{"id":8304,"date":"2015-01-02T22:00:49","date_gmt":"2015-01-02T21:00:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=8304"},"modified":"2015-01-05T12:39:12","modified_gmt":"2015-01-05T11:39:12","slug":"exodus-koenige-und-goetter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/exodus-koenige-und-goetter\/","title":{"rendered":"EXODUS: Spoiler und Verrat"},"content":{"rendered":"<p><em>EXODUS: GODS AND KINGS &#8211; Bundesstart 25.12.2014<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=8299\" rel=\"attachment wp-att-8299\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8299\" title=\"Copyright Twentieth Century Fox of Germany\" alt=\"Exodus-1, Copyright Twentieth Century Fox of Germany\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Exodus-1.jpg\" width=\"300\" height=\"425\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Nach ALIENS und BLADE RUNNER kratzt Ridley Scott als Regisseur immer wieder das Attribut Meisterwerk nur an. Auch wenn BLACK HAWK DOWN ein gerne zitierter Film ist, wenn es um spannende und mitrei\u00dfende Action geht. Immer verstecken sich diese kleinen Aber. Mit AMERICAN GANGSTER kam er vielleicht seinem Ruf als Ausnahmeregisseur wieder einmal am n\u00e4chsten. Wenngleich K\u00d6NIGREICH DER HIMMEL weit mehr Aufmerksamkeit erregte. Und danach ausgerichtet, scheint auch die Produktion von EXODUS. Nicht nur vom opulenten Spektakel her, sondern ganz intensiv in der Optik. Slawomir Idziak hat bei BLACK HAWK DOWN auf sehr starke Kontraste gesetzt, und einer auffallend nach unten gezogenen Gammakorrektur, die das Bild dunkler, aber immer noch sehr deutlich erscheinen l\u00e4sst. John Mathieson hat das mit Ridley Scott f\u00fcr K\u00d6NIGREICH DER HIMMEL erfolgreich \u00fcbernommen. Bei Dariusz Wolskis Bildgestaltung f\u00fcr EXODUS, zeigt sich dieses Markenzeichen Scotts schon etwas abgetragen, allein schon deshalb, weil der Look unweigerlich und immer wieder an K\u00d6NIGREICH DER HIMMEL erinnert. Und gleichbedeutend darauf hinweist, welcher der bessere Film von beiden ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more--><span style=\"color: #ff0000;\">(Ab hier wird auf Handlung und Handlungsverl\u00e4ufe eingegenagen)<\/span> Findelkind Moses und Thronprinz Ramses sind nicht nur als Br\u00fcder erzogen, sondern f\u00fchlen sich auch vom Herzen her verbunden. Gemeinsam ziehen sie in Schlachten und verteidigen \u00c4gypten vor m\u00f6glichen Feinden. Ramses selbstredend als Heeresf\u00fchrer, und Moses als sein Adjutant. Da kommt eine Prophezeiung sehr ungelegen, dass ein Anf\u00fchrer von einem Gefolgsmann gerettet wird, der daraufhin selbst zum Anf\u00fchrer werden soll. Der Thronerbe verliert die Liebe zu seinem Bruder nicht, wird aber immer misstrauischer gegen\u00fcber Moses, als dieser Ramses bei einer Schlacht tats\u00e4chlich das Leben rettet.\u00a0 D<\/span><span style=\"color: #000000;\">urch Spione wird zudem bekannt, dass Moses&#8216; Ursprung hebr\u00e4isch ist, worauf Ramses keine andere Wahl bleibt, als ihn aus dem Land zu jagen. Schlie\u00dflich sind die Hebr\u00e4er seit hunderten von Jahren das Sklavenvolk der \u00c4gypter, unterjocht, gequ\u00e4lt, geschunden, und tyrannisiert. Moses findet derweil ein neues Leben, heiratet, und bekommt einen Sohn. Bis er eine weit bedeutendere Begegnung hat, und die wahre Aufgabe in seinem Lebens erf\u00e4hrt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Man kann nicht sagen, dass sich Ridley Scott im erz\u00e4hlen Zeit l\u00e4sst. Es gibt gen\u00fcgend optische Schauwerte und gehaltsschwangere Dialoge in der ersten von zweieinhalb Stunden, dass man annehmen muss, Scott will den Zuschauer vergessen machen, eigentlich in einem Bibelfilm zu sitzen. Aber das wird der Zuschauer schwer \u00fcbergehen k\u00f6nnen, wenn er in dieser ersten Stunde immer wieder den Namen Moses h\u00f6rt. Und von denen gab es in der Geschichte nicht sehr viele. Zwischen vielen Ahhs und Ohhs schleicht sich immer wieder die Frage, wann denn die Geschichte einsetzt, die man sonst immer zu h\u00f6ren bekommt. Gleichzeitig f\u00e4llt auf, dass die Kampfszenen weit weniger imposant und aufregend inszeniert sind, wie sie einen in K\u00d6NIGREICH DER HIMMEL zum Staunen brachten. Zudem schafft es der Film nicht, dem Zuschauer eine \u00dcbersicht \u00fcber den Verlauf der Schlacht zu vermittelt. Vieles scheint willk\u00fcrlich zu passieren, und eine ansteigende Dramatik l\u00e4sst Scott dabei vermissen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine Neuverfilmung \u00e4lterer Stoffe rechtfertigt sich immer in der Regel dadurch, dass man neue Aspekte und moderne Ansichten mit einflie\u00dfen l\u00e4sst, oder bestenfalls die alte Erz\u00e4hlung in einen geschichtlich aktuellen Kontext setzt. An letzterem versucht sich Billy Richs Drehbuch erst gar nicht. Aber mit seinem g\u00f6ttlichen Auftrag, erh\u00e4lt Moses auch eine bisher unbekannte Wesens\u00e4nderung. Denn er weigert sich hartn\u00e4ckig zu glauben, tats\u00e4chlich hebr\u00e4ischer Abstammung zu, und schwankt so zwischen seiner g\u00f6ttlichen Berufung, und seinem anerzogenen Glauben. Immer wieder streitet er mit Gott, stellt ihn in Frage, und fordert ihn heraus. Das ist wirklich nicht sehr tiefgr\u00fcndig, aber immer wieder spannend, weil man versucht zu erahnen, was auf eine dieser Auseinandersetzungen folgen k\u00f6nnte. Wie die Macher die Darstellung Gottes umsetzten, ist sicher nicht die originellste aller Ideen, aber durchaus effektiv und in gewisser Weise nachvollziehbar. Allerdings richtet sich die deutsche Synchronisation in ihrer l\u00e4cherlichen Umsetzung an dieser Stelle komplett gegen den Film.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Moses mit einer Handvoll hebr\u00e4ischer Aufst\u00e4ndischer, erst einmal in Guerilla-Manier die Pharaonenstadt heimsucht, ist dann wieder sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Das erweckt nur den Eindruck, sich dem Zeitgeist anzupassen, anstatt eine wirkliche Neuinterpretation wagen zu wollen. Raffiniert wird es mit dem Beginn der sieben Plagen. Sind diese nach biblischer \u00dcberlieferung nat\u00fcrlich Gottes eigenes Werk, setzt das Drehbuch dieser These einen Berater des Pharaos entgegen, der die Plagen und ihren Zusammenhang immer wieder auf logische Weise, gewisserma\u00dfen wissenschaftlich erkl\u00e4ren kann. Immer wieder versucht die Handlung realistische, von Religion unbeeinflusste Wege zu finden, um somit ganz klar den biblischen Charakter, von einem missionarischen Eifer zu trennen. Was nur streckenweise gelingt, ist der Auszug der Hebr\u00e4er aus \u00c4gypten eben einer der bekanntesten Geschichten des Alten Testaments im allgemeinen Wissensschatz. Und selbst unter der Regie eines Ridley Scott, bleibt eine Bibel Verfilmung ein Bibelfilm.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Film, also solcher wunderbar anzusehen und zu genie\u00dfen, leitet an ganz anderen M\u00e4ngeln. Das ist sein unsteter Verlauf, und die Ungleichgewichtung der Handlung. So weitet sich zum Beispiel der Spannungsbogen um die Teilung des Roten Meeres, viel zu unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig lange aus. Und wenn die Fluten \u00fcber der Armee des Ramses zusammen schlagen, w\u00e4re das Volk der Hebr\u00e4er eigentlich endg\u00fcltig frei und in Sicherheit. Aber anstatt hier ein vern\u00fcnftiges Ende zu finden, versucht der Film noch einen gl\u00fccklosen Abriss der folgenden vierzig Jahre, in denen die Hebr\u00e4er die W\u00fcste durchstreifen. In dessen Verlauf gibt Gott Moses die zehn Gebote mit auf den Weg, und diese Szene geh\u00f6rt eigentlich zu einer der besten und eindringlichsten im Film, wenn es um die Auseinandersetzung mit Gott geht. Allerdings ist sie in einen Teil von EXODUS gepresst, den der Film eigentlich gar nicht mehr br\u00e4uchte. Oder die Macher h\u00e4tten sich eine halbe Stunde mehr geg\u00f6nnt, um die entbehrungsreiche Suche nach dem gelobten Land angemessen zu interpretieren. Was bleibt, ist allerdings nur \u00fcberhastetes St\u00fcckwerk, das die Geschichte vollendet, aber f\u00fcr den Kern des Films irrelevant bleibt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nein, dies ist nicht K\u00d6NIGREICH DER HIMMEL, und es fehlt die k\u00fcnstlerische Komplexit\u00e4t von BLACK HAWK DOWN, oder AMERICAN GANGSTER. Von ALIEN und BLADE RUNNER sollte man gar nicht erst reden. Aber am Ende von EXODUS hat man dennoch das Gef\u00fchl, eine alte Geschichte wirklich im neuen Gewande erlebt haben zu d\u00fcrfen. Am Meisterwerk wird allerdings auch hier wieder nur vorbei geschrammt. Aber es ist kein Film, f\u00fcr den man Geld sinnlos ausgibt. Au\u00dfer f\u00fcr den Aufpreis von 3D, weil es auch hier, wie in 95% aller Blockbuster keinerlei Nennwert hat. Aber in Zeiten wie diesen, wo es sich einer Modeerscheinung gleich ausnimmt, sich aus Prinzip gegen das Konzept eines Gottes zu stellen, einen hochpreisigen Blockbuster zu generieren, das zeugt von viel Mut und Selbstvertrauen. Ein Selbstvertrauen, welches alle Beteiligten nutzten, um einen zu keinem Zeitpunkt langweiligen Film zu schaffen, der mit bestens besetzten Darstellern und \u00fcberzeugenden Produktionsaufwand sein Publikum bei Laune halten kann. Was man hier als Makel und Schw\u00e4che anmerken kann, w\u00e4re bei vergleichbaren Projekten anderer Firmen eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Aber EXODUS ist von Ridley Scott.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=8300\" rel=\"attachment wp-att-8300\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8300\" title=\"Copyright Twentieth Century Fox of Germany\" alt=\"Exodus-2, EXODUS: GODS AND KINGS - Bundesstart 25.12.2014        Darsteller: Christian Bale, Joel Edgerton, Aaron Paul, Ben Kingsley, Sigourney Weaver, Indira Varma, John Turturro u.v.a. Regie: Ridley Scott Drehbuch: John Adam Cooper, Bill Collage, Jeffrey Caine, Steve Zaillian Kamera: Dariusz Wolski Bildschnitt: Billy Rich Musik: Alberto Iglesias USA - Gro\u00dfbritannien - Spanien \/ 2014 150 Minuten   Bildrechte: Twentieth Century Fox of Germany\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/Exodus-2.jpg\" width=\"620\" height=\"411\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Christian Bale, Joel Edgerton, Aaron Paul, Ben Kingsley, Sigourney Weaver, Indira Varma, John Turturro u.v.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Ridley Scott<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: John Adam Cooper, Bill Collage, Jeffrey Caine, Steve Zaillian<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Dariusz Wolski<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Billy Rich<\/em><br \/>\n<em> Musik: Alberto Iglesias<\/em><br \/>\n<em> USA &#8211; Gro\u00dfbritannien &#8211; Spanien \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 150 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Twentieth Century Fox of Germany<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EXODUS: GODS AND KINGS &#8211; Bundesstart 25.12.2014 Nach ALIENS und BLADE RUNNER kratzt Ridley Scott als Regisseur immer wieder das Attribut Meisterwerk nur an. 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