{"id":8873,"date":"2015-03-20T08:31:33","date_gmt":"2015-03-20T07:31:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=8873"},"modified":"2015-03-18T22:17:38","modified_gmt":"2015-03-18T21:17:38","slug":"a-most-violent-year","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/a-most-violent-year\/","title":{"rendered":"A MOST VIOLENT YEAR"},"content":{"rendered":"<p><em>A MOST VIOLENT YEAR &#8211; Bundesstart 19.03.2015<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=8811\" rel=\"attachment wp-att-8811\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8811\" title=\"Copyright  Square One Entertainment \/ Universum Film (UFA)\" alt=\"A_Most_Violent_Year_1, Copyright  Square One Entertainment \/ Universum Film (UFA)\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_1.jpg\" width=\"300\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_1.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_1-141x200.jpg 141w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_1-211x300.jpg 211w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><span style=\"color: #000000;\">1981 war in der Geschichte der Stadt New York das Jahr mit der h\u00f6chsten Verbrechensrate. In diesem Jahr will Abel Morales mit seinem Heiz\u00f6l-Gesch\u00e4ft expandieren. Wenn er das Nachbargrundst\u00fcck erwerben kann, auf dem bereits Tanksilos stehen, h\u00e4tte die Firma auch direkte Hafenanbindung. Morales bleibt ein Monat um die Finanzierung zu sichern, ansonsten bleibt die Anzahlung beim eigentlichen Eigent\u00fcmer, mit dem Recht das Grundst\u00fcck an andere zu verkaufen. Doch es gibt Mitbewerber, die eine Expansion f\u00fcr Abel Morales&#8216; Firma nicht sehr begeistert aufnehmen. Immer wieder werden seine Tanklaster \u00fcberfallen, und das \u00d6l geraubt. Der Vorarbeiter m\u00f6chte die Fahrer bewaffnen, was Morales strikt ablehnt. Es ist ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis es den ersten Toden geben wird, und von seiner Firma soll das nicht ausgehen. Die direkte Konfrontation mit seinen Konkurrenten bleibt ergebnislos, wenngleich sie unumwunden eingestehen, an den st\u00e4ndigen \u00dcberf\u00e4llen auf Morales&#8216; LKWs nicht unschuldig zu sein. Um sich zu behaupten, m\u00fcsste Abel Morales auf der selben Schiene von Kaltbl\u00fctigkeit, Gewalt und Verbrecher fahren. Es wird zur Geduldsprobe, wie lange er sich mit seinen Wertvorstellungen davor bewahren kann, in einem sehr gewaltt\u00e4tigen Jahr.<\/span><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">J.C. Candor hat ein kleines Wunder vollbracht. Eigentlich m\u00fcsste es hei\u00dfen, er hat erneut ein kleines Wunder vollbracht. Mit MARGIN CALL konnte er die ersten Ans\u00e4tze der letzten Finanzkrise erkl\u00e4ren, und mit ALL IS LOST konnte er dem nur scheinbar ausgelutschten Thema, des Schiffbr\u00fcchigen mit starkem \u00dcberlebenswillen, viele neue Facetten abgewinnen. Und jetzt vollbringt er mit dem viel zu wenig beachteten A MOST VIOLENT YEAR eine kaum vorstellbare, k\u00fcnstlerische Steigerung. Candor hat im Grunde so etwas wie die Antithese zu DER PATE geschrieben und inszeniert. Sein Abel Morales tr\u00e4gt nicht umsonst zwei sehr eindeutige Namen. Darin liegt eine sehr einnehmende Faszination, denn w\u00e4hrend seine Frau Anna langsam immer mehr verzweifelt, glaubt Abel an seine Grunds\u00e4tze. Er behaart darauf, dass seine Gesch\u00e4fte, ehrliche Gesch\u00e4fte bleiben. F\u00fcr ihn haben Gesch\u00e4ft und Verbrechen keine gemeinsame Basis, weil ehrliche Gesch\u00e4fte ein gutes Gesch\u00e4ft ausmachen. Ein Trick, den sich Candor ins Drehbuch schrieb, ist die anf\u00e4ngliche Unsicherheit. Er begleitet Abel Morales, ohne ihn <span style=\"color: #333333;\">(das muss jetzt sein)<\/span> moralisch einzuordnen. Von Charme und Auftreten, k\u00f6nnte Abel auch der \u00fcber Leichen gehende Gesch\u00e4ftsmann sein. Umso intensiver wird der Zuschauer angesprochen, wenn sich nach und nach seine wahren Wertvorstellungen heraus kristallisieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Antithese zum PATEN verst\u00e4rkt sich noch mit J.C. Candors Verzicht auf \u00fcbersteigerte Gewaltdarstellung. Bei ihm gen\u00fcgt es, dass ein Mann \u00fcberhaupt eine Waffe in der Hand h\u00e4lt, um Panik und Entsetzen beim Opfer zu generieren. Und das springt auf den Zuschauer \u00fcber, der in dieser Erz\u00e4hlung sehr schnell erkennt, dass Realismus ein sehr viel \u00fcberzeugenderes Mittel f\u00fcr Spannungsaufbau ist, als \u00fcberdramatisierte Gewaltorgien. Das hier, ist Hollywood in nur beschr\u00e4nkter Weise. Jederzeit k\u00f6nnte jemand sterben, aber es muss niemand sterben. Wenn ein Fahrer zwei Gangster mit Pistolen auf sich zu kommen sieht, dann gen\u00fcgt die Panik, seine verzweifelten Hilferufe, um den Realismus \u00fcberspringen zu lassen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">J.C. Candor erzeugt eine sehr intensive Atmosph\u00e4re, indem er einzelne Szenen sehr genau austariert, ihnen Platz zum atmen gibt, oder das Tempo kurzfristig anzieht. Und dabei wird sehr schnell klar, dass Candor seine Vorbilder im Anfang der Achtzigerjahre gefunden hat. Bei THE VERDICT, oder PRINCE OF THE CITY von Sidney Lumet vielleicht. Aber er kopiert nicht den Stil, sondern inszeniert dabei einen sehr eigenen Film. Deswegen ist anzunehmen, dass auch das Lichtdesign ganz sicher zuerst von ihm ausging, bevor Bradford Young die Bilder schuf. Hartes Licht von oben, wenig Akzente, und sehr viel Mut zu Schatten. J.C. Candor hat einen Film gemacht, der in den Achtzigern spielt, also hat er ihn auch nach gro\u00dfen Vorbildern jener Zeit inszeniert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/a-most-violent-year\/a_most_violent_year_3\/\" rel=\"attachment wp-att-8886\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8886\" title=\"Copyright  Square One Entertainment \/ Universum Film (UFA)\" alt=\"A_Most_Violent_Year_3, Copyright  Square One Entertainment \/ Universum Film (UFA)\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_3.jpg\" width=\"300\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_3.jpg 300w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_3-189x200.jpg 189w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_3-283x300.jpg 283w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Im unangefochtenen Mittelpunkt steht nat\u00fcrlich Oscar Isaac als Abel Morales, der mit stoischer Hartn\u00e4ckigkeit versucht die Ruhe zu bewahren. Isaac schafft es mit geringer Mimik seine Figur realistisch zu behaupten. Kleine Gesten, Aktion und Reaktion. Irgendwann ist man davon \u00fcberzeugt, dass das Pulverfass explodieren muss. Isaac kauft man ab, wer sein Charakter ist, und warum er so ist. Sein eigentlicher Gegenpart sind nicht die b\u00f6sen Jungs um ihn herum, es ist Jessica Chastain als Ehefrau Anna. Auch f\u00fcr sie geht es um das Gesch\u00e4ft, ein kleines Reich, welches eigentlich ihr Vater gegr\u00fcndet hatte. Aber Anna verzweifelt immer mehr an dem Druck, den nicht nur die \u00dcberf\u00e4lle ausl\u00f6sen, sondern auch die Gestalten, die offensichtlich unerkannt um das private Grundst\u00fcck schleichen. Anna wird zu einem sichtbaren Spiegelbild von Abels unsichtbaren Seelenleben. So wird Anna zum Gegenpart, weil Abel sich eben nicht diese Verletzlichkeit anmerken lassen will. Ihre sich steigernden Auseinandersetzungen sind aber keine Zerrei\u00dfproben, ihre Zuneigung bleibt davon unber\u00fchrt. Es wundert wirklich, wann Jessica Chastain bei diesem Aussto\u00df an Filmen endlich einmal daneben langt. A MOST VIOLENT YEAR wird auf keinen Fall dieser Film sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine sehr faszinierende Geschichte, unglaublich gute Darsteller, eine herausragende Inszenierung, und eine besonderer Thriller der etwas anderen Art. Warum A MOST VIOLENT YEAR so wenig Aufmerksamkeit erhielt, ist vollkommen unverst\u00e4ndlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?attachment_id=8812\" rel=\"attachment wp-att-8812\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-8812\" title=\"Copyright  Square One Entertainment \/ Universum Film (UFA)\" alt=\"A_Most_Violent_Year_2, Copyright Universum Filmverleih\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_2.jpg\" width=\"620\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_2.jpg 620w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_2-200x121.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/A_Most_Violent_Year_2-300x181.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Darsteller: Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo, Alessandro Nivola, Albert Brookes, Elyes Gabel, Catalina Sandino Moreno u.a.<\/em><br \/>\n<em> Drehbuch &amp; Regie: J. C. Candor<\/em><br \/>\n<em> Kamera: Bradford Young<\/em><br \/>\n<em> Bildschnitt: Ron Patane<\/em><br \/>\n<em> Musik: Alex Ebert<\/em><br \/>\n<em> Produktionsdesign: John P. Goldsmith<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2014<\/em><br \/>\n<em> 125 Minuten<\/em><\/p>\n<h5>Bildrechte:<strong> Square One Entertainment \/ Universum Film (UFA)<\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A MOST VIOLENT YEAR &#8211; Bundesstart 19.03.2015 1981 war in der Geschichte der Stadt New York das Jahr mit der h\u00f6chsten Verbrechensrate. In diesem Jahr will Abel Morales mit seinem Heiz\u00f6l-Gesch\u00e4ft expandieren. Wenn er das Nachbargrundst\u00fcck erwerben kann, auf dem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2015\/a-most-violent-year\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[1665,171,391,1101,520,1666,336],"class_list":["post-8873","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-im-kino-gesehen","tag-a-most-violent-year","tag-drama","tag-gangster","tag-j-c-candor","tag-jessica-chastain","tag-oscar-isaac","tag-thriller"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8873"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8873\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8888,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8873\/revisions\/8888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}