{"id":897,"date":"2011-05-09T16:34:59","date_gmt":"2011-05-09T15:34:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/?p=897"},"modified":"2011-05-09T17:02:37","modified_gmt":"2011-05-09T16:02:37","slug":"marvel-thor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/marvel-thor\/","title":{"rendered":"Thor"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><a rel=\"attachment wp-att-901\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/marvel-thor\/thor_1\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-901\" title=\"thor_1\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/thor_1.jpg\" alt=\"\" width=\"155\" height=\"200\" \/><\/a>Als unbelesener Zuschauer tut man sich nat\u00fcrlich schwerer als das comic-begeisterte Zielpublikum. W\u00fcrden Gold in Gold erstrahlende Thronr\u00e4ume nicht reichlich \u00fcberladen wirken? Kann man denn allen Ernstes einen Bodybuilder mit Fl\u00fcgeln am Helm dem modernen Kino zumuten? Und dann der Hammer. Sollten Helden, oder in diesem Fall sogar ein Gott, nicht etwas Schicklicheres tragen? Wie ernst kann man einen Film nehmen, der einem Namen wie Mj\u00f6lnir und Heimsdall, Bifr\u00f6st und Sif zumutet? Es ist tats\u00e4chlich schwer vorstellbar, und demnach muss man es einfach gesehen haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><!--more-->Neun Welten sind es, die der nordischen Sage nach wie ein Baum miteinander verbunden sind. Eine davon ist Aasgard, eine weitere die Erde. Wegen groben Unfugs verbannt Gottvater Odin seinen angedachten Thronfolger Thor von einer Welt auf die andere. Aber weise, wie Odin eben ist, schlie\u00dflich wird er von Tony Hopkins verk\u00f6rpert, steckt hinter der Verbannung ein weit tieferer Sinn. All seiner M\u00e4chte beraubt, gibt die Verbannung Thor auf der Erde die Gelegenheit, sich oberk\u00f6rperfrei zu zeigen, schlie\u00dflich wird der Donnergott von Chris Hemsworth dargestellt. So kann sich die \u00fcberdrehte Wissenschaftlerin Jane in tollpatschigem Eifer umgehend in den Superhelden verlieben, schlie\u00dflich wird diese Jane Foster von Natalie Portman portr\u00e4tiert. Und weil Aasgards Angelegenheiten ausgerechnet in New Mexico ausgetragen werden, ruft das wieder einmal Agent Coulson auf den Plan, schlie\u00dflich wird der von Clark Gregg gespielt, und der ist das verbindende Glied unter all den Marvel-Superhelden-Verfilmungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">So vieles h\u00e4tte bei dieser Verfilmung falsch laufen, schlecht inszeniert, massiv \u00fcbertrieben oder einfach nur peinlich sein k\u00f6nnen. Dass nichts von dem eingetreten ist, kann man einem ganz einfachen Umstand zuschreiben. An THOR zeigt sich Hollywood, wie es grunds\u00e4tzlich sein sollte, aber viel zu selten wirklich funktioniert. Viele kleine kreative Abteilungen verschmelzen zu einem gro\u00dfen Ganzen. Hier stellt sich nicht ein k\u00fcnstlerischer Aspekt vor oder \u00fcber den anderen. Es ist ein harmonisches Gef\u00fcge, das nicht wirklich perfekt ist, aber gesamt gesehen niemanden entt\u00e4uscht. Bildkompositionen, Farbgebung, Dialoge, Musik und Kameraf\u00fchrung. Der Film ist selbstreflektierend an den richtigen Stellen, gibt sich bierernst zum richtigen Zeitpunkt, wirft wohldosiert mit Zitaten um sich, ist spannend, lustig, schlichtweg aufregend, und profiliert sich mit perfektem Timing in der Erz\u00e4hlstruktur.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">THOR kann gar nicht perfekt sein. Es kann dem Film \u00fcberhaupt nicht gelingen, das gro\u00dfe Ganze zum perfekten gro\u00dfen Ganzen zusammenzuf\u00fcgen. Als Genre-Film muss er zu viel ber\u00fccksichtigen. Ein 150-Millionen-Dollar-Budget m\u00f6chte sich eben auch wieder r\u00fcckfinanziert wissen. Doch wenn der Comic-Geek genauso zur\u00fccksteckt wie der nach Unterhaltung geifernde Kino-Heide, kommt es zum cineastischen gemeinsamen Nenner, wo sich THOR als verbindendes Glanzst\u00fcck erweisen kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Man kann viel spekulieren, was welche Entscheidung in den Etagen der Studio-Obersten bewirkt haben m\u00f6chte. Doch letztendlich ist die Wahl eben auf Kenneth Branagh als Regisseur gefallen. Und man kann viele Gr\u00fcnde zusammentragen, die gegen den Shakespeare-Verfilmer sprechen, wie man genau so viele Argumente aufz\u00e4hlen k\u00f6nnte, die f\u00e4lschlicherweise zu dem Schluss f\u00fchren w\u00fcrden, dass Kenneth Branagh am Ende eine schlechte Entscheidung als Regisseur gewesen ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Der relative unbekannte Chris Hemsworth kann den Film mit seinem Charisma und seinem exzellenten K\u00f6rperbau genauso tragen wie die in Aasgard sehr altert\u00fcmlich wirkenden Dialoge sich gl\u00e4nzend mit der modernen Sprache in den Szenen von New Mexico erg\u00e4nzen. \u00dcberhaupt ist dieser Film ein \u00fcberraschendes, aber \u00fcberraschend funktionierendes Misch-Masch aus Branaghs Shakespeare-Dramatik und dem dramaturgischen Zugest\u00e4ndnis an ein weniger versiertes Publikum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Dass dieser Film, wie jede andere Comic-Verfilmung auch, bei einem bestimmten Personenkreis keinen guten Stand haben wird, ist allein schon dem Umstand zu verdanken, dass es den Film \u00fcberhaupt gibt. Aus den angestammten Fankreisen werden sich sicherlich auch wohlwollende Stimmen erheben. Doch viel wichtiger ist, dass ein Film wie THOR nicht von Comic-Lesern und Hardcore-Nerds allein leben kann. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil des zahlenden Publikums sind Zuschauer, die einfach nur unterhalten werden m\u00f6chten. Und das macht einen Film dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung aus. Er muss sehr viele Schichten eines bereitwillig zahlenden, aber mitunter doch verw\u00f6hnten und manchmal auch ungerechten Publikums unterhalten k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Eine amerikanisch inszenierte Produktion, die Namen wie Bifr\u00f6st und Mj\u00f6lnir einem klar denkenden Publikum als selbstverst\u00e4ndlich verkaufen kann, hat ihre Arbeit einfach richtig gemacht. Es gibt bei allen Hollywood-Produktionen ein F\u00fcr und Wider, und Thor macht keine Ausnahme. Aber er langweilt nicht, unterh\u00e4lt und wei\u00df seine Akzente richtig zu setzen. Die reinen Computer-Animationen wurden in 3-D generiert, die Aufnahmen mit Schauspielern in der Postproduktion zu 3-D gerendert. Das ist der Produktion durchweg anzumerken, aber leider nicht mehr zu \u00e4ndern. Es ist aber wiederum ein Beispiel daf\u00fcr, dass 3-D nicht das Allheilmittel in der\u00a0 Unterhaltungsindustrie darstellt. Der optische Unterschied von nachtr\u00e4glich konvertierten und in 3-D bearbeiteten Szenen ist bei THOR in jeder Einstellung sichtbar.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Sei es drum, ob man es Heimsdall oder Bifr\u00f6st nennt. Kenneth Branagh ist der Mann, der aus einem mit Fl\u00fcgeln behelmten, mit Hammer ausgestatteten Supermann einen greifbaren Charakter formte. Und es gibt Darsteller, denen es leicht f\u00e4llt, aus einer albern wirkenden Grundpr\u00e4misse eine nachvollziehbare Situation zu formen. Sam Jackson hat f\u00fcr seinen Nick-Fury-Charakter einen neun Teile umfassenden Vertrag unterschrieben. Und bis 2014 werden erst sechs Teile davon erf\u00fcllt sein. Demnach kann man sich als gemeiner Kinofreak noch gar nicht ausmalen, was die Marvel-Studios mit ihren auf einzelne Superhelden ausgerichteten und auf die AVENGER-Serie speziell geplanten Fortsetzungen alles in Vorbereitung haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Doch es sollte niemanden wundern, wenn man nochmals \u00fcber den Namen Kenneth Branagh stolpert. THOR, als Welt voller mythischer, nordischer Sagen und weltlicher Problematik, ist ein Shakespeare-Stoff, der vom britischen Barden nicht besser verfasst worden w\u00e4re. <\/span>F\u00fcr einen nicht-comiversierten Kinog\u00e4nger beweist THOR, das man berechtigte Hoffnung haben kann, sich auf kommende Marvel-Verfilmungen einzulassen. Aber Thor beweist auch, dass es eine ganze Reihe von kleinen und gro\u00dfen, schlecht zu berechnenden Komponenten gibt, um den besten gemeinsamen Nenner f\u00fcr Fans und Unbedarfte zu finden, der einen unterhaltsamen Kinoabend f\u00fcr jedermann garantiert.<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-899\" href=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/2011\/marvel-thor\/thor-2\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-899\" title=\"thor-2\" src=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/thor-2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/thor-2.jpg 500w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/thor-2-200x120.jpg 200w, https:\/\/www.alleyways.de\/abgeschminkt\/wp-content\/uploads\/thor-2-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Darsteller: Chris Hemsworth, Anthony Hopkins, Tom Hiddleston, Natalie Portman, Clark Gregg, Stellan Skarsgard, Kat Dennings, Colm Feore, Idirs Alba, Ray Stevenson, Jaimie Alexander, Josh Dallas, Tadanobu Asano und Rene Russo u.a.<\/em><br \/>\n<em> Regie: Kenneth Branagh \u2013 Drehbuch: Ashley Edward Miller, Zack Stentz, Don Payne \u2013 Kamera: Haris Zambarloukos- Bildschnitt: Paul Rubell &#8211; Musik: Patrick Doyle \u2013 Produktionsdesign: Bo Welch<\/em><br \/>\n<em> USA \/ 2011 \u2013 zirka 114 Minuten<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als unbelesener Zuschauer tut man sich nat\u00fcrlich schwerer als das comic-begeisterte Zielpublikum. 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