{"id":8622,"date":"2015-02-26T00:30:57","date_gmt":"2015-02-25T23:30:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=8622"},"modified":"2015-02-24T23:06:10","modified_gmt":"2015-02-24T22:06:10","slug":"american-sniper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/american-sniper\/","title":{"rendered":"AMERICAN SNIPER"},"content":{"rendered":"<p><em>AMERICAN SNIPER &#8211; Bundesstart 26.02.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/jupiter-ascending-3d\/americansniper_artwork_2015_inklsnipe-indd\/\" rel=\"attachment wp-att-8615\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8615\" title=\"Copyright Warner Bros.\" alt=\"AmericanSniper-1, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/American-Sniper-1.jpg\" width=\"300\" height=\"424\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/American-Sniper-1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/American-Sniper-1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/American-Sniper-1-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">Vom U.S. Milit\u00e4r sind 160 der angeblich 255 Absch\u00fcsse offiziell best\u00e4tigt. Chris Kyle ist damit der beste Scharfsch\u00fctze, den die amerikanische Armee jemals hatte. Nat\u00fcrlich scheiden sich die Geister, ob Kyle Nationalheld ist, oder gedankenloser M\u00f6rder. Das kommt nat\u00fcrlich auch auf das Land an. Einem Mann mit dieser Reputation ein filmisches Denkmal zu setzen, wird in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sicherlich ganz anders aufgenommen. In Amerika sieht man hingegen die amerikanischen Soldaten, welchen Kyle durch seine gezielten Sch\u00fcsse das Leben gerettet hat. Ob dieser Krieg im Irak an sich gerechtfertigt war, darf dabei keine Rolle spielen. Verst\u00f6rt haben Chris Kyles eigene Aussagen in seiner Biografie, auf welcher der Film basiert, wie er sich im Laufe der Zeit am Tod seiner Opfer erfreute, wie er sich daran labte, vielen von ihnen beim Todeskampf zuzusehen. Einem solchen Mann ein Denkmal zu setzen ist \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdig. Es liegt auf der Hand, dass man dennoch ein ehrenvolles Patriotenst\u00fcck erwarten kann. Gerade weil der Film ziemlich pr\u00e4zise illustriert, wie die Aufgabe eines Scharfsch\u00fctzen aussieht, und wie viele Soldaten aus den eigenen Reihe dadurch gerettet wurden. Soviel heldenhaftes w\u00e4re m\u00f6glich gewesen. Aber nicht in einem Film von Clint Eastwood. Der Regisseur hatte stets ein Auf und Ab in der Qualit\u00e4t seiner Filme, aber AMERICAN SNIPER z\u00e4hlt zu den Filmen, wie Filme erz\u00e4hlt werden m\u00fcssen, um allen Aspekten einer Geschichte gleicherma\u00dfen gerecht zu werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Eigentlich hatte sich Chris Kyle sein Leben als Rodeo-Cowboy gut eingerichtet. Doch bei den ersten Terroranschl\u00e4gen auf amerikanische Einrichtungen in Somalia, beginnt er umzudenken. Wie er es von seinem Vater eingebl\u00e4ut bekam, muss man seinen Mann stehen, die Stellung halten. Eigentlich viel zu alt, schafft er die Ausbildung zum Navy SEAL und wird Scharfsch\u00fctze. Vier Touren wird Chris Kyle im Irak absolvieren. Zwischenzeitlich heiratet er, wird zweifacher Vater, und wird zu einem anderen Menschen. Der Krieg l\u00e4sst Chris nicht mehr los, selbst in der Heimat f\u00fchlt er sich als Gejagter. Wer ihm f\u00fcr seinen Einsatz dankt, wird argw\u00f6hnisch auf Distanz gehalten. Das Drehbuch beginnt mit einer cleveren Episode, wo der Scharfsch\u00fctze auf einem Dach eine Mutter und ihr Kind ausmacht, welche sich auf verd\u00e4chtige Weise einem amerikanischen Suchtrupp n\u00e4hern. Das Kind tr\u00e4gt eine Granate, und Chris m\u00fcsste schie\u00dfen. In dem Moment springt der Film zur\u00fcck in Chris Kyles Kindheit, und erz\u00e4hlt z\u00fcgig, ohne Pausen, und mit viel Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, wie Chris dorthin kam, wo er sich nun befindet. Mit dem irakischen Kind im Visier.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was einem der Film zumutet, ist oftmals nicht sehr leicht zu verkraften. Doch genau deswegen bleibt er so authentisch. Immer wieder f\u00fchrt die Regie den Zuschauer direkt an die gest\u00f6rte Gef\u00fchlswelt von Chris Kyle heran. Eastwood zelebriert mit seiner Hauptfigur keinen Helden, sondern zeichnet das Portrait eines Mannes, der unvermittelt den Bezug zu seinem privaten Leben verliert, und nur noch den Krieg und seinen schmutzigen Kampf hinter sich her zieht. Tats\u00e4chlich gibt es diese kleinen patriotischen Momente in AMERICAN SNIPER, die allerdings dem Inhalt und seinem Hintergrund geschuldet sind. Aber der Regisseur setzt auch stets Gegenpunkte. Sein vermeintlicher Held soll eben kein Held sein, sondern ein Mensch der sich im Patriotismus verloren hat. Wo Recht und Unrecht nicht mehr zu unterscheiden sind. Bradley Cooper spielt hier mit Abstand einer seiner eindringlichsten und realistischsten Rollen. Jeder menschlicher Kontakt im zivilen Leben, schleudert ihn emotional sofort an die Front. Chris Kyle ist eine Figur des kaltbl\u00fctigen Krieges geworden, dem jede Form von zwischenmenschlicher Beziehung zu entgleiten droht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Tom Stern an der Kamera und Joel Cox mit Gary Roach am Schnittpult haben einen sehr intensiven Handlungsablauf geschaffen, der den Zuschauer nicht einfach nur einbindet, sondern ihn auch nicht mehr losl\u00e4sst. Mit seinem bescheidenen Budget von rund 60 Million Dollar, nimmt sich der Film oftmals wie eine dreistellige Millionen-Dollar-Produktion aus. Aber das liegt vor allem daran, dass sich die Regie konsequent auf ihre Figuren und deren Motivationen, beziehungsweise ihren aus der Motivation resultierenden Ereignissen konzentriert. Das Einzige, was man dem Regisseur Eastwood vielleicht vorwerfen k\u00f6nnte, ist der stilbr\u00fcchige Abschluss mit den Ereignissen, wo der reale Tod von Chris Kyle lediglich in Form einer grafischen Einblendung wesentlich zu kurz abgehandelt wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Aber insgesamt ist AMERICAN SNIPER nicht nur ein sehr sehenswerter, sondern auch erkl\u00e4render Film, der eine uramerikanische Seele aufzeigt, die sich mit einem Mal nicht mehr mit ihren anerzogenen Idealen auseinander zu setzen versteht. Egal ob Chris Kyle als Schl\u00e4chter, oder als Patriot angesehen wird, dieser Film bezieht f\u00fcr keine der beiden Seiten Stellung. Clint Eastwood\u00a0 hat mit AMERICAN SNIPER seinen amerikanischsten Film gemacht, aber auf m\u00f6gliches Pathos genauso verzichtet, wie auf jedwede Art von politischer Aussage. F\u00fcr Eastwood ist Chris Kyle eine andere Art von Held, einer den man unbedingt hinterfragen muss. Dem Regisseur gelingt es ausgezeichnet, die Balance zu halten, einen Helden zu stilisieren, aber auch die damit aufkeimende Instabilit\u00e4t seines Geistes darzustellen. Immer wieder bringt Eastwood den Zuschauer in die unangenehme Position, selbst entscheiden zu m\u00fcssen. Oftmals wird man mit einer Einstellung konfrontiert, die man vielleicht bei sich selbst nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In einer besonders intensiven Szene, wird Chris Kyles schwangere Frau auf dubiose Weise in Kampfhandlungen eingebunden, als sie gerade mit ihm telefoniert. Die Schrecken eines fragw\u00fcrdigen Krieges finden ihren Weg in den nur scheinbar sicheren Scho\u00df der Heimat. Ein beeindruckendes Beispiel, wie AMERICAN SNIPER sich dem Hurra-Patriotismus verweigert. Das Chris Kyle in seiner Biografie selbst dar\u00fcber redet, wie er sich am Tod seiner notwendigen Opfer erg\u00f6tzte, zeugt nicht von einem gef\u00fchlskalten Monster. Sondern es ist eine brutale Selbstreflexion, die man erst einmal erreichen muss, um selbst wieder den Boden unter den F\u00fc\u00dfen zu finden. Es ist ein Aspekt, den der Film bewusst ausspart. Der getriebene Charakter von Chris Kyle, der nur in Kampfhandlungen mit dem klar kommt, was seine eigentliche Bestimmung ist, aber im Zivilleben genau daran scheitert, ist komplex genug. Denn Clint Eastwood wagt durch seine Inszenierung immer wieder die Frage, wie ein Krieg ohne Scharfsch\u00fctzen letztendlich aussehen w\u00fcrde. Und dabei geht es nie darum, ob ein Krieg notwendig oder gerechtfertigt ist. Der Krieg ist da, er ist real, und nicht weg zu diskutieren. Welche Rolle \u00fcbernimmt dann ein Mensch wie Chris Kyle in dieser Realit\u00e4t? AMERICAN SNIPER ist sehr anspruchsvolles Kino, wenn man es wagt, einen Schritt von seinen politischen Ansichten zur\u00fcck zu treten, und sich objektiv zu \u00f6ffnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/jupiter-ascending-3d\/ta3a6997-dng\/\" rel=\"attachment wp-att-8616\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8616\" title=\"Copyright Warner Bros.\" alt=\"American-Sniper-2, Copyright Warner Bros.\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/American-Sniper-2.jpg\" width=\"620\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/American-Sniper-2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/American-Sniper-2-200x127.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/American-Sniper-2-300x191.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Bradley Cooper, Sienna Miller, Max Charles, Luke Grimes, Kyle Gallner, Sam Jaeger, Jake McDorman u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Clint Eastwood<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch: Jason Hall, nach den Memoiren von Chris Kyle<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Tom Stern<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Joel Cox, Gary Roach<\/em><br \/>\n<em> Musik: Joseph DeBeasi, Clint Eastwood<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: Charisse Cardenas, James J. Murakami<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 132 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte: <strong>Warner Bros.<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AMERICAN SNIPER &#8211; Bundesstart 26.02.2015 Vom U.S. Milit\u00e4r sind 160 der angeblich 255 Absch\u00fcsse offiziell best\u00e4tigt. Chris Kyle ist damit der beste Scharfsch\u00fctze, den die amerikanische Armee jemals hatte. 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