{"id":8212,"date":"2014-12-17T20:00:53","date_gmt":"2014-12-17T19:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=8212"},"modified":"2014-12-17T23:35:12","modified_gmt":"2014-12-17T22:35:12","slug":"zeitgeist-men-women-and-children","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/zeitgeist-men-women-and-children\/","title":{"rendered":"#zeitgeist &#8211; nicht blo\u00df tempor\u00e4re Datei"},"content":{"rendered":"<p><em>MEN, WOMEN &amp; CHILDREN &#8211; Bundesstart 11.12.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/zeitgeist-men-women-and-children\/men-women-children-1\/\" rel=\"attachment wp-att-8214\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8214\" title=\"Copyright Paramount Pictures\" alt=\"Men-Women-Children-1, Copyright Paramount Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Men-Women-Children-1.jpg\" width=\"300\" height=\"468\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Men-Women-Children-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Men-Women-Children-1-128x200.jpg 128w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Men-Women-Children-1-192x300.jpg 192w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Jason Reitman kann sehr eindringliche Filme machen. Filme die unbeschwert sind, aber dennoch zu Herzen gehen. Filme, die sich so echt anf\u00fchlen, dass man tats\u00e4chlich ins Staunen kommt. JUNO war so ein Film, und nat\u00fcrlich der \u00fcberw\u00e4ltigende UP IN THE AIR. Und zuerst glaubt man, dass sich ZEITGEIST hier m\u00fchelos einreihen k\u00f6nnte. Es ist nicht die erste filmische Auseinandersetzung mit dem als Ph\u00e4nomen gestarteten weltweiten Netz, welches zu einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit mutierte, und mit seinen daraus resultierenden sozialen Medien eine scheinbar nur vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt erreicht hat. Bereits in Henry Alex Rubins DISCONNECT wurde ganz klar gezeichnet, dass die modernen Formen von Kommunikation und sozialer Verbundenheit gleichzeitig Segen und Fluch geworden sind. Jason Reitmans Auseinandersetzung mit dem Thema weicht in ZEITGEIST nicht viel von dieser Aussage ab. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Da ist Tim, dessen Mutter die Familie allein gelassen hat, und er deswegen aus der Football-Mannschaft ausgetreten ist, um sich in ein Online-Computerspiel zu fl\u00fcchten. Oder Allison, die mit gerade f\u00fcnfzehn Jahren dem Sch\u00f6nheitswahn verfallen ist, und sich von wildfremden Menschen aus Chat-Rooms Rat holt, wie sie noch d\u00fcnner werden k\u00f6nnte. Leicht hat es auch die jugendliche Brandy nicht, deren Smartphone von ihrer \u00fcbertrieben protektiven Mutter \u00fcberwacht wird, die sogar alle Passw\u00f6rter ihrer Tochter verwaltet. F\u00fcr Helen und Don wird das Internet zu einer besonderen Herausforderung, als sie merken, dass aus ihrer Ehe langsam die Luft entweicht, und jeder f\u00fcr sich im Netz nach einer gewissen Ablenkung vom Ehe-Alltag sucht. Viel einfacher hat es da Donna, welche die Karriereabsichten ihrer Tochter Hannah mit ganzem Herzen und voller Kraft unterst\u00fctzt, und das mit einer Website, wo interessierte Fotografen oder Fernsehproduzenten mit sehr gewagten Fotos einen Eindruck von Hannah bekommen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sehr geschickt hat der Roman, und daraus das Drehbuch, die einzelnen Figuren verbunden und die Geschichten ineinander verwoben. In der ersten H\u00e4lfte zeigt uns Reitman noch den ganz normalen Alltag, stellt die Charaktere vor, und ihren jeweiligen Bezug zur modernen Kommunikation. Die Textleisten der Smartphones, oder gerade besuchten Facebook-Seiten, werden direkt neben den Figuren im Raum schwebend eingeblendet. Vielleicht auch keine neues Stilmittel, hier aber sehr im Sinne der Geschichten eingebunden, und auch immer wieder einmal als Handlungselement genutzt. Wenn drei Freundinnen zusammen sitzen, texten sich zwei von ihnen immer wieder zu, was sie garstiges von der Geschichte der Dritten halten. Jason Reitman ist ein sehr eindringlicher Schauspieler-Regisseur, und so kommen die einzelnen Figuren auch beim Zuschauer an, wie sie tats\u00e4chlich wirken sollten. Sie sind real greifbare Menschen, mit nachvollziehbaren, ehrlichen Absichten und Bed\u00fcrfnissen. Es gibt sogar einen Adam Sandler, der durchaus glaubw\u00fcrdig ist, und sich ertragen l\u00e4sst. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Gerade als der Film dann in seine zweite H\u00e4lfte starten will, glaubt man eigentlich schon alles gesehen zu haben. Obwohl jetzt erst die dramaturgische Saat aufzugehen beginnt, welche die Einleitung ges\u00e4t hat. Aber was folgt, ist wenig \u00fcberraschend, manchmal sogar etwas absehbar. Da ist der Cache, die Verlaufschronik, die Tempor\u00e4rer Dateien. Alles was noch vor kurzer Zeit f\u00fcr den normalen Anwender Hokuspokus war, ist mittlerweile eingeschliffene Routine. Mit dem von Jennifer Garner gespielten Charakter kommt in gewisser Weise auch der Identit\u00e4tsdiebstahl hinzu. All das l\u00e4sst Kartenh\u00e4user zum einst\u00fcrzen bringen, wird Menschen entt\u00e4uschen, verletzten, manche verletzen sich dabei selbst. War unsere elektronische Welt bekannterma\u00dfen im Gro\u00dfen nie wirklich privat gewesen, ist sie es mittlerweile in engeren Beziehungen auch nicht mehr. War es fr\u00fcher ein verstohlener Blick ins Tagebuch der Schwester, ist es heute das Abgreifen von SMS oder das durchforsten des Verlaufs. Und der Zuschauer wei\u00df, dass dies passieren wird, weil er selbst die eine oder andere Technologie benutzt, oder gar alle. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Besonders \u00fcberraschend entwickelt sich als ZEITGEIST nicht, weil das Konfliktpotenzial bereits in der Einf\u00fchrung gelegt wurde. ZEITGEIST hat allerdings den Vorteil, dass er eine hervorragende Schauspielerriege hat, und einen einf\u00fchlsamen Regisseur, dem in erster Linie seine Figuren am Herzen liegen. So entstehen immer wieder Situationen, die zu entlarvenden \u00dcberraschungsmomenten f\u00fchren k\u00f6nnten. Doch Reitman stellt seine Charaktere nicht blo\u00df, \u00fcberf\u00fchrt sie nicht, setzt sie keinen Peinlichkeiten aus. Er l\u00e4sst sie selbst erkennen, worin ihre Schw\u00e4chen stecken, und was sie falsch gemacht haben. Es gibt eine Szene zwischen Rosemarie DeWitt und Adam Sandler, die dem widersprechen k\u00f6nnte, aber nicht wirklich tut. Es ist eine sehr ber\u00fchrende, sehr authentische Sequenz, in welcher die Partner ihre Probleme beheben indem sie eben nicht reden. <span style=\"color: #800000;\"><em>(SPOILER)<\/em><\/span> Das ist \u00e4hnlich ergreifend, wie die Situation in UP IN THE AIR, wo George Clooney feststellen muss, dass seine Freundin mit gewissen Vorz\u00fcgen eigentlich eine f\u00fcrsorgliche Familienmutter ist <span style=\"color: #800000;\"><em>(SPOILER ENDE)<\/em><\/span>.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Unsere Welt ist vernetzt. Die M\u00f6glichkeiten des kommunikativen Austausches werden immer vielf\u00e4ltiger. Das hat ihre guten, aber auch schlechten Seiten. Verzichten m\u00f6chte jedenfalls niemand mehr darauf. Ob man darauf verzichten kann, ist eine andere Frage. Aber es ist keine Frage an die technische Entwicklung an sich. Denn lange vor dem Computer gab es das Automobil, und da gibt es die zum gr\u00f6\u00dften Teil vern\u00fcnftigen Fahrer, aber auch die Raser, und die \u00fcberforderten Schleicher. Jason Reitman hat als Thema doch lieber die digitale Welt erkoren. Viel Neues hat er dazu nicht zu sagen, aber etwas anderes, und das sehr interessant ausformuliert. Und wie die Geschichten der kleinen unbedeutenden Menschen in Beziehung zur immer wieder zwischengeschnittenen Raumsonde Voyager und ihrem \u00fcberweltlichen Auftrag gesetzt sind, das verleiht ZEITGEIST eine Ebene, die so wirklich noch nicht in einen Kontext gebracht wurde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/zeitgeist-men-women-and-children\/men-women-children\/\" rel=\"attachment wp-att-8215\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8215\" title=\"Copyright Paramount Pictures\" alt=\"Men-Women-Children-2, Copyright Paramount Pictures\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Men-Women-Children-2.jpg\" width=\"620\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Men-Women-Children-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Men-Women-Children-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Men-Women-Children-2-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Ansel Elgort, Kaitlyn Dever, Elena Kampouris, Adam Sandler, Jennifer Garner, Judy Greer, Rosemarie DeWitt, Dean Norris, Olivia Crocicchia, J.K. Simmons, Dennis Haysbert, Timoth\u00e9e Chalamet u.a.<\/em><br \/>\n<em>Erz\u00e4hlerin: Emma Thompson<\/em><br \/>\n<em> Regie: Jason Reitman<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch, Jason Reitman, Erin Cressida Wilson, nach dem Roman von Chad Kultgen<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Eric Steelberg<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Dana E. Glauberman<\/em><br \/>\n<em> Musik: Bibio<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Bruce Curtis<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 119 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Paramount Pictures<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MEN, WOMEN &amp; CHILDREN &#8211; Bundesstart 11.12.2014 Jason Reitman kann sehr eindringliche Filme machen. Filme die unbeschwert sind, aber dennoch zu Herzen gehen. Filme, die sich so echt anf\u00fchlen, dass man tats\u00e4chlich ins Staunen kommt. 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