{"id":7913,"date":"2014-10-09T12:00:56","date_gmt":"2014-10-09T11:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=7913"},"modified":"2014-10-08T22:23:32","modified_gmt":"2014-10-08T21:23:32","slug":"get-on-up-james-brown-story","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/get-on-up-james-brown-story\/","title":{"rendered":"GET ON UP &#8211; The James Brown Story"},"content":{"rendered":"<p><em>GET ON UP &#8211; Bundesstart 09.10.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/get-on-up\/get-on-up\/\" rel=\"attachment wp-att-7915\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7915\" title=\"Copyright Universal Pictures International\" alt=\"Get-On-Up-1, Copyright Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Get-On-Up.jpg\" width=\"620\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Get-On-Up.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Get-On-Up-200x43.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Get-On-Up-300x65.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Am 25. Dezember 2006 verstarb James Brown im Alter von 75 Jahren. Es ist erstaunlich, das es sieben Jahre dauerte, bis man eine Biografie \u00fcber den Godfather of Soul machte. Obwohl man laut dieses Film erf\u00e4hrt, dass sich James Brown nicht auf eine Musikrichtung festlegen lassen wollte. Es war kein Soul, auch kein Funk, und Rock &#8217;n&#8216; Roll\u00a0 schon gar nicht. James Brown bestand darauf, dass es der James-Brown-Stil war. Aus einer Biografie kann man eben viel lernen. Unverkennbar an Anzug und Frisur, geht ein Schwarzer einen dunklen Gang entlang. Dumpf und leise vernimmt man eine skandierende Menschenmenge. Der Zuschauer wei\u00df, in was f\u00fcr einen Film er sitzt, und wird als regelm\u00e4\u00dfiger Kinog\u00e4nger sofort an die Johnny Cash Bio WALK THE LINE erinnert. Und so kommt es auch. Noch bevor der Mann aus dem langen Gang sein Ziel erreicht, springt der Film zur\u00fcck in der Zeit. Aber anders als in WALK THE LINE, wird James Browns Lebensweg nicht chronologisch erz\u00e4hlt, sondern springt in seinen nach Browns Musiktiteln benannten Kapiteln immer wieder vor und zur\u00fcck. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Zuerst einmal muss man die Leistung w\u00fcrdigen, wie Chadwick Boseman mit scheinbarer Selbstverst\u00e4ndlichkeit dieser schillernde Figur wieder gibt. Nat\u00fcrlich ist nahezu unm\u00f6glich einen Darsteller zu finden, der auch nur ann\u00e4hernd ein derart markantes und vergleichbares Gesicht besitzt. Aber bei Boseman ist das auch nicht notwendig, weil er mit Mimik und K\u00f6rpersprache erschreckend viel transportiert. Den Rest erledigen perfekte Per\u00fccken und exzellente Kost\u00fcme. Ist der Rest des Ensembles durchaus \u00fcberzeugend und bestens besetzt, sticht neben Boseman nur Nelsan Ellis heraus. Als treuer Wegbegleiter Bobby Byrd, spielt er den gepr\u00fcgelten Hund mit herzerw\u00e4rmender Sympathie. Er ist es, der auf die Frage, warum er sich so dem\u00fctig in die zweite Reihe dr\u00e4ngen l\u00e4sst, dass er einfach erkannt habe, dass Brown eben das Genie w\u00e4re. Und hier beginnt der Film am Nerv des Zuschauers zu reiben. Denn es gibt keine Sequenz, in der die Person James Brown als Mensch akzeptabel pr\u00e4sentiert wird. Ohne R\u00fccksicht, zieht der Mann sein Ding durch, und wenn er als Genie gehandelt wird, dann geschieht dies auf Kosten anderer Personen, die tats\u00e4chlich unter dieser Selbstverliebtheit und desse knallharten Egoismus leiden mussten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Autoren, das Bruderpaar Jez und John-Henry Butterworth, lassen auch eine wirklich Motivation in Browns Bestreben vermissen. Nat\u00fcrlich will er nie wieder in diese erb\u00e4rmliche Armut zur\u00fcck, und selbstverst\u00e4ndlich erzeugt Erfolg einen kr\u00e4ftigen Sog. Aber die Butterworths k\u00f6nnen nicht vermitteln, wo dieser spezielle, f\u00fcr James Brown entscheidende Antrieb her kommt. So l\u00e4sst sich der Musiker stets und von jedem mit Mister Brown ansprechen, selbst von seinen engsten Freunden. Das dies vielleicht daher kommt, nicht mehr mit dem f\u00fcr die S\u00fcdstaaten so typischen &#8222;Boy&#8220; angesprochen zu werden, wie es gerade die Wei\u00dfen gerne taten, dar\u00fcber l\u00e4sst sich nur spekulieren. Hier fehlen zur optischen Inszenierung, die Ausgleich schaffenden Blicke, die in Nuancen in die Psyche blicken lassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Kameramann Stephen Goldblatt hat das jeweilige Zeitkolorit phantastisch eingefangen. Doch am gelungensten sind die B\u00fchnenauftritte, in der die Kraft sp\u00fcrbar wird, die Mister Brown bei seinen Auftritten ausstrahlte, wo er wiederrum diese Energie aus seinem ihm bewundernden Publikum erlangt. Doch egal wie anspruchsvoll sich die Bildgestaltung auch zeigt, der Film als solches wird ihr nicht gerecht. Regisseur Tate Taylor hatte den Film nicht wirklich im Griff. Der Film krankt stark an seinem Rhythmus, aber auch an seiner viel zu langen Laufzeit von 139 Minuten. Es ist ein netter Einfall, dass die Handlung immer wieder in den Zeiten umherspringt. Allerdings hat dies keinen dramaturgischen Hintergrund, wo man erwarten w\u00fcrde, die Handlung eines Kapitels, w\u00fcrde sich \u00fcber die Geschichte im n\u00e4chsten Kapitel erkl\u00e4ren. Oder auch umgekehrt. Die Zeitspr\u00fcnge sind wahllos, ohne sich erg\u00e4nzender Dramaturgie. Wir sehen zum Beispiel, wie Mister Brown das erste Mal mit seiner Mutter konfrontiert wird, die ihn Jahre zuvor einfach verlassen hat. Noch vor der Aufl\u00f6sung dieser Begegnung, schieben die Macher eine halbe Stunde an diversen anderen Geschichten, bevor das Setting auf Mutter und Sohn zur\u00fcck kommt. Da ist eine dramaturgische Steigerung einfach dahin, und verliert sich in einer blo\u00dfen Abfolge von Sequenzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Noch dazu, dass GET ON UP viel zu lang ist. Schon bei der Halbzeitmarke, beschleicht einen das Gef\u00fchl bereits alles gesehen zu haben. Man hat die Charaktere kennen gelernt, hat die Figuren verstanden, und auch l\u00e4ngst begriffen, was aus diesem kleinen armen Kind wurde, welches ohne Eltern, aber mit der Leidenschaft zum Gospelchor gro\u00df wurde. Im weiteren Verlauf, nach dieser Halbzeit, leistet sich der Regisseur einen inszenatorischen Fauxpas, der schlie\u00dflich das wirkliche Ende des Films signalisiert. Bei einer Show in der Mister Brown &#8222;Sex Machine&#8220; zum Besten gibt, wird der Song mit einer Vielzahl von Ausschnitten unterschnitten, die Auftritte des Godfather aus all seinen Lebensphasen zeigen. Eigentlich ein beendendes Ausrufezeichen nach einer abgeschlossenen Geschichte. Dabei l\u00e4uft GET ON UP danach noch f\u00fcnfzehn Minuten, und offenbart keinen Anlass f\u00fcr diese so pr\u00e4sentierte Sequenz.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Darstellerisch kann GET ON UP \u00fcberzeugen, mit sehr gut inszenierten Gesangseinlagen. Er kann auch ein wenig die Neugierde eines vielleicht nicht so involvierten Publikums befriedigen. Geschichten von den gro\u00dfen Aufsteigern haben immer dieses bestimmte Etwas, was sich anzusehen lohnt. Nur gibt es darunter Filme, die das wirklich spannend und dramatisch erz\u00e4hlen, und einem vielleicht diese historische Figur auch n\u00e4her bringen k\u00f6nnen. Daran scheitert GET ON UP allerdings, weil er Figur und Geschichte aus den Augen verliert, im Ansinnen, einfach ganz anders zu sein, als eine dieser geradlinig dargebotenen Biografien. Wie RAY, oder WALK THE LINE. Die aber vielleicht gerade deshalb die weit besseren Filme waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/get-on-up\/get-on-up-2\/\" rel=\"attachment wp-att-7916\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7916\" title=\"Copyright Universal Pictures International\" alt=\"Get-On-Up-2, Copyright Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Get-On-Up-2.jpg\" width=\"620\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Get-On-Up-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Get-On-Up-2-200x107.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Get-On-Up-2-300x161.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Chadwick Boseman, Nelsan Ellis, Dan Aykroyd, Viola Davies, Lennie James, Fred Melamed, Craig Robinson, Jill Scott, Octavia Spencer u.a.<\/em><br \/>\n<em>Regie: Tate Taylor<\/em><br \/>\n<em>Drehbuch: Jez Butterworth, John-Henry Butterworth<\/em><br \/>\n<em>Kamera: Stephen Goldblatt<\/em><br \/>\n<em>Bildschnitt: Michael McCusker<\/em><br \/>\n<em>Musik: Thomas Newman<\/em><br \/>\n<em>Produktionsdesign: Mark Ricker<\/em><br \/>\n<em>USA \/ 2014<\/em><br \/>\n<em>139 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Universal Pictures International<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GET ON UP &#8211; Bundesstart 09.10.2014 Am 25. 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