{"id":8229,"date":"2014-12-06T00:05:20","date_gmt":"2014-12-05T23:05:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=8229"},"modified":"2014-12-04T22:05:44","modified_gmt":"2014-12-04T21:05:44","slug":"magic-in-the-moonlight","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/magic-in-the-moonlight\/","title":{"rendered":"MAGIC IN THE MOONLIGHT"},"content":{"rendered":"<p><em>MAGIC IN THE MOONLIGHT &#8211; Bundesstart 04.12.14<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/magic-in-the-moonlight\/mim_artwork_it_0209-indd\/\" rel=\"attachment wp-att-8231\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8231\" title=\" Copyright Warner Bros.\" alt=\"Magic-Moonlight-1,  Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Magic-Moonlight-1.jpg\" width=\"300\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Magic-Moonlight-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Magic-Moonlight-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Magic-Moonlight-1-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Seit 1966 hat Woody Allen in f\u00fcnf seiner Schaffensjahren keinen Film heraus gebracht. Das mag nach einem Skandal klingen, allerdings gab es genauso viele Jahre, wo er zwei Filme inszenierte. Unversch\u00e4mt ist aber, dass er selbst mit fast achtzig Jahren nicht die Energie f\u00fcr diese Leistung zu verlieren scheint. Schlie\u00dflich sind seine Filme keine mit Handkamera gefilmten Familientreffen. Im Gegenteil, meistens sogar opulent ausgestattete Reisen in der Zeit. RADIO DAYS, PURPLE ROSE OF CAIRO, oder MIDNIGHT IN PARIS. Nat\u00fcrlich macht Woody Allen seine Filme nicht alleine, aber ein sehenswerter Film braucht ein gutes Drehbuch und eine sichere Inszenierung. Mit ungeminderter Energie stemmt Allen dies Jahr f\u00fcr Jahr. Manchmal \u00fcberragend, manchmal ern\u00fcchternd. Mal ist es Kom\u00f6die, mal Romanze, mal eine gute Mischung daraus. Er kann spannende Krimis, und nachdenklich stimmende Dramen. Nur von absurden Albernheiten, die einst seine Karriere begr\u00fcndeten, hat er schon einige Zeit Abstand gehalten. MAGIC IN THE MOONLIGHT spielt 1928, und geizt ebenfalls nicht an Kost\u00fcm und Ausstattung. Eine Zeit, die es dem Filmautoren angetan hat, wie er stets mit den alten Jazz-St\u00fccken aus jener Zeit unterstreicht, selbst wenn der Film im Heute spielt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->B\u00fchnenmagier Stanley wird von seinem alten Kollegen und Freund Simon in Berlin aufgesucht. Stanley soll mit ihm gemeinsam das Medium Sophie entlarven und als Hochstaplerin \u00fcberf\u00fchren. Die angeblich \u00fcbersinnliche Sophie hat eine befreundete Familie an der C\u00f4te d&#8217;Azur mit ihrem Hokuspokus fest im Griff, in dem sie vorgibt, mit dem verstorbenen Patriarchen des Hauses Kontakt aufnehmen zu k\u00f6nnen. Simon f\u00fcrchtet nicht nur um das Seelenheil der Familie, sondern in erster Linie um deren Finanzen. F\u00fcr Stanley keine Herausforderung, aber eine diebische Freude, hasst der Misanthrop doch nichts mehr, als den Glauben an das \u00dcbersinnliche. Doch als die gepriesene Nummer Eins der Entlarvungen von Scharlatanen und Betr\u00fcgern, auf die zauberhafte Sophie trifft, geschehen merkw\u00fcrdige Dinge. Merkw\u00fcrdig, dass Sophie tats\u00e4chlich Dinge ausspricht, die sie nicht wissen kann. Merkw\u00fcrdig, dass Stanley sich in ihrer Gegenwart wohl zu f\u00fchlen scheint.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auch wenn bei Stanley immer wieder diese neurotische Hysterie durch zu blinzeln scheint, die nur Woody Allen\u00a0 in seinen von ihm selbst gespielten Charaktere glaubhaft und nicht nervend darstellen kann, beherrscht Colin Firth seine Figur mit souver\u00e4ner Eleganz, und einnehmender Energie. Kenneth Branagh hatte in CELEBRITY als Lee Simon einen Mann gespielt, den Allen mit dem ganzen \u00fcberdrehten Habitus ganz offensichtlich zuerst f\u00fcr sich selbst geschrieben hatte. Das Ergebnis war eine Katastrophe. Colin Firth hingegen macht diese \u00fcberspannten Ticks zu seinen eigenen, und brilliert dabei einfach mit der Kunst, seinen Charakter glaubw\u00fcrdig zwischen der eigenen Pers\u00f6nlichkeit und Allens Interpretationen auszuloten. Ist das Ensemble in einem Film dieses Filmemachers grunds\u00e4tzlich aller erste G\u00fcte, ist nat\u00fcrlich die zauberhafte Emma Stone an der Seite von Firth nicht nur wunderbarer Augenfang. Mit unpr\u00e4tenti\u00f6ser Leichtigkeit spielt sie ihre nat\u00fcrlich \u00fcbertriebenen Manierismen beim empfangen der &#8218;mentalen Vibrationen&#8216;, wie die einnehmend liebreizende Unschuld. Stone und Firth sind bei allen charakterlichen Anfeindungen und Zuneigungen, ein hinrei\u00dfendes Gespann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auf den ersten Blick wirkt MAGIC IN THE MOONLIGHT wie ein stimmiges Ganzes. Doch im tieferen Sinne hat Allen sich nicht wirklich entscheiden k\u00f6nnen. Der erste Teil l\u00e4sst sich \u00fcberhaupt nicht einordnen, und kann man nur als leichte Unterhaltung bezeichnen, eine die allerdings gef\u00e4llt. Sp\u00e4ter entwickelt sich die Geschichte zu einer handfesten Romanze, um im weiteren Verlauf leichte Krimi-Elemente aufzunehmen. Irgendwo zwischendrin setzt sich der Film kurz mit spirituellen Fragen auseinander, um am Ende &#8230; . Doch soll an dieser Stelle genug sein. So richtig rund ist der Handlungsverlauf also nicht. Aber wie immer k\u00f6nnen Allens geschliffene Dialoge und inszenatorische Feinsinn weitgehend \u00fcber so manche Schw\u00e4chen hinweg sehen lassen. Ein Woody Allen ist eben ein Woody Allen. Und wer ihn kennt, wei\u00df auch, ob MAGIC IN THE MOONLIGHT dem eigenen Unterhaltungsanspruch gerecht wird. N\u00e4chstes Jahr kommt dann, inklusive der Kurz- und TV-Filme, sein f\u00fcnfzigster Film. Aber bestimmt wird man dann auch wieder sagen k\u00f6nnen, dass es eben ein Woody Allen ist. Nicht das schlechteste Pr\u00e4dikat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/magic-in-the-moonlight\/_dsf0057-raf\/\" rel=\"attachment wp-att-8232\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8232\" title=\" Copyright Warner Bros.\" alt=\"Magic-Moonlight-1, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Magic-Moonlight-2.jpg\" width=\"620\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Magic-Moonlight-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Magic-Moonlight-2-200x118.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Magic-Moonlight-2-300x178.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Colin Firth, Emma Stone, Marcia Gay Harden, Hamish Linklater, Eileen Atkins, Simon\u00a0 McBurney, Jacki Weaver u.a.<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch &amp; Regie: Woody Allen<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Darius Khondji<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Alisa Lepselter<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Anne Seibel<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 97 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Warner Bros.<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAGIC IN THE MOONLIGHT &#8211; Bundesstart 04.12.14 Seit 1966 hat Woody Allen in f\u00fcnf seiner Schaffensjahren keinen Film heraus gebracht. 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