu beobachten, ist unglaublich spannend und intensiv. Und es macht den Charakter unberechenbar.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dem Film geht das Zitat von Mark Twain voran: Die beiden wichtigsten Tage in deinem Leben ist der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag an dem du herausfindest, warum. Mister McCall erlebt diesen zweiten Tag in Gestalt der Prostituierten Teri, die ebenfalls jede Nacht im selben Lokal verbringt, und dort auf Kundschaft wartet. Denn eines Tages ist Teri nicht vor Ort, als Mister McCall in seiner Stammnische Platz nimmt, und das bringt gewaltig seine eingeschliffene Routine durcheinander. Dabei wird aus Mister McCall mit einem Mal Robert, jene zur\u00fcckgehaltene Person, bei der sich pl\u00f6tzlich eine pers\u00f6nliche Bindung bemerkbar macht. Und die w\u00e4re besser unbemerkt geblieben, f\u00fcr all die Zuh\u00e4lter, Drogendealer und Mafiabosse in Robert McCalls Revier.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Geradliniger h\u00e4tte Antoine Fuqua den Film nicht inszenieren k\u00f6nnen. Da gibt es keine \u00fcberraschenden Wendungen, keine trickreichen Entwicklungen. Mit diesem Titel, und nur einem geringen Anteil an Information, wei\u00df man wohin der Film steuern wird. Und er h\u00e4lt den Kurs direkt, vollkommen konstant, und das d\u00fcrfte f\u00fcr manche Zuschauer wirklich zu harter Kost werden. Denn hat Robert McCall seinen zweiten Tag erreicht, dann geht er dieser Bestimmung in aller Konsequenz nach. Und Fuqua bleibt dabei. Auf eine fast perverse Art, zelebriert der Film die &#8222;ausgleichende&#8220; Gerechtigkeit, der Robert nachgeht. Hier ertappt der Film den Zuschauer bei seiner eigenen satistischen Seite, wenn der Equalizer die eigentlichen T\u00e4ter nicht einfach nur sterben l\u00e4sst, sondern ihnen im Sterben lange Zeit gibt, um sich \u00fcber alles bewusst zu werden. Das mag moralisch sehr fragw\u00fcrdig sein, so wie es ein Tod als ausgleichende Gerechtigkeit grunds\u00e4tzlich ist. Im Kino selbst ist es allerdings immer eine Frage der emotionalen Genugtuung gewesen, dass ein Mensch, der so viel Leid \u00fcber andere brachte, ohne die Erkenntnis \u00fcber das eigene Tun, vom Helden ins Jenseits bef\u00f6rdert wurde. Aber nicht nur die T\u00e4ter werden leiden, denn THE EQUALIZER ist alles andere als zimperlich. Und das Robert McCall in seinem zivilen Leben als unbescholtener Jedermann in einem Heimwerker-Markt arbeitet, l\u00e4sst viele absonderliche M\u00f6glichkeiten des Ablebens offen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Interessant in dieser gesamten Pr\u00e4misse, ist die Frage eines Zuschauers nach dem Film, warum dieser so verdammt spannend war, obwohl alles so absehbar war. Vielleicht weil es nur oberfl\u00e4chlich so absehbar war, aber im Inneren immer noch diese besondere Atmosph\u00e4re hielt. Washington hat mit Tony Scott einmal den grandiosen MAN ON FIRE gemacht, (Spoiler) in dem die Geschichte nur ein gutes Ende nehmen konnte, wenn der Held sein Leben opfern w\u00fcrde (Spoiler Ende). Und genau diese unheilvolle Atmosph\u00e4re haben Fuqua und sein Kameramann Mauro Fiore geschaffen. Alles kann zu jederzeit passieren. Allerdings ist ein wesentlicher Bestandteil davon Denzel Washingtons minimalistisches Spiel, welches durch reine Pr\u00e4senz und Chemie zum Zuschauer funktioniert. Mauro Fiore folgt mit seinen Bildern nicht einem k\u00fcnstlerischem Prinzip, sondern nimmt die individuelle Atmosph\u00e4re der einzelnen Sequenzen, und unterstreicht sie mit ganz klaren Konturen, ohne sich unterwerfen zu m\u00fcssen. Aber diese kontrastreichen, kaum mit Unsch\u00e4rfen gestalteten Bilder, werden zu einem emotionalen Gestaltungsmittel, welches das Gef\u00fchl weitergibt, es k\u00f6nnte wirklich alles m\u00f6glich werden. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man kann viel \u00fcber Clo\u00eb Grace Moretz&#8216; Leistung jubilieren, oder das ein oder andere Wort \u00fcber Marton Csokas hervorragenden Killer verlieren. Letztendlich ist es aber ein Film, der allein von Denzel Washington geradezu dominiert wird. Das w\u00fcrde man anderorts als klaren k\u00fcnstlerischen Versto\u00df ansehen, bei EQUALIZER allerdings funktioniert Handlung und Spannung ausschlie\u00dflich \u00fcber diesen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Mann, der seine Filme stets mit unbeschreiblichen Charisma anreichert. Und wer aus der Vorstellung kommt, dem dr\u00e4ngt sich f\u00f6rmlich die Frage auf, warum zur H\u00f6lle Fuqua und Washington dreizehn Jahre brauchten, um wieder miteinander zu arbeiten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/denzel-washington-the-equalizer\/equalizer-2\/\" rel=\"attachment wp-att-7908\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7908\" title=\"Copyright Sony Pictures Releasing\" alt=\"Equalizer-2, Copyright Sony Pictures Releasing\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Equalizer-2.jpg\" width=\"620\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Equalizer-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Equalizer-2-200x129.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Equalizer-2-300x194.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Denzel Washington, Marton Csokas, Clo\u00eb Grace Moretz, Johnny Skourtis, David Harbour, Haley Bennett, Bill Pullman, Melissa Leo, David Meunier u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Antoine Fuqua<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Richard Wenk, nach der TV-Serie von Michael Sloan &amp; Richard Lindheim<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Mauro Fiore<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: John Refoua<\/em><br \/>\n<em> Musik: Harry Gregson-Williams<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Naomi Shohan<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 131 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Sony Pictures Releasing<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE EQUALIZER &#8211; Bundesstart 09.10.2014 Erst waren 2005 die Weinstein Br\u00fcder. 2010 kamen die Rechte zu Esacape Artists. 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