{"id":8290,"date":"2014-12-27T13:12:15","date_gmt":"2014-12-27T12:12:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=8290"},"modified":"2014-12-27T13:13:00","modified_gmt":"2014-12-27T12:13:00","slug":"die-entdeckung-der-unendlichkeit-theory-of-everything","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/die-entdeckung-der-unendlichkeit-theory-of-everything\/","title":{"rendered":"DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT"},"content":{"rendered":"<p><em>THE THEORY OF EVERYTHING &#8211; Bundesstart 25.12.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/die-entdeckung-der-unendlichkeit-theory-of-everything\/theory-of-everything-1\/\" rel=\"attachment wp-att-8292\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8292\" title=\"Copyright Universal Pictures International\" alt=\"Theory-of-everything-1, Copyright Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Theory-of-everything-1.jpg\" width=\"300\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Theory-of-everything-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Theory-of-everything-1-149x200.jpg 149w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Theory-of-everything-1-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Amyotrophe Lateralsklerose ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, soweit Wikipedia. Der Baseballspieler Lou Gehrig war eines der bekanntesten Opfer dieser Krankheit, weshalb ALS in Amerika auch einfach als Lou-Gehrig-Syndrom benannt ist. Auf die Welt gesehen hingegen, ist ein anderer Mann nicht nur das Symbol f\u00fcr ALS, sondern auch das menschliche Zeichen, f\u00fcr die unb\u00e4ndige Kraft \u00fcberhaupt mit Krankheiten umzugehen. Bei Stephen Hawking wurde 1963 Amyotrophe Lateralsklerose diagnostiziert, mit einer Lebenserwartung von zwei Jahren. Das w\u00e4re vor f\u00fcnfzig Jahren gewesen. Bei Hawking kam wohl ein Charakterzug hinzu, der im Unterbewussten mit geholfen hat, die Krankheit lediglich als beil\u00e4ufiges Problem des Lebens bestehen zu lassen. Und das ist sein ausgebildeter Starrsinn. Dieser wiederrum, ist in der Biografie DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT weniger ausgepr\u00e4gt. Die beginnt, als Stephen Hawking 1963 in Cambridge Jane Wilder kennen und lieben lernt. Zu dieser Zeit zeigten sich schon erste Symptome von ALS. Jane glaubt an diese Liebe, auch wenn zu diesem Zeitpunkt Stephens Lebenserwartung nur noch zwei Jahre betrugen. Von ihrem zuk\u00fcnftigen Schwiegervater wird sie gewarnt, dass dies kein Kampf werden wird, sondern das Warten auf das Unausweichliche. 1965 heiraten Jane und Stephen, das Jahr in dem er mit seiner Doktorarbeit beginnt. Drei Jahre sp\u00e4ter kann er sich nur noch mit einem Rollstuhl fortbewegen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Es ist eine erstaunliches Leben, und es ist eine erstaunliche Liebe. \u00dcber Jahre musste Drehbuchautor Anthony McCarten auf Jane Hawking einreden, bis er das Recht f\u00fcr eine Adaption erhielt. Das sich die Handlung dabei ein klein wenig mehr auf Jane verlagert, tut dem Film sehr gut. Schlie\u00dflich hat sie die Initiative f\u00fcr diese Beziehung \u00fcbernommen, zudem kommt aus ihrer Sicht mehr das Zwischenmenschliche zur Geltung, w\u00e4hrend auf Stephens Seite mehr seine Arbeit im Vordergrund gestanden h\u00e4tte. Wobei auf der anderen Seite seine Arbeiten im Bereich der theoretischen Physik bei schwarzen L\u00f6chern und der Relativit\u00e4tstheorie dann doch eine Spur zu kurz kommt, und immer nur angerissen wird. Es gibt eine Szene wo Stephen Hawking nicht mehr in der Lage ist, sich selbstst\u00e4ndig einen Pullover \u00fcber den Kopf zu ziehen und festh\u00e4ngt. Doch durch die Fasern kann er das Kaminfeuer sehen, woraufhin ihn die Inspiration f\u00fcr eine Theorie \u00fcberf\u00e4llt. Es h\u00e4tte durchaus mehr solcher Szenen vertragen, die auch tiefer in die Gedankenwelt des durchaus brillanten Geistes blicken lassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Hingegen gibt es in der eigentlichen Beziehung von Jane und Stephen keine Unstimmigkeiten. Die Chemie zwischen Felicity Jones und Eddie Redmayne entwickelt gerade in den schwerer werdenden Phasen im Verlauf seines Gesundheitszustandes, eine unglaubliche Spannung. Regisseur James Marsh l\u00e4sst dabei seine Akteure kaum reden. Er inszeniert das Wesentliche einer Szene \u00fcber Bild und Spiel. Des \u00d6fteren kann man Jones, sprich Jane dabei beobachten, wie nahe sie der Verzweiflung ist. Nach lockeren, ungetr\u00fcbten f\u00fcnfundvierzig Minuten, hat der Alltag die Familie Hawking, soweit man von einem Alltag in dieser Situation sprechen kann. Aber so weit m\u00f6glich verzichtet der Film auf dramaturgische Standards. Paradebeispiel ist die, als Jane ihren Mann wortlos mit einem Rollstuhl konfrontiert. Eigentlich idealer Ausgangspunkt f\u00fcr alle m\u00f6glichen Konflikte, doch auch hier nutzt Marsh die Situation \u00fcberraschend anders. In dieser Szene wird deutlich, wie Stephen f\u00fcr sich mit seiner Krankheit umgeht, indem er sie einfach akzeptiert, allerdings ohne sich ihr zu ergeben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eddie Redmayne ist dabei ein fast schon erschreckendes Abbild des ber\u00fchmtesten Physikers unserer Zeit gelungen. Nach eigenen Aussagen verbrachte er Monate mit eine Tanzlehrer, um seinen K\u00f6rper besser zu kontrollieren, und stand unz\u00e4hlbare Stunden vor einem Spiegel, um seine dem Krankheitsverlauf angemessene K\u00f6rperhaltung zu trainieren. Und das Ergebnis ist \u00fcberw\u00e4ltigend. Doch viel imponierender ist Redmaynes Spiel vor den k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen durch ALS. Der Zuschauer bekommt tats\u00e4chlich einen laufenden, springenden, lachenden Mann zu sehen, den man eigentlich nur in einem Rollstuhl kennt, wo er fast bewegungslos verharren muss. Aber Redmayne macht nicht einfach nur den Eindruck eines jungen Stephen Hawking, sondern er wird zu dieser realen Figur. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Doch neben dem beeindruckenden Spiel, und der sensiblen Regie, muss ein technisch k\u00fcnstlerischer Bereich besonders hervorgehoben werden, und das ist die Makeup-Abteilung um Anita Burger, Kristyan Mallett, oder Jan Sewell. Selten hat ein Film mit alternden Charaktere \u00fcberzeugender und realistischer ausgesehen. Nicht allein Redmaynes langsam deformierende Gesichtsz\u00fcge, die mit prothetischen Mitteln unterst\u00fctzt wurden, sondern besonders der Alterungsprozess der \u00fcber mehrere Jahrzehnte erz\u00e4hlten Geschichte. Es ist ein beeindruckender Anblick, wie man die drei\u00dfigj\u00e4hrige Felicity Jones von einer jugendlich Zwanzigj\u00e4hrigen, so glaubhaft zu einer \u00fcber f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Frau altern lie\u00df. Diese Abteilung hat an allen Darstellern gezeigt, was f\u00fcr eine hohe Kunst Makeup wirklich sein kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend James Marshs Inszenierung und Timing wirklich stimmig sind, h\u00e4tte die Handlung mehr Reibungspunkte vertragen. Auch wenn nach der Premiere Stephen Hawking Tr\u00e4nen in den Augen gehabt haben soll, weil alles so war, wie es die Leinwand gezeigt hatte, merkt man Zugest\u00e4ndnisse an die realen noch lebenden Personen. Jane und Stephen Hawking haben selbst die Dreharbeiten unterst\u00fctzt, und so lag es offensichtlich sehr nahe, dass man denn Umst\u00e4nden der Geschichte entsprechend, immer wieder aufkommendes Konfliktpotential zugunsten der jeweiligen Figur abmilderte. Selbstverst\u00e4ndlich muss aus dramaturgischen Gr\u00fcnden, eine Film-Adaption gewisse Abl\u00e4ufe ver\u00e4ndern, oder sogar einmal in einen anderen Kontext setzen. So verliefen manche Streitgespr\u00e4che in Wirklichkeit weniger harmonisch. Oder die Figur des Brian zum Beispiel, ist eine Zusammenfassung verschiedener Charaktere. Das muss alles legitim bleiben, und wer sich noch immer dar\u00fcber beschwert, ist ein Narr. DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT ist und bleibt ein sehr beeindruckender, und vor allem ber\u00fchrender Film, der vor allem dadurch zu Herzen geht, weil er sich ehrlich zeigt, ohne abgenutzte Sentimentalit\u00e4ten zu bem\u00fchen. Auch wenn an Ecken und Kanten einiges ganz offensichtlich abgerundet wurde. Es bleibt ein stimmiges, greifbares Portrait zweier beeindruckender Menschen, die ihren Weg der Liebe wegen gegangen sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2014\/die-entdeckung-der-unendlichkeit-theory-of-everything\/theory-of-everything-2\/\" rel=\"attachment wp-att-8293\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8293\" title=\"Copyright Universal Pictures International\" alt=\"Theory-of-everything-2, Copyright Universal Pictures International\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Theory-of-everything-2.jpg\" width=\"620\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Theory-of-everything-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Theory-of-everything-2-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Theory-of-everything-2-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Eddie Redmayne, Felicity Jones, Harry Lloyd, Alice Orr-Ewing, David Thwelis, Emily Watson, Maxine Peake, Charlie Cox, Simon McCurney u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: James Marsh<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Anthony McCarten, nach Jane Hawkings Buch<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Beno\u00eet Delhomme<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Jinx Godfrey<\/em><br \/>\n<em> Musik: J\u00f3hann J\u00f3hannsson<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: John Paul Kelly<\/em><br \/>\n<em> Gro\u00dfbritannien &#8211; Frankreich \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 123 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Universal Pictures International<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THE THEORY OF EVERYTHING &#8211; Bundesstart 25.12.2014 Amyotrophe Lateralsklerose ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, soweit Wikipedia. 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