{"id":8251,"date":"2014-12-20T00:07:22","date_gmt":"2014-12-19T23:07:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=8251"},"modified":"2014-12-17T23:41:08","modified_gmt":"2014-12-17T22:41:08","slug":"serena","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/serena\/","title":{"rendered":"SERENA"},"content":{"rendered":"<p><em>SERENA &#8211; Bundesstart 18.12.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/serena\/serena-1\/\" rel=\"attachment wp-att-8253\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8253\" title=\"Copyright StudioCanal\" alt=\"Serena-1, Copyright StudioCanal\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Serena-1.jpg\" width=\"300\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Serena-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Serena-1-133x200.jpg 133w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Serena-1-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Wenn George das erste Mal Serena trifft, ist es Liebe auf den ersten Blick. Der erste Satz, den er zu ihr sagt ist, ich denke wir sollten heiraten. Und so wird es geschehen. Es ist 1929, und die Wirtschaftskrise hat die l\u00e4ndlichen Gebiete von Georgia noch nicht erreicht. Es herrscht noch die alte Zeit des amerikanischen Aufbruchs, wo jeder etwas werden kann, wenn er wirklich etwas erreichen will. Doch die Wirklichkeit der Zivilisation ist nicht weit. Ist Serena und George Pembertons Verm\u00e4hlung noch das Idyll, ger\u00e4t alsbald das Holzgesch\u00e4ft von George ins Visier der \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, werden auch einmal gerne die B\u00fccher n\u00e4her begutachtet. Sowieso sind die Zeiten vorbei, wo man sich an Land nimmt, was man an Land braucht. Das gilt insbesondere auch f\u00fcr die Holzf\u00e4ller. Kann die frisch eingeheiratete Serena tats\u00e4chlich noch etwas Schwung und Profit in Georges Firma blasen, tun sich auf der pers\u00f6nlichen Ebene immer mehr Stolpersteine auf. Georges engster Vertrauter Buchanan entwickelt eine Abneigung gegen Serena. Der Sheriff stellt immer wieder unangenehme Fragen. Dann ist da Georges kleiner Ausrutscher von fr\u00fcheren Tagen. Und mitten drin Serena, die als eigentlich starke Frau selbst dem gr\u00f6\u00dften Druck aus ihrem Umfeld, nicht lange stand halten wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Susanne Bier hatte wohl das ganz gro\u00dfe Vorbild Douglas Sirk vor Augen, als sie Christopher Kyles Drehbuch nach dem Roman von Ron Rash inszenierte. Besonders WAS DER HIMMEL ERLAUBT wird einem da in Erinnerung gerufen, nicht etwa der Geschichte wegen, aber des Tones und der Widrigkeiten innerhalb der Handlung. Was SERENA verspricht, ist ein klare Verbeugung vor den wirklich zu Herzen gehenden Melodramen, die eben gerade Douglas Sirk so perfekt in Szene setzen konnte. Bei Douglas Sirk waren es allerdings die Figuren, die eindeutig im Vordergrund standen. Die D\u00e4nin Bier hingegen, richtet ihren Fokus all zu starr, auf das gro\u00dfe Ganze. Weite, romantisierende Landschaften, und intensive innere Spannungen innerhalb einer eigentlich abgeschiedenen Gemeinschaft. Doch irgendwie geht beides nur schwer zusammen. Georges Firma fungiert wie ein in sich geschlossenes System, wo loyale Arbeiter noch an ihre pers\u00f6nliche Entlohnung glauben, weil sie den Schl\u00fcssel zum Gl\u00fcck in ihren eigenen H\u00e4nden halten. Doch diese Welt ist sehr zerbrechlich. Der amerikanische Traum funktioniert nat\u00fcrlich nur, wenn man sich in erster Linie selbst im Auge beh\u00e4lt. Letztendlich ist jede Figur in SERENA erst einmal auf sich selbst fixiert, auch wenn es dem Allgemeinwohl zu dienen scheint. Dazwischen nutzt Morten S\u00f8borg von ihm grandios photographierte Landschaften als Szenen-Trenner. So traumhaft und magisch diese Landschaften auch auf Film gebannt sein m\u00f6gen, stehen sie eigentlich immer im Kontrast zu der unheilvollen Entwicklung innerhalb der Handlung. Das k\u00f6nnte nat\u00fcrlich als bewusst konterkarierendes Stilmittel gesehen werden, funktioniert allerdings in eine ganz andere Richtung, weil der Film erst sehr viel sp\u00e4ter zu verstehen gibt, worauf er hinaus laufen will.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sieht man von seiner visuellen Umsetzung ab, und betrachtet SERENA als das reine Melodram, als welches er sich pr\u00e4sentiert, dann kann der Film wieder wenige Prozentpunkte gut machen. Aber mit dem richtigen Schwung f\u00e4hrt da die Axt dennoch nicht ins Holz. Die Figuren verlieren durch die Inszenierung viel von ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit. Misstrauische Blicke hier, unheilvolle Gesten dort. Immer wieder warnen die Bildausschnitte, dass das Idyll nur oberfl\u00e4chlich ist. Das Auge des Zuschauers wird immer wieder auf eine eventuelle Bedrohung fokussiert. Der undurchsichtige Vorarbeiter Galloway, oder das M\u00e4dchen mit Vergangenheit Rachel. Georges eigentlich bester Freund Buchanan, der immer finsteren Blickes Serena beobachtet. Die Inszenierung ist viel zu sehr damit besch\u00e4ftigt, ein eventuell nahendes Unheil, auch als ein solches zu transportieren. Das geht zum einen auf Kosten eines Spannungsbogens, weil zu viel vorweg genommen wird, zum andern limitiert es die Darsteller, weil sie keine \u00dcberraschungen mehr aus ihren Charakteren heraus interpretieren k\u00f6nnen. Und je \u00f6fter man Serena und George in der ersten halben Stunde beim leidenschaftlichen Sex zusehen muss, desto offensichtlicher wird der weitere Verlauf der Handlung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Susanne Bier leistet sich zudem eine Form der Erz\u00e4hlstruktur, die klar an das europ\u00e4ische Kino angelehnt ist, anstelle der aus dem Mainstream kommende Erz\u00e4hlform. Bier f\u00fchrt nicht an eine Szene hin, baut nicht auf, sondern setzt immer mitten im Geschehen ein. Der Zuschauer wird immer wieder gefordert, sich zu orientieren, die Situationen neu einzuordnen. Das ergibt keinen stimmigen Fluss, wo sich die Dramaturgie stetig steigert. Susanne Bier hat sich nach Beendigung der Dreharbeiten 18 Monate f\u00fcr die Postproduktion Zeit genommen. Eine Zeit, die vielleicht doch nicht so gut investiert war, und viele gute Bauch-Entscheidungen zugunsten von verkopfter Kunst geopfert wurden. Immerhin ist da noch Morten S\u00f8borgs \u00fcberw\u00e4ltigende Kameraarbeit, bei den Spielszenen, wie den Landschaftsaufnahmen. Selbst wenn diese auch nicht stimmig zueinander, zur jeweiligen Atmosph\u00e4re scheinen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das einzige, was das angedachte Melodram als solches funktionieren l\u00e4sst, sind seine beiden Hauptdarsteller. Lawrence und Cooper hatten zuvor bei SILVER LININGS zusammen gearbeitet, und Lawrence bat ihren Filmpartner, das Drehbuch von SERENA f\u00fcr eine eventuell erneute Zusammenarbeit zu lesen. Man kann Bef\u00fcrchtungen mancher Zuschauer durchaus verstehen, dass SERENA vielleicht die gleichen exaltiert hysterischen Ausw\u00fcchse seiner Darsteller mit sich bringt, die Cooper und Lawrence zuvor in SILVER LININGS und sp\u00e4ter in AMERICAN HUSTLE so unertr\u00e4glich machten. Wenngleich Serenas mentaler Wandel in der zweiten H\u00e4lfte etwas zu \u00fcberraschend kommt, sind Cooper und Lawrence zumindest in SERENA ein das Publikum bindendes Paar. Gerade in den emotionalsten Momenten, d\u00fcrfen die beiden wesentlich mehr mit Geste und Mimik arbeiten, anstelle von gut gemeinten, aber vielleicht deplatzierten Dialogen. Und wie diese gro\u00dfe Liebe droht, sich zu entzweien, mit allen einhergehenden Trag\u00f6dien, da tragen allein Bradley Cooper und Jennifer Lawrence alle Sympathien. Man kann die Bem\u00fchungen von SERENA durchaus sch\u00e4tzen, aber der Film zeigt selbst all zu deutlich, dass inszenatorisch viel mehr m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/serena\/serena-2\/\" rel=\"attachment wp-att-8254\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8254\" title=\"Copyright StudioCanal\" alt=\"Serena-2, Copyright StudioCanal\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Serena-2.jpg\" width=\"620\" height=\"416\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Serena-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Serena-2-200x134.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Serena-2-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Rhys Ifans, Toby Jones, Sean Harris, Sam Reid, Kim Bodnia u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Susanne Bier<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Christopher Kyle, nach dem Buch von Ron Rash<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Morten S\u00f8borg<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Pernille Bech Christensen, Matthew Newman, Simon Webb<\/em><br \/>\n<em> Musik: Johan S\u00f6derqvist<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Richard Bridgland<\/em><br \/>\n<em> USA &#8211; Frankreich &#8211; Tschechien \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 109 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>StudioCanal<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>SERENA &#8211; Bundesstart 18.12.2014 Wenn George das erste Mal Serena trifft, ist es Liebe auf den ersten Blick. 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