{"id":8544,"date":"2015-02-02T00:27:57","date_gmt":"2015-02-01T23:27:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=8544"},"modified":"2015-01-31T23:07:30","modified_gmt":"2015-01-31T22:07:30","slug":"john-wick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/john-wick\/","title":{"rendered":"JOHN WICK"},"content":{"rendered":"<p><em>JOHN WICK &#8211; Bundesstart 29.01.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/john-wick\/john-wick-1\/\" rel=\"attachment wp-att-8525\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8525\" title=\"Copyright StudioCanal\" alt=\"John-Wick-1, Copyright StudioCanal\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/John-Wick-1.jpg\" width=\"620\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/John-Wick-1.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/John-Wick-1-200x82.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/John-Wick-1-300x123.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Es sind harte Zeiten f\u00fcr Keanu Reeves. F\u00fcr einen der ehemals vielversprechendsten Darsteller seiner Generation. Es fing mit einem vertanen Remake von DER TAG AN DEM DIE ERDE STILL STAND an. Das man sich nicht mit Klassikern anlegt, sollte man in Hollywood wissen. Der Flop war nicht dem Darsteller geschuldet, wird aber in Publikumskreisen grunds\u00e4tzlich bei schlechten Filme so klassifiziert. Reeves war nie abgeneigt, sich in allen Genres und Produktionsetats zu bewegen, dass aber nach ERDE der Frauenfilm PIPPA LEE folgte, gab seiner Karriere nicht den erforderlichen Aufschwung. HENRY&#8217;S CRIME und GENERATION UM&#8230; nahm dann schon keiner mehr wahr. Was sich auch auf sein Regie-Deb\u00fct MAN OF TAI CHI auswirkte, wo man dem Talent keine Chance geben wollte. Und mit 47 RONIN attestierte man dem Mann mit hawaiianischen Wurzeln dann endg\u00fcltig einen filmischen Grabstein, obwohl der Misserfolg ganz und gar nichts mit Keanu Reeves zu tun hatte. Nur insofern, dass er bei Rollenangeboten darauf achten sollte, dass man sich nicht mit geschichtlichen Legenden anlegt. Da kann man nur durchatmen, dass sich Reeves nun wieder einmal f\u00fcr einen Film verpflichten lie\u00df, den man zuerst zu seinen Kernkompetenzen z\u00e4hlen w\u00fcrde, aber bei einem Blick \u00fcber seine Vita \u00fcberhaupt nicht ist. Aber JOHN WICK als schn\u00f6rkelloser Action-Film, funktioniert gerade wegen Keanu Reeves.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->John Wick ist gerade Witwer geworden, und nimmt es nach au\u00dfen hin mit stoischer Ruhe. Erst als einige Zeit nach Helens Ableben bei ihm ein Hunde-Welpe abgeliefert wird, bricht es aus dem vermeintlich harten Kerl heraus. Seine Frau hat dies noch vor ihrem Tod veranlasst, damit John jemanden an seiner Seite hat. Er und Daisy verstehen sich auf Anhieb. Im \u00dcbrigen einer der ganz wenigen Filme, bei dem ein Hund wirklich \u00fcberzeugend auf seinen nur vermeintlichen Besitzer reagiert, ohne dass die sonst stets auffallende Anwesenheit eines Tiertrainers hinter der Kamera zu sp\u00fcren w\u00e4re. Und h\u00e4tte John nicht so einen schicken alten Mustang, w\u00e4re sein Leben mit Daisy weiterhin ruhig verlaufen. Nur das sich drei junge Kerle von der Russenmafia f\u00fcr das Auto interessieren, und die sind gewohnt, zu bekommen, was sie begehren. Aber John Wick ist gewohnt, nicht sehr zimperlich zu sein, wenn es um seine pers\u00f6nlichen Belange geht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Musste man bis vor kurzem noch Angst haben, dass alle Rachethriller nur noch von Liam Neeson beherrscht werden w\u00fcrden, kann man sich entspannt zur\u00fccklehnen, denn Keanu Reeves ist wieder im Gesch\u00e4ft. Das hat er allerdings in erster Linie seinen Regisseuren Chad Stahelski und David Leitch zu verdanken, die genau wussten, wie sie mit einem Stoff wie diesem umzugehen haben, und wie sie ihre Darsteller darin agieren lassen m\u00fcssen. Sie setzen dabei ganz gezielt auf die von Ironie befreite Abgekl\u00e4rtheit ihres Hauptdarstellers, verteilen einige Stereotypen in der Handlung, und \u00fcberzeugen dann mit einen gegen den Strich geb\u00fcrsteten B\u00f6sewicht. Das ist nat\u00fcrlich nicht neu, nicht innovativ, nichts Besonderes, aber es ist sehr stringent und konsequent inszeniert. Wenn man den Vorwurf also gelten lassen wollte, dies alles schon in vielen anderen Filmen gesehen zu haben, dann geh\u00f6rt JOHN WICK zu den weit besseren Filmen dieser gattung. Hier stimmt auch das Tempo und die exzellent umgesetzten\u00a0 Action-Sequenzen, die von Tyler Bates aufpeitschenden Elektrorock-Soundtrack meisterlich unterst\u00fctzt werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Haben die Macher in Keanu Reeves den perfekter R\u00e4cher gefunden, war dieser schon vor seiner Besetzung eine zu erwartende sichere Wette. Da l\u00e4uft ihm fast Michael Nyquist als Syndikatboss Viggo den Rang ab, der viele Klischees eines typisch kaltbl\u00fctigen Oberhauptes abwerfen durfte. Nyquist hat allerdings die Gelegenheit zu dieser wunderbaren Rolle Derek Kolstads Drehbuch zu verdanken. Dieser hat zwei Widersacher gegen\u00fcbergestellt, die sich gut genug kennen, sich auch respektieren, und im Herzen keinen Gr\u00e4uel gegeneinander hegen. Kolstad hat Viggo wunderbar geschrieben, als einen Mann, der kein \u00fcberheblicher Gangster ist, sondern der Angst haben darf, weil er wei\u00df was f\u00fcr ein entfesselter Tornado John Wick sein kann. &#8222;John Wick ist nicht der Schwarze Mann,&#8220; schreit er einen seiner M\u00e4nner an, &#8222;er ist der Mann, den man schickt, den Schwarzen Mann zu t\u00f6ten.&#8220; Hier verdreht sich die alte Formel. Bei JOHN WICK ist es nicht gesch\u00e4ftliches, es ist Privat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Jetzt ist JOHN WICK in seiner Abfolge, ein fast vorhersehbarer, weil bekannter Film. Doch immer wieder \u00fcberrascht er mit \u00fcberzeugenden, und nicht an den Haaren herbei gezogenen Wendungen, wo wirklich unklar bleibt, wer wem vertrauen kann. Aber auch die Welt innerhalb von Johns und Viggos Leben ist mit sehr erlebenswerten Details gespickt. Da w\u00e4re das Hotel Continental, welches wiederrum wie ein geschlossener Kosmos funktioniert. Die Kodex von Auftragskillern, oder die telefonischen Bestellungen und ihre wahre Bedeutung. Das alles hat schon sehr viel Unterhaltsames, ohne das dabei erzwungene Lacher bem\u00fcht werden. Nur zwei kritische Schwachpunkte hat JOHN WICK. Da w\u00e4re zum einen Adrianne Palicki, die vollkommen deplatziert wirkt, weil ihr einfach die Ausstrahlung fehlt, um gegen die anderen b\u00f6sen Buben mithalten zu k\u00f6nnen. Ihre Killerfigur ist ein kraftlose Imitation \u00fcberbeanspruchter Charakter, die zu cool f\u00fcr die Leinwand sein wollen. Und zum anderen, gibt es da diesen James-Bond-Moment, wo jemand gegen die eigentliche Art des Films verschont wird, um diesen eine Chance auf Flucht einzur\u00e4umen. Das w\u00e4re durchaus vermeidbar gewesen, macht aber auch bewusst, was f\u00fcr ein eigentlich runder, unterhaltsamer und kurzweiliger Film JOHN WICK ist. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">JOHN WICK ist ein exzellentes Beispiel, wie sich Kreativit\u00e4t durch das Zusammenspiel von Regie, Buch und Charaktere intensiv verst\u00e4rken l\u00e4sst. Vorausgesetzt man steht auf blutige Action. Es mag weit grafischere Filme geben, aber dieser hier geizt dennoch nicht an bildlicher Umsetzung von schmerzvollen T\u00f6tungsarten. Aber ein Stilmittel, das nicht einfach dem modernen Kino folgt, sondern notwendig ist, um die Atmosph\u00e4re des Films glaubw\u00fcrdig und eindringlich zu halten. In der den Film abschlie\u00dfenden Sequenz sollte man allerdings sehr genau aufpassen, weil sie sehr leicht missverstanden wird. Und f\u00fcr alle, die JOHN WICK gesehen haben und es ebenfalls verpasst haben: Er war der Einzige, der get\u00f6tet werden sollte. Damit kann jetzt ein jungfr\u00e4ulicher Zuschauer \u00fcberhaupt nicht anfangen, aber vielleicht macht es zus\u00e4tzlich neugierig.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/john-wick\/john-wick-2\/\" rel=\"attachment wp-att-8526\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8526\" title=\"Copyright StudioCanal\" alt=\"John-Wick-2, Copyright StudioCanal\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/John-Wick-2.jpg\" width=\"620\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/John-Wick-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/John-Wick-2-200x105.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/John-Wick-2-300x157.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Keanu Reeves, Michael Nyquist, Alfie Allen, Willem Dafoe, Ian McShane, Bridget Moynhan, John Leguizamo, Dean Winters u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Chad Stahelski, David Leitch<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Derek Kolstad<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Jonathan Sela<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: El\u00edsabeth Ronaldsd\u00f3ttir<\/em><br \/>\n<em> Musik: Tyler Bates, Joel J. Richard<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Dan Leigh<\/em><br \/>\n<em> USA-Kanada-China \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 101 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>StudioCanal<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>JOHN WICK &#8211; Bundesstart 29.01.2015 Es sind harte Zeiten f\u00fcr Keanu Reeves. F\u00fcr einen der ehemals vielversprechendsten Darsteller seiner Generation. Es fing mit einem vertanen Remake von DER TAG AN DEM DIE ERDE STILL STAND an. 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